Arno Endler startet den „Countdown für die Menschheit“

Ich muss zugeben, dass Arno Endlers NEO ein wenig im Schatten vom großen Jubiläum #pr3000 – also dem 3000. Band der Erstauflage – stand und dementsprechend auch von mir leicht vernachlässigt wurde. Durch die Erstauflageneuphorie hatte ich auch so mein kleines, persönliches Motivationsproblem ihn in einem Zug zu lesen und habe etwas länger gebraucht. Die Umstände waren halt in diesem Fall für NEO nicht so gut, daher folgen diese Zeilen auch später als üblich. Da der Grund aber ein erfreulicher war: sei es drum… 🙂

Worum geht es in „Countdown für die Menschheit“?

Nun ja, im Solsystem kämpfen die Menschen weiter gegen den erscheinenden ANDROS. NATHAN spielt dabei eine größere Rolle, das hatte sich ja bereits angedeutet. Der größte Teil des Romans spielt jedoch in einem etwas ungewöhnlichen Szenario und hat Perry Rhodan zum Protagonisten. Seine Mission zur Aktivierung (oder Zündung?) der Transmitterstraße beginnt…allerdings etwas anders als erwartet.

Eine ausführliche Zusammenfassung findet ihr, wie immer, hier:

https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Countdown_f%C3%BCr_die_Menschheit

Wie hat mir „Countdown für die Menschheit“ gefallen?

Wie ich oben schon schrieb hatte ich so meine Probleme, mich zu motivieren. Da kann aber weder NEO noch Arno Endler etwas zu. Grundsätzlich war der Roman gut geschrieben, mit glaubhaften Charakteren, zwei sehr unterschiedlichen Schauplätzen und einer „Abwechslung“, bei der mir lange nicht ganz klar war, was das soll, die aber trotzdem irgendwie reizvoll war.

Was war nicht ganz so gelungen?

Die Gesamthandlung wird wenig vorangetrieben, im Prinzip sind wir kaum weiter als nach NEO 192. Rhodan ist auf seiner Mission, die ihm von Avandrina und Mirona aufgetragen wurde und im Solsystem wird versucht ANDROS solange hinzuhalten, bis Perry alle rettet. So weit so gut, aber das wussten wir vorher auch.

Das Szenario um Perry, welcher auf eine andere Welt entführt wird und sich dort irgendwie durchschlagen muss, fand ich zwar nett, aber irgendwie zu „mächtig“. Der halbe Roman hat sich gelesen wie ein Mittelalter- oder Fantasyroman mit winzigen SF-Einsprengseln. Es mag durchaus Leser geben, deren Geschmack das trifft, meinen eher nicht.

Insgesamt war das sicher kein schlechter NEO, aber eben leider auch kein herausragend guter. Im Vergleich mit den ersten beiden der Staffel fällt er meiner Meinung nach etwas ab.

Fazit:

Joa…in der EA hätten einige von Lückenfüller gesprochen denke ich. So weit würde ich nicht gehen wollen, da ich vermute, dass die Erlebnisse von Perry noch ihre Berechtigung und tiefere Bedeutung bekommen werden. Aber umgehauen hat mich „Countdown für die Menschheit“ leider nicht. Trotz allem ein solider NEO, daher:

6,5 von 10 Punkten.

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Perry Rhodan NEO-Story 13 – „Sachiko“ von Michelle Stern

Wie bei allen NEO-Storys werde ich hier eine kurze Zusammenfassung schreiben. Wer sich nicht spoilern möchte, sollte nicht weiterlesen! 🙂

Die dreizehnte NEO-Story berichtet vom jungen japanischen Studenten Shinichi, der in seinem Studienjob im Tempel Nikko arbeitet und Touristen- und Schülergruppen führt. Während der Fantaninvasion vor einem Jahr hatte er sich dem Widerstand in Tokio angeschlossen und hat auch heute noch große Vorbehalte gegen die Extraterrestrier. Im Auftrag von Akina, der Miko des Tempels, sucht er Sachiko auf. Sachiko ist ebenso wie er eine Studentin, die sich im Tempel etwas dazuverdienen möchte und in die er heimlich verliebt ist. Er bringt nicht den Mut auf, sie nach einer Verabredung zu fragen. Während er verlegen auf seine Hände sieht, scheinen diese durchsichtig zu werden. Zu seiner Freude lädt sie ihn jedoch auf ein Konzert ein, für das sie zwei Karten hat. Freudig sagt er zu, der Eindruck der durchsichtigen Hände verschwindet.

Am nächsten Tag fahren sie gemeinsam zum Konzert, Sachiko geht es nicht besonders gut, sie sagt, dass sie wohl krank werde. Als sie sich in die Menschenmenge begeben, kommt es zu einem Vorfall: um die beiden scheinen alle anderen Menschen zu verschwinden und Sachiko bittet ihn, sie wieder heraus zu begleiten. Auf dem Rückweg erscheint die Menschenmasse wieder. Sachiko bricht zusammen und Shinichi lässt sie in ein nahe gelegenes Krankenhaus bringen. Die Ärzte dort vermuten ein Virus, sind aber ratlos, was es genau sein kann. Sie wollen Terrania kontaktieren, befürchten aber das Schlimmste. Die kraftlose Sachiko bittet Shinichi zur Botschaft am Chuzenji-See zu fahren, den Schlüssel zu nehmen und die Flöte zu holen. Sie sagt, sie würde sie brauchen und er solle es weder jemandem sagen noch sie verurteilen. Er entdeckt an der Halskette, die sie zuvor um den Hals getragen hatte einen Schlüssel. Diesen nimmt er an sich und bricht auf.

Als er die alte, aufgegebene Botschaft erreicht, findet er zunächst ein verlassenes Gebäude vor. Erst auf den zweiten Blick entdeckt er eine Falltür, die zu einem Tunnel unter dem Haus führt. Darüber gelangt er in Richtung der nahegelegenen Wasserfälle. Dort findet er einen Raum, welcher mit unzähligen Gegenständen vollgestellt ist sowie den Fantan Foth-Kundur. Der Außerirdische wundert sich, warum Shinichi ihn sehen kann und fragt ob Sachiko tot sei, da er seit ihrem ersten Zusammentreffen unsichtbar war. Shinichi verneint und erzählt von der Erkrankung und dass sie nach der Flöte verlangt hat. Der Fantan kramt sie auch den Bergen von Gegenständen hervor und übergibt sie an den jungen Mann. Die vermeintliche Flöte ist jedoch kein Musikinstrument, sondern ein medizinisches Kleingerät der Aras, welches der Fantan ihm in seiner Funktion erklärt. Er werde bei seinem Besun bleiben, während Shinichi zu Sachiko zurückkehren soll.

Shinichi schafft es mithilfe des Diagnosegerätes ein Gegenmittel zu synthetisieren und Sachiko zu verabreichen. Sie stabilisiert sich. Während er auf ihr Erwachen wartet, wird er von Iga Tulodziecky angesprochen, welche ihm einige Fragen zu Sachiko stellen möchte. In diesem Moment ertönt ein lauter Knall aus dem Krankenzimmer und Sachikos Mutter taumelt heraus. Sachiko ist verschwunden. Iga vermutet, dass Sachiko eine Mutantin ist und nach Terrania will. Außerdem sei Sachiko eine lebende Bombe, da sie von einer Krankheit befallen sei, die überall zu Stromausfällen und elektrischen Entladungen führt. Sie fragt, ob sie sich auch selbst unsichtbar machen kann oder nur andere. Darauf hat Shinichi jedoch keine Antwort. Da fällt ihnen auf, dass sich, bevor ihre Mutter herauskam, die Tür einmal selbsttätig öffnete ohne dass jemand hindurchtrat. Sie begeben sich zur nächsten U-Bahn-Station um die Verfolgung aufzunehmen. Iga gibt ihm eine Injektionspistole mit einem Anti-Virus. Das verabreichte Gegenmittel stellt nur eine vorübergehende Hilfe dar, hat sie aber nicht gerettet. Vor allem aber läuft sie Gefahr ungewollt andere Menschen zu verletzen. In der Station schaffen es Shinichi und Iga Tulodziecky tatsächlich Sachiko zu betäuben, gerade rechtzeitig, denn sie wollte sich vor die einfahrende U-Bahn werfen.

Tulodziecky bringt die beiden auf die VEAST’ARK, wo Sachiko behandelt wird. Zwei Tage später geht es ihr deutlich besser. Sie berichtet davon, wie sie den gestrandeten Fantan getroffen und vor einer Meute gerettet hatte. Da sie ihn versehentlich unsichtbar machte, konnten ihn seine Artgenossen nicht sehen und ließen ihn zurück. Daher suchten sie ihm das Versteck unter der Botschaft. Kurz darauf erhält sie die Nachricht, dass sie durch das Virus ihre Gabe komplett verloren habe. Sie freut sich darüber sehr, da sie Angst hatte weitere Menschen versehentlich unsichtbar zu machen oder anderweitig Unheil anzurichten. Nach Abschluss der Behandlung dürfen die beiden nach Tokio zurückkehren.

Foth-Kundur hat beschlossen auf der Erde zu warten, bis er von Fantan abgeholt werde. Denn er ist sich sicher, Fantan kommen immer wieder!

Fazit:

Eine rührende Kurzgeschichte zum Thema „Mutantengabe, was macht das mit einem Menschen?“. Kombiniert mit dem Schicksal des Fantan und der schüchternen Liebe zweier junger Menschen war das wirklich rund und gibt einen guten Einblick was hinter den Kulissen der Genesiskrise noch so alles passiert ist. Ich bin mal wieder positiv überrascht, wie toll die NEO-Storys sind! 🙂

Das Bild ist wie immer © Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt

Ruben Wickenhäuser entfesselt die „Schwarzschild-Flut“

Der Erstling von Ruben Wickenhäuser hatte mir damals wirklich gut gefallen, glänzte vor allem mit tollen und detaillierten Charakteren. Daher hatte ich schon eine gewisse Erwartungshaltung. Das Titelbild schlug im Vorfeld ein paar Wellen, einige fühlten sich an die Backstreet Boys erinnert, einige vermuteten Eric Leyden auf dem Cover, andere eine Mischung aus verschiedenen Hollywoodgrößen, so ganz warm wurden – was ich bei Facebook mitbekommen habe – die Wenigsten damit. Ich persönlich fand das Titelbild eigentlich ganz gut und bin relativ sicher, dass es wohl Thomas Rhodan da Zoltral sein soll. Ich hatte nur immer im Kopf, dass er die roten Augen seiner Mutter geerbt hat. Vielleicht trügt mich da aber auch mein Gedächtnis…

Worum geht es in „Schwarzschild-Flut“?

Tja, der Roman ist in Sachen Inhalt – sagen wir mal – vielseitig. Die Story von Thomas und Farouq Rhodan wird – nach einem Roman Pause – fortgesetzt, die Erde erfährt eine neue Bedrohung und auch direkt in einem terranischen Land ereignen sich erschreckende Dinge, welche durch das Aufheizen der Sonne ausgelöst werden. Außerdem steht mal wieder der nach wie vor mysteriöse NATHAN im Mittelpunkt des Geschehens.

Eine ausführliche Zusammenfassung findet ihr, wie immer, hier:

Perrypedia

Wie hat mir „ Schwarzschild-Flut“ gefallen?

Zunächst einmal hat mir der Schreibstil von Ruben Wickenhäuser auch in seinem zweiten Roman sehr gut gefallen. Die Charaktere sind toll beschrieben, wirken authentisch und plastisch. Die Handlung um die Rhodan-Bengel kommt (endlich!) zu einem Ergebnis und die unseligen Prüfungen haben ein Ende. Auch das finde ich wirklich gut, da dieser Handlungsstrang begann mich zu nerven. Der Roman liest sich insgesamt spannend und flüssig, die Gesamthandlung im Sol-System wird etwas vorangetrieben und es gab sogar nette, wenn auch kurze Action. Spaß hatte ich durchaus beim Lesen.

Was war nicht ganz so gelungen?

Tja, was soll ich sagen? Die ganze Staffel ist, nach starkem Start, irgendwie nicht so ganz mein Fall. Besonders die Rhodan-Sprosse und ihre wirklich ausführlich beschriebenen Mondprüfungen begannen mir auf die Nerven zu gehen. Hier folgte eine weitere davon…in einem Szenario, dessen Genre mal so gar nicht meins ist. Das ist sicher Geschmackssache, aber da stockte der Lesefluss dann doch etwas bei mir. ES sei Dank hat das ja jetzt ein Ende…

Dann wäre da noch (Achtung kleiner Spoiler!) die Sache mit den Maahks und deren „Entsorgung“. Natürlich trägt die Lösung zur Storyentwicklung um NATHAN bei… Natürlich ist die Lösung irgendwie nachvollziehbar… Aber trotzdem fühlt es sich als Leser erneut nach „Deus ex machina“ an. Ich kann mir nicht helfen, aber diese existenzbedrohenden Gefahren, welche innerhalb eines Romans ausgeräumt werden sind für mich unbefriedigend. Allerdings ist die Idee dieser neuen Waffe ziemlich cool…das muss ich zugeben. 😉

Fazit:

Insgesamt war der Roman von Seite des Autors ein ganz starker wie ich finde. Ich habe stilistisch und im Rahmen der Charakterbeschreibungen oder auch der Umsetzung der Handlung eigentlich nichts zu meckern, das hat Spaß gemacht und ich hoffe Ruben Wickenhäuser bleibt dem Team noch lange erhalten und darf noch viele Beiträge zu Perry Rhodan NEO (und vielleicht irgendwann auch zur EA) verfassen!

Inhaltlich hat mich der Roman nur anteilig überzeugt. Schön war die Darstellung des intriganten und jede Möglichkeit nutzenden „Drecksacks“ Sdelo Willem. Die Rhodan-Bengel haben jetzt endlich eine klare Funktion bekommen, auch das ist positiv. Die Action war wirklich nett, aber wie oben beschrieben für meinen Geschmack zu ultimativ gelöst. Sicher kein schlechter NEO, aber aufgrund genannter Schwächen auch kein überragender.

Daher bekommt Ruben Wickenhäuser für NEO 187 von mir 7/10 Punkte! (Wobei ich ihm für seine Autorenleistung eher deutlich mehr geben wollen würde).

Susan Schwartz mitten im „Aufstand der Goldenen“

Ich bin bei diesem Roman etwas hin-und hergerissen. Der Titel hat mich erstmal etwas verwirrt. Aufstand der Goldenen? Waren die nicht vor kurzem alle draufgegangen? Naja, vielleicht ja ein Rückblick dachte ich mir, also schauen wir mal. Dazu Susan Schwartz als Autorin, was für mich immer ein wenig wie ein Überraschungsei ist. Das kann sehr gut werden, muss es aber nicht. Außerdem war meine Motivation in diesem Fall ohnehin etwas geringer, da ich parallel die Phileasonsaga lese und da iregndwie mit Feuer und Flamme dabei bin. Diese musste ich nun unterbrechen, auch wenn es für NEO war. Deshalb bin ich auch verhältnismäßig spät dran damit, hier etwas in die Tasten zu hauen.

Worum geht es beim „Aufstand der Goldenen“?

Achtung Mini-Spoiler: Überraschenderweise handelt es sich nicht um einen Rückblick! Susan Schwartz beschreibt in ihrem Roman den Versuch von nicht ganz so perfekten Goldenen, ihrem Schicksal zu entgehen und bringt außerdem Licht ins Dunkeln in Bezug auf die Entstehung der Kunstwesen.

Die Handlungszusammenfassung findet ihr wie immer hier:

Perrypedia

Wie hat mir „Aufstand der Goldenen“ gefallen?

Auch hier Achtung Mini-Spoiler: Wenn ich ganz ehrlich mit mir selbst bin nicht ganz so gut. Die ersten achtzig bis einhundert Seiten fühlten sich nach berühmt-berüchtigtem Füllroman an. Danach bricht die Hölle los und am Ende kommt Tolot mit einer Deus ex machina daher und beendet die Bedrohung. Die Herkunft und Entstehungsgeschichte  der Goldenen ist sicher „nice to know“, aber ansonsten hätte man sich den Roman irgendwie sparen können. Das bedeutet nicht, dass er schlecht geschrieben war oder dass die Autorin viel falsch gemacht hätte, aber irgendwie war das nicht so meins. Insgesamt eine nette Geschichte über ein seltsam konditioniertes Volk, welches maßgeblich an der Entstehung der Goldenen beteiligt war und nun, kurz vor ihrem Untergang durch die Entartung der eigenen Sonne, plötzlich doch nochmal Probleme mit den Goldmännlein bekommen. Die Lösung ist zwar plausibel, mutet aber trotzdem etwas „ultimativ“ an.

Was war nicht ganz so gelungen?

Naja, das habe ich jetzt irgendwie vorweg genommen…vielleicht noch ein Satz: Luan Perparim will erst nicht an der Expedition teilnehmen, später wird erwähnt, dass das Team um Eric Leyden mit Perparim auf dem Planeten unterwegs ist um sie danach nie wieder zu erwähnen. Ich weiß, dass ist kleinlich, aber ich mag solche Logikfehler einfach nicht.

Fazit:

Der „Aufstand der Goldenen“ war nicht meins. Gefühlt ein Roman zwischen Füllroman und zwanghafter Erklärung der ganzen „Goldene-Geschichte“. Ich persönlich freue mich auf den nächsten NEO und hoffe auf Besserung. Hierfür gibt es leider nur 4/10 Pünktchen. 😦

Michelle Stern und Rüdiger Schäfer sind „Im Labyrinth des Geistes“

Klaus N. Frick hatte ja angekündigt, dass zum ersten Mal ein NEO-Roman von einer Autorin und einem Autor gemeinsam geschrieben wurde. Das stimmt zwar nicht, denn Madeleine Puljic und Kai Hirdt haben auch schon einen NEO in Zusammenarbeit abgeliefert, aber gespannt war ich trotzdem. Michelle Stern hatte sich ja bei NEO etwas rar gemacht, ich mag aber ihren Stil zu schreiben. Rüdiger Schäfer ist für mich persönlich seit langer Zeit ohnehin fast über jeden Zweifel erhaben. Daher erwartete ich einen Hammerroman.

Worum geht es „Im Labyrinth des Geistes“?

Zunächst mal: wir haben nur zwei statt vier Handlungsebenen. Dazu wurde die Aufteilung sehr viel angenehmer gestaltet. Immer zwei Kapitel eines Handlungsstranges wurden aneinandergereiht, so dass ein recht flüssiges Lesen möglich war und nicht das Gefühl einer völlig „zerfaserten“ Handlung aufkam, wie ich es bei NEO 184 hatte. Die Handlungsstränge führen zum einen die Geschehnisse um die von den Naiir gefangene Rhodan-Gruppe, zum anderen die Erlebnisse der Rhodan-Söhne auf Luna – genauer gesagt in NATHAN – weiter.

Ein großer Teil des Romans hat sich gelesen wie eine Mischung aus psychedelischem Trip und vielen Kurzgeschichten. Speziell der Strang um Thomas und Farouq Rhodan war speziell.

Eine ausführliche Zusammenfassung findet ihr wie immer hier:

Perrypedia

Wie hat mir „Im Labyrinth des Geistes“ gefallen?

Im Prinzip habe ich das Gefühl zwei Romane einzeln betrachten zu müssen – zu verschieden waren die Handlungsstränge. Fangen wir mit dem Strang von Perry an. Der war extrem aufschlussreich, brachte echte Augenöffner in Bezug auf den kosmischen Überbau von NEO. Hier werden Zusammenhänge hergestellt, dass einem als NEO-Leser nur so das Herz aufgeht. Der Abschlussteil dieser Handlung war wiederrum herzzerreißend und auch wenn das als Minispoiler gewertet werden könnte: Ich konnte mir ein, zwei Tränen nicht verkneifen, was mir nicht peinlich ist, mir aber ausgesprochen selten passiert.

Der zweite Handlungsstrang war eine gefühlte Kurzgeschichtesammlung mit Tom und Farouq Rhodan in verschiedensten virtuellen Situationen und zumindest teilweise mit dem Gefühl, dass die Protagonisten irgendwie auf einem wirren Trip waren. Okay, das ist auf gewisse Weise ja auch wirklich so gewesen ohne damit zu viel zu verraten. Spannend zu lesen allemal, im Vergleich mit dem anderen Teil hatte ich damit aber mehr Schwierigkeiten. Schön war es, dort der einen oder anderen „alten Figur“ nochmal zu begegnen.

Was war nicht ganz so gelungen?

Wie gesagt, die Handlung um Tom und Farouq hat mir persönlich nicht ganz so gut gefallen wie der andere Strang und ich bin immer noch nicht im Klaren darüber – was natürlich so sein soll – worauf das Ganze hinausläuft.

Der Perry-Strang war ebenfalls ein wenig „tripartig“, aus dem Vorgängerroman weiß man ja, dass die Gruppe an eine Laurinmaschine angeschlossen wurde, die die Erinnerungen erforschen soll. Das hat mich auch weniger gestört. Was ich seltsam fand war eher die „Lösung“ des Quarantäne-Problems auf der MAGELLAN…mehr kann ich aber ohne zu spoilern nicht schreiben. 🙂

Fazit:

Grundsätzlich ist der Roman meinen Erwartungen mit ein paar kleineren Abstrichen gerecht geworden. Mein persönlicher Geschmack wurde anteilig genau getroffen, anteilig aber eben mit kleinen Einschränkungen. Wenn ich die Handlungsstränge einzeln werten müsste, würde die Perry-Handlung 8,5 Punkte und die Tom-Handlung 7 Punkte bekommen. Der Schnitt daraus sind 7,75 also gerundete 8 Punkte.

So bekommen Michelle Stern und Rüdiger Schäfer für NEO 185 von mir insgesamt sehr gute 8/10 Punkte!

Rainer Schorm „Im Reich der Naiir“

Ich verbinde ja mit den Romanen von Rainer Schorm ambivalente Gefühle. Irgendwie weiß ich bei ihm vorher nie, was mich erwartet und ob ich mich darauf freuen soll. Ich habe schon sehr gute NEOs von Rainer gelesen, aber leider auch welche die mich weniger begeistern konnten. „Im Reich der Naiir“ war in der Tat irgendwo dazwischen, was aber vor allem an zu vielen Handlungsebenen lag, weniger am Inhalt der Handlung.

Worum geht es „Im Reich der Naiir“?

Wie im Vorgängerroman von Susan Schwartz bietet uns auch dieser NEO mehrere Handlungsebenen an. Wir erleben mit, wie es den Rhodanbengels Tom und Farouq auf Luna ergeht, die Entwicklung von Sol wird weiter geschildert und die MAGELLAN kämpft so mit eigenen Problemen. Nicht zu vergessen die FERNAO, die mal wieder losgelöst vom Mutterschiff unterwegs ist und ein Einsatzkommando auf einem – sagen wir mal ungewöhnlichen – Planeten absetzt.

Eine ausführliche Zusammenfassung findet ihr, wie immer, hier:

Perrypedia

Wie hat mir „Im Reich der Naiir“ gefallen?

Tja, an sich war die Handlung spannend, gut geschrieben und es gab neue Erkenntnisse. Manche sogar mit einem gewissen „WOW-Effekt“. Einzelne Charaktere wie Icho Tolot oder auch die Rhodan-Bengel sind hervorragend beschrieben und haben wirklich Spaß gemacht. Was mich total gefreut hat war, dass Rainer den Dilatationseffekt beschreibt, als die FERNAO mit annähernder Lichtgeschwindigkeit fliegt. Für die Besatzung vergehen Minuten, für den Rest 8,5 Stunden. Das ist ein Thema, welches sonst gern vernachlässigt wird. Great!!!

Was war nicht ganz so gelungen?

Viele Handlungsstränge in einem Roman sind meines Erachtens gefährlich, getreu dem Motto „zu viele Handlungen verderben die Geschichte“…oder waren das Köche? Ach egal…in diesem Fall bin ich unschlüssig.

Zum einen gefällt mir die Handlung der einzelnen Handlungsstränge durchaus gut, besonders auf Luna und auf der MAGELLAN beschreibt Rainer Schorm faszinierende Ereignisse. Auch Rhodans Expedition erlangt Einblicke, die viele Prognosen und Spekulationen erlauben und Lust auf mehr machen. Zum anderen wirkt der Roman aber durch die vier Handlungsebenen auf mich irgendwie zerrissen. Ich bin damit nicht so ganz glücklich geworden, auch wenn die Einzelhandlungen gut waren.

Dann noch etwas, was mich einfach nur etwas genervt hat: auf Seite 40 steht „Die Evakuierung von Vulkan war erfolgreich und wir haben keine Leute verloren“ Keine Leute verloren? Hallo? Zwei komplette Schiffe sind in NEO 183 draufgegangen, einfach weggepustet von der im Roten drehenden Sonne… Ich weiß, dass ist literarisch eine Kleinigkeit und ich bin da vielleicht etwas empfindlich, aber wenn Susan Schwartz ein Schiff mit tausenden Terranern wegbombt, sollte das im Folgeroman auch immer noch so sein, oder? Aber vielleicht hat das doofe Zeitkreell ja die Zeitlinie verändert und das Schiff gerettet? 🙂

Fazit:

Tja, wie gesagt, ich bin mir nicht sicher…an sich gefiel mir die Handlung in drei von vier Handlungssträngen. Der Strang um Merkur war etwas aufgebläht und besaß wenig Inhalt (Achtung Mini-Spoiler!): Merkur wird evakuiert und beim Chasma bildet sich Zeitkreell. Das wäre auch mit deutlich weniger Platz und Aufwand möglich gewesen. Nicht, dass es schlecht geschrieben war, auch die Charaktere sind nett, aber ich fand diese Handlungsebene etwas…wie soll ich sagen…nutzlos? Was sie aber geschafft hat ist, aus einem schon mit drei Ebenen stark gesplitteten Roman ein wahres Puzzlespiel zu bauen. Für meinen Geschmack war das zu viel.

Da die Handlung insgesamt aber trotzdem spannend war, bekommt Rainer Schorm für diesen NEO von mir 6,5/10 Punkte!

Susan Schwartz entfesselt den „Sonnensturm“

Diese ollen Leseproben…ich sollte mich fernhalten, aber das fällt mir dann doch eher schwer. Folglich stürzte ich mich auch dieses Mal wieder auf die ersten 20 Seiten, bevor ich den Roman in den Händen hielt. Verglichen mit den beiden Vorgängern passierte dabei erstmal nicht so viel, was aber nicht heißt, dass mir der Beginn schlecht gefallen hätte. Susan Schwartz beschreibt die Vorgänge sehr blumig und in tollen (geistigen) Bildern. Auch im weiteren Verlauf, als NEO 183 dann „in echt“ in meinen Händen war, hatte ich wirklich viel Spaß, bzw. fühlte mich sehr gut unterhalten.

Worum geht es in „Sonnensturm“?

Vorsicht Spoiler: um einen Sonnensturm! 🙂

Spaß beiseite, natürlich gibt es noch mehr zu berichten, der Roman spielt auf mehreren Handlungsebenen. Er führt die Vorkommnisse im Torran-System voran und im heimischen Sonnensystem passiert auch so einiges. Die Sonne spielt ein wenig verrückt, was an anderen Ereignissen im System liegt und die Laurins haben auch irgendwie ihre Finger im Spiel.

Eine ausführliche Zusammenfassung findet ihr, wie inzwischen bei mir üblich, hier:

Perrypedia

Wie hat mir „Sonnensturm“ gefallen?

Zunächst mal: der Roman war komplett anders als die beiden Hirdt-NEOs zum Staffelstart. Das liegt sicher zum einen daran, dass Susan Schwartz einen sehr „blumigen“ Schreibstil pflegt und Szenen ausgesprochen plastisch beleuchtet – was toll ist und das Geschehen sehr „nah“ wirken lässt. Zum anderen aber sicher auch am Exposé, welches deutlich weniger Tempo vorgegeben haben dürfte. Beides ist anders, deshalb aber keineswegs schlecht. Die Hirdt-NEOs fand ich phänomenal, dieser hier war aber trotz oder vielleicht grade wegen des gemächlicheren Tempos ebenfalls sehr gut. Wobei von „gemächlich“ zu sprechen natürlich übertrieben und ganz subjektive Empfindung ist. Die Ereignisse im Sol-System überschlagen sich ja trotzdem ziemlich. Ich denke, dass es in diesem Fall tatsächlich an den Stilen der beiden Autor*innen liegt, dass ich das so wahrnahm.

Was ich großartig fand war die Tiefe der Situationen. Einzelne Menschen werden geschildert und durch ihre Augen sehen wir als Leser die teilweise dramatischen Geschehnisse. Besonders die drei Piloten in den DAEDALUS-Einheiten fand ich persönlich – obwohl nur in einem relativ kurzen Abschnitt beschrieben – fantastisch und bewegend! Aber auch die Menschen an Bord der ALEXANDER VON HUMBOLDT oder der nette Herr auf dem Titelbild waren in der Charakterdarstellung super. Dafür: Danke Uschi / Susan! 🙂

Was war nicht ganz so gelungen?

Das ist jetzt mein persönlicher Geschmack: die Sonne, welche verrücktspielt und – mal wieder – die Erde und das ganze System bedroht? Irgendwie erscheint mir das Thema etwas abgekaut. Nicht, dass es wirklich zu Ende erzählt war, das Chasma ist ja noch vorhanden, aber irgendwie kam mir das anteilig wie eine Wiederholung vor. Wie gesagt, individueller Geschmack und sicher kein Fehler oder gar fehl am Platze das erneut aufzugreifen.

Ansonsten gibt es nicht so viel zu meckern. Vielleicht eins noch: in diesem NEO fand ich es auffällig, dass doch recht viele Tippfehler und seltsame Satzkonstruktionen enthalten waren die im Lektorat durchgerutscht sind. Das ist mir schon länger nicht in dem Ausmaß aufgefallen. Aber es war noch nicht so schlimm, dass es mich wirklich störte…Ich erinnere mich an einen Roman in der Sitarakh-Staffel, den ich da erheblich schlimmer fand.

Fazit:

NEO 183 war anders, aber trotzdem gut. Das hohe Niveau der Staffel wird meines Erachtens gehalten, wenn auch nicht ganz so hoch wie es Kai Hirdt vorgemacht hatte. Das ist aber zugegeben auch echt ein fieser Vergleich, das waren NEO-Meisterwerke *kicher*.

Daher bekommt Susan Schwartz’s Werk von mir sehr gute 8/10 Punkte! 🙂

Im zweiten Teil seines Doppelbandes führt uns Kai Hirdt in die „Festung der Allianz“

Ich habe diesen großartigen NEO tatsächlich zwei Tage liegen gelassen, da ich noch den Silberband 98 zu Ende lesen wollte (der war übrigens auch echt gut…komplett anders als NEO, aber wirklich gut). Im Nachhinein ist das bei diesem Klasseroman fast eine Schande gewesen. 😉

Worum geht es in „Festung der Allianz“?

Tja…ganz ehrlich kann ich hier ohne Spoiler kaum etwas schreiben…

Wie der Name vermuten lässt, geht es in die Festung der Allianz hinein, welche sich bekanntlich auf dem Planeten Torran-Gar befindet. Inhaltlich werde ich hier wieder nicht viel verraten, wer Interesse hat darf aber gern hier nachschauen:

Perrypedia

Ich habe versprochen in meinem Blog nicht mehr so massiv zu spoilern, daher wird diese Rubrik zukünftig lediglich zur qualitativen Einordnung dienen.

Wie hat mir „Festung der Allianz“ gefallen?

Hammer, Fett, Bombe, Krass! Das hat irgendein seltsamer Rapper mal in einem Song von sich gegeben, aber in diesem Fall trifft es den Nagel auf den Kopf. Das war grandios und NEO-Unterhaltung vom Feinsten!

Was hier an alten, losen Handlungsfäden zusammengeknüpft und logisch verwoben wurde ist der Hammer! Fett waren die Action sowie die Gewissenskonflikte der Protagonisten. Die Gewissenlosigkeit und der Pragmatismus der Antagonisten endeten (wortwörtlich) in einer Bombe und es war schon krass, wie sehr mich dieser NEO gefesselt hat. Selten habe ich so schnell und ohne große Pause die 160 Seiten verschlungen. Davon sehr gern mehr. Ich hoffe, dass die folgenden Romane diesem Raketenstart in die neue Staffel gerecht werden können. Ich ziehe auf jeden Fall meinen Hut vor Kai Hirdt, der mit NEO 181 und NEO 182 nicht nur den ersten NEO-Doppelband verfasst, sondern dies auch noch in unglaublicher Qualität getan hat.

Was war nicht ganz so gelungen?

Achtung Mini-Spoiler: Da fällt mir lediglich eine winzige Kleinigkeit ein, nämlich der viel zu kurze Zeitraum, den die Kaperung der WELTENSAAT benötigte. Eine Minute vom Einschleusen in ein komplett fremdes Schiff, bis zum unautorisierten Start? Sportlich… 😉

Fazit:

NEO 182 war ein Kracherroman und schließt qualitativ direkt an NEO 181 an. Allerdings schafft Kai Hirdt es, noch eine winzige Schippe draufzulegen. Es war spannend, es war rasant, es war ausgesprochen aufschlussreich und lässt trotzdem noch mehr als genug Fragen offen. Es werden auf der anderen Seite aber auch einige alte, nicht beendete Handlungsfäden abgeschlossen und darüber habe ich mich wirklich sehr gefreut! Irgendwer hat bei Fratzenbuch gefordert, dass Kai Hirdt die komplette Staffel schreibt…nach diesem Zweiteiler wäre ich zumindest nicht traurig drum 😉

Tja, was soll ich sagen…der erste Teil hat von mir 9 / 10 Punkten bekommen, da Teil 2 noch etwas stärker war, vergebe ich hier zum zweiten Mal überhaupt 10 / 10 Punkten.

Für Kai Hirdt ist der „Mond nur der Anfang“

Zwei Jahre nach dem Suprahet, der Wiederaufbau der Erde schreitet langsam aber sicher voran, die Menschheit rückt weiter zusammen und Perry Rhodan kämpft mit politischen Winkelzügen, seinen halbwüchsigen Kindern sowie einer Bedrohung, die sich länger nicht hat blicken lassen…

Da ich nun in aktuellsten NEO-Gefilden blogge und nicht mehr nachträglich über bereits vor Wochen erschienene Romane schreibe, werde ich das spoilern mal deutlich runterfahren. Sollte jemand trotzdem meine gewohnte Zusammenfassung lesen wollen gibt es die hier: Perrypedia

Worum geht es (grob) in „Der Mond ist nur der Anfang“?

Während die Menschheit die Erde renoviert, tauchen neue Gegner auf dem Mond auf, NATHAN scheint ein eigenes Spiel zu spielen und wir treffen direkt oder indirekt mehrere alte, fast vergessene Bekannte wieder. Außerdem spielen Tom und Farouq Rhodan eine größere Rolle, gewohnt chaotisch, jetzt allerdings älter und erwachsener…oder nein…einfach nur älter. 🙂

Es gibt Schießereien, Verfolgungsjagden, Ultimaten, unerwartete Wendungen und zusätzlich politisches Ränkespiel vom Feinsten. Dieser Roman ist derart inhaltsgeladen, dass er gegen die Romane in der Mitte der vergangenen Staffel fast wie zwei NEOs in einem daherkommt.

Wie hat mir „Der Mond ist nur der Anfang“ gefallen?

Hallelujah, so wahnwitzig viele Informationen in einem Roman muss ich erstmal verarbeiten. Das war ein Staffelstart der Marke „ab ins kalte Wasser“. Der Speed dieses NEO war atemberaubend, die Ereignisse überschlagen sich, Rhodan ist wieder mitten drin und seine Familie gleich mit. Die lange abgemeldete Allianz ist wieder da und eine aus der EA bekannte Spezies darf am Ende so heißen wie früher! Auch wenn der unfreundliche Belgier nicht wirklich sympathisch ist, DAS hat er gut hinbekommen…der hätte mal bei den Blues dabei sein sollen. Ach ne, da war es ja der Eigenname, den sich die Azaraq selbst gegeben haben. 😉

Also zusammenfassend: ein würdiger Auftakt in die neue Staffel in von Kai Hirdt gewohnter Qualität. Macht Lust auf mehr!

Was war nicht ganz so gelungen?

Mit der Startsequenz bzw. dem Prolog konnte ich wenig anfangen…zwei Jahre vor dem Rest des Romans fliegt Tolot nach Torran-Gar. Was er dort erlebt hat bleibt aber komplett im Dunkeln, er ist zwei Jahre später halt wieder da. Das war zumindest etwas irritierend.

Ansonsten habe ich wenig zu meckern. Ein paar winzige Logikfehler, wie die Szene, als Rhodan erst entwaffnet wird und keine Minuten später, ohne dass erwähnt wird, wie er sie wiederbekommen hat, mit der Waffe auf den Angreifer zielt. Klar, man kann es sich denken, aber erzählerisch ist es etwas „ruckelig“. Das sind aber Peanuts, der Roman war wirklich klasse!

Fazit:

Für den Staffelstart gibt es 9 / 10 Punkten! Kai Hirdt scheint diese Wertung bei mir abonniert zu haben 🙂

Rainer Schorm im „Seuchenschiff der Azaraq“

Ich habe lange überlegt, wie ich in diesem Fall einsteige und bin mir immer noch nicht sicher, was ich zum Einstieg schreiben soll. Es könnte vielleicht „Stolperstart mit furiosem Finale“ passen. Ich muss sagen, dass ich nach den ersten dreißig Seiten frustriert war und den Roman erstmal zur Seite gelegt habe. Warum erkläre ich später. Danach wurde es aber von Kapitel zu Kapitel besser und Rainer Schorm hat zum Schluss noch einiges rausgerissen…zum Glück.

Worum geht es in „Seuchenschiff der Azaraq“?

Wir haben in NEO 179 drei Handlungsstränge, die erzählen, wie es den drei handlungsrelevanten Gruppen ergeht. Da wären zum Einen Perry Rhodan, Julian Tifflor, Sud, Gucky und der Tentra Jepprafomm, welche im Weltraum innerhalb des Ovisystems agieren, Eric Leyden und Icho Tolot an Bord der memetischen Arche sowie Tuire Sitareh und Tim Schablonski in den Kavernen von Impos.

Perry Rhodan:

Als die FERNAO zurückkehrt und die fünfhundert Apasos-Raumer mitbringt, steht im System der Sonne Ovi eine gatasische Kriegsflotte von rund zehntausend Einheiten. Angeführt wird diese von Perry’s „altem Bekannten“, dem Gataser Tagrep Kerrek, welcher immer noch wegen des Diebstahls des Kreellblocks mit Tuire Sitareh im Inneren schlechte Laune hat. Die Raum-Zeit scheint massiv beschädigt, im ganzen System gibt es immer wieder rote Blitzentladungen. Diese stellen Risse im Kontinuum dar. Eine Raumschlacht droht, als das Seuchenschiff auf der Bildfläche erscheint. Rhodan erfährt durch abgehörten Funk, dass Kerrek’s Sohn auf dem Schiff ist und an Choroba nemoc leidet. Kurzerhand begibt er sich mit Tifflor, Sud, Gucky und Jepprafomm in einen Risikoeinsatz, fliegt zum Seuchenschiff und heilt den Sohnemann. Das anschließende Gespräch mit Kerrek hat die erhoffte Wirkung, die Wut des Gatasers verraucht und die Flotte zieht ab. Krise im All ist bewältigt.

Eric Leyden / Icho Tolot

Die beiden Wissenschaftler versuchen auf der Arche der Memeter die Besatzung zu erwecken. Die Erweckung wird mit Hilfe von Oxford auch eingeleitet. Ein Einbruch von Hornschreckwürmern stört sie dabei und bedroht die schlafenden Terraner. Da erscheint der Wächter von Impos, jenes Konglomerat von Bewusstseinen alter Memeter, welches Rhodan, Leyden und Co. schon im Physcore trafen. Es bereinigt kurzerhand die Hornschreckwurmgefahr und erklärt, dass Sitareh zwingend den Darojib benötigt um seinen Auftrag erfüllen zu können. Daraufhin wird dieser per Halbraumtunnel erst auf die AVEDANA-NAU – wo Oxford ihn sich erfolglos aneignen möchte – und anschließend in die Kavernen zu Sitareh transportiert. Als dies erledigt ist, wird die Erweckungsprozedur fortgesetzt und die Memeter erwachen.

Tuire Sitareh / Tim Schablonski

Sitareh und Schablonski versuchen in den Kavernen von Impos die Memetermaschinen vollständig zu reaktivieren. Dazu fehlen ihnen allerdings zwei Voraussetzungen: das technische Verständnis und, dass die Arche den Mond verlässt. Auf der Suche nach dem Zentrum der Anlage – dem Uterus – begegnen den beiden Hornschreckwürmer, welche von der Anlage neutralisiert werden und „Zeitkreell“. Das Zeitkreell ist die Miniaturversion der roten Blitze im All. Im Uterus angekommen stehen die beiden kurz davor aufzugeben, als auch ihnen der Wächter erscheint. Er erklärt Sitareh, dass er erstens den Darojib braucht und zweitens einen weiteren „Zeitträger“. Sitareh hadert mit sich selbst, da er den Darojib nie wieder anlegen wollte. Allerdings ist dieser ja weit weg auf der MAGELLAN und unerreichbar, was unweigerlich ein Scheitern bedeuten muss. Als die Lage vollkommen verloren scheint, öffnet sich der Halbraumtunnel und der Darojib erscheint. Trotz größtem Widerwillen legt er ihn an.

Wie hat mir “ Seuchenschiff der Azaraq “ gefallen?

Insgesamt relativ gut mit Abstrichen. Durch die drei Handlungsstränge wurde die Gesamthandlung – endlich mal wieder – deutlich vorangetrieben und auf das Staffelfinale vorbereitet. Der Handlungsstrang um Rhodan und die erkrankten Blues war tatsächlich berührend. Auch die Zwangslage von Tuire Sitareh wurde von Rainer Schorm sehr plastisch beschrieben und hat mich bewegt. Leyden und Tolot waren verhältnismäßig wenig zu lesen und hier gab es meinen größten Kritikpunkt und für mich persönlich das Ärgernis, welches dazu führte, dass ich eine Pause einlegen musste. Dazu hier mehr:

Was war nicht ganz so gelungen?

Die Hornschreckwürmer! Was sollte das denn? In NEO 177 werden die Biester schlafen gelegt und rühren sich durch die teilweise reaktivierten Anlagen auf Impos nicht mehr. Davon ist plötzlich keine Rede mehr und diese kleinen Vielfraße beißen sich durch die Arche als wäre nie etwas gewesen. Es wird nur darauf verwiesen, dass die Hyperschallemitter wohl mal wieder ausgefallen seien. Keine Erklärung, ob die Wirkung nur temporär war, ob die unterimposischen Anlagen wieder schweigen oder was auch immer der Auslöser sein könnte, dass die Hornschreckwürmer wieder aktiv sind. Die Dinger dringen dann sogar in die Kavernen vor und greifen Sitareh und Schablonski an. Ganz ehrlich bin ich der Meinung, dass so ein Fehler – sei es fehlende Erklärung oder einfach falsch beschrieben – nicht passieren sollte. Schon gar nicht einem der beiden Exposéautoren persönlich. Klar, Fehler passieren, aber das war ein ganz schöner Klops, der mir einfach erstmal den Spaß verdorben hat. Das ist schade.

Einen weiteren, kleineren Fehler gab es dann noch in Zusammenhang mit Tuire Sitareh, welcher ja bekanntlich seit mehreren Jahren bei den Terranern ist und dessen Sprachverständnis ganz am Anfang hervorgehoben wurde. Er konnte sich damals in kürzester Zeit auch ohne Translator verständigen. Rainer Schorm schreibt ihm aber auf den Leib, dass er einen Translator nutzt, welcher dann Begriffe verwendet, die Sitareh entschuldigend als „terranische Entsprechungen“ betitelt. Wozu sollte Sitareh im Gespräch mit Schablonski einen Translator brauchen? Kein schlimmer Fehler, aber auch solche Kleinigkeiten stören mich als Leser.

Fazit:

Schwierig ist die Wertung für mich in diesem Fall. Der gesamte Roman war nicht schlecht und wie oben beschrieben: Fehler passieren. Allerdings hat mir das echt ein wenig die Leselaune „versaut“, daher muss ich was dafür abziehen. Letztlich zog sich diese fehlerhafte Beschreibung über viele Seiten und durch zwei Handlungsstränge und war damit keine kleine Sache. Daher für einen an sich ordentlichen NEO mit einem – für mich persönlich – größeren Ärgernis 5,5 / 10 Punkten.