Michelle Stern, Lucy Guth und „Der schreiende Stein“

Heute gibt es mal kein Video, dafür fehlt mir diese Woche schlicht die Zeit. Über den aktuellen NEO 211 der beiden Autorinnen Michelle Stern und Lucy Guth möchte ich aber trotzdem ein paar Worte verlieren.

Mit der ersten Zusammenarbeit der beiden und damit dem Debütroman von Lucy Guth – bürgerlich Tanja Bruske-Guth – hatte ich damals ja so meine Probleme. Das war dieses Mal anders, was vor allem daran lag, dass der Roman erfrischend „anders“ war. Dazu aber später mehr.

Der schreit so laut, dass „schreiende“ plötzlich groß geschrieben wird… 😉

Worum geht es in „Der schreiende Stein“?

Hui, das geht nicht ohne gleich zu spoilern:

Die Ausgangssituation ist ja bekannt: die FANTASY ist auf halbem Wege nach Lashat – wo Perry Rhodan gerettet werden soll – havariert und treibt hilflos nahe eines unbekannten Sonnensystems herum. Zu allem Übel ist mit Chefingenieur Metscho auch noch ein unfreiwilliger – und unerkannter – Agent Iratio Hondros und Saboteur an Bord.

Während die Reparaturen anlaufen – die überraschenderweise nicht so aussichtslos scheinen wie erst gedacht – wird die ganze Mannschaft plötzlich von schlimmer werdenden Alpträumen geplagt. Merkosh zieht sich in sein Vitron zurück und allen geht es nach und nach schlechter, weil sie keinen erholsamen Schlaf mehr bekommen. Einziger glücklicher Passagier: Ronald Tekener, der plötzlich alptraumfrei ist, statt wie bisher jede Nacht darunter zu leiden.

Es stellt sich heraus, dass die Alpträume von Impulsen ausgelöst werden, die von einem der drei Planeten des Systems ausgehen. Merkosh, der nach einiger Zeit dann doch mal wieder vorbeischaut, erklärt, dass dies ein Abwehrsystem des Compariats sei um Reisende vor den Gefahren des Weiterfluges zu schützen. Natürlich bohren Perry und Co. ein wenig weiter und bekommen heraus, dass das Kompariat großräumig von Dunkelleben befallen ist. Überraschung! 🙂

Natürlich begeben sich Rhodan, Merkosh, Tekener mit seiner unvermeidlichen Schwester Jessica sowie die Bull-Legacy (dieser Name nervt mich! Warum siehe unten…) Zwillinge auf eine Rettungsmission auf den Planeten. Laut Merkosh muss nur der „schreiende Stein“ zerstört werden um die Impulse zu unterbrechen. Das klappt nach einem alptraumhaften Dschungelspaziergang zwar, aber Sophie Bull-Legacy kommt dem Steinchen zu nahe und verliert – wortwörtlich – die Sprache. Sie entwickelt eine Aphasie und kann nicht mehr verbal kommunizieren.

Das Transitionstriebwerk ist unterdessen wieder einsatzbereit und auch wenn es für Rhodan mit großem Risiko verbunden ist, beschließt die Führungscrew den Sprung zu wagen. Es soll weiter Richtung Lashat gehen.

Wie hat mir „Der schreiende Stein“ gefallen?

Ich fand den Roman wie schon gesagt erfrischend anders. Ein Indiz für die Qualität ist in diesem Fall auch, dass ich ihn „am Stück“ weggelesen habe, was schon seit einigen NEOs nicht mehr der Fall war.

Ich persönlich finde, dass das Setting mit den Alpträumen, die alle sehr bildgewaltig geschildert werden, eine tolle Abwechslung war. Die Probleme der Mannschaft und die psychische Belastung sind nahezu greifabr für den Leser und man leidet ein Stück weit mit.

Mir ist bewusst, dass es bei einigen Lesern zu einem Aufschrei kommen wird (und zum Teil schon kam, wenn ich mir Facebook so ansehe), ich persönlich war aber absolut gefesselt und hatte großen Spaß an NEO 211. Die beiden Autorinnen haben hier ein tolles Mischwerk aus Rhodan-SF und ein wenig Horror abgeliefert, was trotz des ungewohnten Settings für mich total stimmig war.

Was war nicht ganz so gelungen?

Da gibt es nur wenig, was mir nicht gefallen hat. Eine Sache hat mich aber tatsächlich ein wenig genervt: „Bull-Legacy“!

Während bei allen anderen Protagonisten der Name in gewohnter Weise genutzt wurde (mal nur der Vorname, mal nur der Nachname, mal der volle Name), war bei den Zwillingen auffällig, dass sie fast immer mit vollem Namen genannt wurden. Den SInn habe ich nicht verstanden, aber das macht „Bull-Legacy“ vermutlich zum meistgelesenen Namen des Romans und ging mir an der einen oder anderen Stelle schon auf den Keks. Wenn gegen Ende des Romans im ersten Satz der volle Name einer Schwester steht, muss im zweiten Satz die andere nicht auch mit vollem Namen erwähnt werden. Zu dem Zeitpunkt hat man als Leser schon begriffen, dass die den gleichen Doppelnamen tragen. 😉

Das ist vielleicht etwas kleinlich, aber mich hat es im Lesefluss das eine oder andere Mal gestört.

Fazit:

Ein NEO, der so ganz anders war als so ziemlich alle 210 Stück zuvor, der mir ganz persönlich aber sehr viel Spaß gemacht hat. Mir ist bewusst, dass viele meine Meinung nicht teilen werden, aber so ist das halt mit dem Geschmack. 😉

Zum Staffelstart gibt Oliver Plaschka das Motto „Rettet Rhodan!“ aus

Neue Staffel, neues Raumschiff oder so. Auch hierzu gibt es das Gespoilere über YouTube. Die Beleuchtung ist dieses Mal irgendwie extas seltsam, was mir bei der Aufnahme aber nicht aufgefallen ist. Trotzdem viel Spaß 😉

Ich werde langsam noch zum waschechten YouTuber, das ist schon mein viertes Video…

BrühlCon 3 – ich war dabei!

Wie schon mehrmals versprochen, heute mein Youtube-Beitrag zum BrühlCon. Sogar mit Katze auf dem Schoß! Muahahahahaha! 😉

Der BrühlCon ist zwar schon ein paar Tage her, aber versprochen ist versprochen und dafür gibt es ein ziemlich lang gewordenes Video. Ich hoffe sehr, damit niemanden zu langweilen, aber ich hatte meinen Spaß beim Dreh, vor allem weil ich nochmal die vielen schönen Erinnerungen revue passieren lassen konnte.

Lange Rede, kurzer Sinn: hier ist das Video. Viel Spaß. 🙂

Erst beim Bearbeiten des Videos habe ich gemerkt, wie viel ich da eigentlich gequatscht habe…

Rüdiger Schäfer berichtet über den „Krieg in meinem Kopf“

Ich bleibe aktuell beim YouTube-Format. Habe da irgendwie meinen Spaß dran. Hier findet ihr, was ich zum Staffelfinale zu erzählen habe. DIeses Mal mit einer ausdrücklichen SPOILERWARNUNG! Ich fasse in dem Video die Handlung grob zusammen. Wer ihn also noch nicht gelesen hat, sollte vielleicht den mittleren Teil auslassen. 😉

Trotz mehr Licht bleibt der Bond-Bösewicht-Eindruck irgendwie erhalten. Naja, ich habe es versucht…

Rüdiger Schäfer und „Der Geminga-Zwischenfall“

Der „Abspann“ von „Der Schaltmeister von Rumal“ hat in mir die Hoffnung geweckt, dass tatsächlich mal wieder etwas abseits einer Kolonie passiert und dass Handlungsträger wie Perry Rhodan, Thora, Gucky und wie sie alle heißen mal wieder eine Rolle spielen dürfen. Das fehlte mir persönlich in den letzten NEOs ein wenig. Das Ende des Vorgängers und auch das Titelbild deuteten aber bereits deutlich darauf hin.

Ein wie ich finde grandioses Titelbild von Dirk Schulz!
© Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt

Worum geht es in „Der Geminga-Zwischenfall“?

Ohne große Spoiler: um eine wendungsreiche Auseinandersetzung zwischen dem großen Pro- und dem aktuellen Antagonisten. Das Ganze auf einer spannenden Bühne und in actiongeladener und nervenzerreißender Art und Weise.

Echte Spoiler wie immer hier:

https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Der_Geminga-Zwischenfall

Wie hat mir „Der Geminga-Zwischenfall“ gefallen?

Hervorragend! Meiner bescheidenen Meinung war das der bisherige Höhepunkt der aktuellen Staffel. Im Gegensatz zu einigen anderen NEO-Lesern war ich bis hierher noch nicht wirklich von der Handlung seit NEO 200 überzeugt und habe mich bei einigen wirklich etwas „durchgequält“. Nicht, dass die Einzelromane wirklich schlecht waren – mal abgesehen von einem vielleicht – aber der große Handlungsbogen hat mich noch nicht eingefangen gehabt. Das ändert sich so langsam, auch wenn ich Iratio Hondro wohl als Bösewicht nicht mehr liebgewinnen werde. Trotzdem muss ich anerkennen, dass er immer mehr Profil gewinnt, einen mysteriösen Hintergrund verpasst bekommen hat, dessen Auflösung mich nun langsam doch interessiert und der von allen beteiligten Autorinnen und Autoren bisher wirklich gut charakterisiert wurde.

Der Geminga-Zwischenfall als Einzelroman war ein wahrer Lesegenuss für mich. Ich habe schon lange keinen NEO mehr in so kurzer Zeit und so gierig „weggelesen“ wie diesen, da die Spannung wirklich grandios war. Mit der einen oder anderen Wendung habe ich nicht gerechnet und genau das macht dann richtig Spaß. Am Ende wird es dramatisch und ich habe ernsthaft mitgefiebert, ob nicht der eine oder andere große Name über die Klinge springt. Ob das der Fall war, verrate ich an dieser Stelle natürlich nicht.

Alles in allem ein rundum gelungener, an einem perfekten NEO kratzender Roman. Lieber Rüdiger, vielen Dank für die spannenden Lesestunden! J

Was war nicht ganz so gelungen?

Mir fällt dieses Mal beim besten Willen nichts ein…nicht mal am ollen Hondro kann ich rummosern. 😉

Fazit:

Kurz und knapp: bisher der beste NEO der Staffel und nah an Perfektion, daher 9,5 von 10 Punkten für „Der Geminga-Zwischenfall“.

Rainer Schorm und „Der Schaltmeister von Rumal“

Nächster NEO, nächste Kolonie. Das scheint aktuell das Schema bei NEO zu sein. Nach einer grandiosen Vorstellung von Olymp und einer – meiner Meinung nach – stellenweise etwas schwächeren von Plophos, lernen wir nun also Rumal kennen. Mal schauen ob das „Kolonienhopping“ mir dieses Mal besser liegt. Außerdem sind weitere „Unsterblichen-Sprösslinge“ angekündigt, man darf gespannt sein.

Normalerweise sieht man hier ein selbst geschossenes Foto des Covers…das habe ich dieses Mal vergessen, also ist das da oben ausnahmsweise © Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt 🙂

Worum geht es in „Der Schaltmeister von Rumal“?

Ganz grob darum, dass etwas faul ist im Staate Rumal. Es ereignen sich mehrere, teilweise sehr seltsame Vorfälle in relativ kurzer Zeit, die örtlichen Behörden sind überfordert und NATHAN schickt Unterstützung zu der von ihm persönlich geförderten Kolonie. Das diese Unterstützung keine gewöhnlichen Soldaten oder Techniker beinhaltet dürfte dabei jedem klar sein. Wir lernen Rumal als weitere terranische Kolonialwelt kennen und erfahren außerdem viel über deren politische Situation. Das Ganze im inzwischen bereits bekannten Krimi- bzw. Thrillergewand.

Achtung Kleiner Spoiler: es gibt einen kleineren Zeitsprung von etwa einem halben Jahr. Größere Spoiler gibt es (wenn die Perrypedia wieder online ist) wie immer hier:

https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Der_Schaltmeister_von_Rumal

Wie hat mir „Der Schaltmeister von Rumal“ gefallen?

Kurz: Überraschend gut, nachdem ich „Startschwierigkeiten“ hatte. Die Schwachstellen des Vorgängers konnte ich hier nicht feststellen, Rumal erschien mir fast plastisch vor dem geistigen Auge und ich hatte manchmal das Gefühl, dass ich den Staub der Wüste in der Nase spüre. Spaß beiseite, die Schilderung von Rumal als Kolonie hat mir wirklich ausgezeichnet gefallen. Ich fand auch die Charaktere des Schaltmeisters und des ermittelnden Polizisten gelungen und habe beiden ihre Nöte abgekauft. Die Story war ab etwa der Mitte des Romans flüssig und spannend geschrieben und ich konnte ihn ab diesem Punkt kaum noch aus der Hand legen.

Was war nicht ganz so gelungen?

Aus meiner Sicht: die erste Hälfte des Romans. Vielleicht auch, weil es gefühlt das vierte Mal in Folge nach Agenten-Krimi-Thriller „geschmeckt“ hat. Meine erste Zwischenbilanz so etwa auf Seite 60 war „Boah…nicht schon wieder!“ und ich schob dann auch eine Pause ein. Nachdem ich aber Seite 80 passiert hatte, war der Eindruck schnell vergessen. Auch bei den beiden Bull-Abkömmlingen hatte ich dieses „Nicht schon wieder“-Gefühl. Schließlich waren wieder die (vermeintlichen) Hauptpersonen des Romans die Kinder eines Zellaktivatorträgers. Ja, Reg hat inzwischen einen ZA…habe nur ich das verpasst oder war das eine neue Info? Bisher ging ich noch von „Zelldusche läuft bald ab“ aus. Wahrscheinlich ein weiterer Winterschlaf-ZA…naja okay, macht ja irgendwie auch Sinn. Auf jeden Fall hatte ich im ersten Moment eigentlich keine große Lust auf weitere Kinder von alten Bekannten. Letztlich war deren Rolle aber eher klein, von daher hat sich meine Befürchtung nicht bestätigt.

Fazit:

Tja, nicht so einfach. Der erste Teil zog sich für mich persönlich, wahrscheinlich aufgrund meiner eigenen Erwartungen, ein bisschen wie Kaugummi. Der zweite Teil ging dann aber flott zur Sache und hat Spaß gemacht. Insgesamt trotz aller Startschwierigkeiten ein guter NEO.

Daher vergebe ich hier 7,5 von 10 Punkten.

Oliver Plaschka stellt uns Ronald „Tekener“ vor!

Bekannte Namen aus der Erstauflage führen bei mir stets zu großer Freude – in diesem Fall zu großer Vorfreude. Ronald Tekener, in der EA bekanntlich seit einiger Zeit dahingemeuchelt, wird bei NEO also eingeführt. Obwohl der EA-Tekener nie so völlig mein Fall war, blieb doch die Spannung, was hier mit ihm passiert. Immerhin ist er eine der ganz großen Figuren und im Paralleluniversum auch ein Zellaktivatorträger der weit über tausend Bände die Handlung mitgeprägt hat. Speziell die großen Tekener-Fans – teilweise aus der EA ausgestiegen dank seines Dahinscheidens – sollten vielleicht dann doch mal einen Blick in NEO werfen, oder? 😉

Ronald Tekener – Über das Cover gab es zuvor geteilte Meinungen, ich persönlich finde es gut getroffen.

Worum geht es in „Tekener“?

Na…dreimal dürft ihr raten… 😉

Spaß beiseite, der gute Ronald ist ja – aus den vorherigen NEOs bekannt – in der Hand von Iratio Hondro. Das findet sein Schwesterherz natürlich weniger erquickend und sucht verzweifelt nach jeder Spur. Unterstützung bekommt sie von den Rhodan-Bengeln, welche inzwischen zugegeben ziemlich erwachsen sind. Die haben aber als Agenten der Abteilung III eigentlich ein anderes Ziel, nämlich Hondro selbst. Ganz nebenbei erfahren wir auch noch ein bisschen was zur Familiengeschichte der Tekeners. Genauere Inhaltsangabe gibt’s wie immer hier:

https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Tekener_(PR_Neo-Roman)

Wie hat mir „Tekener“ gefallen?

Wie schon der Vorgänger von Ruben Wickenhäuser, bekommen wir auch hier als Leser eine Art SF-Agententhriller mit einigem Tempo, Action und durchaus kurzweiliger Story geboten. Ronald Tekener fand ich persönlich schön charakterisiert und er bekam eine gute Einführung in NEO, auch – oder vielleicht auch grade weil – er in vielen Bereichen so ganz anders daherkommt als der Tek aus der EA. Trotzdem erkennt man ihn in bestimmten Situationen schon wieder. Die Teile, die direkt Ronald Tekener gezeigt haben, haben mir viel Freude gemacht. Was mir hier auch ganz gut gefallen hat war die Schilderung von Iratio Hondro. Der finstere Geselle hat irgendwie mehr Substanz bekommen und entwickelt sich zu einem Bösewicht, den ich auch charakterlich ernstnehmen kann (von seinen Fähigkeiten ist er ohnehin ernstzunehmen)…

Was war nicht ganz so gelungen?

…aber leider fand ich den Rest der Story recht wenig packend. Jessica Tekener geht mir ehrlicherweise gehörig auf den Zeiger. So eine uneinsichtige Zicke. Aber auch Farouq Rhodan ist kaum besser. Was mir hier nicht ganz so gut gefallen hat war außerdem die Schilderung von Plophos. Sicherlich gab es von Oliver Plaschka einen Gesamteindruck von New Taylor und ein bisschen was an Zusatzinfos über Flora und Fauna, allerdings war das für meinen Geschmack atmosphärisch ein Level unter dem was Ruben zwei Wochen vorher abgeliefert hat. Während Olymp mir Gänsehaut bereitete, weil es so realistisch erschien, ist Plophos irgendwie…austauschbar. Das fand ich schade, aber vielleicht ist das ja nur mir so gegangen.

Fazit:

„Tekener“ war für mich leider nicht der erhoffte Roman mit Knalleffekt, aber auch bei Leibe kein schlechter NEO. Die eine oder andere Feinheit fehlte mir schon, speziell in der Beschreibung von Plophos, aber ich würde den Roman ganz subjektiv in die gehobene NEO-Mittelklasse einordnen. Vielleicht hat der Titel auch einfach meine Erwartungen zu hoch getrieben. 😉

Daher vergebe ich hier 6,5 von 10 Punkten.

Ruben Wickenhäuser ermittelt in Sachen „Geminga-Morde“

Ich hatte mich im Vorfeld wirklich auf diesen Roman gefreut, ich mag einfach den Stil von Ruben Wickenhäuser. Auch nach der Lektüre muss ich sagen, dass Ruben als Autor einen tollen Job gemacht hat. Sein vierter Beitrag zu NEO hat mir viel Spaß gemacht.

Das Titelbild passt atmosphärisch perfekt zum Roman!

Worum geht es in „Die Geminga-Morde“?

Im Großen und Ganzen um die Jagd nach Iratio Hondro durch die Rhodan-Bengels. Jessica Tekener – die Frau mit dem berühmten Nachnamen – spielt ebenfalls eine Rolle. Das Ding spitzt sich nach hinten natürlich zu und…ach lest selber wenn ihr Spoiler wollt 🙂 :

https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Die_Geminga-Morde

Wie hat mir „Die Geminga-Morde“ gefallen?

Atmosphärisch fand ich diesen Roman einfach großartig. Ruben Wickenhäuser versteht es auch in seinem vierten NEO eine dichte und sehr detailliert ausgeschmückte Welt zu erschaffen. Olymp war als Leser fast schon haptisch spürbar – ganz großes Kino. Inhaltlich war es durchaus spannend, hatte eine interessante Nebenfigur und war stimmig. Insgesamt machte die Story mir den Eindruck eines gut gemachten Agententhrillers mit SF-Anstrich, hat mir gefallen. Hatte natürlich irgendwie auch etwas von den alten Planetenromanen. 🙂

Was war nicht ganz so gelungen?

Ich habe nicht viel zu meckern, das einzige, was ich am Ende sagen muss ist: der Schluss war eigentlich absehbar und ich habe nicht wirklich etwas anderes erwartet. Fast jeder andere Ausgang hätte mich überrascht, daher fand ich persönlich die Story etwas zu vorhersehbar. Abgesehen davon empfinde ich die Figur der Jessica Tekener aktuell noch als etwas wechselhaft und unausgereift. Das mag aber daran liegen, dass wir noch nicht so wirklich viele Hintergründe kennen. Sie ist interessant, aber überzeugt mich noch nicht wirklich.

Fazit:

Ein toll geschriebener NEO mit dichter und packender Atmosphäre. Mir fehlte ein wenig der Überraschungseffekt, aber trotzdem hat NEO 202 mir viel Spaß beim Lesen gemacht. Ich hoffe nun natürlich in NEO 203 „Tekener“ auf den ganz großen Knaller, wenn der „echte“ Tekener – nicht seine Schwester – wirklich die NEO-Bühne betritt.

Hondro mag ich noch immer nicht, allerdings hat er dieses Mal nicht so penetrant genervt wie in NEO 201 😉

Ich war sehr gut unterhalten, hatte Spaß beim Lesen und mag nicht zu viel mosern. Daher vergebe ich hier sehr gute 8 von 10 Punkten. 🙂

Michelle Stern und Lucy Guth sind auf der „Mission auf Mimas“

Neue Epoche, neue Staffel, neue Autorin. Passt, also gespannt ran ans Werk. Mission auf Mimas klang als Titel erstmal nach einem geheimen Einsatz auf dem Saturn-Mond. Im Nachhinein finde ich den Titel irgendwie unpassend, aber dazu später mehr.

Das Titelbild vermittelt einen netten Eindruck des Medomondes Mimas

Worum geht es in „Mission auf Mimas“?

Wie der Titel verrät, spielt ein Großteil der Handlung auf Mimas, wo – wie in der Erstauflage – ein großer medizinischer Komplex entstanden ist. Der im Vorgänger gefangengenommene Iratio Hondro liegt da paralysiert herum und wird unerlaubterweise einfach wach. Dann bricht natürlich das eine oder andere Chaos aus, aber dazu lest ihr hier mehr:

https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Mission_auf_Mimas

Wie hat mir „Mission auf Mimas“ gefallen?

Wenn ich ganz ehrlich bin nicht ganz so gut. Ich hatte etwas zu kämpfen, fand den Einstieg recht zäh und das Thema, welches den Roman wie ein roter Faden durchzieht, ist auch nicht so ganz meins. Das bedeutet nicht, dass NEO 201 schlecht geschrieben oder total verrockt ist, aber ich hatte ganz persönlich so meine Mühe.

Was mir gefallen hat, war vor allem, dass es weitere Hintergrundinformationen zu den Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte gab. Drei Träger der ominösen Winterschlaf-Zellaktivatoren wurden kundgetan, die Entwicklung der terranischen Mutanten wird in eine neue (alte) Richtung gelenkt und es werden biografische Daten zu einem gewissen Iratio Hondro offenbart. Das war neben der Haupthandlung schön eingeflochten.

Was war nicht ganz so gelungen?

Fangen wir beim Titel an: der erschließt sich mir nicht ganz, wer hat denn da auf Mimas eine „Mission“? Aus meiner Sicht wäre „Jagd“ oder „Chaos“, von mir aus auch „Alarm“ oder „Flucht von Mimas“ passend gewesen, aber sei es drum.

Wichtiger ist – und an dieser Stelle folgen kleine SPOILER – dass das Thema der geistigen Beeinflussung mich nur bedingt fesseln kann, das war in der EA auch schon seit jeher so. Overhead, Suggestoren, Hypnos und auch die ollen Cappins waren mir immer suspekt. Das Ganze wurde zwar von den beiden Autorinnen ordentlich geschildert, trotzdem hat es mich nicht so ganz mitgenommen. Die ungeheure Macht, die Hondro scheinbar besitzt, erscheint mir im ersten Moment etwas „too much“. Ich bin gespannt, was sich daraus noch entwickelt und wie diese Verdunklung erklärt wird, aber die Gabe an sich gefällt mir wenig. Trotz alledem glaube ich, dass aus Hondro ein interessanter Antagonist werden kann, wenn es gelingt, seine Fähigkeiten nicht zu sehr ausufern zu lassen. Wobei ich das eben hier schon fast zu viel fand.

Fazit:

Thematisch nicht ganz meins, „handwerklich“ gut geschrieben und trotz aller Kritik ein ordentlicher Einstieg für Lucy Guth. Ich hoffe sie bekommt die Chance ihr Können in thematisch anders ausgerichteten NEOs erneut unter Beweis stellen zu können.

Aufgrund der oben beschriebenen persönlichen Abneigung gegen das Hauptthema und die aus meiner Sicht übertriebene Darstellung Hondros gibt es von mir heute nur 4,5 von 10 Punkten. Aber wie gesagt habe ich große Hoffnung, dass daraus etwas wachsen kann, was mir auch wieder mehr Spaß bereitet. 😉

Die Expokraten schicken NEO in eine neue Epoche und wir treffen den „Mann aus Glas“

Lange haben wir darauf gewartet und hingefiebert: nach dem großen Jubiläum der Erstauflage feierte nun auf NEO einen runden, großen Band. Perry Rhodan NEO mit der Nummer 200 lag ab dem 17. Mai 2019 im Handel und ich konnte mich dank Abo sogar schon am 16. Mai darüber freuen. Als Abonnent gab es sogar ein wirklich schönes Gimmick oben drauf, nämlich eine wunderschöne Sternenkarte mit einer Übersicht der bekannten Milchstraßensysteme und Planeten sowie der neuen, terranischen Kolonien.

Wunderschöne Sternenkarte zur NEOversum-Milchstraße und der „lokalen Blase“

Nun geht es also in eine neue Epoche, nachdem ANDROS besiegt wurde und – Überraschung – Perry entgegen der Prophezeiung von ES überleben durfte 😉

Worum geht es in „Mann aus Glas“?

Wie das mit einem Staffelstart so ist, gäbe es hier so einige Dinge aufzuzählen. Nach einem Zeitsprung sowie dem Start einer ganz neuen Epoche natürlich nochmal umso mehr. Vielleiht nur die wichtigsten Eckpunkte: unser Unsterblicher hat ein schickes neues Flaggschiff bzw. Protektorenschiff mit einem aus der Erstauflage recht bekannten Namen. Eine wichtige Rolle spielen Perrys Sohnemänner, die inzwischen natürlich erwachsen sind, ein gewisser „Mann aus Glas“, der ebenfalls aus der EA bekannt ist, hier aber ganz neu interpretiert wird, der Kaiser von Olymp hat seinen ersten Auftritt und auch andere bekannte Namen treten erstmals in Erscheinung. Wer es genauer wissen möchte liest wie immer hier nach:

https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Mann_aus_Glas

Wie hat mir „Mann aus Glas“ gefallen?

Der Epochenstart ist meines Erachtens gut gelungen. Es war vielleicht kein riesiges Feuerwerk und ging relativ gemächlich los, aber das war nach dem furiosen Staffelende auch eine gute Entscheidung. Der Leser wird langsam in die neuen Gegebenheiten des Jahres 2088 eingeführt. Wichtige Entwicklungen werden geschildert, wichtige Personen (neu) vorgestellt, denn die vergangenen Jahrzehnte haben natürlich auch mit den bekannten Handlungsträgern etwas gemacht. Ein paar Dinge werden (noch) nicht aufgeklärt, wie zum Beispiel (ACHTUNG SPOILER) die Abwesenheit von Team Leyden, welche nicht weiter erwähnt werden. Ein paar neue Fragen werden aufgeworfen, wie zum Beispiel „Wo kommen diese liduurischen Zellaktivatoren her, bei denen man in den Winterschlaf gehen muss und wer hat sie bekommen?“. Was ich sehr schön fand, war die immer wieder eingestreute Erwähnung alter, nicht unsterblicher Charaktere und was aus ihnen geworden ist. Der Eine genießt seinen Ruhestand, der Nächste hat in hohem Alter eine neue Funktion übernommen etc. Da geht dem NEO-Leser das Herz auf. Wie gesagt, der Start in die neue Epoche ist gelungen und nun kann es richtig losgehen. Voller Vorfreude harre ich der kommenden NEOs von denen mit Nummer 201 der erste heute im Briefkasten liegen sollte…durch meinen Fuerteventura-Urlaub bin ich mit dieser Besprechung total in Verzug… 🙂

Was war nicht ganz so gelungen?

Ganz ehrlich gesagt möchte ich hier überhaupt nicht rummeckern. Es gab für mich wenige, bis gar keine größeren Kritikpunkte. NEO 200 war ein grundsolider Epochenstart und ich warte jetzt die Entwicklung gespannt ab, bevor ich anfange zu mosern. 😉

Fazit:

Das große Jubiläum hat mir wirklich gut gefallen. Natürlich war es kein Feuerwerk wie NEO 199. Das war aber auch weder zu erwarten, noch zu wünschen. Stattdessen wurden wir sanft in die neue Zeit eingeführt, einige alte Charaktere wurden liebevoll in den Ruhestand verabschiedet und ein paar neue hatten ihren Auftritt. Mir hat das viel Spaß gemacht und ich freue mich auf mehr.  

Für einen gelungenen und grundsoliden Epochenstart gibt es von mir 7 von 10 Punkten.