Arno Endler startet den „Countdown für die Menschheit“

Ich muss zugeben, dass Arno Endlers NEO ein wenig im Schatten vom großen Jubiläum #pr3000 – also dem 3000. Band der Erstauflage – stand und dementsprechend auch von mir leicht vernachlässigt wurde. Durch die Erstauflageneuphorie hatte ich auch so mein kleines, persönliches Motivationsproblem ihn in einem Zug zu lesen und habe etwas länger gebraucht. Die Umstände waren halt in diesem Fall für NEO nicht so gut, daher folgen diese Zeilen auch später als üblich. Da der Grund aber ein erfreulicher war: sei es drum… 🙂

Worum geht es in „Countdown für die Menschheit“?

Nun ja, im Solsystem kämpfen die Menschen weiter gegen den erscheinenden ANDROS. NATHAN spielt dabei eine größere Rolle, das hatte sich ja bereits angedeutet. Der größte Teil des Romans spielt jedoch in einem etwas ungewöhnlichen Szenario und hat Perry Rhodan zum Protagonisten. Seine Mission zur Aktivierung (oder Zündung?) der Transmitterstraße beginnt…allerdings etwas anders als erwartet.

Eine ausführliche Zusammenfassung findet ihr, wie immer, hier:

https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Countdown_f%C3%BCr_die_Menschheit

Wie hat mir „Countdown für die Menschheit“ gefallen?

Wie ich oben schon schrieb hatte ich so meine Probleme, mich zu motivieren. Da kann aber weder NEO noch Arno Endler etwas zu. Grundsätzlich war der Roman gut geschrieben, mit glaubhaften Charakteren, zwei sehr unterschiedlichen Schauplätzen und einer „Abwechslung“, bei der mir lange nicht ganz klar war, was das soll, die aber trotzdem irgendwie reizvoll war.

Was war nicht ganz so gelungen?

Die Gesamthandlung wird wenig vorangetrieben, im Prinzip sind wir kaum weiter als nach NEO 192. Rhodan ist auf seiner Mission, die ihm von Avandrina und Mirona aufgetragen wurde und im Solsystem wird versucht ANDROS solange hinzuhalten, bis Perry alle rettet. So weit so gut, aber das wussten wir vorher auch.

Das Szenario um Perry, welcher auf eine andere Welt entführt wird und sich dort irgendwie durchschlagen muss, fand ich zwar nett, aber irgendwie zu „mächtig“. Der halbe Roman hat sich gelesen wie ein Mittelalter- oder Fantasyroman mit winzigen SF-Einsprengseln. Es mag durchaus Leser geben, deren Geschmack das trifft, meinen eher nicht.

Insgesamt war das sicher kein schlechter NEO, aber eben leider auch kein herausragend guter. Im Vergleich mit den ersten beiden der Staffel fällt er meiner Meinung nach etwas ab.

Fazit:

Joa…in der EA hätten einige von Lückenfüller gesprochen denke ich. So weit würde ich nicht gehen wollen, da ich vermute, dass die Erlebnisse von Perry noch ihre Berechtigung und tiefere Bedeutung bekommen werden. Aber umgehauen hat mich „Countdown für die Menschheit“ leider nicht. Trotz allem ein solider NEO, daher:

6,5 von 10 Punkten.

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Kai Hirdt gewährt „den letzten Blick auf Sol“

Wenn Kai Hirdt als Autor auf einem Perry Rhodan oder Perry Rhodan NEO Roman steht, sind meine Erwartungen inzwischen ziemlich hoch, denn er versteht es so gut wie jedes Mal ganz großes Kino zu liefern. In diesem Fall liefert er den letzten Blick auf Sol, welcher – so viel vorweg – spektakulär war!

Worum geht es in „Der letzte Blick auf Sol“?

Ohne zu spoilern: den letzten Blick auf Sol bekommt eine Person, die zumindest für mich, an dieser Stelle absolut unerwartet in die Handlung platzte. Prinzipiell spitzt sich die Situation im Solsystem weiter zu, die wichtigen Handlungsträger versammeln sich nach und nach in der Heimat der Terraner und es ist inzwischen deutlich zu spüren, dass wir auf den Höhepunkt der letzten einhundert Bände zusteuern.

Eine ausführliche Zusammenfassung findet ihr, wie immer, hier:

https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Der_letzte_Blick_auf_Sol

Wie hat mir „Der letzte Blick auf Sol“ gefallen?

Bis auf eine winzige Kleinigkeit (siehe unten) war dieser Roman hervorragend! Unerwartet auftauchende Akteure, Action vom Feinsten und das angekündigte Zusammenführen von Handlungsfäden beginnt ganz deutlich. Viele Puzzleteile bewegen sich in Kais Roman schon deutlich aufeinander zu, ohne schon das komplette Gesamtbild zu enthüllen. Das ist großartig und lässt mich schmachtend zwei Wochen warten, bis es weiter geht. Nachdem ich mit der letzten Staffel ein wenig gehadert habe, gefällt mir die Bestien-Staffel bisher wirklich gut. Ich denke, das wird ein großes Feuerwerk und die nächste Epoche kann von „Altlasten gereinigt“ ganz neu durchstarten. Auch darauf werden schon erste kleine Hinweise eingestreut wie mir scheint, denn Kai erwähnt (Achtung Minispoiler!) dass inzwischen Menschen beginnen bzw. mit dem Gedanken spielen, mithilfe von genetischen Anpassungen Welten zu kolonisieren, die eher ungünstige Lebensbedingungen vorhalten. Ich will NEO-Ertruser, NEO-Siganesen und ähnliche Völker! Hihi. 🙂

Was war nicht ganz so gelungen?

Achtung (Mini-)Spoiler:

Das Verhalten von Icho Tolot ist für mich zunächst nicht ganz nachvollziehbar. In NEO 191 ist er derjenige, der das Leyden-Team auffordert ihn auf eine wichtige Mission zu begleiten, hier lässt er sie nun zurück um Orcus allein anzufliegen und die Menschen vor der Bestie zu schützen. Das passt leider mal wieder nicht so recht zusammen. Auch wenn sein seltsames Verhalten später verständlich wird, hätte er sie dann doch gar nicht erst mitnehmen sollen oder? Ansonsten habe ich wirklich nichts zu mosern und das ist auch zugegeben etwas kleinlich. 😉

Fazit:

FINALEEEE, OHOHOHOOOOO! So fühlt es sich inzwischen wirklich an und ich freue mich auf die restlichen sieben Teile dieses Finales. Das wird – da bin ich ganz sicher – großartig! Ich hoffe nebenbei, dass Kai Hirdt noch einen weiteren Roman zur Bestienstaffel beitragen darf. Nichts gegen die anderen Autoren, das soll keineswegs abwertend klingen, aber ich liebe seine Romane. Ist natürlich ein wenig persönlicher Geschmack. 🙂

Für diesen großartigen NEO vergebe ich großartige 9,5 von 10 Punkten.

Oliver Plaschka schickt uns den „Pilgerzug der Posbis“

Neue Staffel, neues Glück. In der Tat war der Start in „Die Bestien“ ein gelungener und weckt in mir die große Hoffnung, dass mit dieser Staffel viele offene Fragen geklärt werden, bevor es mit NEO 200 in eine ganz neue Ära geht. Ich freue mich bereits jetzt auf beides.

Schon vorab, Oliver Plaschkas Roman hat mich überzeugt, auch wenn er ein, zwei kleinere (wirklich kleinere) Schwächen hatte.

Worum geht es in „Pilgerzug der Posbis“?

Pilgernde Posbis…komische Vorstellung, aber Oliver Plaschka schafft es gut, diesen scheinbaren Wiederspruch aufzulösen. Das wir die Posbis mal wieder zu „sehen“ bekommen freute mich schon als ich den Titel las. Es gab aber durchaus einige Überraschungen…und auch neue Rätsel… 🙂

Eine ausführliche Zusammenfassung findet ihr, wie immer, hier:

https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Pilgerzug_der_Posbis

Wie hat mir „Pilgerzug der Posbis“ gefallen?

Sehr viel in diesem Roman hat mir wirklich gut gefallen. Zunächst mal war es ein toller Einstieg in die letzte Staffel vor dem großen Jubiläum.

Die Posbis sind zurück, das fand ich großartig, auch dass sie – sagen wir mal – ein wenig anders sind als früher, hat mir wirklich gut gefallen. Ich mag Posbis! 😉

Auch die Idee des Abschnittes mit dem Tagebuch von Nathalie Rhodan da Zoltral fand ich persönlich absolut gelungen. Das hat richtig Spaß gemacht, auch wenn ich weiß, dass das nicht alle Leser so sehen werden.

Insgesamt war der Roman sehr flüssig zu lesen, es war an keiner Stelle langweilig und die Charakterisierungen der handelnden Personen war glaubhaft und gut.

Was war nicht ganz so gelungen?

Da gibt es nicht so viel zu meckern, aber ich fand es seltsam, dass Belle McGraw John Marshall so sehr anhimmelt. Angeblich tat sie das schon in Andromeda, daran konnte ich mich nicht mehr erinnern, aber das mag an meinem Gedächtnis liegen. Trotzdem ist oder war sie meines Erachtens irgendwann mal verheiratet, davon ist keine Rede mehr. Naja, wie gesagt, mag an löchrigen Erinnerungen liegen, war jetzt auch nicht wirklich dramatisch.

Dann empfand ich die letzten Seiten als etwas belanglos. Gefühlt war alles erzählt und das was dann noch berichtet wurde, könnte man ersatzlos streichen und würde keinen wirklichen Verlust haben. Auch wenn das Geplänkel zwischen Leyden, Prajapati und Perparim wie fast immer unterhaltsam ist.

Fazit:

Mein Fazit für diesen Staffelstart habe ich im Prinzip schon vorweg genommen: vielversprechend und auch als einzelner Roman sehr unterhaltsam. Mir hat es Spaß gemacht, ich habe große Lust auf die Bestien-Staffel und freue mich auf Kai Hirdt in zwei Wochen! 🙂

Oliver Plaschka bekommt für den spannenden Pilgerzug der Posbis von mir 8,5/10 Punkte.

Rüdiger Schäfer weiß was passierte „Als ANDROS kam …“

Zunächst einmal: durch die ollen Feiertage habe ich NEO 190 leider erst mit einer Woche Verspätung erhalten, daher auch die sehr späte Rezension…aber was soll’s. 🙂

Also startete ich verspätet aber trotzdem sehr gespannt in das Staffelfinale…stand ja einiges auf dem Programm.

Worum geht es in „Als ANDROS kam …“?

Kurz zusammengefasst passiert das, was sich im vergangenen Roman bereits andeutete: ANDROS und seine kleinen, süßen Bestien erscheinen im Solsystem und sorgen für ein wenig Chaos.

Eine ausführliche Zusammenfassung findet ihr, wie immer, hier:

https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Als_ANDROS_kam_…

Wie hat mir „Als ANDROS kam …“ gefallen?

Alles in allem würde ich hier sagen „gut“. Der Roman war spannend, hatte ein paar nette Wendungen, wenn auch keine vollkommen überraschenden und war flüssig zu lesen. Mir hat besonders die Perspektive des kleinen Mädchens aus Frankfurt gefallen, welche Rüdiger wirklich glaubhaft und gut schilderte. Das war „nice“ wie mein Neffe sagen würde.

Es wurden auch einige Dinge zusammengefasst, die sich in den letzten Romanen gesammelt hatten und teilweise wurden sie auch etwas weiterentwickelt. Abgeschlossen wurde dagegen aber irgendwie nicht ganz so viel.

Was war nicht ganz so gelungen?

Damit wären wir auch gleich beim springenden Punkt. Der Roman fühlt sich nicht wie ein Staffelfinale an. Es wird wenig bis gar nichts abgeschlossen, der Roman zeigt sich wie der Rest der Staffel: grundsätzlich mit guten Ansätzen, aber irgendwie etwas „zerfahren“. Die ganze Allianz-Staffel war für mich zum Teil etwas zusammenhanglos und wirr. Dazu kamen – speziell über die letzten drei Romane – wirklich eklatante Logikfehler, die mich genervt haben. Aus meiner Sicht wird das Konstrukt durch NEO 190 zwar etwas, aber nicht wesentlich besser und es bleibt einfach sehr vieles offen und unklar.

Fazit:

Das oben beschriebene Szenario ergibt meines Erachtens allerdings auch eine Chance für die folgende Bestien-Staffel. Denn hier können die Autoren jetzt endlich – wie ja angekündigt – alle Fäden zusammenführen und den großen Block um die Allianz und das Creaversum komplett abschließen. Ich hoffe sehr, dass das gelingt und weniger holprig anmutet als die Allianz-Staffel, welche ich persönlich als die schwächste seit den Meistern der Sonne empfand…und die komischen Sitarakh haben mich damals dermaßen genervt…aber lassen wir das. 🙂

Ich glaube man hätte gut daran getan, in diesem Fall von der festgelegten Staffelgröße von zehn Romanen abzuweichen und eine große 19er Abschlussstaffel daraus zu machen. Das hätte zumindest die Erwatungen in NEO 190 nicht so hoch angesetzt. Meine Erwartungen konnten dadurch bedingt nämlich nur teilweise erfüllt werden.

Schwamm drüber, jetzt geht’s in die Bestien-Staffel und da wird alles viel besser, oder? 🙂

Rüdiger Schäfers Roman war einzeln betrachtet für mich ein sehr ordentlicher, für ein Staffelfinale fehlte mir aber ein bisschen was. Daher gibt es für „Als ANDROS kam …“ 6/10 Punkte.

Rainer Schorm berichtet über „Die Leiden des Androiden“

Wenn ich anfange zu schreiben, möchte ich nebenbei weinen! Nicht, weil der Roman schlecht war oder weil irgendeine, mir ans Herz gewachsene Figur draufgegangen wäre…nein, sondern weil ich nicht genau weiß, wie ich diesen Roman adäquat beschreibensoll!

Zum einen hat der Roman als solcher mir ausgesprochen gut gefallen, zum anderen habe ich aber – mal wieder – ein Problem mit der Kontinuität der Serie. Dazu aber unten mehr.

Worum geht es in „Die Leiden des Androiden“?

Nun, der Titel gibt da tatsächlich einen guten Hinweis. Allerdings wird auch die eigentliche Handlung um die Bestien und den Bau dieses recht großen, unheimlichen Gebildes nahe des Nexus weitergetrieben…

Eine ausführliche Zusammenfassung findet ihr – wie immer – hier:

Perrypedia

Wie hat mir „Die Leiden des Androiden“ gefallen?

Der Einzelroman „Die Leiden des Androiden“ fand ich sehr gelungen. Kurzweilig, actiongeladen und voll von Hintergrundinformationen und Informationsschnipseln. Dazu gleich mehrere Personen, mit denen ich an dieser Stelle nicht gerechnet habe, deren Erscheinen aber eine zusätzliche Würze gab. Außerdem versteht Rainer Schorm es wirklich exzellent, den Androiden Seka Ow zu charakterisieren. Seine teilweise abstrakten und abstrusen Überlegungen haben mich ein ums andere Mal zum Schmunzeln gebracht. Das war großes NEO-Kino. Auch der „Kalauer“, den er Gucky in den Mund legt, war meiner Meinung wirklich gelungen:

„Guten Appetit!“ kommentierte Gucky laut.“Du fängst an Großer, ich nehme mir noch eine kurze schöpferische Pause. Und mindestens zwei Großpackungen NEO-Aspirin!“

Perry Rhodan NEO 189 – Die Leiden des Androiden von Rainer Schorm

Ich musste über das NEO-Aspirin doch etwas lachen. 🙂

Also insgesamt ein wirklich großartiger NEO, oder?

Was war nicht ganz so gelungen?

Achtung Spoiler:

Die Logikfehler, bzw. Logikbrüche in Verbindung mit den Vorromanen machen mich als Leser ehrlichgesagt wirklich unzufrieden. Kleinere Logikfehler, so what, das passiert halt mal…aber was in letzter Zeit bei NEO immer wieder auftritt sind aus meiner Sicht große Logikbrüche! In NEO 188 erbeutet Icho Tolot unter Einsatz seines Lebens einen Datenspeicher. Unter anderem lässt er sich dafür die eigene Haut per Thermostrahler entfernen und dafür Bestienhaut implantieren. In NEO 189 reißt er sich die Bestienhaut an einer Stelle runter und die schwarze Haluterhaut kommt zum Vorschein…klar.

Diesen Datenträger übergibt er Rhodan, kann ihm aber nicht mitteilen, was das Ding überhaupt ist. Der Datenspeicher wird in NEO 189 nicht mehr mit einem Wort erwähnt. Weder von Rhodan, der ja mööööglicherweise neugierig sein könnte, noch von Tolot, der dafür fast sein Leben gelassen hat. Apropos Leben gelassen: in NEO 188 wird Tolot eines seiner Herzen von Masmer Tronkh auf nicht ganz so nette Art entfernt – wovon dieser in NEO189 scheinbar nichts mehr weiß und Tolot der Feigheit bezichtigt, an der Mission der Bestien teilzunehmen. Tolot kann in NEO 188 gerade noch so von Taravat und der DOLAN gerettet werden. Von einer Beeinflussung ist da nix zu lesen. Gucky verausgabt sich und seine Paragaben massiv und steht ebenfalls kurz vor dem Exitus. Er würde aber am liebsten noch Tolot per Teleportation retten und erst Taravat kann ihn davon abhalten als er Gucky paralysiert.

In NEO 189 sind die beiden komatös – das wäre ja noch erklärbar – jedoch nicht weil ihnen Herzen rausgerissen wurden oder sie sich völlig verausgabt haben – das wird gar nicht mehr erwähnt. Nein, plötzlich ist der Grund, dass eine fremde, hyperphysikalische Matrix sich in ihr Hirn gebrannt hat. Das mag ja sogar hintergründig passiert sein, aber von der Art, wie es in NEO 188 beschrieben wurde, passt es einfach nicht zueinander. Außerdem läßt sich zumindest das herausgerissene Herz kaum wegschweigen… Entweder hat Kai Hirdt das Exposé nicht so genau genommen und den Fakt der Beeinflussung unter den Tisch gekehrt, Rainer Schorm hat seiner Fantasie etwas zu freien Lauf gelassen oder die beiden Exposés passten einfach nicht zueinander. Eins von diesen drei Varianten muss es ja wohl sein. Für den Fortlauf der Geschichte ist das im ersten Moment nicht mal wirklich tragisch, aber es nervt mich persönlich als Leser doch deutlich muss ich leider sagen. Schade…vor allem weil es einem wirklich, wirklich guten NEO einen faden Beigeschmack gibt. 😦

Fazit:

Tja…wie soll ich hier werten? Der Roman einzeln betrachtet hat eine hohe Punktzahl verdient. Dafür würde ich wirklich hervorragende 9/10 Punkte vergeben. Aber da ist die Sache mit den Logikbrüchen, die mich wirklich genervt hat und die dazu führte, dass ich zweimal den NEO zugehauen und zur Seite gelegt habe. Dafür muss ich Punkte abziehen, also zusätzlich eine Wertung für die Einordnung in den Gesamtkontext…

Grundsätzlich war da ja schon einiges, was auch gepasst hat und was die Handlung deutlich weitergebracht hat. Nichtsdestotrotz haben mich beschriebene Dinge sehr gestört. Dafür gibt es 4/10Punkten.

Somit kommen 6,5/10 Punkte für einen NEO raus, der als Einzelroman sehr viel mehr verdient gehabt hätte. Wirklich schade…

Kai Hirdt gibt Einblick in „Die Bestie in mir“

Kai Hirdt, Bestien und Icho Tolot auf dem Cover. Das weckt hohe Erwartungen! Das wohl! Ach stop…anderes Universum. 🙂

Aber auch die Leseprobe, welche es vorab gab, hat meine Hoffnung bestärkt, dass nach einem schwachen und einem inhaltlich mittelstarken NEO nun wieder ein richtig guter folgen könnte. Die hohen Erwartungen, ich nehme es hier mal vorweg, konnte der Roman zu großen Teilen, aber nicht komplett halten.

Worum geht es in „Die Bestie in mir“?

Ohne zu viel zu verraten, es geht zu einem nicht unwesentlichen Teil um den inneren Kampf von Icho Tolot, der auf eine für ihn ganz besondere Mission gehen muss. Außerdem erfahren wir was auf Layl vorgeht und – zumindest anteilig – was die Bestien vorhaben. Dass wir in diesem Roman auf Bestien treffen geht vermutlich nicht mehr als Spoiler durch. 🙂

Eine ausführliche Zusammenfassung findet ihr, wie immer, hier:

Perrypedia

Wie hat mir „Die Bestie in mir“ gefallen?

Haluter, Bestien, Action ohne Ende und all das von Kai Hirdt in Szene gesetzt. Was soll ich mehr schreiben, das ist eine explosive Mischung. Wir erfahren auch endlich mal wieder wichtige und für die Kontexthandlung relevante Dinge, was ja in letzter Zeit seltener war. Der Roman schildert außerdem ungewohnt drastisch Gewaltausbrüche. Das ist vielleicht nicht jedermanns Ding, trägt aber in Verbindung mit den Bestien sehr zu Atmosphäre bei. Schließlich sind das schon ziemlich üble Gesellen.

Was war nicht ganz so gelungen?

Achtung kleiner Spoiler:

Gegen Mitte des Romans kam ich mir ein wenig vor wie in einem Actionrollenspiel ála Diablo 3: vier Roboter greifen an – Gucky zerstört sie mit Telekinese – vierundzwanzig Roboter greifen an – Gucky haut die mit super-special-Telekinese auch weg. Eine Bestie greift an – Tolot gesiegt sie per Trick – zwei Bestien greifen an…usw. Das war natürlich actiongeladen, aber irgendwie einen Hauch to much. 😉

Dann ist da noch die Sache mit dem dunklen Schrein. Das zieht sich inzwischen auch ein wenig: zweiter Einsatz auf Layl und die Erkenntnisse halten sich erneut in Grenzen. Mal sehen, ob der Einsatz sich überhaupt gelohnt hat. Ich denke das erfahren wir im nächsten NEO.

Fazit:

Bei all der Kritik in den letzten Wochen – speziell an NEO 186 – möchte und muss ich dieses Mal doch wieder positiver werten. NEO 188 war gut. Das lag nicht nur am Autor, der wie gewohnt eine wirklich gute Leistung erbrachte, sondern in diesem Fall auch am Exposé. Der Roman war insgesamt rund und eine willkommene Abwechslung zu den ganzen Deus ex machina der letzten beiden NEOs. Dass der Einsatz eher schwierig verlief und das Team auch ordentlich was abbekommt macht es viel realistischer und die bedrohliche Atmosphäre war für mich wirklich spürbar. In der Hoffnung, dass es mit beginnendem Staffelfinale in zwei Wochen so weitergeht, freue ich mich schon jetzt auf NEO 189.

Dieser wirklich gelungene NEO bekommt gute 8,5/10 Punkte.

Ruben Wickenhäuser entfesselt die „Schwarzschild-Flut“

Der Erstling von Ruben Wickenhäuser hatte mir damals wirklich gut gefallen, glänzte vor allem mit tollen und detaillierten Charakteren. Daher hatte ich schon eine gewisse Erwartungshaltung. Das Titelbild schlug im Vorfeld ein paar Wellen, einige fühlten sich an die Backstreet Boys erinnert, einige vermuteten Eric Leyden auf dem Cover, andere eine Mischung aus verschiedenen Hollywoodgrößen, so ganz warm wurden – was ich bei Facebook mitbekommen habe – die Wenigsten damit. Ich persönlich fand das Titelbild eigentlich ganz gut und bin relativ sicher, dass es wohl Thomas Rhodan da Zoltral sein soll. Ich hatte nur immer im Kopf, dass er die roten Augen seiner Mutter geerbt hat. Vielleicht trügt mich da aber auch mein Gedächtnis…

Worum geht es in „Schwarzschild-Flut“?

Tja, der Roman ist in Sachen Inhalt – sagen wir mal – vielseitig. Die Story von Thomas und Farouq Rhodan wird – nach einem Roman Pause – fortgesetzt, die Erde erfährt eine neue Bedrohung und auch direkt in einem terranischen Land ereignen sich erschreckende Dinge, welche durch das Aufheizen der Sonne ausgelöst werden. Außerdem steht mal wieder der nach wie vor mysteriöse NATHAN im Mittelpunkt des Geschehens.

Eine ausführliche Zusammenfassung findet ihr, wie immer, hier:

Perrypedia

Wie hat mir „ Schwarzschild-Flut“ gefallen?

Zunächst einmal hat mir der Schreibstil von Ruben Wickenhäuser auch in seinem zweiten Roman sehr gut gefallen. Die Charaktere sind toll beschrieben, wirken authentisch und plastisch. Die Handlung um die Rhodan-Bengel kommt (endlich!) zu einem Ergebnis und die unseligen Prüfungen haben ein Ende. Auch das finde ich wirklich gut, da dieser Handlungsstrang begann mich zu nerven. Der Roman liest sich insgesamt spannend und flüssig, die Gesamthandlung im Sol-System wird etwas vorangetrieben und es gab sogar nette, wenn auch kurze Action. Spaß hatte ich durchaus beim Lesen.

Was war nicht ganz so gelungen?

Tja, was soll ich sagen? Die ganze Staffel ist, nach starkem Start, irgendwie nicht so ganz mein Fall. Besonders die Rhodan-Sprosse und ihre wirklich ausführlich beschriebenen Mondprüfungen begannen mir auf die Nerven zu gehen. Hier folgte eine weitere davon…in einem Szenario, dessen Genre mal so gar nicht meins ist. Das ist sicher Geschmackssache, aber da stockte der Lesefluss dann doch etwas bei mir. ES sei Dank hat das ja jetzt ein Ende…

Dann wäre da noch (Achtung kleiner Spoiler!) die Sache mit den Maahks und deren „Entsorgung“. Natürlich trägt die Lösung zur Storyentwicklung um NATHAN bei… Natürlich ist die Lösung irgendwie nachvollziehbar… Aber trotzdem fühlt es sich als Leser erneut nach „Deus ex machina“ an. Ich kann mir nicht helfen, aber diese existenzbedrohenden Gefahren, welche innerhalb eines Romans ausgeräumt werden sind für mich unbefriedigend. Allerdings ist die Idee dieser neuen Waffe ziemlich cool…das muss ich zugeben. 😉

Fazit:

Insgesamt war der Roman von Seite des Autors ein ganz starker wie ich finde. Ich habe stilistisch und im Rahmen der Charakterbeschreibungen oder auch der Umsetzung der Handlung eigentlich nichts zu meckern, das hat Spaß gemacht und ich hoffe Ruben Wickenhäuser bleibt dem Team noch lange erhalten und darf noch viele Beiträge zu Perry Rhodan NEO (und vielleicht irgendwann auch zur EA) verfassen!

Inhaltlich hat mich der Roman nur anteilig überzeugt. Schön war die Darstellung des intriganten und jede Möglichkeit nutzenden „Drecksacks“ Sdelo Willem. Die Rhodan-Bengel haben jetzt endlich eine klare Funktion bekommen, auch das ist positiv. Die Action war wirklich nett, aber wie oben beschrieben für meinen Geschmack zu ultimativ gelöst. Sicher kein schlechter NEO, aber aufgrund genannter Schwächen auch kein überragender.

Daher bekommt Ruben Wickenhäuser für NEO 187 von mir 7/10 Punkte! (Wobei ich ihm für seine Autorenleistung eher deutlich mehr geben wollen würde).

Susan Schwartz mitten im „Aufstand der Goldenen“

Ich bin bei diesem Roman etwas hin-und hergerissen. Der Titel hat mich erstmal etwas verwirrt. Aufstand der Goldenen? Waren die nicht vor kurzem alle draufgegangen? Naja, vielleicht ja ein Rückblick dachte ich mir, also schauen wir mal. Dazu Susan Schwartz als Autorin, was für mich immer ein wenig wie ein Überraschungsei ist. Das kann sehr gut werden, muss es aber nicht. Außerdem war meine Motivation in diesem Fall ohnehin etwas geringer, da ich parallel die Phileasonsaga lese und da iregndwie mit Feuer und Flamme dabei bin. Diese musste ich nun unterbrechen, auch wenn es für NEO war. Deshalb bin ich auch verhältnismäßig spät dran damit, hier etwas in die Tasten zu hauen.

Worum geht es beim „Aufstand der Goldenen“?

Achtung Mini-Spoiler: Überraschenderweise handelt es sich nicht um einen Rückblick! Susan Schwartz beschreibt in ihrem Roman den Versuch von nicht ganz so perfekten Goldenen, ihrem Schicksal zu entgehen und bringt außerdem Licht ins Dunkeln in Bezug auf die Entstehung der Kunstwesen.

Die Handlungszusammenfassung findet ihr wie immer hier:

Perrypedia

Wie hat mir „Aufstand der Goldenen“ gefallen?

Auch hier Achtung Mini-Spoiler: Wenn ich ganz ehrlich mit mir selbst bin nicht ganz so gut. Die ersten achtzig bis einhundert Seiten fühlten sich nach berühmt-berüchtigtem Füllroman an. Danach bricht die Hölle los und am Ende kommt Tolot mit einer Deus ex machina daher und beendet die Bedrohung. Die Herkunft und Entstehungsgeschichte  der Goldenen ist sicher „nice to know“, aber ansonsten hätte man sich den Roman irgendwie sparen können. Das bedeutet nicht, dass er schlecht geschrieben war oder dass die Autorin viel falsch gemacht hätte, aber irgendwie war das nicht so meins. Insgesamt eine nette Geschichte über ein seltsam konditioniertes Volk, welches maßgeblich an der Entstehung der Goldenen beteiligt war und nun, kurz vor ihrem Untergang durch die Entartung der eigenen Sonne, plötzlich doch nochmal Probleme mit den Goldmännlein bekommen. Die Lösung ist zwar plausibel, mutet aber trotzdem etwas „ultimativ“ an.

Was war nicht ganz so gelungen?

Naja, das habe ich jetzt irgendwie vorweg genommen…vielleicht noch ein Satz: Luan Perparim will erst nicht an der Expedition teilnehmen, später wird erwähnt, dass das Team um Eric Leyden mit Perparim auf dem Planeten unterwegs ist um sie danach nie wieder zu erwähnen. Ich weiß, dass ist kleinlich, aber ich mag solche Logikfehler einfach nicht.

Fazit:

Der „Aufstand der Goldenen“ war nicht meins. Gefühlt ein Roman zwischen Füllroman und zwanghafter Erklärung der ganzen „Goldene-Geschichte“. Ich persönlich freue mich auf den nächsten NEO und hoffe auf Besserung. Hierfür gibt es leider nur 4/10 Pünktchen. 😦

Michelle Stern und Rüdiger Schäfer sind „Im Labyrinth des Geistes“

Klaus N. Frick hatte ja angekündigt, dass zum ersten Mal ein NEO-Roman von einer Autorin und einem Autor gemeinsam geschrieben wurde. Das stimmt zwar nicht, denn Madeleine Puljic und Kai Hirdt haben auch schon einen NEO in Zusammenarbeit abgeliefert, aber gespannt war ich trotzdem. Michelle Stern hatte sich ja bei NEO etwas rar gemacht, ich mag aber ihren Stil zu schreiben. Rüdiger Schäfer ist für mich persönlich seit langer Zeit ohnehin fast über jeden Zweifel erhaben. Daher erwartete ich einen Hammerroman.

Worum geht es „Im Labyrinth des Geistes“?

Zunächst mal: wir haben nur zwei statt vier Handlungsebenen. Dazu wurde die Aufteilung sehr viel angenehmer gestaltet. Immer zwei Kapitel eines Handlungsstranges wurden aneinandergereiht, so dass ein recht flüssiges Lesen möglich war und nicht das Gefühl einer völlig „zerfaserten“ Handlung aufkam, wie ich es bei NEO 184 hatte. Die Handlungsstränge führen zum einen die Geschehnisse um die von den Naiir gefangene Rhodan-Gruppe, zum anderen die Erlebnisse der Rhodan-Söhne auf Luna – genauer gesagt in NATHAN – weiter.

Ein großer Teil des Romans hat sich gelesen wie eine Mischung aus psychedelischem Trip und vielen Kurzgeschichten. Speziell der Strang um Thomas und Farouq Rhodan war speziell.

Eine ausführliche Zusammenfassung findet ihr wie immer hier:

Perrypedia

Wie hat mir „Im Labyrinth des Geistes“ gefallen?

Im Prinzip habe ich das Gefühl zwei Romane einzeln betrachten zu müssen – zu verschieden waren die Handlungsstränge. Fangen wir mit dem Strang von Perry an. Der war extrem aufschlussreich, brachte echte Augenöffner in Bezug auf den kosmischen Überbau von NEO. Hier werden Zusammenhänge hergestellt, dass einem als NEO-Leser nur so das Herz aufgeht. Der Abschlussteil dieser Handlung war wiederrum herzzerreißend und auch wenn das als Minispoiler gewertet werden könnte: Ich konnte mir ein, zwei Tränen nicht verkneifen, was mir nicht peinlich ist, mir aber ausgesprochen selten passiert.

Der zweite Handlungsstrang war eine gefühlte Kurzgeschichtesammlung mit Tom und Farouq Rhodan in verschiedensten virtuellen Situationen und zumindest teilweise mit dem Gefühl, dass die Protagonisten irgendwie auf einem wirren Trip waren. Okay, das ist auf gewisse Weise ja auch wirklich so gewesen ohne damit zu viel zu verraten. Spannend zu lesen allemal, im Vergleich mit dem anderen Teil hatte ich damit aber mehr Schwierigkeiten. Schön war es, dort der einen oder anderen „alten Figur“ nochmal zu begegnen.

Was war nicht ganz so gelungen?

Wie gesagt, die Handlung um Tom und Farouq hat mir persönlich nicht ganz so gut gefallen wie der andere Strang und ich bin immer noch nicht im Klaren darüber – was natürlich so sein soll – worauf das Ganze hinausläuft.

Der Perry-Strang war ebenfalls ein wenig „tripartig“, aus dem Vorgängerroman weiß man ja, dass die Gruppe an eine Laurinmaschine angeschlossen wurde, die die Erinnerungen erforschen soll. Das hat mich auch weniger gestört. Was ich seltsam fand war eher die „Lösung“ des Quarantäne-Problems auf der MAGELLAN…mehr kann ich aber ohne zu spoilern nicht schreiben. 🙂

Fazit:

Grundsätzlich ist der Roman meinen Erwartungen mit ein paar kleineren Abstrichen gerecht geworden. Mein persönlicher Geschmack wurde anteilig genau getroffen, anteilig aber eben mit kleinen Einschränkungen. Wenn ich die Handlungsstränge einzeln werten müsste, würde die Perry-Handlung 8,5 Punkte und die Tom-Handlung 7 Punkte bekommen. Der Schnitt daraus sind 7,75 also gerundete 8 Punkte.

So bekommen Michelle Stern und Rüdiger Schäfer für NEO 185 von mir insgesamt sehr gute 8/10 Punkte!

Rainer Schorm „Im Reich der Naiir“

Ich verbinde ja mit den Romanen von Rainer Schorm ambivalente Gefühle. Irgendwie weiß ich bei ihm vorher nie, was mich erwartet und ob ich mich darauf freuen soll. Ich habe schon sehr gute NEOs von Rainer gelesen, aber leider auch welche die mich weniger begeistern konnten. „Im Reich der Naiir“ war in der Tat irgendwo dazwischen, was aber vor allem an zu vielen Handlungsebenen lag, weniger am Inhalt der Handlung.

Worum geht es „Im Reich der Naiir“?

Wie im Vorgängerroman von Susan Schwartz bietet uns auch dieser NEO mehrere Handlungsebenen an. Wir erleben mit, wie es den Rhodanbengels Tom und Farouq auf Luna ergeht, die Entwicklung von Sol wird weiter geschildert und die MAGELLAN kämpft so mit eigenen Problemen. Nicht zu vergessen die FERNAO, die mal wieder losgelöst vom Mutterschiff unterwegs ist und ein Einsatzkommando auf einem – sagen wir mal ungewöhnlichen – Planeten absetzt.

Eine ausführliche Zusammenfassung findet ihr, wie immer, hier:

Perrypedia

Wie hat mir „Im Reich der Naiir“ gefallen?

Tja, an sich war die Handlung spannend, gut geschrieben und es gab neue Erkenntnisse. Manche sogar mit einem gewissen „WOW-Effekt“. Einzelne Charaktere wie Icho Tolot oder auch die Rhodan-Bengel sind hervorragend beschrieben und haben wirklich Spaß gemacht. Was mich total gefreut hat war, dass Rainer den Dilatationseffekt beschreibt, als die FERNAO mit annähernder Lichtgeschwindigkeit fliegt. Für die Besatzung vergehen Minuten, für den Rest 8,5 Stunden. Das ist ein Thema, welches sonst gern vernachlässigt wird. Great!!!

Was war nicht ganz so gelungen?

Viele Handlungsstränge in einem Roman sind meines Erachtens gefährlich, getreu dem Motto „zu viele Handlungen verderben die Geschichte“…oder waren das Köche? Ach egal…in diesem Fall bin ich unschlüssig.

Zum einen gefällt mir die Handlung der einzelnen Handlungsstränge durchaus gut, besonders auf Luna und auf der MAGELLAN beschreibt Rainer Schorm faszinierende Ereignisse. Auch Rhodans Expedition erlangt Einblicke, die viele Prognosen und Spekulationen erlauben und Lust auf mehr machen. Zum anderen wirkt der Roman aber durch die vier Handlungsebenen auf mich irgendwie zerrissen. Ich bin damit nicht so ganz glücklich geworden, auch wenn die Einzelhandlungen gut waren.

Dann noch etwas, was mich einfach nur etwas genervt hat: auf Seite 40 steht „Die Evakuierung von Vulkan war erfolgreich und wir haben keine Leute verloren“ Keine Leute verloren? Hallo? Zwei komplette Schiffe sind in NEO 183 draufgegangen, einfach weggepustet von der im Roten drehenden Sonne… Ich weiß, dass ist literarisch eine Kleinigkeit und ich bin da vielleicht etwas empfindlich, aber wenn Susan Schwartz ein Schiff mit tausenden Terranern wegbombt, sollte das im Folgeroman auch immer noch so sein, oder? Aber vielleicht hat das doofe Zeitkreell ja die Zeitlinie verändert und das Schiff gerettet? 🙂

Fazit:

Tja, wie gesagt, ich bin mir nicht sicher…an sich gefiel mir die Handlung in drei von vier Handlungssträngen. Der Strang um Merkur war etwas aufgebläht und besaß wenig Inhalt (Achtung Mini-Spoiler!): Merkur wird evakuiert und beim Chasma bildet sich Zeitkreell. Das wäre auch mit deutlich weniger Platz und Aufwand möglich gewesen. Nicht, dass es schlecht geschrieben war, auch die Charaktere sind nett, aber ich fand diese Handlungsebene etwas…wie soll ich sagen…nutzlos? Was sie aber geschafft hat ist, aus einem schon mit drei Ebenen stark gesplitteten Roman ein wahres Puzzlespiel zu bauen. Für meinen Geschmack war das zu viel.

Da die Handlung insgesamt aber trotzdem spannend war, bekommt Rainer Schorm für diesen NEO von mir 6,5/10 Punkte!