NEO wird 200! Ich freu mich!

Jetzt erwischt es nach Perry Rhodan, der ja ein ganz großes Jubiläum hatte auch noch den kleinen Bruder aus dem Paralleluniversum NEO. Zweihundert Bände, wer hätte das am Anfang gedacht? Ich würde behaupten niemand, nicht einmal die optimistischsten Autoren und Leser. Aber: das galt auch für die klassische Serie und die gibt es ja bekanntlich noch immer.

Noch sind rund vier Wochen bis zum Jubiläum, aber die ersten Infos sickern inzwischen natürlich durch. Deshalb dachte ich mir, schreibe ich das mal etwas zusammen. Wer sich nicht vorab „spoilern“ möchte, liest ab hier nicht weiter. 😉

Also, was ist angekündigt? Zunächst einmal machen wir einen für NEO ordentlichen Zeitsprung. Nämlich in das Jahr 2088. ANDROS und die mit ihm zusammenhängenden Probleme sind Geschichte, die Menschheit hat sich auf den Weg gemacht, sich friedlich in der Milchstraße zu verteilen und es gibt die ersten Kolonien außerhalb des Solsystems. Soweit so gut…bis bekannt wurde, wie diese Kolonien heißen. Zunächst mal gibt es da einen Planeten, der Olymp heißt, um Boskcys Stern kreist und auf dem ein gewisser Anson Argyris was zu sagen hat. Eine Handelswelt, noch klein, aber bereits mit einiger Bedeutung. Dann war bereits zu lesen, dass es eine weitere Kolonie namens Plophos gibt. Zwar sind dazu (Stand heute) keine weiteren Erkenntnisse verfügbar, aber der Name allein dürfte dem einen oder anderen „Altleser“ schon ausreichen. 🙂

Der Titel von Band 200 lautet übrigens „Mann aus Glas“. Das Titelbild (über das man sicher genauso diskutieren kann, wie über das von PR3000), zeigt ein Wesen, was dem einen oder anderen aus der klassischen Serie ebenfalls bekannt sein dürfte. 😉

Richtig spannend wird es beim Titel von NEO 203. Der heißt nämlich laut Perrypedia „Tekener“. Hierzu hat Oliver Plaschka, aus dessen Feder der Roman stammen wird, folgenden Tweet abgesetzt:

Aaalso …Freut mich, dass der Titel jetzt schon Aufmerksamkeit erregt, denn er war auch mein Vorschlag 🙂 Vorweg: Natürlich nennen wir keinen Roman „Tekener“ wenn wir nicht auf die genau die Figur anspielen wollen … (1/x)

Und ich habe die Reaktionen damals verfolgt, als Tekener in der EA verstarb und bin mir bewusst, wie viel er Altlesern bedeutete. Von daher war es schon ein kleiner Geniestreich unserer Exposé-Autoren, ihn in NEO „zurückzuholen“. Aber: Wir sind halt schon immer noch NEO … (2/x)

„Unser“ Tekener wird sicher anders. Und natürlich wird er auch bei jedem Autor, der ihn schreibt, anders rüberkommen. Ich will jetzt nicht zu viel zu meinem Roman verraten. Ich sitze gerade noch an letzten Korrekturen, d.h. nicht mal die Redaktion kennt ihn bis jetzt … (3/x)

Aber ich persönlich fand Beinamen wie „Smiler“ oder gar „Galaktischer Spieler“ ehrlich gesagt immer recht albern. „Mein“ Tekener ist noch kein hart gesottener Held. Wir steigen ganz tief bei ihm ein. Und es wird ein paar Überraschungen geben. (4/x)

Und noch eine kleine Werbung in eigener Sache: Wer von Geheimagenten in Weltraum-Casinos gar nicht genug kriegen kann, dem empfehle ich meine NEO-Story „Casino Imperial“ mit Jemmico, einer meiner NEO-Lieblingsfiguren, als Spieler. Gibt es für 49 Cent 🙂 (5/5)

Oliver Plaschka (@navylyn) auf Twitter, 14.04.2019

Also als Erstes: vielen Dank an Oliver für die ausführliche Antwort! Damit hatte ich gar nicht gerechnet, als ich gefragt hatte, ob er uns ein wenig mehr erzählen mag. 😉

Als Zweites finde ich, dass das ausgesprochen interessant klingt und mir jetzt schon eine riesengroße Vorfreude einpflanzt.

Es werden sicherlich in den nächsten Wochen vor dem Jubiläum noch einige weitere Infobrocken einfliegen, aber ich persönlich finde, dass das was bisher bekannt ist schon ausreicht um noch mehr, wieder oder auch zum ersten Mal richtig Lust auf NEO zu machen!

Werbeanzeigen

Ruben Wickenhäuser reist mit uns in die Eastside und dort entsteht „Der Dimensionsblock“

Ich muss ja sagen, ich mag die Blues. Auch wenn sie bei NEO Azaraq statt Jülziish heißen sind mir die Tellerköpfe sympathisch. Worüber ich mich schon vorab besonders gefreut habe war, dass mit Ruben Wickenhäuser ein Autor diesen Roman verfasst hat, dessen Beitrag aus der Blues-Staffel mir besonders positiv in Erinnerung geblieben ist.

Worum geht es in „Der Dimensionsblock“?

Tja…die Handlung spielt in der Eastside der Milchstraße bei den Azaraq. Wenn wir uns zurückerinnern und überlegen, was die Verbindung zur aktuellen Handlung sein könnte, ist es kaum ein Spoiler, wenn ich verrate, dass es um Moloch und das Suprahet geht. Was da aber genau passiert und was ein Dimensionsblock eigentlich ist, erfahrt ihr hier:

https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Der_Dimensionsblock

Wie hat mir „Der Dimensionsblock“ gefallen?

Ruben Wickenhäuser hat definitiv ein Händchen für Azaraq! Ich finde die Charakterisierung dieses Fremdvolkes gelingt ihm auch in diesem NEO genauso hervorragend wie in seinem Erstlingswerk. Sowohl Verhalten und Gedankengänge von Tagrep Kerrek, als auch seine Verwunderung über das Verhalten der Menschen sind wirklich toll geschildert. Die Kultur, welche sich klar sich in den beschriebenen Bereichen klar gegenüber dem uns bekannten abgrenzt ist faszinierend.

Alles in allem ist dem Roman anzumerken, dass der Autor mit ganz viel Liebe zum Detail seinen Charakteren Leben eingehaucht hat. Fast alle Personen sind glaubhaft mit Stärken und Schwächen sowie mit Sorgen und Gedanken abgebildet. Das war wirklich toll zu lesen!

Neben dem Azaraq ist auch die Charakterisierung von Faktor VII großartig gelungen. Die Figur bekommt eine erhebliche Tiefe und darf hoffentlich noch häufiger eine gewisse Rolle spielen.

Was war nicht ganz so gelungen?

Dazu muss ein kleiner SPOILER her: Alexander Kapescu und sein völlig irrationales Verhalten am Ende! Da stapft der Typ echt komplett allein los, nur weil er einen Dickkopf hat und obwohl er genau weiß, wie gefährlich dieser Azaraq-Urwald ist? Really? Letztlich war das Ergebnis absehbar und irgendwie hat es mich auch wenig erschüttert…ich dachte nur „Selber schuld du Vollpfosten…“ 😉

Außerdem hatte der Roman meines Erachtens schon ein paar Längen. Ruben hat zwar schon versucht diese sinnvoll zu füllen, aber der Informationsgehalt war zum Teil schon niedrig. Im Endeffekt war hier wohl oft der Weg das Ziel. Nicht immer per se schlecht, aber mir war das anteilig zu wenig.

Fazit:

Die Gesamthandlung und damit das sich anbahnende Staffelfinale hat der Roman – wenn wir ehrlich sind – nicht wesentlich vorangetrieben. Aber das musste er meines Erachtens auch nicht. Trotz Kapescu und der beschriebenen Längen war es für meinen persönlichen Geschmack ein überdurchschnittlich guter NEO. Ruben Wickenhäuser versteht es seine Charaktere bunt und authentisch zu schildern sowie ihnen eine Tiefe zu geben, die durchaus bemerkenswert ist für 160 Seiten. Vielleicht darf er beim nächsten NEO wieder etwas mehr die Rahmenhandlung voranbringen, das würde mich freuen.

Dafür gibt es gute 7 von 10 Punkten.

Susan Schwartz berichtet über die „Entscheidung auf Kahalo“

Ich gebe es zu, als ich gelesen habe, dass Susan Schwartz NEO 196 geschrieben hat, war ich erstmal skeptisch. Für mich sind ihre Romane immer ein bisschen wie ein Überraschungs-Ei: Es kann etwas unglaublich Tolles drin sein, es kann mich aber auch arg enttäuschen. Na klar ist das subjektive Wahrnehmung, aber dagegen kann man halt wenig machen. Um es vorweg zu nehmen, in diesem Fall war es keine Enttäuschung! 🙂

Worum geht es in „Entscheidung auf Kahalo“?

Wie wir wissen ist der gute alte Perry unterwegs um das Universum – oder zumindest die Milchstraße und Andromeda – zu retten. Dazu muss er einige Transmitter der sogenannten „alten Straße“ aktivieren und damit die große Ruptur schließen. Diese Mission wird im vorliegenden NEO zum Abschluss gebracht. Auf Kahalo entscheidet sich die Zukunft. 😉

Eine ausführliche Zusammenfassung findet ihr, wie immer, hier:

https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Entscheidung_auf_Kahalo

Wie hat mir „Entscheidung auf Kahalo“ gefallen?

Das war für mich der beste NEO aus der Feder von Susan Schwartz, den ich – meiner Erinnerung nach – je gelesen habe. Ich finde, sie hat den von Gedächtnislücken geplagten Perry hervorragend geschildert und hat es auch verstanden die anderen Handlungsträger des Romans ausgesprochen plastisch und authentisch darzustellen.

Ganz besonders gut fand ich John Marshall und Nathalie Rhodan. Ich konnte mich als Leser in die Figuren „hineinfühlen“ und ihre Gedankengänge waren für mich total plausibel und nachvllziehbar.

Kleiner SPOILER: Rhodans Mission mit halb gelöschtem Gedächtnis, quasi ohne technische Unterstützung auf einem Planeten mit aggressiver Fauna sowie zwei nicht so freundlichen Widersachern war fantastisch. Obwohl beide Gegner ihm klar überlegen zu sein schienen, waren die Lösungen und Wege die Rhodan findet für mich absolut realistisch und wirkten nicht an den Haaren herbeigezogen. Auch das muss man erstmal schaffen. Außerdem hat der liebe Perry ja auch einiges dabei abgekriegt und sein Zellaktivator durfte Höchstleistungen vollbringen. Ich konnte mit ihm mitleiden, welch ein Spaß. 😉

Was war nicht ganz so gelungen?

Tja, soll ich irgendwie meckern, wenn ich den Roman klasse fand? Genau, NÖ!

Fazit:

Ich hatte dieses Erlebnis bereits vor Kurzem bei Rainer Schorm und auch in diesem Fall muss ich sagen: Chapeau Frau Zietsch, das war großes Kino! Danke für sehr unterhaltsame Lesestunden. 🙂

9 von 10 Punkten.

Rüdiger Schäfer erzählt die Geschichte von „Tuire“

Im Laufe der Zeit hat sich Tuire Sitareh, der mysteriöse Aulore ohne Gedächtnis, aber dafür mit einem geistigen Begleiter der Sorte „Extrasinn – aber irgendwie anders“, zu einem meiner Lieblingscharaktere bei NEO entwickelt. Immer irgendwie geheimnisumwittert und sich selbst nicht geheuer, hat er mir immer viel Spaß gemacht. Nun heißt der aktuelle NEO „Tuire“, es war also klar um wen es gehen wird. Die Vorfreude war bei mir persönlich riesig , zumal mit Rüdiger Schäfer auch noch einer meiner liebsten NEO-Autoren auf dem Cover steht. Gute Voraussetzungen!

Worum geht es in „Tuire“?

Das geht – glaube ich – durch ohne als Spoiler zu gelten: es geht um die Lebensgeschichte von Tuire Sitareh. Dieses Mal die vollständige Lebensgeschichte. Bruchstücke haben wir nach und nach ja immer mal wieder bekommen, aber hier liegt sie nun offen vor uns: die Story des mysteriösen Auloren. Wir erfahren heuer sogar was ein „Aulore“ eigentlich ist. Das fand ich ja beim Lesen irgendwie grandios gelöst. 🙂

Eine ausführliche Zusammenfassung findet ihr, wie immer, hier:

https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Tuire

Wie hat mir „Tuire“ gefallen?

Ehrlich gesagt bin ich beim Schreiben dieser Zeilen noch minimal unschlüssig. An sich würde ich sagen, das war ein sehr starker NEO den Rüdiger da (mal wieder) abgeliefert hat. Die Story hat mich fast durchgehend gefesselt, Tuire Sitareh ist – sagte ich das schon? – ein cooler Charakter, wir werden durch Höhen und gaaaanz tiefe Tiefen seines Lebens geführt und am Ende ist sein Mysterium für den Leser gelöst.

Tuire bekommt in diesem Roman noch mehr Tiefe als er ohnehin schon hatte, flüchtige Bilder seiner Vergangenheit aus vorigen Romanen bekommen einen sinnvollen Kontext – das hat Spaß gemacht.

Was war nicht ganz so gelungen?

Ich fand die Entwicklung des Charakters schon grundsätzlich toll beschrieben, an zwei oder drei Stellen aber irgendwie für meinen Geschmack zu „sprunghaft“…mir fällt kein besseres Wort dafür ein.

Dazu folgender, kleiner SPOILER:

Tuire durchlebt mindestens zwei Mal von jetzt auf gleich sehr gegensätzliche Emotionen wie „Ich bin ein schlimmer Loser“ zu „Ich nehme mein kosmisches Schicksal an, schaka wir schaffen das!“.

Auch wenn sowohl Ernst Ellert als auch Avandrina di Cardelah sicherlich so ihre eigenen, ganz speziellen Möglichkeiten haben, schien mir das doch „per Handauflegen“ irgendwie sehr abrupt.

Dann das Ende des Romans…

Auch hier SPOILERWARNUNG: Ich muss gestehen, dass ich das Ende nur bedingt verstanden habe. ES gesteht Thora, dass er bzw. sie eigentlich gekommen ist um der Arkonidin „persönlich“ zu sagen, dass Tuire und Perry sterben müssen, damit ANDROS besiegt werden kann. Okay…das kann er ja machen, aber warum erzählt er vorher die ausführliche Lebensgeschichte von Tuire Sitareh? Das erschließt sich mir irgendwie nicht zu 100%, aber wer bin ich, dass ich ES verstehen will? 😉

Fazit:

Insgesamt, den Schluss vielleicht mal etwas ausgeklammert, ein wirklich guter NEO. Vielleicht nicht ganz so grandios wie der Vorgänger, aber trotzdem weiter auf dem sehr hohen Niveau der Bestien-Staffel. Rüdiger Schäfer kriegt von mir für „Tuire“ daher

8,5 von 10 Punkten.

Arno Endler startet den „Countdown für die Menschheit“

Ich muss zugeben, dass Arno Endlers NEO ein wenig im Schatten vom großen Jubiläum #pr3000 – also dem 3000. Band der Erstauflage – stand und dementsprechend auch von mir leicht vernachlässigt wurde. Durch die Erstauflageneuphorie hatte ich auch so mein kleines, persönliches Motivationsproblem ihn in einem Zug zu lesen und habe etwas länger gebraucht. Die Umstände waren halt in diesem Fall für NEO nicht so gut, daher folgen diese Zeilen auch später als üblich. Da der Grund aber ein erfreulicher war: sei es drum… 🙂

Worum geht es in „Countdown für die Menschheit“?

Nun ja, im Solsystem kämpfen die Menschen weiter gegen den erscheinenden ANDROS. NATHAN spielt dabei eine größere Rolle, das hatte sich ja bereits angedeutet. Der größte Teil des Romans spielt jedoch in einem etwas ungewöhnlichen Szenario und hat Perry Rhodan zum Protagonisten. Seine Mission zur Aktivierung (oder Zündung?) der Transmitterstraße beginnt…allerdings etwas anders als erwartet.

Eine ausführliche Zusammenfassung findet ihr, wie immer, hier:

https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Countdown_f%C3%BCr_die_Menschheit

Wie hat mir „Countdown für die Menschheit“ gefallen?

Wie ich oben schon schrieb hatte ich so meine Probleme, mich zu motivieren. Da kann aber weder NEO noch Arno Endler etwas zu. Grundsätzlich war der Roman gut geschrieben, mit glaubhaften Charakteren, zwei sehr unterschiedlichen Schauplätzen und einer „Abwechslung“, bei der mir lange nicht ganz klar war, was das soll, die aber trotzdem irgendwie reizvoll war.

Was war nicht ganz so gelungen?

Die Gesamthandlung wird wenig vorangetrieben, im Prinzip sind wir kaum weiter als nach NEO 192. Rhodan ist auf seiner Mission, die ihm von Avandrina und Mirona aufgetragen wurde und im Solsystem wird versucht ANDROS solange hinzuhalten, bis Perry alle rettet. So weit so gut, aber das wussten wir vorher auch.

Das Szenario um Perry, welcher auf eine andere Welt entführt wird und sich dort irgendwie durchschlagen muss, fand ich zwar nett, aber irgendwie zu „mächtig“. Der halbe Roman hat sich gelesen wie ein Mittelalter- oder Fantasyroman mit winzigen SF-Einsprengseln. Es mag durchaus Leser geben, deren Geschmack das trifft, meinen eher nicht.

Insgesamt war das sicher kein schlechter NEO, aber eben leider auch kein herausragend guter. Im Vergleich mit den ersten beiden der Staffel fällt er meiner Meinung nach etwas ab.

Fazit:

Joa…in der EA hätten einige von Lückenfüller gesprochen denke ich. So weit würde ich nicht gehen wollen, da ich vermute, dass die Erlebnisse von Perry noch ihre Berechtigung und tiefere Bedeutung bekommen werden. Aber umgehauen hat mich „Countdown für die Menschheit“ leider nicht. Trotz allem ein solider NEO, daher:

6,5 von 10 Punkten.

Perry Rhodan NEO-Story 13 – „Sachiko“ von Michelle Stern

Wie bei allen NEO-Storys werde ich hier eine kurze Zusammenfassung schreiben. Wer sich nicht spoilern möchte, sollte nicht weiterlesen! 🙂

Die dreizehnte NEO-Story berichtet vom jungen japanischen Studenten Shinichi, der in seinem Studienjob im Tempel Nikko arbeitet und Touristen- und Schülergruppen führt. Während der Fantaninvasion vor einem Jahr hatte er sich dem Widerstand in Tokio angeschlossen und hat auch heute noch große Vorbehalte gegen die Extraterrestrier. Im Auftrag von Akina, der Miko des Tempels, sucht er Sachiko auf. Sachiko ist ebenso wie er eine Studentin, die sich im Tempel etwas dazuverdienen möchte und in die er heimlich verliebt ist. Er bringt nicht den Mut auf, sie nach einer Verabredung zu fragen. Während er verlegen auf seine Hände sieht, scheinen diese durchsichtig zu werden. Zu seiner Freude lädt sie ihn jedoch auf ein Konzert ein, für das sie zwei Karten hat. Freudig sagt er zu, der Eindruck der durchsichtigen Hände verschwindet.

Am nächsten Tag fahren sie gemeinsam zum Konzert, Sachiko geht es nicht besonders gut, sie sagt, dass sie wohl krank werde. Als sie sich in die Menschenmenge begeben, kommt es zu einem Vorfall: um die beiden scheinen alle anderen Menschen zu verschwinden und Sachiko bittet ihn, sie wieder heraus zu begleiten. Auf dem Rückweg erscheint die Menschenmasse wieder. Sachiko bricht zusammen und Shinichi lässt sie in ein nahe gelegenes Krankenhaus bringen. Die Ärzte dort vermuten ein Virus, sind aber ratlos, was es genau sein kann. Sie wollen Terrania kontaktieren, befürchten aber das Schlimmste. Die kraftlose Sachiko bittet Shinichi zur Botschaft am Chuzenji-See zu fahren, den Schlüssel zu nehmen und die Flöte zu holen. Sie sagt, sie würde sie brauchen und er solle es weder jemandem sagen noch sie verurteilen. Er entdeckt an der Halskette, die sie zuvor um den Hals getragen hatte einen Schlüssel. Diesen nimmt er an sich und bricht auf.

Als er die alte, aufgegebene Botschaft erreicht, findet er zunächst ein verlassenes Gebäude vor. Erst auf den zweiten Blick entdeckt er eine Falltür, die zu einem Tunnel unter dem Haus führt. Darüber gelangt er in Richtung der nahegelegenen Wasserfälle. Dort findet er einen Raum, welcher mit unzähligen Gegenständen vollgestellt ist sowie den Fantan Foth-Kundur. Der Außerirdische wundert sich, warum Shinichi ihn sehen kann und fragt ob Sachiko tot sei, da er seit ihrem ersten Zusammentreffen unsichtbar war. Shinichi verneint und erzählt von der Erkrankung und dass sie nach der Flöte verlangt hat. Der Fantan kramt sie auch den Bergen von Gegenständen hervor und übergibt sie an den jungen Mann. Die vermeintliche Flöte ist jedoch kein Musikinstrument, sondern ein medizinisches Kleingerät der Aras, welches der Fantan ihm in seiner Funktion erklärt. Er werde bei seinem Besun bleiben, während Shinichi zu Sachiko zurückkehren soll.

Shinichi schafft es mithilfe des Diagnosegerätes ein Gegenmittel zu synthetisieren und Sachiko zu verabreichen. Sie stabilisiert sich. Während er auf ihr Erwachen wartet, wird er von Iga Tulodziecky angesprochen, welche ihm einige Fragen zu Sachiko stellen möchte. In diesem Moment ertönt ein lauter Knall aus dem Krankenzimmer und Sachikos Mutter taumelt heraus. Sachiko ist verschwunden. Iga vermutet, dass Sachiko eine Mutantin ist und nach Terrania will. Außerdem sei Sachiko eine lebende Bombe, da sie von einer Krankheit befallen sei, die überall zu Stromausfällen und elektrischen Entladungen führt. Sie fragt, ob sie sich auch selbst unsichtbar machen kann oder nur andere. Darauf hat Shinichi jedoch keine Antwort. Da fällt ihnen auf, dass sich, bevor ihre Mutter herauskam, die Tür einmal selbsttätig öffnete ohne dass jemand hindurchtrat. Sie begeben sich zur nächsten U-Bahn-Station um die Verfolgung aufzunehmen. Iga gibt ihm eine Injektionspistole mit einem Anti-Virus. Das verabreichte Gegenmittel stellt nur eine vorübergehende Hilfe dar, hat sie aber nicht gerettet. Vor allem aber läuft sie Gefahr ungewollt andere Menschen zu verletzen. In der Station schaffen es Shinichi und Iga Tulodziecky tatsächlich Sachiko zu betäuben, gerade rechtzeitig, denn sie wollte sich vor die einfahrende U-Bahn werfen.

Tulodziecky bringt die beiden auf die VEAST’ARK, wo Sachiko behandelt wird. Zwei Tage später geht es ihr deutlich besser. Sie berichtet davon, wie sie den gestrandeten Fantan getroffen und vor einer Meute gerettet hatte. Da sie ihn versehentlich unsichtbar machte, konnten ihn seine Artgenossen nicht sehen und ließen ihn zurück. Daher suchten sie ihm das Versteck unter der Botschaft. Kurz darauf erhält sie die Nachricht, dass sie durch das Virus ihre Gabe komplett verloren habe. Sie freut sich darüber sehr, da sie Angst hatte weitere Menschen versehentlich unsichtbar zu machen oder anderweitig Unheil anzurichten. Nach Abschluss der Behandlung dürfen die beiden nach Tokio zurückkehren.

Foth-Kundur hat beschlossen auf der Erde zu warten, bis er von Fantan abgeholt werde. Denn er ist sich sicher, Fantan kommen immer wieder!

Fazit:

Eine rührende Kurzgeschichte zum Thema „Mutantengabe, was macht das mit einem Menschen?“. Kombiniert mit dem Schicksal des Fantan und der schüchternen Liebe zweier junger Menschen war das wirklich rund und gibt einen guten Einblick was hinter den Kulissen der Genesiskrise noch so alles passiert ist. Ich bin mal wieder positiv überrascht, wie toll die NEO-Storys sind! 🙂

Das Bild ist wie immer © Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt

Oliver Plaschka schickt uns den „Pilgerzug der Posbis“

Neue Staffel, neues Glück. In der Tat war der Start in „Die Bestien“ ein gelungener und weckt in mir die große Hoffnung, dass mit dieser Staffel viele offene Fragen geklärt werden, bevor es mit NEO 200 in eine ganz neue Ära geht. Ich freue mich bereits jetzt auf beides.

Schon vorab, Oliver Plaschkas Roman hat mich überzeugt, auch wenn er ein, zwei kleinere (wirklich kleinere) Schwächen hatte.

Worum geht es in „Pilgerzug der Posbis“?

Pilgernde Posbis…komische Vorstellung, aber Oliver Plaschka schafft es gut, diesen scheinbaren Wiederspruch aufzulösen. Das wir die Posbis mal wieder zu „sehen“ bekommen freute mich schon als ich den Titel las. Es gab aber durchaus einige Überraschungen…und auch neue Rätsel… 🙂

Eine ausführliche Zusammenfassung findet ihr, wie immer, hier:

https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Pilgerzug_der_Posbis

Wie hat mir „Pilgerzug der Posbis“ gefallen?

Sehr viel in diesem Roman hat mir wirklich gut gefallen. Zunächst mal war es ein toller Einstieg in die letzte Staffel vor dem großen Jubiläum.

Die Posbis sind zurück, das fand ich großartig, auch dass sie – sagen wir mal – ein wenig anders sind als früher, hat mir wirklich gut gefallen. Ich mag Posbis! 😉

Auch die Idee des Abschnittes mit dem Tagebuch von Nathalie Rhodan da Zoltral fand ich persönlich absolut gelungen. Das hat richtig Spaß gemacht, auch wenn ich weiß, dass das nicht alle Leser so sehen werden.

Insgesamt war der Roman sehr flüssig zu lesen, es war an keiner Stelle langweilig und die Charakterisierungen der handelnden Personen war glaubhaft und gut.

Was war nicht ganz so gelungen?

Da gibt es nicht so viel zu meckern, aber ich fand es seltsam, dass Belle McGraw John Marshall so sehr anhimmelt. Angeblich tat sie das schon in Andromeda, daran konnte ich mich nicht mehr erinnern, aber das mag an meinem Gedächtnis liegen. Trotzdem ist oder war sie meines Erachtens irgendwann mal verheiratet, davon ist keine Rede mehr. Naja, wie gesagt, mag an löchrigen Erinnerungen liegen, war jetzt auch nicht wirklich dramatisch.

Dann empfand ich die letzten Seiten als etwas belanglos. Gefühlt war alles erzählt und das was dann noch berichtet wurde, könnte man ersatzlos streichen und würde keinen wirklichen Verlust haben. Auch wenn das Geplänkel zwischen Leyden, Prajapati und Perparim wie fast immer unterhaltsam ist.

Fazit:

Mein Fazit für diesen Staffelstart habe ich im Prinzip schon vorweg genommen: vielversprechend und auch als einzelner Roman sehr unterhaltsam. Mir hat es Spaß gemacht, ich habe große Lust auf die Bestien-Staffel und freue mich auf Kai Hirdt in zwei Wochen! 🙂

Oliver Plaschka bekommt für den spannenden Pilgerzug der Posbis von mir 8,5/10 Punkte.

Rüdiger Schäfer weiß was passierte „Als ANDROS kam …“

Zunächst einmal: durch die ollen Feiertage habe ich NEO 190 leider erst mit einer Woche Verspätung erhalten, daher auch die sehr späte Rezension…aber was soll’s. 🙂

Also startete ich verspätet aber trotzdem sehr gespannt in das Staffelfinale…stand ja einiges auf dem Programm.

Worum geht es in „Als ANDROS kam …“?

Kurz zusammengefasst passiert das, was sich im vergangenen Roman bereits andeutete: ANDROS und seine kleinen, süßen Bestien erscheinen im Solsystem und sorgen für ein wenig Chaos.

Eine ausführliche Zusammenfassung findet ihr, wie immer, hier:

https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Als_ANDROS_kam_…

Wie hat mir „Als ANDROS kam …“ gefallen?

Alles in allem würde ich hier sagen „gut“. Der Roman war spannend, hatte ein paar nette Wendungen, wenn auch keine vollkommen überraschenden und war flüssig zu lesen. Mir hat besonders die Perspektive des kleinen Mädchens aus Frankfurt gefallen, welche Rüdiger wirklich glaubhaft und gut schilderte. Das war „nice“ wie mein Neffe sagen würde.

Es wurden auch einige Dinge zusammengefasst, die sich in den letzten Romanen gesammelt hatten und teilweise wurden sie auch etwas weiterentwickelt. Abgeschlossen wurde dagegen aber irgendwie nicht ganz so viel.

Was war nicht ganz so gelungen?

Damit wären wir auch gleich beim springenden Punkt. Der Roman fühlt sich nicht wie ein Staffelfinale an. Es wird wenig bis gar nichts abgeschlossen, der Roman zeigt sich wie der Rest der Staffel: grundsätzlich mit guten Ansätzen, aber irgendwie etwas „zerfahren“. Die ganze Allianz-Staffel war für mich zum Teil etwas zusammenhanglos und wirr. Dazu kamen – speziell über die letzten drei Romane – wirklich eklatante Logikfehler, die mich genervt haben. Aus meiner Sicht wird das Konstrukt durch NEO 190 zwar etwas, aber nicht wesentlich besser und es bleibt einfach sehr vieles offen und unklar.

Fazit:

Das oben beschriebene Szenario ergibt meines Erachtens allerdings auch eine Chance für die folgende Bestien-Staffel. Denn hier können die Autoren jetzt endlich – wie ja angekündigt – alle Fäden zusammenführen und den großen Block um die Allianz und das Creaversum komplett abschließen. Ich hoffe sehr, dass das gelingt und weniger holprig anmutet als die Allianz-Staffel, welche ich persönlich als die schwächste seit den Meistern der Sonne empfand…und die komischen Sitarakh haben mich damals dermaßen genervt…aber lassen wir das. 🙂

Ich glaube man hätte gut daran getan, in diesem Fall von der festgelegten Staffelgröße von zehn Romanen abzuweichen und eine große 19er Abschlussstaffel daraus zu machen. Das hätte zumindest die Erwatungen in NEO 190 nicht so hoch angesetzt. Meine Erwartungen konnten dadurch bedingt nämlich nur teilweise erfüllt werden.

Schwamm drüber, jetzt geht’s in die Bestien-Staffel und da wird alles viel besser, oder? 🙂

Rüdiger Schäfers Roman war einzeln betrachtet für mich ein sehr ordentlicher, für ein Staffelfinale fehlte mir aber ein bisschen was. Daher gibt es für „Als ANDROS kam …“ 6/10 Punkte.