Rainer Schorm und „Die Winde von Epsal“ oder – FessisNEOBlog goes YouTube

Heute aus Schreibfaulheit mal ohne viele Zeilen, dafür mit einem Video. Seid nicht zu streng mit mir, ist mein erster Versuch als „YouTuber“ ;-P

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Rainer Schorm und „Der Schaltmeister von Rumal“

Nächster NEO, nächste Kolonie. Das scheint aktuell das Schema bei NEO zu sein. Nach einer grandiosen Vorstellung von Olymp und einer – meiner Meinung nach – stellenweise etwas schwächeren von Plophos, lernen wir nun also Rumal kennen. Mal schauen ob das „Kolonienhopping“ mir dieses Mal besser liegt. Außerdem sind weitere „Unsterblichen-Sprösslinge“ angekündigt, man darf gespannt sein.

Normalerweise sieht man hier ein selbst geschossenes Foto des Covers…das habe ich dieses Mal vergessen, also ist das da oben ausnahmsweise © Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt 🙂

Worum geht es in „Der Schaltmeister von Rumal“?

Ganz grob darum, dass etwas faul ist im Staate Rumal. Es ereignen sich mehrere, teilweise sehr seltsame Vorfälle in relativ kurzer Zeit, die örtlichen Behörden sind überfordert und NATHAN schickt Unterstützung zu der von ihm persönlich geförderten Kolonie. Das diese Unterstützung keine gewöhnlichen Soldaten oder Techniker beinhaltet dürfte dabei jedem klar sein. Wir lernen Rumal als weitere terranische Kolonialwelt kennen und erfahren außerdem viel über deren politische Situation. Das Ganze im inzwischen bereits bekannten Krimi- bzw. Thrillergewand.

Achtung Kleiner Spoiler: es gibt einen kleineren Zeitsprung von etwa einem halben Jahr. Größere Spoiler gibt es (wenn die Perrypedia wieder online ist) wie immer hier:

https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Der_Schaltmeister_von_Rumal

Wie hat mir „Der Schaltmeister von Rumal“ gefallen?

Kurz: Überraschend gut, nachdem ich „Startschwierigkeiten“ hatte. Die Schwachstellen des Vorgängers konnte ich hier nicht feststellen, Rumal erschien mir fast plastisch vor dem geistigen Auge und ich hatte manchmal das Gefühl, dass ich den Staub der Wüste in der Nase spüre. Spaß beiseite, die Schilderung von Rumal als Kolonie hat mir wirklich ausgezeichnet gefallen. Ich fand auch die Charaktere des Schaltmeisters und des ermittelnden Polizisten gelungen und habe beiden ihre Nöte abgekauft. Die Story war ab etwa der Mitte des Romans flüssig und spannend geschrieben und ich konnte ihn ab diesem Punkt kaum noch aus der Hand legen.

Was war nicht ganz so gelungen?

Aus meiner Sicht: die erste Hälfte des Romans. Vielleicht auch, weil es gefühlt das vierte Mal in Folge nach Agenten-Krimi-Thriller „geschmeckt“ hat. Meine erste Zwischenbilanz so etwa auf Seite 60 war „Boah…nicht schon wieder!“ und ich schob dann auch eine Pause ein. Nachdem ich aber Seite 80 passiert hatte, war der Eindruck schnell vergessen. Auch bei den beiden Bull-Abkömmlingen hatte ich dieses „Nicht schon wieder“-Gefühl. Schließlich waren wieder die (vermeintlichen) Hauptpersonen des Romans die Kinder eines Zellaktivatorträgers. Ja, Reg hat inzwischen einen ZA…habe nur ich das verpasst oder war das eine neue Info? Bisher ging ich noch von „Zelldusche läuft bald ab“ aus. Wahrscheinlich ein weiterer Winterschlaf-ZA…naja okay, macht ja irgendwie auch Sinn. Auf jeden Fall hatte ich im ersten Moment eigentlich keine große Lust auf weitere Kinder von alten Bekannten. Letztlich war deren Rolle aber eher klein, von daher hat sich meine Befürchtung nicht bestätigt.

Fazit:

Tja, nicht so einfach. Der erste Teil zog sich für mich persönlich, wahrscheinlich aufgrund meiner eigenen Erwartungen, ein bisschen wie Kaugummi. Der zweite Teil ging dann aber flott zur Sache und hat Spaß gemacht. Insgesamt trotz aller Startschwierigkeiten ein guter NEO.

Daher vergebe ich hier 7,5 von 10 Punkten.

Die Expokraten schicken NEO in eine neue Epoche und wir treffen den „Mann aus Glas“

Lange haben wir darauf gewartet und hingefiebert: nach dem großen Jubiläum der Erstauflage feierte nun auf NEO einen runden, großen Band. Perry Rhodan NEO mit der Nummer 200 lag ab dem 17. Mai 2019 im Handel und ich konnte mich dank Abo sogar schon am 16. Mai darüber freuen. Als Abonnent gab es sogar ein wirklich schönes Gimmick oben drauf, nämlich eine wunderschöne Sternenkarte mit einer Übersicht der bekannten Milchstraßensysteme und Planeten sowie der neuen, terranischen Kolonien.

Wunderschöne Sternenkarte zur NEOversum-Milchstraße und der „lokalen Blase“

Nun geht es also in eine neue Epoche, nachdem ANDROS besiegt wurde und – Überraschung – Perry entgegen der Prophezeiung von ES überleben durfte 😉

Worum geht es in „Mann aus Glas“?

Wie das mit einem Staffelstart so ist, gäbe es hier so einige Dinge aufzuzählen. Nach einem Zeitsprung sowie dem Start einer ganz neuen Epoche natürlich nochmal umso mehr. Vielleiht nur die wichtigsten Eckpunkte: unser Unsterblicher hat ein schickes neues Flaggschiff bzw. Protektorenschiff mit einem aus der Erstauflage recht bekannten Namen. Eine wichtige Rolle spielen Perrys Sohnemänner, die inzwischen natürlich erwachsen sind, ein gewisser „Mann aus Glas“, der ebenfalls aus der EA bekannt ist, hier aber ganz neu interpretiert wird, der Kaiser von Olymp hat seinen ersten Auftritt und auch andere bekannte Namen treten erstmals in Erscheinung. Wer es genauer wissen möchte liest wie immer hier nach:

https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Mann_aus_Glas

Wie hat mir „Mann aus Glas“ gefallen?

Der Epochenstart ist meines Erachtens gut gelungen. Es war vielleicht kein riesiges Feuerwerk und ging relativ gemächlich los, aber das war nach dem furiosen Staffelende auch eine gute Entscheidung. Der Leser wird langsam in die neuen Gegebenheiten des Jahres 2088 eingeführt. Wichtige Entwicklungen werden geschildert, wichtige Personen (neu) vorgestellt, denn die vergangenen Jahrzehnte haben natürlich auch mit den bekannten Handlungsträgern etwas gemacht. Ein paar Dinge werden (noch) nicht aufgeklärt, wie zum Beispiel (ACHTUNG SPOILER) die Abwesenheit von Team Leyden, welche nicht weiter erwähnt werden. Ein paar neue Fragen werden aufgeworfen, wie zum Beispiel „Wo kommen diese liduurischen Zellaktivatoren her, bei denen man in den Winterschlaf gehen muss und wer hat sie bekommen?“. Was ich sehr schön fand, war die immer wieder eingestreute Erwähnung alter, nicht unsterblicher Charaktere und was aus ihnen geworden ist. Der Eine genießt seinen Ruhestand, der Nächste hat in hohem Alter eine neue Funktion übernommen etc. Da geht dem NEO-Leser das Herz auf. Wie gesagt, der Start in die neue Epoche ist gelungen und nun kann es richtig losgehen. Voller Vorfreude harre ich der kommenden NEOs von denen mit Nummer 201 der erste heute im Briefkasten liegen sollte…durch meinen Fuerteventura-Urlaub bin ich mit dieser Besprechung total in Verzug… 🙂

Was war nicht ganz so gelungen?

Ganz ehrlich gesagt möchte ich hier überhaupt nicht rummeckern. Es gab für mich wenige, bis gar keine größeren Kritikpunkte. NEO 200 war ein grundsolider Epochenstart und ich warte jetzt die Entwicklung gespannt ab, bevor ich anfange zu mosern. 😉

Fazit:

Das große Jubiläum hat mir wirklich gut gefallen. Natürlich war es kein Feuerwerk wie NEO 199. Das war aber auch weder zu erwarten, noch zu wünschen. Stattdessen wurden wir sanft in die neue Zeit eingeführt, einige alte Charaktere wurden liebevoll in den Ruhestand verabschiedet und ein paar neue hatten ihren Auftritt. Mir hat das viel Spaß gemacht und ich freue mich auf mehr.  

Für einen gelungenen und grundsoliden Epochenstart gibt es von mir 7 von 10 Punkten.

Die Expokraten brennen ein Feuerwerk ab, und zwar „Am Ende aller Tage“

Große Vorfreude, große Erwartungen und ein wenig Skepsis ob der vielen offenen Fragen hielten sich im Vorfeld dieses Epochenfinales bei mir die Waage. Die Vorfreude war durchaus berechtigt, die Erwartungen wurden zu großen Teilen erfüllt, allerdings hatte auch meine Skepsis ihre Berechtigung. Aber dazu später mehr.

Worum geht es in „Am Ende aller Tage“?

Der Titel passt hervorragend zu einem Roman, der die Ereignisse von 85 Millionen (Handlungs-) Jahren abschließt, oder? Ich persönlich fand das sehr treffend. Natürlich geht es im Staffel- und Epochenfinale um den Abschluss des großen Feldes um den Konflikt zwischen ANDROS und ES, das Ende des sogenannten Ringens, darum, ob die Menschheit weiter existieren darf oder pulverisiert wird und ein bisschen auch darum, welche Haupt- und Nebenfiguren noch über die Klinge springen müssen. Ganz viel Stoff für ganz knappe 160 Seiten wie ich finde.

Die ausführliche Zusammenfassung findet ihr wir immer hier:

https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Am_Ende_aller_Tage

Wie hat mir „Am Ende aller Tage“ gefallen?

Vorneweg: insgesamt sehr gut! War der Abschluss perfekt? Nein, aus meiner Sicht nicht…aber wer oder was ist schon wirklich perfekt? War der Abschluss spannend, unterhaltend, mitreißend und im Großen und Ganzen rund und gelungen? Aus meiner Sicht definitiv! Unsere Expokraten haben hier ein echtes Feuerwerk abgebrannt. Um das etwas klarer zu besprechen muss ich (zumindest ein wenig) spoilern:

Dass unser guter, alter Perry irgendwie überlebt war wohl so ziemlich jedem, der in irgendeiner Weise mit der Materie vertraut ist, klar. Wie er das schafft, fand ich persönlich etwas eigen, siehe unten, aber klar war es. Dass Tuire Sitareh über die Klinge springen soll oder muss, wurde vorher oft genug erwähnt. Allerdings bleibt diese Tür – zumindest einen winzigen Spalt breit – offen, denn sein endgültiger Tod wurde nicht erwähnt! Ich glaube zwar nicht daran und es wäre auch schwierig, das glaubhaft zu verkaufen, aber ein wenig hoffe ich noch immer, dass der olle Aulore wieder auftaucht. Ich mochte diese Figur immer sehr gerne.

Insgesamt kommt das Finale mit erstaunlich wenigen – bestätigten – Toten aus, nämlich mit genau einem: Huang Wei, der für ein Täuschungsmanöver von ES in den Tod ging. Alle anderen sind wohlauf.

Die verschiedensten Handlungsfäden wurden von Rüdiger und Rainer in diesem Band zusammengeführt. Angefangen von der Frühzeit von NEO bis hinein in die aktuelle Staffel. Ich finde, dass die beiden das sehr schön gelöst haben und tatsächlich das Spielfeld einmal komplett freigeräumt haben für die neue, kommende Epoche. Mir hat dieser NEO wahnsinnig viel Spaß gemacht und ich habe ihn „in einem Rutsch“ gelesen, was bei mir eher selten vorkommt. Ein paar kleine ABERs gibt es dann allerdings doch noch:

Was war nicht ganz so gelungen?

Mir fehlten ein paar Dinge in diesem Abschluss. Zunächst einmal: wo zur Hölle sind Eric Leyden, Abha Prajapati und Luan Perparim? Die wurden mit Tro Khon so effektvoll aus der Handlung geschrieben, dass ich mir absolut sicher war, dass sie irgendwie mit einem Knalleffekt im Abschlussband auftauchen. Aber keiner davon, auch nicht Tro Khon. Am Ende dachte ich, ich habe ein paar Seiten ausgelassen. Das hat mich ziemlich irritiert und ich hoffe, dass diese Figuren wieder auftauchen, denn sie stillschweigend zu vergessen würde mich wirklich ärgern. Das macht ihr nicht liebe Expokraten oder? Ihr wollt mich nicht ärgern, oder? 😉

Dann ist da diese Sache mit dem Geschenk von Avandrina di Cardelah auf dem Mars. Da war doch was? Ich dachte auch hier, dass wir noch mehr erfahren, vermute und hoffe aber stark, dass das in NEO 200 erfolgt. Hier kann ich noch ganz gut akzeptieren, wenn das später geklärt wird, beim Leyden-Team bin ich – wie gesagt – mehr irritiert.

Ein weiterer offener Handlungsfaden: dieses komische Artefakt aus NEO 188, welches Icho Tolot damals unter Einsatz seines Lebens und eines seiner Herzen Massmer Tronkh entwendet hat. Danach hat man von dem Ding nie mehr gehört! Dabei schien es in dem Roman so ungemein wichtig und geheimnisvoll. Was war das denn? Da habe ich seitdem drauf gewartet, denke aber, dass ich auch weiter warten werde…und zwar erfolglos. 😦

Zu guter (oder schlechter) Letzt: Rhodans Rettung durch Atlan und Mirona. Ganz ehrlich ist das für mich irgendwie haarsträubend an selbigen herbeigezogen gewesen. Es herrscht das absolute hyperphysikalische Chaos, die Verrytsphäre ist angeblich das einzige Schiff, welches sich Palagola nähern kann und das dabei nicht sofort zerbröselt. Es wird sogar explizit erwähnt, dass auch Schaltschiffe der Meister der Insel Probleme bekommen…und dann, kurz vor Perrys Exitus finden die beiden Turteltauben den Terraner in seinem ultimativen Anti-ANDROS Schiffchen, welches auseinanderfällt und retten ihn per spontan aufgebautem Halbraumtunnel, Millisekunden bevor es tatsächlich pulverisiert wird…

Mir war das zu viel seltsamer Zufall. Versteht mich nicht falsch, ich weiß selber keine viel bessere Lösung, aber diese war mir zu konstruiert. Allerdings muss ich es auch nicht besser machen, ich bin ja kein Autor, geschweige denn Expokrat. 😉

Fazit:

Bei aller Kritik – ich finde die muss erlaubt sein – hat mich NEO 199 wahnsinnig gut unterhalten und hat die meisten Handlungsfäden zu einem würdigen und sinnvollen Abschluss gebracht. Es gab das nötige Feuerwerk, es gab Pathos, es gab Überraschungsmomente (wenn auch nicht so viele wie ich dachte) und es gab ein happy End. Wie gesagt würde ich nicht von perfekt sprechen, von sehr gut aber allemal. Daher für das Staffel- und Epochenfinale:

8 von 10 Punkten.

Nun ist die Vorfreude auf NEO 200 angesagt…Kolonien, das heißt Siganesen, Plophoser, Epsaler und viele mehr. Dazu Tekener und „der Mann aus Glas“. Was für NEO-Aussichten! 🙂

Rainer Schorm schickt uns in die „Abgründe der Zeit“

Wer meinen Blog ein wenig verfolgt, hat inzwischen mitbekommen, dass ich mit Romanen von Rainer Schorm häufiger so meine Mühe habe. In diesem Fall war das aber komplett anders. Aus meiner persönlichen Sicht der beste NEO aus seiner Feder – Chapeau!

Worum geht es in „Abgründe der Zeit“?

Ohne groß zu spoilern: Haluter und Bestien! Hach war das ein großartig. Ich liebe diese riesigen, brutalen, vierarmigen Biester und ihre kleinen sanftmütigen Schwestern. 😉 Außerdem geht natürlich Perrys Mission weiter und wir erfahren was „zuhause“ im Sol-System so vorgeht. Da sitzen ja schließlich auch noch einige wichtige Handlungsträger wie Thora, ihre Kinder oder NATHAN rum. Der Teil um ANDROS und NATHAN ist allerdings schnell abgefrühstückt und stattdessen gibt es die faszinierende Geschichte der Haluter serviert.

Eine ausführliche Zusammenfassung findet ihr, wie immer, hier:

https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Abgr%C3%BCnde_der_Zeit

Wie hat mir „Abgründe der Zeit“ gefallen?

Ich schrieb es bereits, das war meiner Meinung nach der bisher beste Roman von Rainer Schorm. Die Geschichte der Haluter als solche war faszinierend. Eingebettet in der Form, die er hier gewählt hat war es der Hammer! Ich bin restlos zufrieden und freue mich immer noch, dass die Bestienstaffel insgesamt bisher so viel Spaß macht. Großes Kino. Ich würde hier ja gern noch mehr lobhudeln, aber zum einen würde ich dann ins spoilern abgleiten und zum anderen muss ich jetzt Andreas Eschbachs „Perry Rhodan – Das größte Abenteuer“ weiterlesen. 😉

Was war nicht ganz so gelungen?

Eigentlich habe ich hier nix zu schreiben…ist das schlimm? Ich denke nicht. Die Winzigkeiten, die es vielleicht gab spare ich mir an der Stelle einfach mal. 🙂

Fazit:

Geile Nummer, die (noch mehr) Lust auf den Rest der Staffel macht. Rainer Schorm, den ich schon häufiger kritisiert habe, liefert hier richtig ab und der Roman verdient sich

9,5 von 10 Punkten.