Perry Rhodan NEO-Story 13 – „Sachiko“ von Michelle Stern

Wie bei allen NEO-Storys werde ich hier eine kurze Zusammenfassung schreiben. Wer sich nicht spoilern möchte, sollte nicht weiterlesen! 🙂

Die dreizehnte NEO-Story berichtet vom jungen japanischen Studenten Shinichi, der in seinem Studienjob im Tempel Nikko arbeitet und Touristen- und Schülergruppen führt. Während der Fantaninvasion vor einem Jahr hatte er sich dem Widerstand in Tokio angeschlossen und hat auch heute noch große Vorbehalte gegen die Extraterrestrier. Im Auftrag von Akina, der Miko des Tempels, sucht er Sachiko auf. Sachiko ist ebenso wie er eine Studentin, die sich im Tempel etwas dazuverdienen möchte und in die er heimlich verliebt ist. Er bringt nicht den Mut auf, sie nach einer Verabredung zu fragen. Während er verlegen auf seine Hände sieht, scheinen diese durchsichtig zu werden. Zu seiner Freude lädt sie ihn jedoch auf ein Konzert ein, für das sie zwei Karten hat. Freudig sagt er zu, der Eindruck der durchsichtigen Hände verschwindet.

Am nächsten Tag fahren sie gemeinsam zum Konzert, Sachiko geht es nicht besonders gut, sie sagt, dass sie wohl krank werde. Als sie sich in die Menschenmenge begeben, kommt es zu einem Vorfall: um die beiden scheinen alle anderen Menschen zu verschwinden und Sachiko bittet ihn, sie wieder heraus zu begleiten. Auf dem Rückweg erscheint die Menschenmasse wieder. Sachiko bricht zusammen und Shinichi lässt sie in ein nahe gelegenes Krankenhaus bringen. Die Ärzte dort vermuten ein Virus, sind aber ratlos, was es genau sein kann. Sie wollen Terrania kontaktieren, befürchten aber das Schlimmste. Die kraftlose Sachiko bittet Shinichi zur Botschaft am Chuzenji-See zu fahren, den Schlüssel zu nehmen und die Flöte zu holen. Sie sagt, sie würde sie brauchen und er solle es weder jemandem sagen noch sie verurteilen. Er entdeckt an der Halskette, die sie zuvor um den Hals getragen hatte einen Schlüssel. Diesen nimmt er an sich und bricht auf.

Als er die alte, aufgegebene Botschaft erreicht, findet er zunächst ein verlassenes Gebäude vor. Erst auf den zweiten Blick entdeckt er eine Falltür, die zu einem Tunnel unter dem Haus führt. Darüber gelangt er in Richtung der nahegelegenen Wasserfälle. Dort findet er einen Raum, welcher mit unzähligen Gegenständen vollgestellt ist sowie den Fantan Foth-Kundur. Der Außerirdische wundert sich, warum Shinichi ihn sehen kann und fragt ob Sachiko tot sei, da er seit ihrem ersten Zusammentreffen unsichtbar war. Shinichi verneint und erzählt von der Erkrankung und dass sie nach der Flöte verlangt hat. Der Fantan kramt sie auch den Bergen von Gegenständen hervor und übergibt sie an den jungen Mann. Die vermeintliche Flöte ist jedoch kein Musikinstrument, sondern ein medizinisches Kleingerät der Aras, welches der Fantan ihm in seiner Funktion erklärt. Er werde bei seinem Besun bleiben, während Shinichi zu Sachiko zurückkehren soll.

Shinichi schafft es mithilfe des Diagnosegerätes ein Gegenmittel zu synthetisieren und Sachiko zu verabreichen. Sie stabilisiert sich. Während er auf ihr Erwachen wartet, wird er von Iga Tulodziecky angesprochen, welche ihm einige Fragen zu Sachiko stellen möchte. In diesem Moment ertönt ein lauter Knall aus dem Krankenzimmer und Sachikos Mutter taumelt heraus. Sachiko ist verschwunden. Iga vermutet, dass Sachiko eine Mutantin ist und nach Terrania will. Außerdem sei Sachiko eine lebende Bombe, da sie von einer Krankheit befallen sei, die überall zu Stromausfällen und elektrischen Entladungen führt. Sie fragt, ob sie sich auch selbst unsichtbar machen kann oder nur andere. Darauf hat Shinichi jedoch keine Antwort. Da fällt ihnen auf, dass sich, bevor ihre Mutter herauskam, die Tür einmal selbsttätig öffnete ohne dass jemand hindurchtrat. Sie begeben sich zur nächsten U-Bahn-Station um die Verfolgung aufzunehmen. Iga gibt ihm eine Injektionspistole mit einem Anti-Virus. Das verabreichte Gegenmittel stellt nur eine vorübergehende Hilfe dar, hat sie aber nicht gerettet. Vor allem aber läuft sie Gefahr ungewollt andere Menschen zu verletzen. In der Station schaffen es Shinichi und Iga Tulodziecky tatsächlich Sachiko zu betäuben, gerade rechtzeitig, denn sie wollte sich vor die einfahrende U-Bahn werfen.

Tulodziecky bringt die beiden auf die VEAST’ARK, wo Sachiko behandelt wird. Zwei Tage später geht es ihr deutlich besser. Sie berichtet davon, wie sie den gestrandeten Fantan getroffen und vor einer Meute gerettet hatte. Da sie ihn versehentlich unsichtbar machte, konnten ihn seine Artgenossen nicht sehen und ließen ihn zurück. Daher suchten sie ihm das Versteck unter der Botschaft. Kurz darauf erhält sie die Nachricht, dass sie durch das Virus ihre Gabe komplett verloren habe. Sie freut sich darüber sehr, da sie Angst hatte weitere Menschen versehentlich unsichtbar zu machen oder anderweitig Unheil anzurichten. Nach Abschluss der Behandlung dürfen die beiden nach Tokio zurückkehren.

Foth-Kundur hat beschlossen auf der Erde zu warten, bis er von Fantan abgeholt werde. Denn er ist sich sicher, Fantan kommen immer wieder!

Fazit:

Eine rührende Kurzgeschichte zum Thema „Mutantengabe, was macht das mit einem Menschen?“. Kombiniert mit dem Schicksal des Fantan und der schüchternen Liebe zweier junger Menschen war das wirklich rund und gibt einen guten Einblick was hinter den Kulissen der Genesiskrise noch so alles passiert ist. Ich bin mal wieder positiv überrascht, wie toll die NEO-Storys sind! 🙂

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Perry Rhodan NEO-Story 12 – „Jespers Reise“ von Christian Montillon

Die zwölfte NEO-Story berichtet von der beschwerlichen, dramatischen und gleichzeitig befreienden Reise des jungen Mutanten Jesper.

Der sechszehnjährige Jesper, dessen Vater ein „Weltraumleugner“ ist – also die Berichte über Arkoniden, Fantan und Perry Rhodans Erlebnisse als Lügen abtut – lebt seit zwei Jahren mit seiner Familie auf der Azoreninsel Sao Miguel. Da er in Los Angeles aufgewachsen ist leidet er unter dieser Tatsache sowie darunter, dass sein Vater als Spinner verschrien ist.

Seine Gabe, die Umgebungstemperatur massiv zu senken hat er nicht gut unter Kontrolle und verheimlicht sie bestmöglich bis es eines Tages zu einem Unfall kommt. Er lässt versehentlich eine Pfütze gefrieren, wird dabei beobachtet und in seiner Wut und Angst verletzt er eine junge Frau.

Als er zuhause ankommt, kämpft er mit dem Bild der Frau, deren Auge er eingefroren hat und schläft schlecht. Am nächsten Tag beschließt er im Krankenhaus nach ihr zu fragen statt zur Schule zu gehen. Er erfährt, dass sie auf einem Auge erblindet ist.

Um seine Gabe weiter zu erforschen und beherrschen zu lernen geht er zu einem abgelegenen Kratersee und experimentiert. Dabei stirbt ein Vogel, dessen gefrorene Flügel zerbrechen. Das nächste Gedankenbild manifestiert sich in ihm.

Am folgenden Tag beschließt er die Insel zu verlassen und verabschiedet sich von seinen Eltern. Während seine Mutter ihn unterstützt und ihm Geld mitgibt, wird sein Vater wütend und sagt ihm, er darf gehen und auch zurückkommen, wenn er gestürzt ist. Seine Mutter kennt zu seiner Überraschung sein Geheimnis.

Er bricht auf und kommt mit dem Geld bis in die Mongolei. Dort weiß er zunächst nicht weiter, besucht eine von den Fantan zurückgelassene Brücke, die mitten in der Steppe steht. Dabei wird er von Skylar, einer ungefähr gleichaltrigen Mutantin entdeckt. Skys Gabe ist es, andere Mutanten aufspüren zu können und ihre eigene Gabe dann entgegengesetzt zu der des anderen zu entwickeln. Da Jesper die Umgebungstemperatur senken kann, kann sie sie also in seiner Gegenwart steigern.

Sie machen sich mit einem alten Jeep auf den Weg nach Terrania und verlieben sich auf der Reise. Dort angekommen, beobachten sie, dass das Lakeside Institut von einem Energieschirm eingehüllt ist. Die beiden nehmen seit ein paar Tagen Erkältungssymptome an sich wahr, die Genesiskrise beginnt.

Als sie Terrania erreichen bricht die Krise sich auch bei Jesper und Sky Bahn. Beide erlangen veränderte Fähigkeiten. Während Sky eine extreme Art der Telekinese entwickelt und den Verstand verliert, wird Jesper zum Teleporter. Sky tötet in ihrem Wahn mehrere Menschen und vernichtet viele Gebäude, bis Jesper bei dem Versuch sie zu stoppen mit ihr in die Höhe teleportiert. Dort verliert er den Kontakt zu ihr, kann sich wieder auf den Boden retten, während sie jedoch abstürzt und stirbt.

Jesper erstattet den Behörden Bericht und darf dann gehen. Er beschließt nach diesen Erfahrungen ein komplett neues Leben zu beginnen, da er sich sicher ist, dass es trotz aller Schrecken viele Chancen in dieser neuen Welt gibt.

Fazit:

Dieser Bericht aus der Sicht eines jungen Mutanten, der Angst vor seiner eigenen Gabe hat und innerhalb kürzester Zeit einen Wechsel aus Euphorie, Liebe, Katastrophen und Verlust erlebt gibt einen tollen Einblick in das Seelenleben eines solch „begabten“ Menschen. Was diese Gabe mit ihm macht wird sehr plastisch beschrieben und sorgt dafür, dass man als Leser nicht mehr so sicher ist, ob Mutantenfähigkeiten wirklich etwas sind, das man sich wünschen würde.

Auch diese NEO-Story hat mir viel Spaß gemacht. Nun steht erstmal NEO 181 an, die Storys haben also ein paar Tage Pause und dann geht es an die noch fehlenden NEO-Storys 13 bis 16 🙂

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Perry Rhodan NEO-Story 11 – „Der Held von Siron“ von Rüdiger Schäfer

Die elfte NEO-Story beschreibt, was hätte passieren können, wenn Perry Rhodan nach dem Kontakt mit den Arkoniden unverhofft gestorben wäre oder aus einem anderen Grund weniger Zeit zur Verfügung gehabt hätte.

Angech Anatarawan ergibt sich unter starken Schmerzen nach der Begegnung mit Perry Rhodan und Atlan sowie der Entdeckung eines arkonidischen Depots auf seinem Heimatplaneten in sein Schicksal. Vier Wochen hatte er gekämpft um seine Heimatwelt zu vereinen und den drohenden Atomkrieg abzuwenden. Nun kann er nur noch hoffen, dass seine Mitsironer zur Besinnung kommen.

Vier Wochen zuvor hatte er eine Funkbotschaft an alle Sironer gesendet. Diese konnte von keiner offiziellen Stelle gestoppt werden, da er arkonidische Technik nutzt. Er teilt ihnen mit, dass er und seine Freund das Depot unter dem Heiligtum – einem alten Arkonidenraumer – gefunden haben, unglaubliche Technik vorfanden und dass die Arkoniden ihre Vorfahren sind. Er kündigt in zwei Tagen eine Demonstration der technischen Möglichkeiten auf dem bleichen Meer an. Er selbst fühlt sich bei der Ansprache unwohl, ist eigentlich nicht der Typ für große Auftritte.

Einen Tag später versuchen Spezialkommandos das Depot zu stürmen, scheitern aber am Energieschirm vor dem Eingang. Der zweite Zugang ist durch die von Rhodan und seine Leute verursachte Zerstörung des alten Arkonidenraumers verschüttet und kann nicht innerhalb der kurzen Zeit freigelegt werden.

In den Stunden vor dem Beginn der Demonstration auf dem von Plastikmüll völlig verdreckten bleichen Meer, leidet Angech an Schwindel und Übelkeit. Auch einer seiner Freunde muss sich mehrfach übergeben. Sie vermuten die Ursache im ungewohnten arkonidischen Essen.

In einer Großaktion mit Drohnen, schaffen es Angech und seine Freunde – unter Zuhilfenahme der Depotpositronik – den einzigen Ozean des Planeten vom Plastikmüll zu reinigen und die Wasserqualität mit chemischer Hilfe erheblich zu verbessern. Die Medien und so ziemlich alle wichtigen Politiker des Planeten sind euphorisch und sprechen von einem Wunder.

Vierzehn Stunden nach der Vorführung meldet er sich erneut über öffentliche Kanäle. Er kündigt an, dass die Säuberung des Meeres erst der Anfang war und nahezu grenzenlose weitere Möglichkeiten zur Verfügung stehen. Er wird das Depot nach und nach für alle Sironer zur Verfügung stellen und fordert als einzige Bedingung, dass sich innerhalb von vier Wochen ein Gremium mit Vertretern von mindestens Dreivierteln der Staaten bildet. Dieses Gremium soll über die Anwendung der Technologien zum Wohle aller Sironer entscheiden. Sollte diese Bedingung nicht eingehalten oder weiter ein gewaltsamer Versuch unternommen werden in das Depot einzudringen, würde er es zerstören.

Nach dem Ende seiner Ansprache fällt er auf die Knie und übergibt sich. Er beschließt, auch weil inzwischen ein weiterer seiner Freunde ähnliche Symptome zeigt, dass sie sich alle von der Positronik durchchecken lassen.

Während sich vor dem Zugang zum Depot die ersten Vertreter der sironischen Staaten versammeln, erfährt Angech die Diagnose von der Positronik. Er und seine drei Freunde leiden an der Strahlenkrankheit, welche sie sich an Bord des altarkonidischen Raumers zugezogen haben müssen. Dort muss es Strahlungslecks gegeben haben. Die Positronik berichtet, dass es durchaus Wege der Therapie gäbe, dass diese ihr aber nicht zur Verfügung stünden. Er unterrichtet seine Freunde über ihr bevorstehendes Schicksal: sie haben noch drei bis fünf Wochen zu leben!

Während es den vier Sironern im Depot von Tag zu Tag schlechter geht, kommen die Vertreter der Stasten in ihren Verhandlungen nicht weiter. Einige Vertreter reisen wieder ab, die anderen kommen zu keiner Einigung. Nach zwei Wochen scheint es fast aussichtslos, dass alle an einem Strang ziehen. Angech und seine Freunde diskutieren darüber, ob alles umsonst gewesen sei und ob es nicht besser wäre das Depot zu zerstören.

Einen Tag vor Ablauf des Ultimatums sind bereits zwei der vier Sironer verstorben, während die Verhandlungen vor dem Depot quasi gescheitert sind. Angech beobachtet die Nachrichtensender und bekommt unter anderem mit, dass die Universität, an welcher er studiert hatte, ihn mit einer Gedenktafel ehrt. Dann stirbt auch Ghard, sein letzter verbliebener Gefährte.

Angech Anatarawan nutzt einen Schutzanzug um das Depot zu verlassen. Dabei beginnt die Positronik einen Countdown von einer Stunde um sich danach selbst zu vernichten. In der verbleibenden Stunde sendet sie wissenschaftliche Daten, welche sich nicht zur Waffenherstellung nutzen lassen auf allen offenen Frequenzen aus. In einer letzten Ansprache appelliert Angech an die Sironer, diese Daten sinnvoll und zum Vorteil aller zu nutzen. Dann erfüllt er sich seinen letzten Wunsch und fliegt in den Weltraum um einmal die Sterne und seinen Heimatplaneten ungetrübt zu sehen.

Fazit:

Diese bewegende Kurzgeschichte über einen Sironer, der versucht mit fremder, überlegener Technik das Schicksal seiner Welt zu ändern und diese zu retten, dabei aber sein Leben verliert, zeigt auf emotionale Weise, dass Perry Rhodans Reise sehr schnell hätte zu Ende gehen können und dass manchmal Details wie ein Strahlungsleck über einen ganzen Planeten bestimmen können. Letztlich finden sich aber auch sehr viele gesellschaftskritische Anspielungen auf unsere echte Welt wieder. Die Verschmutzung der Ozeane, die Uneinigkeit der Staaten untereinander und das Bestreben, die eigene Macht um jeden Preis zu erhalten spiegeln leider den Zeitgeist wieder. In diesem Sinne lässt die Story mich nachdenklich und etwas bedrückt zurück…

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Perry Rhodan NEO-Story 10 – „Der Traum von Chittagong“ von Michael Marcus Thurner

Die zehnte NEO-Story berichtet über die Ereignisse um André Noir, bevor er auf Perry Rhodan trifft und welche Ziele er ursprünglich verfolgte.

André Noir, ein Mutant mit der Fähigkeit, Personen mit ihren Ebenbildern aus anderen Dimensionen auszutauschen, plant mit seiner engsten Vertrauten Moon Gupta einen Angriff auf ein ehemaliges Kreuzfahrtschiff – die ALLURE – um dort sein neues Hauptquartier zu errichten. Die ALLURE liegt im Hafen von Chittagong um dort ausgeschlachtet zu werden. Die Ärmsten der Armen werden zu diesen Arbeiten vom organisierten Verbrechen benutzt.

Mit einem Trupp angeheuerter Männer fliegt Gupta unter Zuhilfenahme von sogenannten Tutguts – Minihelikoptern für den Kampfeinsatz – zur ALLURE. Die Eroberung verläuft erstaunlich glatt und mit wenigen Verlusten.

Einige festgesetzte Angehörige der vorherrschenden Verbrecherclans werden von ihr verhört. Da das menschenverachtende Gebaren ihr missfällt, gibt sie den Kampf-Tutguts den Befehl die Männer und Frauen zu töten.

Der Ausbau des Schiffes schreitet gut voran, allerdings gehen die Meinungen von Noir und Gupta dabei immer mehr auseinander. Gupta schafft auf Deck fünfzehn ein Biotop um die Menschen an die Natur zu erinnern, während sich Noir immer mehr auf Deck dreizehn verschanzt. Er denkt nur noch an die Revolution, welche er für die gesamte Menschheit anstrebt. Er möchte Gerechtigkeit und Bildung für alle.

Eines Tages erfolgt ein Attentat als Racheakt der Banden. Der Attentäter zündet eine Bombe, Gupta wird verletzt und erwacht erst wieder auf der Krankenstation. André Noir, welcher bei der Explosion direkt neben ihr stand, ist zu ihrer Überraschung und Freude wohlauf und hat nur wenige Kratzer abbekommen.

Noir erklärt ihr, dass sie und der vor beiden stehende Tutgut die Wucht der Explosion abgefangen und ihn geschützt hätten. Als sie kurz darauf ihren Körper überblicken kann, bemerkt sie, dass ihre Beine und ein Arm fehlen. Der Anblick ihres Gesichtes lässt Übelkeit in ihr aufsteigen.

Als sie mit Noir in ihr Biotop zurückkehrt bemerkt sie, dass sich kaum jemand darum gekümmert hat während sie im Tiefschlaf lag. Allerdings hat sich die Einstellung von André Noir geändert. Er hat erkannt, dass er die Revolution nicht allein steuern und die Menschen nicht gut erreichen kann. Sie dagegen sei eine Heldin und dafür prädestiniert. Nach erstem Zögern aufgrund ihrer Verstümmelung stimmt sie zu ihm dabei zu helfen, den Stützpunkt wieder aufzubauen und die Menschen, welche sie verlassen hatten zu überzeugen, zurückzukommen.

Sie sprechen darüber, wie der Weg weitergehen soll. Noir zweifelt daran, dass sie es schaffen ihre Ziele zu erreichen, aber Gupta stützt ihn und macht ihm Mut. Noir findet den Weg Perry Rhodans grundsätzlich gut, fürchtet aber, dass er die Armen und Ärmsten der Welt vergisst. Er weiß noch nicht, wie er mit vermutlich bald auftauchenden Vertrauten von Rhodan umgehen soll.

In der folgenden Nacht kommt Noir in Guptas Zimmer. Er berichtet ihr von seiner Angst vor der eigenen Fähigkeit. Er fürchtet, dass er bei der Anwendung seiner Macht Fehler begeht und keiner ihn davor warnen kann. Dann eröffnet er Gupta, dass er sie aus einer fremden Realität geholt hatte. Einer Realität, die viel besser ist als seine eigene und dass er sie benutzt hat, weil sie ihm so ähnlich war. Nun wolle er sie dorthin zurückschicken, damit sie das Leben führen kann, das sie verdient. Bevor sie wiedersprechen kann, löst sich André Noir vor ihren Augen auf und es bleibt nicht mehr als eine vage Erinnerung.

Fazit:

Eine tolle Story um das Verhalten, das Gewissen und die Motive von André Noir, welcher in der NEO-Serie ja eine etwas andere Rolle spielt als in der klassischen EA. Die Story war sehr flüssig und gut zu lesen und hat mir großen Spaß gemacht.

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Perry Rhodan NEO-Story 9 – „Allein und verlassen“ von Hermann Ritter

Die neunte NEO-Story erzählt die Geschichte eines in Raumnot geratenen Mannes mit besonderen Fähigkeiten.

Ein in Raumnot geratener Terraner erwacht auf einem Raumschiff. Er erinnert sich nur dunkel daran, was passiert ist, weiß jedoch noch, dass sich sein Geist vom Körper abgespalten hatte und dass das Schiff Probleme gehabt hat. Er erinnert sich daran, dass es sich unkontrolliert um mehrere Achsen drehte, sich sein Raumanzug schloss und er das Bewusstsein verlor.

Während der Bewusstlosigkeit, träumte er von seiner Jugend, in welcher er sich auf sein eigenes Bestreben hin testen ließ. Er täuschte damals epileptische Anfälle vor um von seinem Facharzt sein Gehirn untersuchen lassen zu können. Seine Mutter erklärte ihm nach der Untersuchung mit schlecht versteckter Abscheu, dass er „anders“ sei als sie alle.

Als er das Bewusstsein wiedererlangt, fühlt er sich gerädert, jedoch offenbar nicht schwerer verletzt. Er bemerkt, dass in der Krankenstation ein junger Mannliegt, welcher eine Infusion bekommt und zu schlafen scheint. Bevor er aufbricht, beschließt er noch einmal eine kleine Pause zu machen um seinem geschundenen Körper die Regeneration zu ermöglichen.

Wieder versinkt er in der Vergangenheit. In seiner Jugend bemerkte er irgendwann, dass er technische Geräte beeinflussen und „heilen“ kann. Diese Fähigkeit hielt er vor anderen Menschen so gut wie möglich geheim. Ein Nebeneffekt schien der erhöhte Nahrungsbedarf zu sein, welchen er nur schwer decken konnte. So stellte er sich selbst mechanische Wecker, welche ihn an das Essen erinnerten.

Nach dem kurzen Schlummer war er noch immer müde und fühlte sich körperlich schlecht. Er bekommt Zugriff auf die Schiffssysteme, welche aber auch für seine Fähigkeiten zu sehr beschädigt sind. In der Überwachung Krankenstation stellt er fest, dass sieben der acht Patienten noch zu leben scheinen. Darunter eine hochschwangere Frau. Die Vitalzeichen kann er aufgrund der defekten Geräte nicht prüfen und seine medizinischen Kenntnisse sind gering. Beim Versuch weitere Verbindungen des Schiffes zu reaktivieren, schläft er vor Erschöpfung wieder ein.

Als junger Erwachsener repariert er irreparabel beschädigte Geräte und verdient damit seinen Lebensunterhalt. Als er bemerkt, dass jemand ihn überwacht und scheinbar auf seine Fähigkeiten aufmerksam geworden ist, beschließt er zu verschwinden. Er bricht den Kontakt zu seinen Eltern ab und verlässt seine Wohnung und zieht in eine andere Stadt. Dort lebt er drei Jahre unerkannt, bis er erneut eine Überwachung wahrnimmt. Das Leben wird schwerer, da er sich kaum noch entziehen kann. Die Methoden seiner Gegner werden stetig besser.

Nach Erwachen fühlt er sich noch immer schlecht. Der Kopf schmerzt, sein Arm ist geschwollen und er scheint der einzige Mensch an Bord, der handlungsfähig genug ist um den Kranken in der Medosektion zu helfen. Also zwängt er sich in einen Raumanzug und macht sich auf den Weg.

Die erste Erfahrung, dass technische Geräte mit ihm „sprechen“ hatte er bereits als kleiner Junge und tarnte seine Begabung bereits damals. So konnte er mit einigen Tricks einen Kindergeburtstag „schwänzen“ um in Elektrofachgeschäften seiner Lieblingsbeschäftigung nachzugehen.

Er war ursprünglich als eine Art Hausmeister auf einem Schiff von Außerirdischen angestellt, deren Sprache er nicht verstand. Seine Lage wird immer schlechter, Wasser und Nahrung gehen ihm langsam aus, Sauerstoff reicht noch am längsten. Er kundschaftet mit seiner Gabe die Umgebung aus, was zusätzliche Kraft verbraucht. Allerdings weiß er nun, was er zu tun hat.

Er war beim Start der TOSOMA am ersten Januar 2037 an Bord. Als Mutant hatte er den Aufbruch ins All miterlebt und war voller Hoffnung auf ein neues, besseres Leben.

Er macht sich sehr langsam auf den Weg zur Krankenstation, muss sich zu jedem Schritt zwingen. Der linke Arm ist nutzlos geworden und schmerzt bei jeder Bewegung. Das Wasser ist ihm ausgegangen.

Bei der Auswahl der Mannschaft der TOSOMA stellt sich Ralph Sikeron – den Namen hat er sich selbst nach seinem Großvater gegeben – den Prüfungen und schafft es dabei, seine Gabe geheim zu halten. Dazu nutzt er verschiedene Ausreden und Vorwände für seinen Lebenslauf sowie für seine Gehirnmutation.

Mit letzter Kraft schafft Sikeron es, die Krankenstation zu erreichen und mit seiner Gabe zu öffnen. Dort findet er Wasser und einige Nahrungsmittel, welche er gierig in sich hineinstopft.

Beim Absturz der TOSOMA war Sikeron hautnah dabei, war mit seiner Gabe einer der wichtigsten Techniker und kümmerte sich so gut er konnte um Verletzte.

Als er die erste der sieben Zimmertüren öffnet findet er nur noch einen Toten. Dieser hatte versucht bis zur Tür zu kommen, war aber auch dem Weg gestorben. Ein weiterer Raum war leer, im dritten findet sich erneut ein Toter. Zwei Menschen lagen im künstlichen Koma, Sikeron vermutet, dass jede Hilfe zu spät kommt. Die schwangere Frau stellt sich als Arkonidin heraus. Sikeron schafft alle Wasser- und Nahrungsvorräte in ihr Zimmer, hält ihre Hand, stärkt sich und gibt den Maschinen um sie herum einen letzten mächtigen Befehl: Sie sollen machen was sie für richtig halten! Bevor er ohnmächtig zusammenbricht hat er den Eindruck, das heranwachsende Leben im Mutterleib der Arkonidin zu spüren.

Einen Tag später trifft ein Rettungstrupp ein. Der vollkommen ausgezehrte Ralph Sikeron wird genauso gerettet wie die schwangere Arkonidin.

Fazit:

Eine wirklich spannende, aber aufgrund des Aufbaus auch etwas schwerer zu lesende NEO-Story. Für eine Zusammenfassung ist diese fraktale Schreibweise sogar nahezu katastrophal, aber der Qualität der Story hat es trotzdem nicht geschadet. Diese Reise in die Psyche eines Mutanten hatte durchaus seinen Reiz.

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Perry Rhodan NEO-Story 8 – „Die Graulinge“ von Alexander Huiskes

Die achte NEO-Story bringt eine Geschichte mit einer meiner früheren Lieblingsfiguren: Belinkhar.

Nachdem Perry Rhodan Belinkhar – aus ihrer Sicht – verraten hat, grübelt die Mehandor über die Gründe und darüber, ob sie diese verstehen und akzeptieren könnte. Daher wird Wuriu Sengu zu ihr gebracht. Um eine Verständigung zu beginnen erzählt sie ihm von ihrer Zeit als Fremdgeherin und der Begegnung mit den Graulingen.

Sie beginnt ihre Geschichte mit dem Abschied von KE-MATLON und vor allem von der Schönheit des Planeten Gedt-Kamar, welche sie am meisten zu vermissen fürchtet. Kurz vor dem Abflug kommen auch ihre Schwester und ihr Vater, versuchen halbherzig sie umzustimmen und verabschieden sie letztlich in die Fremde.

Das Schiff ihrer Wahl ist die GRAULING. Ein Schiff, welches jeder Beschreibung trotzt und auf den kein Stereotyp passt. Es leuchtet in verschiedenen Farben und mit einem bestimmten Rhythmus, ohne dabei offensichtliche hypnotisierende Wirkung zu haben. Äußerlich erinnerte es an einen Kreisel, der aus sieben Scheiben verschiedener Größen zusammengesetzt war, wobei zwei der Scheiben Zahnrädern glichen. Den Zweifeln ihres Vaters zum Trotz lässt Belinkhar sich auf die GRAULING ein. Sie bezieht ihr Quartier auf der GRAULING und wird aufgefordert ihre Nervosität in den Griff zu bekommen. Sie als die neue Maklerin werde in Kürze abgeholt.

Als sie abgeholt wird, begegnet sie zum ersten Mal einem Grauling, einem Wesen mit drei Köpfen auf einem Hals, welches tatsächlich komplett grau wirkt. Die Graulinge schließen prinzipiell alle Geschäfte über Makler ab. Als solche soll Belinkhar ihnen dienen, ohne ihre eigentliche Aufgabe bis zu diesem Zeitpunkt zu kennen.

Sie erfährt, dass sie die Kontaktstelle zum Rest der Galaxis sein soll, da die Graulinge ihr Schiff nie verlassen und keinen fremden Planeten betreten würden. Außerdem berichtet ihr der Kommandant des Schiffes, dass sie mit einem Experimentalantrieb die Reise angetreten hatten, welcher nun beschädigt sei. Die Graulinge benötigten Ersatzteile, allem voran besondere, seltene Hyperkristalle.

Beim ersten Versuch diese zu beschaffen geht zunächst alles gut. Die Bewohner einer Wasserwelt gehen auf einen Handel ein, greifen jedoch bei der Übergabe der Bezahlung die GRAULING an und das Schiff muss fliehen. Leider ohne die Hyperkristalle und ohne die bereits übergebene Bezahlung.

Belinkhar bekommt jedoch vom Kommandanten eine zweite Chance. Sie kontaktiert ein Volk von Wasserstoffatmern, mit denen sie bereits früher gute Geschäfte gemacht hat. Der Kontrakt kommt erneut zustande, der Erste Offizier, welcher bereits vorher angedeutet hatte, dass er mithilfe von Belinkhar den Kommandanten entmachten möchte um selbst den Posten einzunehmen, nimmt sie anschließend zur Seite. Belinkhar wird von ihm zurechtgewiesen, dass sie ein telepathisch begabtes Wesen an Bord gelassen hat. Belinkhar interpretiert das Gespräch als weiteren Versuch den Kommandanten anzugehen und paralysiert den ersten Offizier mit dem Nadler, welchen er ihr selbst gegeben hatte.

Als sie in die Zentrale kommt um den Vorfall zu melden, bemerkt sie, dass der Kommandant nicht anwesend ist. Sie findet ihn im Hangar, einen der Wasserstoffatmer als Gefangenen, einen der Wasserbewohner, welche sie angegriffen hatten, tot daneben.

Belinkhar begreift endlich: der Kommandant war schuld am Angriff der Wasserwesen und begeht gerade den gleichen Fehler bei den Wasserstoffatmern. Er vermutet Spionage aufgrund der Telepathie und wird das Fremdwesen töten!

Belinkhar reagiert und erschießt ihn. Sie wird daraufhin selbst Kommandantin – so sieht es die Kultur der Graulinge vor. Diesen Rang tritt sie allerdings umgehend an den ersten Offizier ab und kündigt ihren Posten um sich einer neuen Aufgabe zuzuwenden.

Wuriu Sengu fragt sie nach Abschluss der Geschichte, warum sie gerade ihm diese Anekdote erzählte. Belinkhar erklärt ihm, dass sie hoffe, er werde Rhodan davon berichten und ihm klar machen, dass er für die Zukunft Verbündete benötigt. Außerdem, dass er den Namh vertrauen kann.

 

Fazit:

Alexander Huiskes schildert eine unbekannte, fremde und faszinierende Kultur. Die Graulinge sind in der Tat „anders“. Mir hat es Spaß gemacht, Belinkhar „wiederzusehen“, insgesamt war diese NEO-Story für mich aber eher eine der schwächeren. Bedeutet aber immer noch, dass sie unterhaltsam war. Wirklich schlecht im Wortsinne war nämlich bisher keine einzige der Storys.

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Perry Rhodan NEO-Story 7 – „Das Schiff“ von Oliver Plaschka

Die siebte NEO-Story ist ein echtes Atlan-Zeitabenteuer! Juchhey! 🙂

Sechzig Jahre nach der Vernichtung von Atlantis sind nur noch zwei Arkoniden auf Larsaf III: Atlan da Gonozal und Cunor, der bei der Schlacht gegen die Methans ein Beiboot steuerte und abstürzte. Die beiden halten sich hauptsächlich in der Unterseekuppel auf, schauen nur gelegentlich nach einer kleinen, autarken Ortungsstation auf einem Berg.

Auf einem solchen Ausflug trifft Atlan auch Rico wieder, das Wesen, welches ihn vor sechzig Jahren weggelockt hatte um ihm seinen Zellaktivator und die Pläne für die Konverterkanone zu übergeben.

Als Atlan wieder in der Station ankommt, hat Cunor auf alten Aufzeichnungen entdeckt, dass bei der Schlacht ein Beiboot der Methans notgelandet ist. Er kann die Absturzstelle identifizieren und die beiden beschließen sich auf den Weg zu machen um aus dem Schiff nützliche Dinge zu bergen oder sogar einen Notruf per Hyperfunk abzustrahlen.

Sie fahren mit dem Unterseeboot bis zum geografisch am dichtesten gelegenen Küstenstreifen und gehen zu Fuß weiter. Auf dem Weg stellen sie steigende Radioaktivität fest, welche vor allem in einem nahen Fluss messbar ist. Kurz darauf kommen sie an ein Menschendorf, welche an einem Berghang liegt. Der Fluss verläuft ebenfalls in der Nähe. Die Menschen sind alle schrecklich entstellt, was Atlan auf die Strahlung zurückführt. Er möchte den Menschen helfen, Cunor ist dagegen. Atlan setzt sich durch und die Dorfschamanin hält die beiden für Abgesandte der Ahnen, welche auf dem Berg wohnen. Sie lädt sie zum Festmahl ein, was dem obersten Jäger jedoch nicht gefällt. Es kommt zum Streit und der Jäger versucht die Schamanin mit einem Speer zu töten.

Die Arkoniden kümmern sich um die schwer verletzte Frau und können sie heilen. Während sie sich erholt bricht Atlan allein zum Berg auf. Dort findet er das Schiff, welches jedoch komplett unbrauchbar geworden ist. Allerdings ist es für die Verseuchung des Flusses verantwortlich. Atlan beschließt, dem Leid der Menschen ein Ende zu machen als plötzlich Rico auftaucht und ihm dabei helfen will.

Als Atlan wieder im Dorf ankommt, bricht der Vulkan, der der Berg eigentlich ist, aus. Der Jäger zürnt ihm und behauptet, dass er den Zorn der Ahnen entfacht habe. Atlan erklärt ihm, dass das nicht der Fall sei, sondern dass er den Berg geheilt habe, wie er auch die Schamanin geheilt habe. Als diese vor die Menge tritt, sind die Menschen ob dieser Zauberei dankbar und ehrfürchtig.

Conur jedoch ist erbost, da er ahnt, dass Atlan das Schiff zerstört hat statt es zu nutzen um einen Notruf abzusetzen. Auch Atlans Versuch ihn damit zu besänftigen, dass das Schiff verloren war und ein Notruf nicht die notwendige Reichweite gehabt hätte, hindert ihn nicht daran, nach der Rückkehr in die Unterseekuppel seiner eigenen Wege zu gehen. Atlan verliert seinen letzten Freund und in diesem Moment erscheint ein weiteres Mal Rico wie aus dem Nichts. Er bietet an, Atlan zukünftig zu begleiten und zu unterstützen, da er durch Atlans Entscheidung den Menschen zu helfen davon überzeugt ist, dass dieser nun die Vergangenheit ruhen lässt und in die Zukunft schaut. Auf die Frage, ob es denn eine Zukunft für diese Welt gäbe, antwortet er, mit ihrer Hilfe sei das der Fall.

Fazit:

In diesem relativ klassischen, wenn auch logischerweise kurzen Atlan-Zeitabenteuer, wird die frühe Unsterblichkeit des Arkoniden beleuchtet. Obwohl ich die Zeitabenteuer des Arkonidenhäuptlings ehrlichgesagt früher nicht besonders mochte, finde ich diese Kurzgeschichte wirklich gut gelungen. Vielleicht, weil es eben nur eine Kurzgeschichte war, vielleicht aber auch, weil im NEOversum alles etwas anders ist… 🙂

Und zum Schluss ratet mal was? Das Bild ist © Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt 🙂

Perry Rhodan NEO-Story 6 – „Im System des roten Riesen“ von Alexander Huiskes

Die sechste NEO-Story entführt das Bewusstsein von Tatjana Michalowna auf eine faszinierende Reise.

Tatjana Michalowna – die russische Telepathin – erlebt mit, wie sich ihr Bewusstsein nach dem Kontakt mit dem Weltenspalter von ihrem Körper löst. Sie vergleicht den Prozess mit dem Ablösen der Haut auf einer heißen Tasse Milch. Während sie diesen Prozess erlebt, nimmt sie Hilferufe wahr, die sie zu sich zu ziehen scheinen.

Sie „erwacht“ im Körper eines menschenähnlichen fremden Wesens in einer altertümlich anmutenden Raumschiffzentrale und erblickt die riesige rote Sonne Danorgh. Sie versucht Kontakt mit dem Besitzer des Körpers aufzunehmen und als erstes bedankt sie sich bei ihm. Darauf vermutet er, er sei verrückt geworden. Er ist aufgebracht und vermutet, dass sie militärische Geheimnisse stehlen will. Erst als sie ihm eröffnet, dass ihr Bewusstsein vom Körper getrennt wurde, beginnt er ihr zu glauben und wird neugierig. Er nennt sich Pragosh und sagt er sei ein Fündimensionaldenker – ein Hyperphysiker also. Weiter erfährt Tatjana, dass er zum Volk der Theneten gehört.

Als er nach ihrem Aussehen fragt und ob sie sich ähneln würden, bittet sie um die Freigabe von Gedanken und Erinnerungen. Sie stellt fest, dass der Fremde wie ein Arkonide aussieht: weiße Haare, rote Augen!

Als er nach ihrer Herkunft fragt, erzählt sie ihm von der Welt des Weltenspalters. Er eröffnet und zeigt ihr, dass es nicht nur einen Weltenspalter gibt, sondern mindestens fünf. Diese befinden sich im äußeren Rand des Systems in dem sie sich grade aufhalten. Sein Volk nennt die Weltenspalter Hypermanipulatoren. Er erzählt, dass sie nicht nur Welten vernichten können, sondern auch Hyperkristalle „ernten“. Er ist der Meinung, dass sie noch viel mehr können und darum ist er mit seinem Geschwader im System. Sie versuchen Zugriff auf eines der Schiffe zu bekommen. Er erwähnt nebenbei, dass die imperiale Propaganda einen anderen Begriff verwendet: „Randwärtige Sternenfresser“. Diesen Begriff hat Tatjana bereits von Crest gehört, konnte ihn aber nicht den Weltenspaltern zuordnen. Sie weiß lediglich, dass in der Vergangenheit des arkonidischen Imperiums ein Krieg gegen Gegner dieser Bezeichnung tobte.

Michalowna erfährt weiter, dass die Weltenspalter die Heimatwelt der Wesen bedroht, in deren Obhut sich ihr Bewusstsein befindet. Daher beginnen sie einen Angriff auf einen der Fünf. Dieser zeigt allerdings keinerlei Wirkung. Als der Kommandant mit maximaler Wirkung feuern lassen will hat sie ein schlechtes Gefühl und versucht ihn davon abzubringen und eine andere Lösung zu suchen.

Noch bevor die Flotte erneut das Feuer eröffnet, wehrt sich der Weltenspalter und Pragosh stirbt. Michalowna strebt erneut als reines Bewusstsein durch das Nichts und wird gerufen. Als sie von einem Sog mitgerissen wird, vermutet sie gerettet zu sein.

Erneut landet sie jedoch im Körper einer diesmal weiblichen Thenetin namens Rakuula. Diese behandelt einen als Sklaven behandelten Orgh sehr schlecht und wird zur Strafe von Tatjana mental übernommen. Sie lässt alle Orgh des Planeten frei und als Rakuula sich ihren Körper zurückholt, schlägt der Weltenspalter das zweite Mal zu. Rakuula stirbt, Michalowna wird zum nächsten Körper geschleudert.

Ihr nächster Wirt ist eine verwirrte, weil an der Strahlenkrankheit leidende, junge Frau, die die Katastrophe irgendwie überlebte. Sie befindet sich in einer Stadt, ähnlich der leuchtenden Stadt auf Kedhassen. Die Stadt schwebt im freien Raum und die beiden Frauen sind sich – kurz vor dem Tod der Wirtin – einig, dass der Weltenspalter es auf die leuchtende Stadt abgesehen hatte. Anschließend wird Michalowna wieder fortgeschleudert und von irgendjemandem gerufen.

Erneut landet sie in einem Körper, doch nun nicht in einem humanoiden, sondern in einem Orgh. Dieser bringt sie zu seiner Königin. Michalowna erkennt, dass diese sie gerufen hatte. Im Gespräch erzählt ihr die Königin von der Bestimmung der Orgh als Prüfstein im Verlauf der Ewigkeit und über das Ringen, in welches die Menschen hineingerutscht sind. Ohne konkretere Antworten zu erhalten erlebt sie mit, wie das Raumschiff auf dem sie sich befindet in ein aus dem Stern Danorgh entstandenes schwarzes Loch stürzt. Michalowna kehrt in ihren eigenen Körper zurück, ohne genaue Erinnerungen an das Erlebte.

Fazit:

Alexander Huiskes schafft es in dieser Kurzgeschichte eine wahnsinnige Fülle an Informationen zu verpacken und eine faszinierende Geistesreise zu schildern. Großes Kino auf wenigen Seiten, spannend zu lesen und mit Ausblick auf das was da kommen mag. 🙂

Wie immer ist das Bild © Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt

Perry Rhodan NEO-Story 5 – „Whistlers Vision“ von Marc A. Herren

Die vierte NEO-Story erzählt die Vorgeschichte von Allister T. Whistler, welcher später als „Scaramanca“ von sich reden macht.

Der junge Kybernetiker Allister T. Whistler wird vom philippinischen Kamao-Syndikat unterstützt indem er sowohl Gelder als auch technische Gerätschaften bekommt. Zunächst ohne Gegenleistung und obwohl er um deren Gefährlichkeit weiß, nimmt er die Hilfe dankend an, denn sein Vater unterstützt seine Forschungen nicht.

Als er eines Tages vom Oberhaupt des Syndikates – Ghalib Janjalani – mit Nachdruck überredet wird, dessen Bewusstsein auf den von ihm entwickelten Chip zu transferieren, obwohl dieser noch nicht ausgereift ist, geschieht was geschehen musste. Beim Transfer geht etwas schief, der Syndikatschef stirbt als der Transfer zu 67% abgeschlossen ist. Whistler hatte sich darauf vorbereitet, zündet im Labor mehrere Bomben und tötet den Leibwächter sowie einen der beiden Söhne von Janjalani. Er entkommt.

Auf der Hochzeitsfeier seines jüngeren Bruders nimmt das Syndikat, jetzt vom verbliebenen Sohn geführt, Rache an ihm und vergiftet seine komplette Familie. Da auch die Kommunikationswege gestört wurden, hat er keine Chance Hilfe zu holen und entschließt sich, die Bewusstseinsinhalte von neun Personen – unter anderem seiner Mutter und seines Bruders – auf neun inzwischen weiterentwickelte Chips zu transferieren. Als die Polizei und der Geheimdienst eintreffen, wird er verhaftet, da sie davon ausgehen, dass er alle Menschen bei einem Experiment getötet habe.

Einige Zeit später bittet er, nach der Flucht aus dem Sanatorium in welches er gebracht wurde mithilfe einer selbst gebastelten Roboterratte, in Terrania um Asyl. Er wird jedoch von Homer G. Adams mit Verweis auf seinen Vater abgewiesen. Daraufhin reist er erneut nach Manila.

Mit den Bewusstseinsfragmenten des alten Janjalani gelingt es ihm, gemeinsam mit zwei ehemaligen, von ihm angeheuerten Polizisten, in das Hauptquartier des Syndikates einzudringen. Er gelangt in den Arbeitsraum, kann die Gelder des Syndikates transferieren und sich einen der Bunker in Südamerika als neues, eigenes Hauptquartier aussuchen. Als der zweite Sohn und neue Syndikatschef auftaucht, überwältigt er ihn, indem er ihn mit den Bewusstseinsresten seines Vaters konfrontiert. Er eröffnet ihm, dass er das Syndikat übernehmen wird und dass das bisherige Oberhaupt sein Statthalter in Manila werden solle. Allerdings benötige er dazu keinen Körper und werde wie sein Vater auf einen Chip transferiert.

Die neun Bewusstseinschips seiner Verwandten plant er in die überall herumstehenden Schaufensterpuppen zu integrieren. Sich selbst nennt er aufgrund der langen Narbe am Unterarm, welche er beim Attentat auf seine Familie davongetragen hatte, Scaramaca.

Fazit:

Auch die fünfte Kurzgeschichte im NEOversum überzeugt mit schlüssigen Hintergrundinformationen über eine Nebenfigur. Scaramanca treffen wir als Leser in NEO 19 wieder, wo er ein Gegenspieler der Mutanten ist. Die Ereignisse spiegeln auf der einen Seite seine charakterlichen Schwächen, auf der anderen Seite aber auch seinen „Werdegang“ vom ambitionierten Wissenschaftler zum Syndikatsboss wieder. Erneut eine faszinierende Geschichte, die sich perfekt in das NEOversum einreiht.

Auch hier © Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt

Perry Rhodan NEO-Story 4 – „Gemeinsame Geschichten“ von Herrmann Ritter

In der vierten NEO-Story berichtet uns ein alter Ferrone aus seiner und unserer Vergangenheit. Er erzählt: Gemeinsame Geschichten…

Ein alter Ferrone wird von einer terranischen Reporterin interviewt und erzählt – mit mehreren Pausen – seine Geschichte. Er fängt bei seiner Kindheit und dem frühen Tod seines Vaters sowie dem anschließenden Leben mit seiner Mutter an. Die Hinterlassenschaft seines Vaters bestand hauptsächlich in einem selbst gestalteten Glasfenster seines Kinderzimmers, welches das Wega-System mit buntem Glas abbildete. Durch das Fenster inspiriert überkommt den damals noch jungen Ferronen Fernweh nach fremden Welten. Er liest alles, was er über das eigene System ausfindig machen kann, malt sich die Zukunft aus und beginnt später fantastische Literatur zu lesen.

Als junger Erwachsener beschäftigte er sich dann mit Raumfahrt, Mythen und Legenden sowie Verschwörungstheorien. Alte Bilder wurden auf Spuren fremder Raumfahreruntersucht, Raumschiffe wurden hineininterpretiert und überall gab es „Flammenreiter“. Er berichtet, dass die Transmittertechnologie dazu führte, dass die Ferronen sich in der Raumfahrttechnik nur sehr langsam weiterentwickelten.

Bei einer Expedition nach Pigell, einer Dschungelwelt im Wegasystem, untersuchte er mit seinen Gefährten eine alte Tempelanlage. Dort fanden die jungen Leute Bilder von humanoiden Wesen, welche eindeutig keine Ferronen waren.

Als sie sich wieder in der Zivilisation melden wollten, bekamen sie keine Verbindung mehr. Sie begaben sich auf den Rückweg durch den Dschungel. Nachdem sie mehrere Tage darin herumirrten, fanden sie dort, wo eine Industrieanlage stehen sollte, nur noch einen rauchenden Krater vor. Nach weiteren Tagen fanden sie heraus was passiert war: die sehnsüchtig gesuchten Fremden waren inzwischen tatsächlich gekommen. Allerdings waren es keine freundlichen Humanoiden, sondern die echsenhaften Topsider, welche über das Wegasystem hergefallen waren. Er erzählt, wie diese die Planeten des Systems verwüsteten um sie für sich zu beanspruchen. Erst mit der Ankunft Perry Rhodans – den er als den Lichtbringer bezeichnet – sei die Geschichte gut für die Zivilisation der Ferronen ausgegangen. Mit seiner Hilfe wurde eine Lösung gefunden.

Zum Abschluss des Interviews erzählt er der Reporterin, dass er gemeinsam mit seinem Freund, dem Terraner Marc, nach Ferrol zurückkehren möchte um dort unter Menschen zu sterben – egal ob diese schwarz-, weiß- oder blauhäutig seien. Hauptsache er könne dabei das Licht der Wega sehen.

Fazit:

Diese Kurzgeschichte umreißt das Leben eines alt gewordenen, namenlosen Ferronen in herrlich authentischer Art und Weise. Er erzählt seine Geschichte, wie man es von einem alten Mann erwarten würde. Aus dieser Lebensgeschichte wird außerdem die Bedeutung von Perry Rhodan für die Ferronen deutlich. Denn ohne ihn und sein Eingreifen würde es diese Zivilisation in ihrer jetzigen Form nicht mehr geben.

Auch diese Kurzgeschichte hat mir Spaß gemacht und sie war so herrlich „anders“ als die bisherigen. Ich werde langsam zum NEO-Story-Fan! 🙂

Das Bild ist wie immer: © Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt