Für Arno Endler ist die „Letzte Hoffnung Mimas“

Arno Endlers Beiträge zu Perry Rhodan NEO hatten mich bisher noch nicht so vom Sockel gehauen. Dieses Mal war das – bis auf ein paar kleinere Schönheitsfehler – anders!

Das Titelbild gefiel mir ausnahmsweise so gar nicht – normalerweise liebe ich die Bilder von Dirk Schulz. Irgendwie entspricht Sud nicht ansatzweise meiner Vorstellung…aber so ist das manchmal. 🙂

Worum geht es in „Letzte Hoffnung Mimas“?

Unser aller Perry klappt nach einer Transition einfach zusammen und zeigt seltsame Symptome. Die Ärzte sind ratlos und schaffen ihn nach Mimas, wo aber aufgrund anderer Umstände grade Chaos herrscht. Da ist guter Rat teuer, bzw. die passende Therapie schwierig. Wer es nicht abwarten kann ohne den Roman selbst zu lesen erfährt hier mehr:

https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Letzte_Hoffnung_Mimas

Wie hat mir „Letzte Hoffnung Mimas“ gefallen?

Der Roman schließt für mich qualitativ an den hervorragenden 205er NEO von Rüdiger Schäfer an. Hochspannender, Medizin-Thriller mit Wendungen, Irrungen und Wirrungen. Neue Informationen, ein kleiner Cliffhanger am Ende und wirklich tollen Charakteren mitsamt ihren Geschichten. Mir haben hier vor allem die „kleinen Charaktere“ Spaß gemacht, welche eine Rolle abseits des ganz großen Geschehens hatten, wie der Imarter Segue, der wie ein Verrückter für seine Kolonialbrüder kämpft und in Gewissenskonflikte gebracht wird. Wirklich toll beschrieben. Auch Der Chefarzt der CREST II, Dr. Drogan Steflov, hat einiges an Profil gewonnen und ist ein spannender Protagonist geworden.

Insgesamt also wirklich großer Lesespaß und dank des Cliffhangers große Vorfreude auf NEO 207!

Was war nicht ganz so gelungen?

Zwei Dinge: Ferronen schwitzen nicht, sie spucken! Also können sie auch schwerlich nach Schweiß riechen…das hat die Pilotin der ALEXANDER FLEMING aber in diesem Roman gleich zweimal hinbekommen. 😉

Schlimmer fand ich persönlich den Namen des Chefarztes. Das hat mich wirklich genervt, weil ich zwischendurch schon dachte ich bin selber vielleicht zu blöd es mir korrekt zu merken: der Gute heißt Drogan, nicht Dragon, oder? Aber egal wie, es wurde ständig im Wechsel verwendet. Das hat den Lesefluss bei mir echt gestört und ist etwas, das eigentlich hätte auffallen müssen. Wenn es einmal passiert…okay. Zweimal…naja, Schwamm drüber. Aber ein Wechsel bei fast jeder Erwähnung des Vornamens? Das ist nicht so angenehm zu lesen.

Fazit:

Bis auf die formalen Fehler war das ein toller Medizin-SF-Thriller und der beste NEO, den ich bisher aus der Feder von Arno Endler gelesen habe. Danke für die tolle Unterhaltung! 🙂

Ich gebe dafür 8,5 von 10 Punkten. 🙂

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Rüdiger Schäfer und „Der Geminga-Zwischenfall“

Der „Abspann“ von „Der Schaltmeister von Rumal“ hat in mir die Hoffnung geweckt, dass tatsächlich mal wieder etwas abseits einer Kolonie passiert und dass Handlungsträger wie Perry Rhodan, Thora, Gucky und wie sie alle heißen mal wieder eine Rolle spielen dürfen. Das fehlte mir persönlich in den letzten NEOs ein wenig. Das Ende des Vorgängers und auch das Titelbild deuteten aber bereits deutlich darauf hin.

Ein wie ich finde grandioses Titelbild von Dirk Schulz!
© Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt

Worum geht es in „Der Geminga-Zwischenfall“?

Ohne große Spoiler: um eine wendungsreiche Auseinandersetzung zwischen dem großen Pro- und dem aktuellen Antagonisten. Das Ganze auf einer spannenden Bühne und in actiongeladener und nervenzerreißender Art und Weise.

Echte Spoiler wie immer hier:

https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Der_Geminga-Zwischenfall

Wie hat mir „Der Geminga-Zwischenfall“ gefallen?

Hervorragend! Meiner bescheidenen Meinung war das der bisherige Höhepunkt der aktuellen Staffel. Im Gegensatz zu einigen anderen NEO-Lesern war ich bis hierher noch nicht wirklich von der Handlung seit NEO 200 überzeugt und habe mich bei einigen wirklich etwas „durchgequält“. Nicht, dass die Einzelromane wirklich schlecht waren – mal abgesehen von einem vielleicht – aber der große Handlungsbogen hat mich noch nicht eingefangen gehabt. Das ändert sich so langsam, auch wenn ich Iratio Hondro wohl als Bösewicht nicht mehr liebgewinnen werde. Trotzdem muss ich anerkennen, dass er immer mehr Profil gewinnt, einen mysteriösen Hintergrund verpasst bekommen hat, dessen Auflösung mich nun langsam doch interessiert und der von allen beteiligten Autorinnen und Autoren bisher wirklich gut charakterisiert wurde.

Der Geminga-Zwischenfall als Einzelroman war ein wahrer Lesegenuss für mich. Ich habe schon lange keinen NEO mehr in so kurzer Zeit und so gierig „weggelesen“ wie diesen, da die Spannung wirklich grandios war. Mit der einen oder anderen Wendung habe ich nicht gerechnet und genau das macht dann richtig Spaß. Am Ende wird es dramatisch und ich habe ernsthaft mitgefiebert, ob nicht der eine oder andere große Name über die Klinge springt. Ob das der Fall war, verrate ich an dieser Stelle natürlich nicht.

Alles in allem ein rundum gelungener, an einem perfekten NEO kratzender Roman. Lieber Rüdiger, vielen Dank für die spannenden Lesestunden! J

Was war nicht ganz so gelungen?

Mir fällt dieses Mal beim besten Willen nichts ein…nicht mal am ollen Hondro kann ich rummosern. 😉

Fazit:

Kurz und knapp: bisher der beste NEO der Staffel und nah an Perfektion, daher 9,5 von 10 Punkten für „Der Geminga-Zwischenfall“.

Rainer Schorm und „Der Schaltmeister von Rumal“

Nächster NEO, nächste Kolonie. Das scheint aktuell das Schema bei NEO zu sein. Nach einer grandiosen Vorstellung von Olymp und einer – meiner Meinung nach – stellenweise etwas schwächeren von Plophos, lernen wir nun also Rumal kennen. Mal schauen ob das „Kolonienhopping“ mir dieses Mal besser liegt. Außerdem sind weitere „Unsterblichen-Sprösslinge“ angekündigt, man darf gespannt sein.

Normalerweise sieht man hier ein selbst geschossenes Foto des Covers…das habe ich dieses Mal vergessen, also ist das da oben ausnahmsweise © Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt 🙂

Worum geht es in „Der Schaltmeister von Rumal“?

Ganz grob darum, dass etwas faul ist im Staate Rumal. Es ereignen sich mehrere, teilweise sehr seltsame Vorfälle in relativ kurzer Zeit, die örtlichen Behörden sind überfordert und NATHAN schickt Unterstützung zu der von ihm persönlich geförderten Kolonie. Das diese Unterstützung keine gewöhnlichen Soldaten oder Techniker beinhaltet dürfte dabei jedem klar sein. Wir lernen Rumal als weitere terranische Kolonialwelt kennen und erfahren außerdem viel über deren politische Situation. Das Ganze im inzwischen bereits bekannten Krimi- bzw. Thrillergewand.

Achtung Kleiner Spoiler: es gibt einen kleineren Zeitsprung von etwa einem halben Jahr. Größere Spoiler gibt es (wenn die Perrypedia wieder online ist) wie immer hier:

https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Der_Schaltmeister_von_Rumal

Wie hat mir „Der Schaltmeister von Rumal“ gefallen?

Kurz: Überraschend gut, nachdem ich „Startschwierigkeiten“ hatte. Die Schwachstellen des Vorgängers konnte ich hier nicht feststellen, Rumal erschien mir fast plastisch vor dem geistigen Auge und ich hatte manchmal das Gefühl, dass ich den Staub der Wüste in der Nase spüre. Spaß beiseite, die Schilderung von Rumal als Kolonie hat mir wirklich ausgezeichnet gefallen. Ich fand auch die Charaktere des Schaltmeisters und des ermittelnden Polizisten gelungen und habe beiden ihre Nöte abgekauft. Die Story war ab etwa der Mitte des Romans flüssig und spannend geschrieben und ich konnte ihn ab diesem Punkt kaum noch aus der Hand legen.

Was war nicht ganz so gelungen?

Aus meiner Sicht: die erste Hälfte des Romans. Vielleicht auch, weil es gefühlt das vierte Mal in Folge nach Agenten-Krimi-Thriller „geschmeckt“ hat. Meine erste Zwischenbilanz so etwa auf Seite 60 war „Boah…nicht schon wieder!“ und ich schob dann auch eine Pause ein. Nachdem ich aber Seite 80 passiert hatte, war der Eindruck schnell vergessen. Auch bei den beiden Bull-Abkömmlingen hatte ich dieses „Nicht schon wieder“-Gefühl. Schließlich waren wieder die (vermeintlichen) Hauptpersonen des Romans die Kinder eines Zellaktivatorträgers. Ja, Reg hat inzwischen einen ZA…habe nur ich das verpasst oder war das eine neue Info? Bisher ging ich noch von „Zelldusche läuft bald ab“ aus. Wahrscheinlich ein weiterer Winterschlaf-ZA…naja okay, macht ja irgendwie auch Sinn. Auf jeden Fall hatte ich im ersten Moment eigentlich keine große Lust auf weitere Kinder von alten Bekannten. Letztlich war deren Rolle aber eher klein, von daher hat sich meine Befürchtung nicht bestätigt.

Fazit:

Tja, nicht so einfach. Der erste Teil zog sich für mich persönlich, wahrscheinlich aufgrund meiner eigenen Erwartungen, ein bisschen wie Kaugummi. Der zweite Teil ging dann aber flott zur Sache und hat Spaß gemacht. Insgesamt trotz aller Startschwierigkeiten ein guter NEO.

Daher vergebe ich hier 7,5 von 10 Punkten.

Oliver Plaschka stellt uns Ronald „Tekener“ vor!

Bekannte Namen aus der Erstauflage führen bei mir stets zu großer Freude – in diesem Fall zu großer Vorfreude. Ronald Tekener, in der EA bekanntlich seit einiger Zeit dahingemeuchelt, wird bei NEO also eingeführt. Obwohl der EA-Tekener nie so völlig mein Fall war, blieb doch die Spannung, was hier mit ihm passiert. Immerhin ist er eine der ganz großen Figuren und im Paralleluniversum auch ein Zellaktivatorträger der weit über tausend Bände die Handlung mitgeprägt hat. Speziell die großen Tekener-Fans – teilweise aus der EA ausgestiegen dank seines Dahinscheidens – sollten vielleicht dann doch mal einen Blick in NEO werfen, oder? 😉

Ronald Tekener – Über das Cover gab es zuvor geteilte Meinungen, ich persönlich finde es gut getroffen.

Worum geht es in „Tekener“?

Na…dreimal dürft ihr raten… 😉

Spaß beiseite, der gute Ronald ist ja – aus den vorherigen NEOs bekannt – in der Hand von Iratio Hondro. Das findet sein Schwesterherz natürlich weniger erquickend und sucht verzweifelt nach jeder Spur. Unterstützung bekommt sie von den Rhodan-Bengeln, welche inzwischen zugegeben ziemlich erwachsen sind. Die haben aber als Agenten der Abteilung III eigentlich ein anderes Ziel, nämlich Hondro selbst. Ganz nebenbei erfahren wir auch noch ein bisschen was zur Familiengeschichte der Tekeners. Genauere Inhaltsangabe gibt’s wie immer hier:

https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Tekener_(PR_Neo-Roman)

Wie hat mir „Tekener“ gefallen?

Wie schon der Vorgänger von Ruben Wickenhäuser, bekommen wir auch hier als Leser eine Art SF-Agententhriller mit einigem Tempo, Action und durchaus kurzweiliger Story geboten. Ronald Tekener fand ich persönlich schön charakterisiert und er bekam eine gute Einführung in NEO, auch – oder vielleicht auch grade weil – er in vielen Bereichen so ganz anders daherkommt als der Tek aus der EA. Trotzdem erkennt man ihn in bestimmten Situationen schon wieder. Die Teile, die direkt Ronald Tekener gezeigt haben, haben mir viel Freude gemacht. Was mir hier auch ganz gut gefallen hat war die Schilderung von Iratio Hondro. Der finstere Geselle hat irgendwie mehr Substanz bekommen und entwickelt sich zu einem Bösewicht, den ich auch charakterlich ernstnehmen kann (von seinen Fähigkeiten ist er ohnehin ernstzunehmen)…

Was war nicht ganz so gelungen?

…aber leider fand ich den Rest der Story recht wenig packend. Jessica Tekener geht mir ehrlicherweise gehörig auf den Zeiger. So eine uneinsichtige Zicke. Aber auch Farouq Rhodan ist kaum besser. Was mir hier nicht ganz so gut gefallen hat war außerdem die Schilderung von Plophos. Sicherlich gab es von Oliver Plaschka einen Gesamteindruck von New Taylor und ein bisschen was an Zusatzinfos über Flora und Fauna, allerdings war das für meinen Geschmack atmosphärisch ein Level unter dem was Ruben zwei Wochen vorher abgeliefert hat. Während Olymp mir Gänsehaut bereitete, weil es so realistisch erschien, ist Plophos irgendwie…austauschbar. Das fand ich schade, aber vielleicht ist das ja nur mir so gegangen.

Fazit:

„Tekener“ war für mich leider nicht der erhoffte Roman mit Knalleffekt, aber auch bei Leibe kein schlechter NEO. Die eine oder andere Feinheit fehlte mir schon, speziell in der Beschreibung von Plophos, aber ich würde den Roman ganz subjektiv in die gehobene NEO-Mittelklasse einordnen. Vielleicht hat der Titel auch einfach meine Erwartungen zu hoch getrieben. 😉

Daher vergebe ich hier 6,5 von 10 Punkten.

Ruben Wickenhäuser ermittelt in Sachen „Geminga-Morde“

Ich hatte mich im Vorfeld wirklich auf diesen Roman gefreut, ich mag einfach den Stil von Ruben Wickenhäuser. Auch nach der Lektüre muss ich sagen, dass Ruben als Autor einen tollen Job gemacht hat. Sein vierter Beitrag zu NEO hat mir viel Spaß gemacht.

Das Titelbild passt atmosphärisch perfekt zum Roman!

Worum geht es in „Die Geminga-Morde“?

Im Großen und Ganzen um die Jagd nach Iratio Hondro durch die Rhodan-Bengels. Jessica Tekener – die Frau mit dem berühmten Nachnamen – spielt ebenfalls eine Rolle. Das Ding spitzt sich nach hinten natürlich zu und…ach lest selber wenn ihr Spoiler wollt 🙂 :

https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Die_Geminga-Morde

Wie hat mir „Die Geminga-Morde“ gefallen?

Atmosphärisch fand ich diesen Roman einfach großartig. Ruben Wickenhäuser versteht es auch in seinem vierten NEO eine dichte und sehr detailliert ausgeschmückte Welt zu erschaffen. Olymp war als Leser fast schon haptisch spürbar – ganz großes Kino. Inhaltlich war es durchaus spannend, hatte eine interessante Nebenfigur und war stimmig. Insgesamt machte die Story mir den Eindruck eines gut gemachten Agententhrillers mit SF-Anstrich, hat mir gefallen. Hatte natürlich irgendwie auch etwas von den alten Planetenromanen. 🙂

Was war nicht ganz so gelungen?

Ich habe nicht viel zu meckern, das einzige, was ich am Ende sagen muss ist: der Schluss war eigentlich absehbar und ich habe nicht wirklich etwas anderes erwartet. Fast jeder andere Ausgang hätte mich überrascht, daher fand ich persönlich die Story etwas zu vorhersehbar. Abgesehen davon empfinde ich die Figur der Jessica Tekener aktuell noch als etwas wechselhaft und unausgereift. Das mag aber daran liegen, dass wir noch nicht so wirklich viele Hintergründe kennen. Sie ist interessant, aber überzeugt mich noch nicht wirklich.

Fazit:

Ein toll geschriebener NEO mit dichter und packender Atmosphäre. Mir fehlte ein wenig der Überraschungseffekt, aber trotzdem hat NEO 202 mir viel Spaß beim Lesen gemacht. Ich hoffe nun natürlich in NEO 203 „Tekener“ auf den ganz großen Knaller, wenn der „echte“ Tekener – nicht seine Schwester – wirklich die NEO-Bühne betritt.

Hondro mag ich noch immer nicht, allerdings hat er dieses Mal nicht so penetrant genervt wie in NEO 201 😉

Ich war sehr gut unterhalten, hatte Spaß beim Lesen und mag nicht zu viel mosern. Daher vergebe ich hier sehr gute 8 von 10 Punkten. 🙂

Michelle Stern und Lucy Guth sind auf der „Mission auf Mimas“

Neue Epoche, neue Staffel, neue Autorin. Passt, also gespannt ran ans Werk. Mission auf Mimas klang als Titel erstmal nach einem geheimen Einsatz auf dem Saturn-Mond. Im Nachhinein finde ich den Titel irgendwie unpassend, aber dazu später mehr.

Das Titelbild vermittelt einen netten Eindruck des Medomondes Mimas

Worum geht es in „Mission auf Mimas“?

Wie der Titel verrät, spielt ein Großteil der Handlung auf Mimas, wo – wie in der Erstauflage – ein großer medizinischer Komplex entstanden ist. Der im Vorgänger gefangengenommene Iratio Hondro liegt da paralysiert herum und wird unerlaubterweise einfach wach. Dann bricht natürlich das eine oder andere Chaos aus, aber dazu lest ihr hier mehr:

https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Mission_auf_Mimas

Wie hat mir „Mission auf Mimas“ gefallen?

Wenn ich ganz ehrlich bin nicht ganz so gut. Ich hatte etwas zu kämpfen, fand den Einstieg recht zäh und das Thema, welches den Roman wie ein roter Faden durchzieht, ist auch nicht so ganz meins. Das bedeutet nicht, dass NEO 201 schlecht geschrieben oder total verrockt ist, aber ich hatte ganz persönlich so meine Mühe.

Was mir gefallen hat, war vor allem, dass es weitere Hintergrundinformationen zu den Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte gab. Drei Träger der ominösen Winterschlaf-Zellaktivatoren wurden kundgetan, die Entwicklung der terranischen Mutanten wird in eine neue (alte) Richtung gelenkt und es werden biografische Daten zu einem gewissen Iratio Hondro offenbart. Das war neben der Haupthandlung schön eingeflochten.

Was war nicht ganz so gelungen?

Fangen wir beim Titel an: der erschließt sich mir nicht ganz, wer hat denn da auf Mimas eine „Mission“? Aus meiner Sicht wäre „Jagd“ oder „Chaos“, von mir aus auch „Alarm“ oder „Flucht von Mimas“ passend gewesen, aber sei es drum.

Wichtiger ist – und an dieser Stelle folgen kleine SPOILER – dass das Thema der geistigen Beeinflussung mich nur bedingt fesseln kann, das war in der EA auch schon seit jeher so. Overhead, Suggestoren, Hypnos und auch die ollen Cappins waren mir immer suspekt. Das Ganze wurde zwar von den beiden Autorinnen ordentlich geschildert, trotzdem hat es mich nicht so ganz mitgenommen. Die ungeheure Macht, die Hondro scheinbar besitzt, erscheint mir im ersten Moment etwas „too much“. Ich bin gespannt, was sich daraus noch entwickelt und wie diese Verdunklung erklärt wird, aber die Gabe an sich gefällt mir wenig. Trotz alledem glaube ich, dass aus Hondro ein interessanter Antagonist werden kann, wenn es gelingt, seine Fähigkeiten nicht zu sehr ausufern zu lassen. Wobei ich das eben hier schon fast zu viel fand.

Fazit:

Thematisch nicht ganz meins, „handwerklich“ gut geschrieben und trotz aller Kritik ein ordentlicher Einstieg für Lucy Guth. Ich hoffe sie bekommt die Chance ihr Können in thematisch anders ausgerichteten NEOs erneut unter Beweis stellen zu können.

Aufgrund der oben beschriebenen persönlichen Abneigung gegen das Hauptthema und die aus meiner Sicht übertriebene Darstellung Hondros gibt es von mir heute nur 4,5 von 10 Punkten. Aber wie gesagt habe ich große Hoffnung, dass daraus etwas wachsen kann, was mir auch wieder mehr Spaß bereitet. 😉

Die Expokraten schicken NEO in eine neue Epoche und wir treffen den „Mann aus Glas“

Lange haben wir darauf gewartet und hingefiebert: nach dem großen Jubiläum der Erstauflage feierte nun auf NEO einen runden, großen Band. Perry Rhodan NEO mit der Nummer 200 lag ab dem 17. Mai 2019 im Handel und ich konnte mich dank Abo sogar schon am 16. Mai darüber freuen. Als Abonnent gab es sogar ein wirklich schönes Gimmick oben drauf, nämlich eine wunderschöne Sternenkarte mit einer Übersicht der bekannten Milchstraßensysteme und Planeten sowie der neuen, terranischen Kolonien.

Wunderschöne Sternenkarte zur NEOversum-Milchstraße und der „lokalen Blase“

Nun geht es also in eine neue Epoche, nachdem ANDROS besiegt wurde und – Überraschung – Perry entgegen der Prophezeiung von ES überleben durfte 😉

Worum geht es in „Mann aus Glas“?

Wie das mit einem Staffelstart so ist, gäbe es hier so einige Dinge aufzuzählen. Nach einem Zeitsprung sowie dem Start einer ganz neuen Epoche natürlich nochmal umso mehr. Vielleiht nur die wichtigsten Eckpunkte: unser Unsterblicher hat ein schickes neues Flaggschiff bzw. Protektorenschiff mit einem aus der Erstauflage recht bekannten Namen. Eine wichtige Rolle spielen Perrys Sohnemänner, die inzwischen natürlich erwachsen sind, ein gewisser „Mann aus Glas“, der ebenfalls aus der EA bekannt ist, hier aber ganz neu interpretiert wird, der Kaiser von Olymp hat seinen ersten Auftritt und auch andere bekannte Namen treten erstmals in Erscheinung. Wer es genauer wissen möchte liest wie immer hier nach:

https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Mann_aus_Glas

Wie hat mir „Mann aus Glas“ gefallen?

Der Epochenstart ist meines Erachtens gut gelungen. Es war vielleicht kein riesiges Feuerwerk und ging relativ gemächlich los, aber das war nach dem furiosen Staffelende auch eine gute Entscheidung. Der Leser wird langsam in die neuen Gegebenheiten des Jahres 2088 eingeführt. Wichtige Entwicklungen werden geschildert, wichtige Personen (neu) vorgestellt, denn die vergangenen Jahrzehnte haben natürlich auch mit den bekannten Handlungsträgern etwas gemacht. Ein paar Dinge werden (noch) nicht aufgeklärt, wie zum Beispiel (ACHTUNG SPOILER) die Abwesenheit von Team Leyden, welche nicht weiter erwähnt werden. Ein paar neue Fragen werden aufgeworfen, wie zum Beispiel „Wo kommen diese liduurischen Zellaktivatoren her, bei denen man in den Winterschlaf gehen muss und wer hat sie bekommen?“. Was ich sehr schön fand, war die immer wieder eingestreute Erwähnung alter, nicht unsterblicher Charaktere und was aus ihnen geworden ist. Der Eine genießt seinen Ruhestand, der Nächste hat in hohem Alter eine neue Funktion übernommen etc. Da geht dem NEO-Leser das Herz auf. Wie gesagt, der Start in die neue Epoche ist gelungen und nun kann es richtig losgehen. Voller Vorfreude harre ich der kommenden NEOs von denen mit Nummer 201 der erste heute im Briefkasten liegen sollte…durch meinen Fuerteventura-Urlaub bin ich mit dieser Besprechung total in Verzug… 🙂

Was war nicht ganz so gelungen?

Ganz ehrlich gesagt möchte ich hier überhaupt nicht rummeckern. Es gab für mich wenige, bis gar keine größeren Kritikpunkte. NEO 200 war ein grundsolider Epochenstart und ich warte jetzt die Entwicklung gespannt ab, bevor ich anfange zu mosern. 😉

Fazit:

Das große Jubiläum hat mir wirklich gut gefallen. Natürlich war es kein Feuerwerk wie NEO 199. Das war aber auch weder zu erwarten, noch zu wünschen. Stattdessen wurden wir sanft in die neue Zeit eingeführt, einige alte Charaktere wurden liebevoll in den Ruhestand verabschiedet und ein paar neue hatten ihren Auftritt. Mir hat das viel Spaß gemacht und ich freue mich auf mehr.  

Für einen gelungenen und grundsoliden Epochenstart gibt es von mir 7 von 10 Punkten.

NEO wird 200! Ich freu mich!

Jetzt erwischt es nach Perry Rhodan, der ja ein ganz großes Jubiläum hatte auch noch den kleinen Bruder aus dem Paralleluniversum NEO. Zweihundert Bände, wer hätte das am Anfang gedacht? Ich würde behaupten niemand, nicht einmal die optimistischsten Autoren und Leser. Aber: das galt auch für die klassische Serie und die gibt es ja bekanntlich noch immer.

Noch sind rund vier Wochen bis zum Jubiläum, aber die ersten Infos sickern inzwischen natürlich durch. Deshalb dachte ich mir, schreibe ich das mal etwas zusammen. Wer sich nicht vorab „spoilern“ möchte, liest ab hier nicht weiter. 😉

Also, was ist angekündigt? Zunächst einmal machen wir einen für NEO ordentlichen Zeitsprung. Nämlich in das Jahr 2088. ANDROS und die mit ihm zusammenhängenden Probleme sind Geschichte, die Menschheit hat sich auf den Weg gemacht, sich friedlich in der Milchstraße zu verteilen und es gibt die ersten Kolonien außerhalb des Solsystems. Soweit so gut…bis bekannt wurde, wie diese Kolonien heißen. Zunächst mal gibt es da einen Planeten, der Olymp heißt, um Boskcys Stern kreist und auf dem ein gewisser Anson Argyris was zu sagen hat. Eine Handelswelt, noch klein, aber bereits mit einiger Bedeutung. Dann war bereits zu lesen, dass es eine weitere Kolonie namens Plophos gibt. Zwar sind dazu (Stand heute) keine weiteren Erkenntnisse verfügbar, aber der Name allein dürfte dem einen oder anderen „Altleser“ schon ausreichen. 🙂

Der Titel von Band 200 lautet übrigens „Mann aus Glas“. Das Titelbild (über das man sicher genauso diskutieren kann, wie über das von PR3000), zeigt ein Wesen, was dem einen oder anderen aus der klassischen Serie ebenfalls bekannt sein dürfte. 😉

Richtig spannend wird es beim Titel von NEO 203. Der heißt nämlich laut Perrypedia „Tekener“. Hierzu hat Oliver Plaschka, aus dessen Feder der Roman stammen wird, folgenden Tweet abgesetzt:

Aaalso …Freut mich, dass der Titel jetzt schon Aufmerksamkeit erregt, denn er war auch mein Vorschlag 🙂 Vorweg: Natürlich nennen wir keinen Roman „Tekener“ wenn wir nicht auf die genau die Figur anspielen wollen … (1/x)

Und ich habe die Reaktionen damals verfolgt, als Tekener in der EA verstarb und bin mir bewusst, wie viel er Altlesern bedeutete. Von daher war es schon ein kleiner Geniestreich unserer Exposé-Autoren, ihn in NEO „zurückzuholen“. Aber: Wir sind halt schon immer noch NEO … (2/x)

„Unser“ Tekener wird sicher anders. Und natürlich wird er auch bei jedem Autor, der ihn schreibt, anders rüberkommen. Ich will jetzt nicht zu viel zu meinem Roman verraten. Ich sitze gerade noch an letzten Korrekturen, d.h. nicht mal die Redaktion kennt ihn bis jetzt … (3/x)

Aber ich persönlich fand Beinamen wie „Smiler“ oder gar „Galaktischer Spieler“ ehrlich gesagt immer recht albern. „Mein“ Tekener ist noch kein hart gesottener Held. Wir steigen ganz tief bei ihm ein. Und es wird ein paar Überraschungen geben. (4/x)

Und noch eine kleine Werbung in eigener Sache: Wer von Geheimagenten in Weltraum-Casinos gar nicht genug kriegen kann, dem empfehle ich meine NEO-Story „Casino Imperial“ mit Jemmico, einer meiner NEO-Lieblingsfiguren, als Spieler. Gibt es für 49 Cent 🙂 (5/5)

Oliver Plaschka (@navylyn) auf Twitter, 14.04.2019

Also als Erstes: vielen Dank an Oliver für die ausführliche Antwort! Damit hatte ich gar nicht gerechnet, als ich gefragt hatte, ob er uns ein wenig mehr erzählen mag. 😉

Als Zweites finde ich, dass das ausgesprochen interessant klingt und mir jetzt schon eine riesengroße Vorfreude einpflanzt.

Es werden sicherlich in den nächsten Wochen vor dem Jubiläum noch einige weitere Infobrocken einfliegen, aber ich persönlich finde, dass das was bisher bekannt ist schon ausreicht um noch mehr, wieder oder auch zum ersten Mal richtig Lust auf NEO zu machen!