Susan Schwartz mitten im „Aufstand der Goldenen“

Ich bin bei diesem Roman etwas hin-und hergerissen. Der Titel hat mich erstmal etwas verwirrt. Aufstand der Goldenen? Waren die nicht vor kurzem alle draufgegangen? Naja, vielleicht ja ein Rückblick dachte ich mir, also schauen wir mal. Dazu Susan Schwartz als Autorin, was für mich immer ein wenig wie ein Überraschungsei ist. Das kann sehr gut werden, muss es aber nicht. Außerdem war meine Motivation in diesem Fall ohnehin etwas geringer, da ich parallel die Phileasonsaga lese und da iregndwie mit Feuer und Flamme dabei bin. Diese musste ich nun unterbrechen, auch wenn es für NEO war. Deshalb bin ich auch verhältnismäßig spät dran damit, hier etwas in die Tasten zu hauen.

Worum geht es beim „Aufstand der Goldenen“?

Achtung Mini-Spoiler: Überraschenderweise handelt es sich nicht um einen Rückblick! Susan Schwartz beschreibt in ihrem Roman den Versuch von nicht ganz so perfekten Goldenen, ihrem Schicksal zu entgehen und bringt außerdem Licht ins Dunkeln in Bezug auf die Entstehung der Kunstwesen.

Die Handlungszusammenfassung findet ihr wie immer hier:

Perrypedia

Wie hat mir „Aufstand der Goldenen“ gefallen?

Auch hier Achtung Mini-Spoiler: Wenn ich ganz ehrlich mit mir selbst bin nicht ganz so gut. Die ersten achtzig bis einhundert Seiten fühlten sich nach berühmt-berüchtigtem Füllroman an. Danach bricht die Hölle los und am Ende kommt Tolot mit einer Deus ex machina daher und beendet die Bedrohung. Die Herkunft und Entstehungsgeschichte  der Goldenen ist sicher „nice to know“, aber ansonsten hätte man sich den Roman irgendwie sparen können. Das bedeutet nicht, dass er schlecht geschrieben war oder dass die Autorin viel falsch gemacht hätte, aber irgendwie war das nicht so meins. Insgesamt eine nette Geschichte über ein seltsam konditioniertes Volk, welches maßgeblich an der Entstehung der Goldenen beteiligt war und nun, kurz vor ihrem Untergang durch die Entartung der eigenen Sonne, plötzlich doch nochmal Probleme mit den Goldmännlein bekommen. Die Lösung ist zwar plausibel, mutet aber trotzdem etwas „ultimativ“ an.

Was war nicht ganz so gelungen?

Naja, das habe ich jetzt irgendwie vorweg genommen…vielleicht noch ein Satz: Luan Perparim will erst nicht an der Expedition teilnehmen, später wird erwähnt, dass das Team um Eric Leyden mit Perparim auf dem Planeten unterwegs ist um sie danach nie wieder zu erwähnen. Ich weiß, dass ist kleinlich, aber ich mag solche Logikfehler einfach nicht.

Fazit:

Der „Aufstand der Goldenen“ war nicht meins. Gefühlt ein Roman zwischen Füllroman und zwanghafter Erklärung der ganzen „Goldene-Geschichte“. Ich persönlich freue mich auf den nächsten NEO und hoffe auf Besserung. Hierfür gibt es leider nur 4/10 Pünktchen. 😦

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Michelle Stern und Rüdiger Schäfer sind „Im Labyrinth des Geistes“

Klaus N. Frick hatte ja angekündigt, dass zum ersten Mal ein NEO-Roman von einer Autorin und einem Autor gemeinsam geschrieben wurde. Das stimmt zwar nicht, denn Madeleine Puljic und Kai Hirdt haben auch schon einen NEO in Zusammenarbeit abgeliefert, aber gespannt war ich trotzdem. Michelle Stern hatte sich ja bei NEO etwas rar gemacht, ich mag aber ihren Stil zu schreiben. Rüdiger Schäfer ist für mich persönlich seit langer Zeit ohnehin fast über jeden Zweifel erhaben. Daher erwartete ich einen Hammerroman.

Worum geht es „Im Labyrinth des Geistes“?

Zunächst mal: wir haben nur zwei statt vier Handlungsebenen. Dazu wurde die Aufteilung sehr viel angenehmer gestaltet. Immer zwei Kapitel eines Handlungsstranges wurden aneinandergereiht, so dass ein recht flüssiges Lesen möglich war und nicht das Gefühl einer völlig „zerfaserten“ Handlung aufkam, wie ich es bei NEO 184 hatte. Die Handlungsstränge führen zum einen die Geschehnisse um die von den Naiir gefangene Rhodan-Gruppe, zum anderen die Erlebnisse der Rhodan-Söhne auf Luna – genauer gesagt in NATHAN – weiter.

Ein großer Teil des Romans hat sich gelesen wie eine Mischung aus psychedelischem Trip und vielen Kurzgeschichten. Speziell der Strang um Thomas und Farouq Rhodan war speziell.

Eine ausführliche Zusammenfassung findet ihr wie immer hier:

Perrypedia

Wie hat mir „Im Labyrinth des Geistes“ gefallen?

Im Prinzip habe ich das Gefühl zwei Romane einzeln betrachten zu müssen – zu verschieden waren die Handlungsstränge. Fangen wir mit dem Strang von Perry an. Der war extrem aufschlussreich, brachte echte Augenöffner in Bezug auf den kosmischen Überbau von NEO. Hier werden Zusammenhänge hergestellt, dass einem als NEO-Leser nur so das Herz aufgeht. Der Abschlussteil dieser Handlung war wiederrum herzzerreißend und auch wenn das als Minispoiler gewertet werden könnte: Ich konnte mir ein, zwei Tränen nicht verkneifen, was mir nicht peinlich ist, mir aber ausgesprochen selten passiert.

Der zweite Handlungsstrang war eine gefühlte Kurzgeschichtesammlung mit Tom und Farouq Rhodan in verschiedensten virtuellen Situationen und zumindest teilweise mit dem Gefühl, dass die Protagonisten irgendwie auf einem wirren Trip waren. Okay, das ist auf gewisse Weise ja auch wirklich so gewesen ohne damit zu viel zu verraten. Spannend zu lesen allemal, im Vergleich mit dem anderen Teil hatte ich damit aber mehr Schwierigkeiten. Schön war es, dort der einen oder anderen „alten Figur“ nochmal zu begegnen.

Was war nicht ganz so gelungen?

Wie gesagt, die Handlung um Tom und Farouq hat mir persönlich nicht ganz so gut gefallen wie der andere Strang und ich bin immer noch nicht im Klaren darüber – was natürlich so sein soll – worauf das Ganze hinausläuft.

Der Perry-Strang war ebenfalls ein wenig „tripartig“, aus dem Vorgängerroman weiß man ja, dass die Gruppe an eine Laurinmaschine angeschlossen wurde, die die Erinnerungen erforschen soll. Das hat mich auch weniger gestört. Was ich seltsam fand war eher die „Lösung“ des Quarantäne-Problems auf der MAGELLAN…mehr kann ich aber ohne zu spoilern nicht schreiben. 🙂

Fazit:

Grundsätzlich ist der Roman meinen Erwartungen mit ein paar kleineren Abstrichen gerecht geworden. Mein persönlicher Geschmack wurde anteilig genau getroffen, anteilig aber eben mit kleinen Einschränkungen. Wenn ich die Handlungsstränge einzeln werten müsste, würde die Perry-Handlung 8,5 Punkte und die Tom-Handlung 7 Punkte bekommen. Der Schnitt daraus sind 7,75 also gerundete 8 Punkte.

So bekommen Michelle Stern und Rüdiger Schäfer für NEO 185 von mir insgesamt sehr gute 8/10 Punkte!

Rainer Schorm „Im Reich der Naiir“

Ich verbinde ja mit den Romanen von Rainer Schorm ambivalente Gefühle. Irgendwie weiß ich bei ihm vorher nie, was mich erwartet und ob ich mich darauf freuen soll. Ich habe schon sehr gute NEOs von Rainer gelesen, aber leider auch welche die mich weniger begeistern konnten. „Im Reich der Naiir“ war in der Tat irgendwo dazwischen, was aber vor allem an zu vielen Handlungsebenen lag, weniger am Inhalt der Handlung.

Worum geht es „Im Reich der Naiir“?

Wie im Vorgängerroman von Susan Schwartz bietet uns auch dieser NEO mehrere Handlungsebenen an. Wir erleben mit, wie es den Rhodanbengels Tom und Farouq auf Luna ergeht, die Entwicklung von Sol wird weiter geschildert und die MAGELLAN kämpft so mit eigenen Problemen. Nicht zu vergessen die FERNAO, die mal wieder losgelöst vom Mutterschiff unterwegs ist und ein Einsatzkommando auf einem – sagen wir mal ungewöhnlichen – Planeten absetzt.

Eine ausführliche Zusammenfassung findet ihr, wie immer, hier:

Perrypedia

Wie hat mir „Im Reich der Naiir“ gefallen?

Tja, an sich war die Handlung spannend, gut geschrieben und es gab neue Erkenntnisse. Manche sogar mit einem gewissen „WOW-Effekt“. Einzelne Charaktere wie Icho Tolot oder auch die Rhodan-Bengel sind hervorragend beschrieben und haben wirklich Spaß gemacht. Was mich total gefreut hat war, dass Rainer den Dilatationseffekt beschreibt, als die FERNAO mit annähernder Lichtgeschwindigkeit fliegt. Für die Besatzung vergehen Minuten, für den Rest 8,5 Stunden. Das ist ein Thema, welches sonst gern vernachlässigt wird. Great!!!

Was war nicht ganz so gelungen?

Viele Handlungsstränge in einem Roman sind meines Erachtens gefährlich, getreu dem Motto „zu viele Handlungen verderben die Geschichte“…oder waren das Köche? Ach egal…in diesem Fall bin ich unschlüssig.

Zum einen gefällt mir die Handlung der einzelnen Handlungsstränge durchaus gut, besonders auf Luna und auf der MAGELLAN beschreibt Rainer Schorm faszinierende Ereignisse. Auch Rhodans Expedition erlangt Einblicke, die viele Prognosen und Spekulationen erlauben und Lust auf mehr machen. Zum anderen wirkt der Roman aber durch die vier Handlungsebenen auf mich irgendwie zerrissen. Ich bin damit nicht so ganz glücklich geworden, auch wenn die Einzelhandlungen gut waren.

Dann noch etwas, was mich einfach nur etwas genervt hat: auf Seite 40 steht „Die Evakuierung von Vulkan war erfolgreich und wir haben keine Leute verloren“ Keine Leute verloren? Hallo? Zwei komplette Schiffe sind in NEO 183 draufgegangen, einfach weggepustet von der im Roten drehenden Sonne… Ich weiß, dass ist literarisch eine Kleinigkeit und ich bin da vielleicht etwas empfindlich, aber wenn Susan Schwartz ein Schiff mit tausenden Terranern wegbombt, sollte das im Folgeroman auch immer noch so sein, oder? Aber vielleicht hat das doofe Zeitkreell ja die Zeitlinie verändert und das Schiff gerettet? 🙂

Fazit:

Tja, wie gesagt, ich bin mir nicht sicher…an sich gefiel mir die Handlung in drei von vier Handlungssträngen. Der Strang um Merkur war etwas aufgebläht und besaß wenig Inhalt (Achtung Mini-Spoiler!): Merkur wird evakuiert und beim Chasma bildet sich Zeitkreell. Das wäre auch mit deutlich weniger Platz und Aufwand möglich gewesen. Nicht, dass es schlecht geschrieben war, auch die Charaktere sind nett, aber ich fand diese Handlungsebene etwas…wie soll ich sagen…nutzlos? Was sie aber geschafft hat ist, aus einem schon mit drei Ebenen stark gesplitteten Roman ein wahres Puzzlespiel zu bauen. Für meinen Geschmack war das zu viel.

Da die Handlung insgesamt aber trotzdem spannend war, bekommt Rainer Schorm für diesen NEO von mir 6,5/10 Punkte!

Susan Schwartz entfesselt den „Sonnensturm“

Diese ollen Leseproben…ich sollte mich fernhalten, aber das fällt mir dann doch eher schwer. Folglich stürzte ich mich auch dieses Mal wieder auf die ersten 20 Seiten, bevor ich den Roman in den Händen hielt. Verglichen mit den beiden Vorgängern passierte dabei erstmal nicht so viel, was aber nicht heißt, dass mir der Beginn schlecht gefallen hätte. Susan Schwartz beschreibt die Vorgänge sehr blumig und in tollen (geistigen) Bildern. Auch im weiteren Verlauf, als NEO 183 dann „in echt“ in meinen Händen war, hatte ich wirklich viel Spaß, bzw. fühlte mich sehr gut unterhalten.

Worum geht es in „Sonnensturm“?

Vorsicht Spoiler: um einen Sonnensturm! 🙂

Spaß beiseite, natürlich gibt es noch mehr zu berichten, der Roman spielt auf mehreren Handlungsebenen. Er führt die Vorkommnisse im Torran-System voran und im heimischen Sonnensystem passiert auch so einiges. Die Sonne spielt ein wenig verrückt, was an anderen Ereignissen im System liegt und die Laurins haben auch irgendwie ihre Finger im Spiel.

Eine ausführliche Zusammenfassung findet ihr, wie inzwischen bei mir üblich, hier:

Perrypedia

Wie hat mir „Sonnensturm“ gefallen?

Zunächst mal: der Roman war komplett anders als die beiden Hirdt-NEOs zum Staffelstart. Das liegt sicher zum einen daran, dass Susan Schwartz einen sehr „blumigen“ Schreibstil pflegt und Szenen ausgesprochen plastisch beleuchtet – was toll ist und das Geschehen sehr „nah“ wirken lässt. Zum anderen aber sicher auch am Exposé, welches deutlich weniger Tempo vorgegeben haben dürfte. Beides ist anders, deshalb aber keineswegs schlecht. Die Hirdt-NEOs fand ich phänomenal, dieser hier war aber trotz oder vielleicht grade wegen des gemächlicheren Tempos ebenfalls sehr gut. Wobei von „gemächlich“ zu sprechen natürlich übertrieben und ganz subjektive Empfindung ist. Die Ereignisse im Sol-System überschlagen sich ja trotzdem ziemlich. Ich denke, dass es in diesem Fall tatsächlich an den Stilen der beiden Autor*innen liegt, dass ich das so wahrnahm.

Was ich großartig fand war die Tiefe der Situationen. Einzelne Menschen werden geschildert und durch ihre Augen sehen wir als Leser die teilweise dramatischen Geschehnisse. Besonders die drei Piloten in den DAEDALUS-Einheiten fand ich persönlich – obwohl nur in einem relativ kurzen Abschnitt beschrieben – fantastisch und bewegend! Aber auch die Menschen an Bord der ALEXANDER VON HUMBOLDT oder der nette Herr auf dem Titelbild waren in der Charakterdarstellung super. Dafür: Danke Uschi / Susan! 🙂

Was war nicht ganz so gelungen?

Das ist jetzt mein persönlicher Geschmack: die Sonne, welche verrücktspielt und – mal wieder – die Erde und das ganze System bedroht? Irgendwie erscheint mir das Thema etwas abgekaut. Nicht, dass es wirklich zu Ende erzählt war, das Chasma ist ja noch vorhanden, aber irgendwie kam mir das anteilig wie eine Wiederholung vor. Wie gesagt, individueller Geschmack und sicher kein Fehler oder gar fehl am Platze das erneut aufzugreifen.

Ansonsten gibt es nicht so viel zu meckern. Vielleicht eins noch: in diesem NEO fand ich es auffällig, dass doch recht viele Tippfehler und seltsame Satzkonstruktionen enthalten waren die im Lektorat durchgerutscht sind. Das ist mir schon länger nicht in dem Ausmaß aufgefallen. Aber es war noch nicht so schlimm, dass es mich wirklich störte…Ich erinnere mich an einen Roman in der Sitarakh-Staffel, den ich da erheblich schlimmer fand.

Fazit:

NEO 183 war anders, aber trotzdem gut. Das hohe Niveau der Staffel wird meines Erachtens gehalten, wenn auch nicht ganz so hoch wie es Kai Hirdt vorgemacht hatte. Das ist aber zugegeben auch echt ein fieser Vergleich, das waren NEO-Meisterwerke *kicher*.

Daher bekommt Susan Schwartz’s Werk von mir sehr gute 8/10 Punkte! 🙂

Im zweiten Teil seines Doppelbandes führt uns Kai Hirdt in die „Festung der Allianz“

Ich habe diesen großartigen NEO tatsächlich zwei Tage liegen gelassen, da ich noch den Silberband 98 zu Ende lesen wollte (der war übrigens auch echt gut…komplett anders als NEO, aber wirklich gut). Im Nachhinein ist das bei diesem Klasseroman fast eine Schande gewesen. 😉

Worum geht es in „Festung der Allianz“?

Tja…ganz ehrlich kann ich hier ohne Spoiler kaum etwas schreiben…

Wie der Name vermuten lässt, geht es in die Festung der Allianz hinein, welche sich bekanntlich auf dem Planeten Torran-Gar befindet. Inhaltlich werde ich hier wieder nicht viel verraten, wer Interesse hat darf aber gern hier nachschauen:

Perrypedia

Ich habe versprochen in meinem Blog nicht mehr so massiv zu spoilern, daher wird diese Rubrik zukünftig lediglich zur qualitativen Einordnung dienen.

Wie hat mir „Festung der Allianz“ gefallen?

Hammer, Fett, Bombe, Krass! Das hat irgendein seltsamer Rapper mal in einem Song von sich gegeben, aber in diesem Fall trifft es den Nagel auf den Kopf. Das war grandios und NEO-Unterhaltung vom Feinsten!

Was hier an alten, losen Handlungsfäden zusammengeknüpft und logisch verwoben wurde ist der Hammer! Fett waren die Action sowie die Gewissenskonflikte der Protagonisten. Die Gewissenlosigkeit und der Pragmatismus der Antagonisten endeten (wortwörtlich) in einer Bombe und es war schon krass, wie sehr mich dieser NEO gefesselt hat. Selten habe ich so schnell und ohne große Pause die 160 Seiten verschlungen. Davon sehr gern mehr. Ich hoffe, dass die folgenden Romane diesem Raketenstart in die neue Staffel gerecht werden können. Ich ziehe auf jeden Fall meinen Hut vor Kai Hirdt, der mit NEO 181 und NEO 182 nicht nur den ersten NEO-Doppelband verfasst, sondern dies auch noch in unglaublicher Qualität getan hat.

Was war nicht ganz so gelungen?

Achtung Mini-Spoiler: Da fällt mir lediglich eine winzige Kleinigkeit ein, nämlich der viel zu kurze Zeitraum, den die Kaperung der WELTENSAAT benötigte. Eine Minute vom Einschleusen in ein komplett fremdes Schiff, bis zum unautorisierten Start? Sportlich… 😉

Fazit:

NEO 182 war ein Kracherroman und schließt qualitativ direkt an NEO 181 an. Allerdings schafft Kai Hirdt es, noch eine winzige Schippe draufzulegen. Es war spannend, es war rasant, es war ausgesprochen aufschlussreich und lässt trotzdem noch mehr als genug Fragen offen. Es werden auf der anderen Seite aber auch einige alte, nicht beendete Handlungsfäden abgeschlossen und darüber habe ich mich wirklich sehr gefreut! Irgendwer hat bei Fratzenbuch gefordert, dass Kai Hirdt die komplette Staffel schreibt…nach diesem Zweiteiler wäre ich zumindest nicht traurig drum 😉

Tja, was soll ich sagen…der erste Teil hat von mir 9 / 10 Punkten bekommen, da Teil 2 noch etwas stärker war, vergebe ich hier zum zweiten Mal überhaupt 10 / 10 Punkten.

Für Kai Hirdt ist der „Mond nur der Anfang“

Zwei Jahre nach dem Suprahet, der Wiederaufbau der Erde schreitet langsam aber sicher voran, die Menschheit rückt weiter zusammen und Perry Rhodan kämpft mit politischen Winkelzügen, seinen halbwüchsigen Kindern sowie einer Bedrohung, die sich länger nicht hat blicken lassen…

Da ich nun in aktuellsten NEO-Gefilden blogge und nicht mehr nachträglich über bereits vor Wochen erschienene Romane schreibe, werde ich das spoilern mal deutlich runterfahren. Sollte jemand trotzdem meine gewohnte Zusammenfassung lesen wollen gibt es die hier: Perrypedia

Worum geht es (grob) in „Der Mond ist nur der Anfang“?

Während die Menschheit die Erde renoviert, tauchen neue Gegner auf dem Mond auf, NATHAN scheint ein eigenes Spiel zu spielen und wir treffen direkt oder indirekt mehrere alte, fast vergessene Bekannte wieder. Außerdem spielen Tom und Farouq Rhodan eine größere Rolle, gewohnt chaotisch, jetzt allerdings älter und erwachsener…oder nein…einfach nur älter. 🙂

Es gibt Schießereien, Verfolgungsjagden, Ultimaten, unerwartete Wendungen und zusätzlich politisches Ränkespiel vom Feinsten. Dieser Roman ist derart inhaltsgeladen, dass er gegen die Romane in der Mitte der vergangenen Staffel fast wie zwei NEOs in einem daherkommt.

Wie hat mir „Der Mond ist nur der Anfang“ gefallen?

Hallelujah, so wahnwitzig viele Informationen in einem Roman muss ich erstmal verarbeiten. Das war ein Staffelstart der Marke „ab ins kalte Wasser“. Der Speed dieses NEO war atemberaubend, die Ereignisse überschlagen sich, Rhodan ist wieder mitten drin und seine Familie gleich mit. Die lange abgemeldete Allianz ist wieder da und eine aus der EA bekannte Spezies darf am Ende so heißen wie früher! Auch wenn der unfreundliche Belgier nicht wirklich sympathisch ist, DAS hat er gut hinbekommen…der hätte mal bei den Blues dabei sein sollen. Ach ne, da war es ja der Eigenname, den sich die Azaraq selbst gegeben haben. 😉

Also zusammenfassend: ein würdiger Auftakt in die neue Staffel in von Kai Hirdt gewohnter Qualität. Macht Lust auf mehr!

Was war nicht ganz so gelungen?

Mit der Startsequenz bzw. dem Prolog konnte ich wenig anfangen…zwei Jahre vor dem Rest des Romans fliegt Tolot nach Torran-Gar. Was er dort erlebt hat bleibt aber komplett im Dunkeln, er ist zwei Jahre später halt wieder da. Das war zumindest etwas irritierend.

Ansonsten habe ich wenig zu meckern. Ein paar winzige Logikfehler, wie die Szene, als Rhodan erst entwaffnet wird und keine Minuten später, ohne dass erwähnt wird, wie er sie wiederbekommen hat, mit der Waffe auf den Angreifer zielt. Klar, man kann es sich denken, aber erzählerisch ist es etwas „ruckelig“. Das sind aber Peanuts, der Roman war wirklich klasse!

Fazit:

Für den Staffelstart gibt es 9 / 10 Punkten! Kai Hirdt scheint diese Wertung bei mir abonniert zu haben 🙂

Rainer Schorm im „Seuchenschiff der Azaraq“

Ich habe lange überlegt, wie ich in diesem Fall einsteige und bin mir immer noch nicht sicher, was ich zum Einstieg schreiben soll. Es könnte vielleicht „Stolperstart mit furiosem Finale“ passen. Ich muss sagen, dass ich nach den ersten dreißig Seiten frustriert war und den Roman erstmal zur Seite gelegt habe. Warum erkläre ich später. Danach wurde es aber von Kapitel zu Kapitel besser und Rainer Schorm hat zum Schluss noch einiges rausgerissen…zum Glück.

Worum geht es in „Seuchenschiff der Azaraq“?

Wir haben in NEO 179 drei Handlungsstränge, die erzählen, wie es den drei handlungsrelevanten Gruppen ergeht. Da wären zum Einen Perry Rhodan, Julian Tifflor, Sud, Gucky und der Tentra Jepprafomm, welche im Weltraum innerhalb des Ovisystems agieren, Eric Leyden und Icho Tolot an Bord der memetischen Arche sowie Tuire Sitareh und Tim Schablonski in den Kavernen von Impos.

Perry Rhodan:

Als die FERNAO zurückkehrt und die fünfhundert Apasos-Raumer mitbringt, steht im System der Sonne Ovi eine gatasische Kriegsflotte von rund zehntausend Einheiten. Angeführt wird diese von Perry’s „altem Bekannten“, dem Gataser Tagrep Kerrek, welcher immer noch wegen des Diebstahls des Kreellblocks mit Tuire Sitareh im Inneren schlechte Laune hat. Die Raum-Zeit scheint massiv beschädigt, im ganzen System gibt es immer wieder rote Blitzentladungen. Diese stellen Risse im Kontinuum dar. Eine Raumschlacht droht, als das Seuchenschiff auf der Bildfläche erscheint. Rhodan erfährt durch abgehörten Funk, dass Kerrek’s Sohn auf dem Schiff ist und an Choroba nemoc leidet. Kurzerhand begibt er sich mit Tifflor, Sud, Gucky und Jepprafomm in einen Risikoeinsatz, fliegt zum Seuchenschiff und heilt den Sohnemann. Das anschließende Gespräch mit Kerrek hat die erhoffte Wirkung, die Wut des Gatasers verraucht und die Flotte zieht ab. Krise im All ist bewältigt.

Eric Leyden / Icho Tolot

Die beiden Wissenschaftler versuchen auf der Arche der Memeter die Besatzung zu erwecken. Die Erweckung wird mit Hilfe von Oxford auch eingeleitet. Ein Einbruch von Hornschreckwürmern stört sie dabei und bedroht die schlafenden Terraner. Da erscheint der Wächter von Impos, jenes Konglomerat von Bewusstseinen alter Memeter, welches Rhodan, Leyden und Co. schon im Physcore trafen. Es bereinigt kurzerhand die Hornschreckwurmgefahr und erklärt, dass Sitareh zwingend den Darojib benötigt um seinen Auftrag erfüllen zu können. Daraufhin wird dieser per Halbraumtunnel erst auf die AVEDANA-NAU – wo Oxford ihn sich erfolglos aneignen möchte – und anschließend in die Kavernen zu Sitareh transportiert. Als dies erledigt ist, wird die Erweckungsprozedur fortgesetzt und die Memeter erwachen.

Tuire Sitareh / Tim Schablonski

Sitareh und Schablonski versuchen in den Kavernen von Impos die Memetermaschinen vollständig zu reaktivieren. Dazu fehlen ihnen allerdings zwei Voraussetzungen: das technische Verständnis und, dass die Arche den Mond verlässt. Auf der Suche nach dem Zentrum der Anlage – dem Uterus – begegnen den beiden Hornschreckwürmer, welche von der Anlage neutralisiert werden und „Zeitkreell“. Das Zeitkreell ist die Miniaturversion der roten Blitze im All. Im Uterus angekommen stehen die beiden kurz davor aufzugeben, als auch ihnen der Wächter erscheint. Er erklärt Sitareh, dass er erstens den Darojib braucht und zweitens einen weiteren „Zeitträger“. Sitareh hadert mit sich selbst, da er den Darojib nie wieder anlegen wollte. Allerdings ist dieser ja weit weg auf der MAGELLAN und unerreichbar, was unweigerlich ein Scheitern bedeuten muss. Als die Lage vollkommen verloren scheint, öffnet sich der Halbraumtunnel und der Darojib erscheint. Trotz größtem Widerwillen legt er ihn an.

Wie hat mir “ Seuchenschiff der Azaraq “ gefallen?

Insgesamt relativ gut mit Abstrichen. Durch die drei Handlungsstränge wurde die Gesamthandlung – endlich mal wieder – deutlich vorangetrieben und auf das Staffelfinale vorbereitet. Der Handlungsstrang um Rhodan und die erkrankten Blues war tatsächlich berührend. Auch die Zwangslage von Tuire Sitareh wurde von Rainer Schorm sehr plastisch beschrieben und hat mich bewegt. Leyden und Tolot waren verhältnismäßig wenig zu lesen und hier gab es meinen größten Kritikpunkt und für mich persönlich das Ärgernis, welches dazu führte, dass ich eine Pause einlegen musste. Dazu hier mehr:

Was war nicht ganz so gelungen?

Die Hornschreckwürmer! Was sollte das denn? In NEO 177 werden die Biester schlafen gelegt und rühren sich durch die teilweise reaktivierten Anlagen auf Impos nicht mehr. Davon ist plötzlich keine Rede mehr und diese kleinen Vielfraße beißen sich durch die Arche als wäre nie etwas gewesen. Es wird nur darauf verwiesen, dass die Hyperschallemitter wohl mal wieder ausgefallen seien. Keine Erklärung, ob die Wirkung nur temporär war, ob die unterimposischen Anlagen wieder schweigen oder was auch immer der Auslöser sein könnte, dass die Hornschreckwürmer wieder aktiv sind. Die Dinger dringen dann sogar in die Kavernen vor und greifen Sitareh und Schablonski an. Ganz ehrlich bin ich der Meinung, dass so ein Fehler – sei es fehlende Erklärung oder einfach falsch beschrieben – nicht passieren sollte. Schon gar nicht einem der beiden Exposéautoren persönlich. Klar, Fehler passieren, aber das war ein ganz schöner Klops, der mir einfach erstmal den Spaß verdorben hat. Das ist schade.

Einen weiteren, kleineren Fehler gab es dann noch in Zusammenhang mit Tuire Sitareh, welcher ja bekanntlich seit mehreren Jahren bei den Terranern ist und dessen Sprachverständnis ganz am Anfang hervorgehoben wurde. Er konnte sich damals in kürzester Zeit auch ohne Translator verständigen. Rainer Schorm schreibt ihm aber auf den Leib, dass er einen Translator nutzt, welcher dann Begriffe verwendet, die Sitareh entschuldigend als „terranische Entsprechungen“ betitelt. Wozu sollte Sitareh im Gespräch mit Schablonski einen Translator brauchen? Kein schlimmer Fehler, aber auch solche Kleinigkeiten stören mich als Leser.

Fazit:

Schwierig ist die Wertung für mich in diesem Fall. Der gesamte Roman war nicht schlecht und wie oben beschrieben: Fehler passieren. Allerdings hat mir das echt ein wenig die Leselaune „versaut“, daher muss ich was dafür abziehen. Letztlich zog sich diese fehlerhafte Beschreibung über viele Seiten und durch zwei Handlungsstränge und war damit keine kleine Sache. Daher für einen an sich ordentlichen NEO mit einem – für mich persönlich – größeren Ärgernis 5,5 / 10 Punkten.

Kai Hirdt – I am (a) Blue!

Hui, war das ne coole Nummer. Kai Hirdt entführt den Leser in „Krisenzone Apas“ in die Welt der Blues. Jetzt sollte man denken, in der Staffel „Die Blues“ ist das ja zu erwarten. Stimmt irgendwie, aber der komplette Roman ist aus der Sicht der Blues geschrieben! Das ergibt beim Lesen ein total anderes Feeling und war wirklich grandios.

Worum geht es in „Krisenzone Apas“?

Ganz grob geht es darum, dass Perry Rhodan mit der FERNAO und den drei Blues „aus der Vergangenheit“ nach Apas fliegt um dort Katlyk gegen das Heilmittel der Choroba nemoc zu tauschen.

Nebenbei liefert Kai Hirdt noch einen sehr lesenswerten Politthriller…in den Hauptrollen die Damen Lukosta und Waikara Atisi sowie deren Gegenspieler Aan Hadralok. Wobei das mit Gegenspieler im Laufe des Romans mehrfach hin- und herschwankt. Wie gesagt, allesamt Blues oder Azaraq, genauer gesagt aus dem Gelege der Apasos.

Während Waikara Atisi als Regierungschefin versucht, einen Krieg gegen die Gataser zu vermeiden – zumindest zum Zeitpunkt der Handlung, denn auch sie will diesen Krieg, nur später – rutscht ihre Tochter Lukosta eher zufällig in eine Regierungsposition. Als ihr Bruder ermordet wird, bittet Waikara ihre Tochter das Ressort Raumfahrt zu übernehmen um die Mehrheit im Rat zu behalten. Lukosta strebt eigentlich keine politische Karriere an, willigt aber ein. Kurz nach dem Auftauchen der FERNAO rettet sie eine Flotte Apaserschiffe aus einer sogenannten „Niederung“ – einer von ihr während der wissenschaftlichen Arbeit entdeckten gravitationellen Anomalie im System. Trotz ihrer Warnung an den Rat hatte der Oberkommandierende der Flotte die Einkesselung der FERNAO befohlen und damit alle Schiffe in Gefahr gebracht.

Nach der Rettung darf sie die ersten Verhandlungen führen und kann sich selbst davon überzeugen, dass das Heilmittel echt ist. Sie begleitet Rhodan, Tifflor, Sud und die drei „historischen“ Apaser auf die Regierungswelt Apas, wo die Verhandlung mit ihrer Mutter Waikara fortgesetzt werden soll. Die Verhandlungen laufen zunächst relativ gut, Waikara behauptet zunächst nur die Hälfte der geforderten Katlykmenge zu haben, gibt aber an, zu versuchen das restliche Katlyk aufzutreiben. In Wirklichkeit hat sie gemeinsam mit ihrem Widersacher Hadralok heimlich 112.000 Tonnen Katlyk beiseite geschafft um zu gegebenem Zeitpunkt eine Flotte mit Molkex ausrüsten zu lassen. Dafür ist die Forschungsflotte vorgesehen.

Nachdem sie sich Zeit erbeten hat, spioniert sie Rhodan und seinen Begleitern mithilfe von genetisch veränderten Insekten nach und findet – genauso wie unabhängig von ihr auch Hadralok – heraus, dass die Terraner das Heilmittel im Zweifel auch anderen Gelegen zur Verfügung stellen wollen. Daraufhin ändert sie ihre Meinung, befiehlt ihrer Tochter, welche das Katlyk mit fünfhundert Forschungsraumern abholen sollte, den Einsatz abzubrechen und bespricht mit Hadralok, dass sowohl Rhodan und seine Gruppe getötet als auch die FERNAO vernichtet werden muss.

Während Hadralok Vorbereitungen zum Angriff auf die FERNAO trifft, lässt Waikara ein Attentat auf Rhodan starten, was jedoch kurz vor Ausführung unterbrochen wird, als die Terraner von einem unautorisiert fliegenden Gleiter gerettet werden. Sie steigen ein, da eine Aufnahme der Unterhaltung zwischen Hadralok und Atisi den Beweis erbringt, dass sie hintergangen werden sollen.

Den Gleiter wiederum schickte Lukosta, welche beschlossen hat, dass die Rettung des Heimatsystems der Apasos wichtiger als der Gehorsam zu ihrer Mutter ist. Daher lädt sie auch weiter das Katlyk ein, nachdem sie die Entstehung einer neuen Niederung entdeckt hat.

Rhodan, Tifflor und Sud treffen nach einer erfolgreichen Flucht kurz vor Abschluss des Katlykdiebstahls bei ihr ein. Zeitgleich bemerkt Hadralok, was auf Kohnla, der Welt mit dem Katlyklager vor sich geht.

Die Lage spitzt sich erwartungsgemäß zu, in der unvermeidlichen Raumschlacht finden sich die Katlykschiffe im Griff der neu entstandenen Niederung wieder und erst ein Kreelleinbruch direkt über Kohnla – der zur Verwüstung des Militärstützpunktes führt – bringt Hadralok dazu, Lukosta zu glauben. Er rettet die Katlykflotte und bittet um Verzeihung. Gleichzeitig wird er persönlich die Flotte zum Treffpunkt mit der FERNAO begleiten.

Nebenbei beschreibt Kai Hirdt auch noch das Schicksal des „nach Hause“ zurückgekehrten „historischen“ Apaso Ussein Parkh, der mit den Veränderungen seiner Heimat kämpft, plötzlich feststellt, dass er durch Zinsen nach siebenhundertachtzehn Jahren steinreich – oder besser molkexreich – geworden ist und am Ende ist er dafür verantwortlich, dass die Machenschaften der Mayat, also des Staatsoberhauptes der Apasos, gestoppt werden. Er kauft kurzerhand den größten Nachrichtensender und lässt über die Korruption von Waikara Atisi berichten. Diese stürzt sich – auch weil sie sich ohnehin im Endstadium der Choroba nemoc befindet – in den Tod. Ihre Tochter übernimmt auf Empfehlung von Aan Hadralok die Nachfolge, da dieser erkannt hat, dass sie tatsächlich nur das Beste für Apas will.

Zu Ussein Parkh hier noch ein kleines Zitat, das mich schmunzelnd weiterlesen ließ:

Bevor Parkh ihre Bekanntschaft jedoch vertiefen konnte, störte ihn ein Signal seines funkelnagelneuen, kreellbesetzten Luxusallzweck-Kommunikationsarmbandes mit funktionsfreien, aber hochwertigen Molkexintarsien […]

Sowas muss man sich erstmal ausdenken. 🙂

Wie hat mir “ Krisenzone Apas “ gefallen?

„Krisenzone Apas“ ist ein super Politthriller mit Blues als Protagonisten. Die politischen Verwicklungen und Ränkespiele unter den blues’schen Machthabern sind beeindruckend plastisch beschrieben, Intrigen und Gleichgültigkeit gegenüber den normalen Bürgern sind ebenso erschreckend wie greifbar geschildert.

Erschreckend trifft der Roman meiner Meinung auch den aktuellen Zeitgeist, in welchem man sich als „normalsterblicher Bürger“ durchaus der Willkür der Politik ausgesetzt fühlen kann.

Mit Lukosta gibt es aber eben auch diesen einen Charakter, der trotz aller Widrigkeiten einfach nach ihrem Gefühl handelt und das Richtige tut. Hier wird das am Ende belohnt…

Insgesamt bin ich schwer begeistert, besonders der Perspektivwechsel hat mir sehr gut gefallen. Die komplette Story aus der Sicht der Azaraq war ungewohnt aber wirklich erfrischend und gut zu lesen. Das war meiner Meinung ein ganz starker NEO!

Was war nicht ganz so gelungen?

Tja…was eigentlich? Auch hier kommt die Gesamthandlung wie in den beiden Vorgängerromanen nur langsam weiter, aber das ist mein einziger Kritikpunkt. Wir mussten nicht noch ein viertes Mal Impos ertragen, der Roman war spannend und immerhin ging es etwas weiter. Darum will ich gar nicht mehr meckern, dafür war das Ding einfach zu gut! 🙂

Fazit:

Für einen wirklich guten SF-Politthriller aus Azaraqsicht gibt es großartige 9,5 / 10 Punkten. Ich war gefesselt von der wirklich wendungsreichen Story und fühlte mich auf beste Art und Weise unterhalten.

Ruben Wickenhäuser „lockt mit Kreell“

…und das durchaus erfolgreich möchte ich meinen. Der Roman war Ruben’s Debüt für Perry Rhodan NEO, ich kannte ihn zuvor noch gar nicht. Daher zunächst ein paar Worte zum Autor bevor ich zum Inhalt komme.

Ich habe den Stil von Ruben Wickenhäuser als ausgesprochen erfrischend empfunden. Seine Darstellung der einzelnen Personen war sehr glaubwürdig und er hat eindeutig ein Händchen für Gucky! Den NEO-Gucky habe ich lange nicht so lebhaft und gut erlebt wie in „Lockruf des Kreells“! Aber auch seine Darstellung der einzelnen Blues fand ich wirklich gut. Ich hoffe, wir bekommen noch mehr von ihm zu lesen, danke für diese sehr unterhaltsamen 160 Seiten!

Zum Inhalt: aus meiner Sicht, bzw. meiner Erinnerung, gab es ein paar Unstimmigkeiten und Logikfehler. Einer soll an dieser Stelle benannt werden: in den beiden vorigen Romanen wurden die Azaraq (ja…ich nutze jetzt diesen seltsamen Namen…) als Volk ohne Handelsmentalität geschildert. Hier haben wir plötzlich Prospektoren, Geschachere um Molkex und den Wusch nach persönlichem Reichtum. Klar könnte man argumentieren, dass wir mit den Tentra die dritte Volksgruppe der Blues kennenlernen und diese andere Verhaltensweisen zeigen. Allerdings wird sich die tief verankerte Grundmentalität, dass es keinen persönlichen Besitz gibt und jeder sich überall bedienen kann, nicht komplett von der der Gataser oder der Hanen unterscheiden…oder etwa doch?

Aber Schwamm drüber, der Roman an sich war zu gut um sich über Kleinigkeiten zu ärgern. Die MAGELLAN fliegt auf dem Weg nach Droo Karuuhm in ein System der Tentra ein und bekommt mit, wie sich eine planetare Katastrophe ereignet. Ausgelöst durch die Überheblichkeit oder Dummheit zweier, sich duellierender Raumschiffskapitäne, gibt es auf dem Prospektorenplaneten einen Asteroideneinschlag. Auf dem Planeten leben Blues, welche Molkex schürfen sowie ein eingeborenes, eher primitives Volk namens Hemasch, mit dem die Blues bis zur Katastrophe Handel treiben.

Nach dem Einschlag, unter dem die Blues auf dem Planeten ebenso zu leiden haben wie die Hemasch, bricht ein Konflikt zwischen den beiden Gruppen aus, der sich zu einem Krieg auszuweiten scheint. Die Hemasch geben, korrekterweise, den Blues die Schuld am Einschlag und der Vernichtung einer ihrer Städte.

In dieser Situation tritt die MAGELLAN auf den Plan. Perry beschließt, wie wir ihn kennen, dass es die Pflicht der Terraner ist, Hilfe zu leisten. Nebenbei wird ein Impuls vom Planeten aufgefangen, der dazu führt, dass der Darojib von Tuire Sitareh sich gelb verfärbt. Dies wird als Warnzeichen aufgenommen und soll natürlich erforscht werden…die Terraner sind wie immer neugierig. Sitareh wurde zuvor aus dem Kreellblock befreit, ist aber noch nicht bei Bewusstsein.

Rhodan macht sich also mit der FERNAO auf den Weg direkt auf dem Planeten zu helfen und den Impuls zu erforschen, begegnet dabei sowohl Blues als auch Hemasch, kann den Konflikt nach einigen Schwierigkeiten beenden, den Tentra die Heilung gegen den gelben Tod bringen und findet mit Gucky und der Hilfe zweier Blues auch den Ursprung des Impulses, nämlich einen großen Kreellblock in welchem augenscheinlich viele insektenartige Wesen leben und sich darin bewegen! Bei der Überlegung den Block mit in die FERNAO zu nehmen, was Eric Leyden vehement fordert, kommen die Gefährten zu dem Schluß, dass dies deutlich zu gefährlich sei. Daher ziehen sie, nachdem Messungen vorgenommen wurden, wieder ab.

Tuire ist inzwischen erwacht, kann sich jedoch zunächst an keine Einzelheiten seit seiner Trennung von den Terranern in Andromeda erinnern.

Der Blue Jepprafomm, welcher erst von den Terranern, genauer gesagt von Gucky, gerettet wurde und diese dann auf dem Planeten tatkräftig unterstützte, schließt sich der MAGELLAN an und das Schiff fliegt weiter Richtung des ursprünglichen Zieles Droo Karuuhm.

Meine grobe Zusammenfassung kann natürlich in keiner Weise die wirklich spürbar düstere Stimmung des Romanes wiedergeben. Atmosphärisch war das wirklich gelungen und hat mir großen Spaß gemacht. Inhaltlich gab es keine ganz großen Erkenntnisse, aber das ist ja nicht immer notwendig für ein gelungenes Leseerlebnis. Im nächsten Roman darf ich mich nun auf Kai Hirdt und den „Pfad des Auloren“ freuen. Das klingt verdächtig nach einigen „AHA“-Erlebnissen und Romane von Kai lösen immer Vorfreude in mir aus. Freue mich auch dieses Mal drauf!

„Lockruf des Kreells“ bekommt sehr gute 7 von 10 Punkten (bei inhaltlich höherer Relevanz für die Gesamthandlung wären es eher mehr gewesen) und setzt damit weiter die positive Entwicklung der Staffel fort. 🙂

NEO 172 – Susan Schwartz schreibt über den gelben Tod

Die Zeit ist knapp, ich komme wenig zum Lesen, aber NEO 172 habe ich grade eben beendet. „Der gelbe Tod“ von Susan Schwartz war vom Lesegfühl ein ziemliches „Gehetze“ durch das vorliegende Thema. Häufig habe ich die Handlung im Zeitraffer vorbeifliegen sehen. Das impliziert mir als Leser irgendwie, dass eigentlich mehr zu erzählen gewesen wäre, aber leider nicht ausreichend Seiten zur Verfügung standen.

Das finde ich irgendwie schade, denn grundsätzlich hinterläßt der Roman ein  angenehmes Gefühl in mir. Ich habe mehr über die Blues (ich weigere mich weiter sie bei diesem seltsamen neuen Eigennamen zu nennen…) gelernt, ebenfalls über Molkex und dessen Verarbeitung. Perry und Co. kommen der Rettung von Tuire aus seinem Kreellblock einen guten Schritt näher und insgesamt wird die blue’sche Kultur immer „runder“. Das hat mir wirklich gut gefallen. Wie gesagt, dass an einigen Stellen mehrere Tage in zwei Absätzen behandelt worden zu sein scheinen, finde ich schade, denn Frau Schwartz hat an den Stellen, an denen sie den Platz hatte (oder sich genommen hat) wirklich tolle Eindrücke hinterlassen.

Nun habe ich am ersten Band der Blues-Staffel ja ein wenig rumgemosert. Zu einhundert Prozent bin ich auch in diesem Fall nicht begeistert, was neben dem beschriebenen Tempoproblem vor allem daran liegt, dass ich einige Dinge schwer nachvollziehen kann.

Erstens: der gelbe Tod wird ausgelöst durch die Entnahme eines Enzyms bei Blues-Kindern bis zum Alter von zehn Jahren. Diesen kausalen Zusammenhang bemerken die Herrschaften, welche, wenn man alle Gelege zusammen nimmt, wohl in die hohen Milliardenzahlen gehen dürften, leider nicht. Schön und gut…aber irgendwann haben die damit doch mal angefangen! Kurz danach müsste die Krankheit eingesetzt haben. Da kommt irgendwann doch das dümmste Sternenvolk mal darauf, dass dieser Zusammenhang besteht oder nicht? Man kann sicher argumentieren, dass die Blues mit dem Tod eher rational umgehen und mit der Erkrankung ebenso. Allerdings gilt das offenbar nicht für alle, wie uns das Beispiel des Blue, welcher Tifflor als erstes „Versuchsobjekt“ diente zeigt. Er war am Boden zerstört, da er sein Lebenswerk nicht ansatzweise erfüllt sah. Da er kein Einzelfall sein dürfte bei Milliarden und Abermilliarden von Blues, hätte auch mal irgendwer auf die Idee kommen dürfen, die entsprechende Forschung anzuregen finde ich. Die generelle Weigerung an eine Heilung zu glauben wurde ja ebenfalls in zwei Absätzen über Bord geworfen…

Zweitens: Ein weiterer mir ziemlich unklarer Vorgang ist, wie um alles in der Welt die Blues auf die Idee gekommen sind, Kreell / Molkex mit Katlyk, also dem Enzym der Blues-Kinder zu behandeln, um es form- und verarbeitbar zu machen. Ist da irgendwann ein Babyblue (das ist mal eine coole Bezeichnung hihi ) ausgerutscht, hat sich an einem Stück Kreell den Hals aufgeschrammt und sein Enzym darüber vergossen, wobei ein erwachsener Blue merkte, dass das Zeug plötzlich weich wie Gummi ist? Seid mir nicht böse liebe Expokraten, aber das finde ich irgendwie an den Haaren herbeigezogen (zugegeben, meine Herleitung ist natürlich genau das 🙂 ).

Aber: vielleicht folgt ja doch noch eine sinnvolle Erklärung und ich haue mir dann gegen die Stirn und sage „Ach sooooo, jetzt macht das alles Sinn!“ 🙂

Abgesehen von diesen Unstimmigkeiten gefiel mir „Der gelbe Tod“ aber durchaus ganz gut und im Gegensatz zum Vorgängerband war er für mein persönliches Empfinden auch erheblich angenehmer zu lesen. Die Staffel scheint langsam Fahrt aufzunehmen und ich bin durchaus gespannt, was Tuire irgendwann zu erzählen hat und was in der Eastside noch Feines passiert. Also dann, auf zum „Lockruf des Kreell“!

Der gelbe Tod bekommt von mir übrigens 5,5 / 10 Punkten. Einen mehr als „Brennpunkt Eastside“. Da ist eine Tendenz erkennbar oder? 😉