Susan Schwartz und die „Welt der Hoffnungslosen“

Lang hat es dieses Mal gedauert, NEO 213 ist schon halb durch und die Rezension zu 212 folgt erst heute. Warum? Private Gründe, reduzierte Gesundheit (fiese Männergrippe!) und – leider die Lust zu diesem NEO etwas zu schreiben.

Das Titelbild fand ich erstmal sehr schön – dabei blieb es aber leider auch.

Worum geht es in „Welt der Hoffnungslosen“?

Im Großen und Ganzen ist das schnell zusammengefasst: Man findet ein weiteres System mit einem schreienden Stern, beschließt den abzuschalten statt einfach daran vorbeizufliegen und landet erstmal auf dem falschen von zwei Planeten. Dort werden die mit Dunkelleben Infizierten des Kompariats abgeladen und sich selbst überlassen, da das eigentlich halbwegs human gedachte System nicht funktioniert.

Nach Startproblemen kommt es zur Verständigung mit einigen Todgeweihten, die es durch Symbiose mit der hiesigen Natur geschafft haben länger zu überleben und es stellt sich heraus, dass Planet Nummer 2 anzufliegen ist. Außerdem wird ein weiterer Oproner gerettet, dessen Aufgabe es war für Ordnung zu sorgen, der aber stattdessen lieber eine Runde im Tiefschlaf verbracht hat – in der Hoffnung auf bessere Zeiten.

Auf Planet 2 wird der Stein „gemutet“ und weiter geht die Reise.

Wie hat mir „Welt der Hoffnungslosen“ gefallen?

Da ich an dieser Stelle immer die positiven Aspekte beschreibe, fange ich auch damit mal an:

Die Welt der Hoffnungslosen an sich wurde von Susan Schwartz wie gewohnt liebevoll ausgestaltet und plastisch beschrieben. Die Protagonistin auf Seiten der Hoffnungslosen war anfangs durchaus interessant, wurde dann aber lieder ewig nicht erwähnt und am Ende wurde sie mir zu flach.

Was war nicht ganz so gelungen?

In diesem Roman leider so einiges. Ich habe mit der gesamten Handlung nicht viel anfangen können. Die erste Frage die sich mir stellte war, warum fliegen die nicht einfach weiter? Das wurde dann beantwortet mit „wir würden zu lange im Bereich des schreienden Steins bleiben.“ Während der Mission zog sich die FANTASY dann ein Stück aus dem System zurück und dadurch ging es dann. Etwas eigenwillig, aber was solls. Dann schien mir die gesamte Mission irgendwie völlig ungeplant. Rhodan und Co. laufen einfach mal drauflos, sind relativ unbedarft und rennen so natürlich dann doch in eine so gaaaanz überraschende Gefahr. Am Ende ist recht schnell alles Friede, Freude, Eierkuchen und der olle Stein wird von Tekener ausgeschaltet (ja, er musste sich anstrengen, aber so ganz schwierig wars nicht…).

Am meisten stört mich aber aktuell, dass die vorher beschworene Transitionsallergie von Perry plötzlich kaum noch eine Rolle spielt. Bisher wurde es so dargestellt, dass ihn jede Transition umbringen könnte. Plötzlich hüpft die FANTASY aber wieder fröhlich durch das All. Es wird zwar immer mal wieder gesagt, dass das nicht ideal für ihn ist, aber die Dramatik ist dahin.

Fazit:

Leider kann NEO 212 nicht an den sehr guten Vorgänger anschließen. Ich hatte wirklich meine Probleme beim Lesen und auch dabei mich zu diesen Zeilen zu motivieren. Nach der Welt der Hoffnungslosen stirbt aber meine Hoffnung auf Besserung nicht.

Für NEO 212 gibt es aufgrund oben beschriebenen Kritikpunkten leider nur 3 von 10 Punkten.

Die Expokraten brennen ein Feuerwerk ab, und zwar „Am Ende aller Tage“

Große Vorfreude, große Erwartungen und ein wenig Skepsis ob der vielen offenen Fragen hielten sich im Vorfeld dieses Epochenfinales bei mir die Waage. Die Vorfreude war durchaus berechtigt, die Erwartungen wurden zu großen Teilen erfüllt, allerdings hatte auch meine Skepsis ihre Berechtigung. Aber dazu später mehr.

Worum geht es in „Am Ende aller Tage“?

Der Titel passt hervorragend zu einem Roman, der die Ereignisse von 85 Millionen (Handlungs-) Jahren abschließt, oder? Ich persönlich fand das sehr treffend. Natürlich geht es im Staffel- und Epochenfinale um den Abschluss des großen Feldes um den Konflikt zwischen ANDROS und ES, das Ende des sogenannten Ringens, darum, ob die Menschheit weiter existieren darf oder pulverisiert wird und ein bisschen auch darum, welche Haupt- und Nebenfiguren noch über die Klinge springen müssen. Ganz viel Stoff für ganz knappe 160 Seiten wie ich finde.

Die ausführliche Zusammenfassung findet ihr wir immer hier:

https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Am_Ende_aller_Tage

Wie hat mir „Am Ende aller Tage“ gefallen?

Vorneweg: insgesamt sehr gut! War der Abschluss perfekt? Nein, aus meiner Sicht nicht…aber wer oder was ist schon wirklich perfekt? War der Abschluss spannend, unterhaltend, mitreißend und im Großen und Ganzen rund und gelungen? Aus meiner Sicht definitiv! Unsere Expokraten haben hier ein echtes Feuerwerk abgebrannt. Um das etwas klarer zu besprechen muss ich (zumindest ein wenig) spoilern:

Dass unser guter, alter Perry irgendwie überlebt war wohl so ziemlich jedem, der in irgendeiner Weise mit der Materie vertraut ist, klar. Wie er das schafft, fand ich persönlich etwas eigen, siehe unten, aber klar war es. Dass Tuire Sitareh über die Klinge springen soll oder muss, wurde vorher oft genug erwähnt. Allerdings bleibt diese Tür – zumindest einen winzigen Spalt breit – offen, denn sein endgültiger Tod wurde nicht erwähnt! Ich glaube zwar nicht daran und es wäre auch schwierig, das glaubhaft zu verkaufen, aber ein wenig hoffe ich noch immer, dass der olle Aulore wieder auftaucht. Ich mochte diese Figur immer sehr gerne.

Insgesamt kommt das Finale mit erstaunlich wenigen – bestätigten – Toten aus, nämlich mit genau einem: Huang Wei, der für ein Täuschungsmanöver von ES in den Tod ging. Alle anderen sind wohlauf.

Die verschiedensten Handlungsfäden wurden von Rüdiger und Rainer in diesem Band zusammengeführt. Angefangen von der Frühzeit von NEO bis hinein in die aktuelle Staffel. Ich finde, dass die beiden das sehr schön gelöst haben und tatsächlich das Spielfeld einmal komplett freigeräumt haben für die neue, kommende Epoche. Mir hat dieser NEO wahnsinnig viel Spaß gemacht und ich habe ihn „in einem Rutsch“ gelesen, was bei mir eher selten vorkommt. Ein paar kleine ABERs gibt es dann allerdings doch noch:

Was war nicht ganz so gelungen?

Mir fehlten ein paar Dinge in diesem Abschluss. Zunächst einmal: wo zur Hölle sind Eric Leyden, Abha Prajapati und Luan Perparim? Die wurden mit Tro Khon so effektvoll aus der Handlung geschrieben, dass ich mir absolut sicher war, dass sie irgendwie mit einem Knalleffekt im Abschlussband auftauchen. Aber keiner davon, auch nicht Tro Khon. Am Ende dachte ich, ich habe ein paar Seiten ausgelassen. Das hat mich ziemlich irritiert und ich hoffe, dass diese Figuren wieder auftauchen, denn sie stillschweigend zu vergessen würde mich wirklich ärgern. Das macht ihr nicht liebe Expokraten oder? Ihr wollt mich nicht ärgern, oder? 😉

Dann ist da diese Sache mit dem Geschenk von Avandrina di Cardelah auf dem Mars. Da war doch was? Ich dachte auch hier, dass wir noch mehr erfahren, vermute und hoffe aber stark, dass das in NEO 200 erfolgt. Hier kann ich noch ganz gut akzeptieren, wenn das später geklärt wird, beim Leyden-Team bin ich – wie gesagt – mehr irritiert.

Ein weiterer offener Handlungsfaden: dieses komische Artefakt aus NEO 188, welches Icho Tolot damals unter Einsatz seines Lebens und eines seiner Herzen Massmer Tronkh entwendet hat. Danach hat man von dem Ding nie mehr gehört! Dabei schien es in dem Roman so ungemein wichtig und geheimnisvoll. Was war das denn? Da habe ich seitdem drauf gewartet, denke aber, dass ich auch weiter warten werde…und zwar erfolglos. 😦

Zu guter (oder schlechter) Letzt: Rhodans Rettung durch Atlan und Mirona. Ganz ehrlich ist das für mich irgendwie haarsträubend an selbigen herbeigezogen gewesen. Es herrscht das absolute hyperphysikalische Chaos, die Verrytsphäre ist angeblich das einzige Schiff, welches sich Palagola nähern kann und das dabei nicht sofort zerbröselt. Es wird sogar explizit erwähnt, dass auch Schaltschiffe der Meister der Insel Probleme bekommen…und dann, kurz vor Perrys Exitus finden die beiden Turteltauben den Terraner in seinem ultimativen Anti-ANDROS Schiffchen, welches auseinanderfällt und retten ihn per spontan aufgebautem Halbraumtunnel, Millisekunden bevor es tatsächlich pulverisiert wird…

Mir war das zu viel seltsamer Zufall. Versteht mich nicht falsch, ich weiß selber keine viel bessere Lösung, aber diese war mir zu konstruiert. Allerdings muss ich es auch nicht besser machen, ich bin ja kein Autor, geschweige denn Expokrat. 😉

Fazit:

Bei aller Kritik – ich finde die muss erlaubt sein – hat mich NEO 199 wahnsinnig gut unterhalten und hat die meisten Handlungsfäden zu einem würdigen und sinnvollen Abschluss gebracht. Es gab das nötige Feuerwerk, es gab Pathos, es gab Überraschungsmomente (wenn auch nicht so viele wie ich dachte) und es gab ein happy End. Wie gesagt würde ich nicht von perfekt sprechen, von sehr gut aber allemal. Daher für das Staffel- und Epochenfinale:

8 von 10 Punkten.

Nun ist die Vorfreude auf NEO 200 angesagt…Kolonien, das heißt Siganesen, Plophoser, Epsaler und viele mehr. Dazu Tekener und „der Mann aus Glas“. Was für NEO-Aussichten! 🙂

Ruben Wickenhäuser reist mit uns in die Eastside und dort entsteht „Der Dimensionsblock“

Ich muss ja sagen, ich mag die Blues. Auch wenn sie bei NEO Azaraq statt Jülziish heißen sind mir die Tellerköpfe sympathisch. Worüber ich mich schon vorab besonders gefreut habe war, dass mit Ruben Wickenhäuser ein Autor diesen Roman verfasst hat, dessen Beitrag aus der Blues-Staffel mir besonders positiv in Erinnerung geblieben ist.

Worum geht es in „Der Dimensionsblock“?

Tja…die Handlung spielt in der Eastside der Milchstraße bei den Azaraq. Wenn wir uns zurückerinnern und überlegen, was die Verbindung zur aktuellen Handlung sein könnte, ist es kaum ein Spoiler, wenn ich verrate, dass es um Moloch und das Suprahet geht. Was da aber genau passiert und was ein Dimensionsblock eigentlich ist, erfahrt ihr hier:

https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Der_Dimensionsblock

Wie hat mir „Der Dimensionsblock“ gefallen?

Ruben Wickenhäuser hat definitiv ein Händchen für Azaraq! Ich finde die Charakterisierung dieses Fremdvolkes gelingt ihm auch in diesem NEO genauso hervorragend wie in seinem Erstlingswerk. Sowohl Verhalten und Gedankengänge von Tagrep Kerrek, als auch seine Verwunderung über das Verhalten der Menschen sind wirklich toll geschildert. Die Kultur, welche sich klar sich in den beschriebenen Bereichen klar gegenüber dem uns bekannten abgrenzt ist faszinierend.

Alles in allem ist dem Roman anzumerken, dass der Autor mit ganz viel Liebe zum Detail seinen Charakteren Leben eingehaucht hat. Fast alle Personen sind glaubhaft mit Stärken und Schwächen sowie mit Sorgen und Gedanken abgebildet. Das war wirklich toll zu lesen!

Neben dem Azaraq ist auch die Charakterisierung von Faktor VII großartig gelungen. Die Figur bekommt eine erhebliche Tiefe und darf hoffentlich noch häufiger eine gewisse Rolle spielen.

Was war nicht ganz so gelungen?

Dazu muss ein kleiner SPOILER her: Alexander Kapescu und sein völlig irrationales Verhalten am Ende! Da stapft der Typ echt komplett allein los, nur weil er einen Dickkopf hat und obwohl er genau weiß, wie gefährlich dieser Azaraq-Urwald ist? Really? Letztlich war das Ergebnis absehbar und irgendwie hat es mich auch wenig erschüttert…ich dachte nur „Selber schuld du Vollpfosten…“ 😉

Außerdem hatte der Roman meines Erachtens schon ein paar Längen. Ruben hat zwar schon versucht diese sinnvoll zu füllen, aber der Informationsgehalt war zum Teil schon niedrig. Im Endeffekt war hier wohl oft der Weg das Ziel. Nicht immer per se schlecht, aber mir war das anteilig zu wenig.

Fazit:

Die Gesamthandlung und damit das sich anbahnende Staffelfinale hat der Roman – wenn wir ehrlich sind – nicht wesentlich vorangetrieben. Aber das musste er meines Erachtens auch nicht. Trotz Kapescu und der beschriebenen Längen war es für meinen persönlichen Geschmack ein überdurchschnittlich guter NEO. Ruben Wickenhäuser versteht es seine Charaktere bunt und authentisch zu schildern sowie ihnen eine Tiefe zu geben, die durchaus bemerkenswert ist für 160 Seiten. Vielleicht darf er beim nächsten NEO wieder etwas mehr die Rahmenhandlung voranbringen, das würde mich freuen.

Dafür gibt es gute 7 von 10 Punkten.

Rüdiger Schäfer erzählt die Geschichte von „Tuire“

Im Laufe der Zeit hat sich Tuire Sitareh, der mysteriöse Aulore ohne Gedächtnis, aber dafür mit einem geistigen Begleiter der Sorte „Extrasinn – aber irgendwie anders“, zu einem meiner Lieblingscharaktere bei NEO entwickelt. Immer irgendwie geheimnisumwittert und sich selbst nicht geheuer, hat er mir immer viel Spaß gemacht. Nun heißt der aktuelle NEO „Tuire“, es war also klar um wen es gehen wird. Die Vorfreude war bei mir persönlich riesig , zumal mit Rüdiger Schäfer auch noch einer meiner liebsten NEO-Autoren auf dem Cover steht. Gute Voraussetzungen!

Worum geht es in „Tuire“?

Das geht – glaube ich – durch ohne als Spoiler zu gelten: es geht um die Lebensgeschichte von Tuire Sitareh. Dieses Mal die vollständige Lebensgeschichte. Bruchstücke haben wir nach und nach ja immer mal wieder bekommen, aber hier liegt sie nun offen vor uns: die Story des mysteriösen Auloren. Wir erfahren heuer sogar was ein „Aulore“ eigentlich ist. Das fand ich ja beim Lesen irgendwie grandios gelöst. 🙂

Eine ausführliche Zusammenfassung findet ihr, wie immer, hier:

https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Tuire

Wie hat mir „Tuire“ gefallen?

Ehrlich gesagt bin ich beim Schreiben dieser Zeilen noch minimal unschlüssig. An sich würde ich sagen, das war ein sehr starker NEO den Rüdiger da (mal wieder) abgeliefert hat. Die Story hat mich fast durchgehend gefesselt, Tuire Sitareh ist – sagte ich das schon? – ein cooler Charakter, wir werden durch Höhen und gaaaanz tiefe Tiefen seines Lebens geführt und am Ende ist sein Mysterium für den Leser gelöst.

Tuire bekommt in diesem Roman noch mehr Tiefe als er ohnehin schon hatte, flüchtige Bilder seiner Vergangenheit aus vorigen Romanen bekommen einen sinnvollen Kontext – das hat Spaß gemacht.

Was war nicht ganz so gelungen?

Ich fand die Entwicklung des Charakters schon grundsätzlich toll beschrieben, an zwei oder drei Stellen aber irgendwie für meinen Geschmack zu „sprunghaft“…mir fällt kein besseres Wort dafür ein.

Dazu folgender, kleiner SPOILER:

Tuire durchlebt mindestens zwei Mal von jetzt auf gleich sehr gegensätzliche Emotionen wie „Ich bin ein schlimmer Loser“ zu „Ich nehme mein kosmisches Schicksal an, schaka wir schaffen das!“.

Auch wenn sowohl Ernst Ellert als auch Avandrina di Cardelah sicherlich so ihre eigenen, ganz speziellen Möglichkeiten haben, schien mir das doch „per Handauflegen“ irgendwie sehr abrupt.

Dann das Ende des Romans…

Auch hier SPOILERWARNUNG: Ich muss gestehen, dass ich das Ende nur bedingt verstanden habe. ES gesteht Thora, dass er bzw. sie eigentlich gekommen ist um der Arkonidin „persönlich“ zu sagen, dass Tuire und Perry sterben müssen, damit ANDROS besiegt werden kann. Okay…das kann er ja machen, aber warum erzählt er vorher die ausführliche Lebensgeschichte von Tuire Sitareh? Das erschließt sich mir irgendwie nicht zu 100%, aber wer bin ich, dass ich ES verstehen will? 😉

Fazit:

Insgesamt, den Schluss vielleicht mal etwas ausgeklammert, ein wirklich guter NEO. Vielleicht nicht ganz so grandios wie der Vorgänger, aber trotzdem weiter auf dem sehr hohen Niveau der Bestien-Staffel. Rüdiger Schäfer kriegt von mir für „Tuire“ daher

8,5 von 10 Punkten.

Arno Endler startet den „Countdown für die Menschheit“

Ich muss zugeben, dass Arno Endlers NEO ein wenig im Schatten vom großen Jubiläum #pr3000 – also dem 3000. Band der Erstauflage – stand und dementsprechend auch von mir leicht vernachlässigt wurde. Durch die Erstauflageneuphorie hatte ich auch so mein kleines, persönliches Motivationsproblem ihn in einem Zug zu lesen und habe etwas länger gebraucht. Die Umstände waren halt in diesem Fall für NEO nicht so gut, daher folgen diese Zeilen auch später als üblich. Da der Grund aber ein erfreulicher war: sei es drum… 🙂

Worum geht es in „Countdown für die Menschheit“?

Nun ja, im Solsystem kämpfen die Menschen weiter gegen den erscheinenden ANDROS. NATHAN spielt dabei eine größere Rolle, das hatte sich ja bereits angedeutet. Der größte Teil des Romans spielt jedoch in einem etwas ungewöhnlichen Szenario und hat Perry Rhodan zum Protagonisten. Seine Mission zur Aktivierung (oder Zündung?) der Transmitterstraße beginnt…allerdings etwas anders als erwartet.

Eine ausführliche Zusammenfassung findet ihr, wie immer, hier:

https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Countdown_f%C3%BCr_die_Menschheit

Wie hat mir „Countdown für die Menschheit“ gefallen?

Wie ich oben schon schrieb hatte ich so meine Probleme, mich zu motivieren. Da kann aber weder NEO noch Arno Endler etwas zu. Grundsätzlich war der Roman gut geschrieben, mit glaubhaften Charakteren, zwei sehr unterschiedlichen Schauplätzen und einer „Abwechslung“, bei der mir lange nicht ganz klar war, was das soll, die aber trotzdem irgendwie reizvoll war.

Was war nicht ganz so gelungen?

Die Gesamthandlung wird wenig vorangetrieben, im Prinzip sind wir kaum weiter als nach NEO 192. Rhodan ist auf seiner Mission, die ihm von Avandrina und Mirona aufgetragen wurde und im Solsystem wird versucht ANDROS solange hinzuhalten, bis Perry alle rettet. So weit so gut, aber das wussten wir vorher auch.

Das Szenario um Perry, welcher auf eine andere Welt entführt wird und sich dort irgendwie durchschlagen muss, fand ich zwar nett, aber irgendwie zu „mächtig“. Der halbe Roman hat sich gelesen wie ein Mittelalter- oder Fantasyroman mit winzigen SF-Einsprengseln. Es mag durchaus Leser geben, deren Geschmack das trifft, meinen eher nicht.

Insgesamt war das sicher kein schlechter NEO, aber eben leider auch kein herausragend guter. Im Vergleich mit den ersten beiden der Staffel fällt er meiner Meinung nach etwas ab.

Fazit:

Joa…in der EA hätten einige von Lückenfüller gesprochen denke ich. So weit würde ich nicht gehen wollen, da ich vermute, dass die Erlebnisse von Perry noch ihre Berechtigung und tiefere Bedeutung bekommen werden. Aber umgehauen hat mich „Countdown für die Menschheit“ leider nicht. Trotz allem ein solider NEO, daher:

6,5 von 10 Punkten.

Perry Rhodan NEO-Story 13 – „Sachiko“ von Michelle Stern

Wie bei allen NEO-Storys werde ich hier eine kurze Zusammenfassung schreiben. Wer sich nicht spoilern möchte, sollte nicht weiterlesen! 🙂

Die dreizehnte NEO-Story berichtet vom jungen japanischen Studenten Shinichi, der in seinem Studienjob im Tempel Nikko arbeitet und Touristen- und Schülergruppen führt. Während der Fantaninvasion vor einem Jahr hatte er sich dem Widerstand in Tokio angeschlossen und hat auch heute noch große Vorbehalte gegen die Extraterrestrier. Im Auftrag von Akina, der Miko des Tempels, sucht er Sachiko auf. Sachiko ist ebenso wie er eine Studentin, die sich im Tempel etwas dazuverdienen möchte und in die er heimlich verliebt ist. Er bringt nicht den Mut auf, sie nach einer Verabredung zu fragen. Während er verlegen auf seine Hände sieht, scheinen diese durchsichtig zu werden. Zu seiner Freude lädt sie ihn jedoch auf ein Konzert ein, für das sie zwei Karten hat. Freudig sagt er zu, der Eindruck der durchsichtigen Hände verschwindet.

Am nächsten Tag fahren sie gemeinsam zum Konzert, Sachiko geht es nicht besonders gut, sie sagt, dass sie wohl krank werde. Als sie sich in die Menschenmenge begeben, kommt es zu einem Vorfall: um die beiden scheinen alle anderen Menschen zu verschwinden und Sachiko bittet ihn, sie wieder heraus zu begleiten. Auf dem Rückweg erscheint die Menschenmasse wieder. Sachiko bricht zusammen und Shinichi lässt sie in ein nahe gelegenes Krankenhaus bringen. Die Ärzte dort vermuten ein Virus, sind aber ratlos, was es genau sein kann. Sie wollen Terrania kontaktieren, befürchten aber das Schlimmste. Die kraftlose Sachiko bittet Shinichi zur Botschaft am Chuzenji-See zu fahren, den Schlüssel zu nehmen und die Flöte zu holen. Sie sagt, sie würde sie brauchen und er solle es weder jemandem sagen noch sie verurteilen. Er entdeckt an der Halskette, die sie zuvor um den Hals getragen hatte einen Schlüssel. Diesen nimmt er an sich und bricht auf.

Als er die alte, aufgegebene Botschaft erreicht, findet er zunächst ein verlassenes Gebäude vor. Erst auf den zweiten Blick entdeckt er eine Falltür, die zu einem Tunnel unter dem Haus führt. Darüber gelangt er in Richtung der nahegelegenen Wasserfälle. Dort findet er einen Raum, welcher mit unzähligen Gegenständen vollgestellt ist sowie den Fantan Foth-Kundur. Der Außerirdische wundert sich, warum Shinichi ihn sehen kann und fragt ob Sachiko tot sei, da er seit ihrem ersten Zusammentreffen unsichtbar war. Shinichi verneint und erzählt von der Erkrankung und dass sie nach der Flöte verlangt hat. Der Fantan kramt sie auch den Bergen von Gegenständen hervor und übergibt sie an den jungen Mann. Die vermeintliche Flöte ist jedoch kein Musikinstrument, sondern ein medizinisches Kleingerät der Aras, welches der Fantan ihm in seiner Funktion erklärt. Er werde bei seinem Besun bleiben, während Shinichi zu Sachiko zurückkehren soll.

Shinichi schafft es mithilfe des Diagnosegerätes ein Gegenmittel zu synthetisieren und Sachiko zu verabreichen. Sie stabilisiert sich. Während er auf ihr Erwachen wartet, wird er von Iga Tulodziecky angesprochen, welche ihm einige Fragen zu Sachiko stellen möchte. In diesem Moment ertönt ein lauter Knall aus dem Krankenzimmer und Sachikos Mutter taumelt heraus. Sachiko ist verschwunden. Iga vermutet, dass Sachiko eine Mutantin ist und nach Terrania will. Außerdem sei Sachiko eine lebende Bombe, da sie von einer Krankheit befallen sei, die überall zu Stromausfällen und elektrischen Entladungen führt. Sie fragt, ob sie sich auch selbst unsichtbar machen kann oder nur andere. Darauf hat Shinichi jedoch keine Antwort. Da fällt ihnen auf, dass sich, bevor ihre Mutter herauskam, die Tür einmal selbsttätig öffnete ohne dass jemand hindurchtrat. Sie begeben sich zur nächsten U-Bahn-Station um die Verfolgung aufzunehmen. Iga gibt ihm eine Injektionspistole mit einem Anti-Virus. Das verabreichte Gegenmittel stellt nur eine vorübergehende Hilfe dar, hat sie aber nicht gerettet. Vor allem aber läuft sie Gefahr ungewollt andere Menschen zu verletzen. In der Station schaffen es Shinichi und Iga Tulodziecky tatsächlich Sachiko zu betäuben, gerade rechtzeitig, denn sie wollte sich vor die einfahrende U-Bahn werfen.

Tulodziecky bringt die beiden auf die VEAST’ARK, wo Sachiko behandelt wird. Zwei Tage später geht es ihr deutlich besser. Sie berichtet davon, wie sie den gestrandeten Fantan getroffen und vor einer Meute gerettet hatte. Da sie ihn versehentlich unsichtbar machte, konnten ihn seine Artgenossen nicht sehen und ließen ihn zurück. Daher suchten sie ihm das Versteck unter der Botschaft. Kurz darauf erhält sie die Nachricht, dass sie durch das Virus ihre Gabe komplett verloren habe. Sie freut sich darüber sehr, da sie Angst hatte weitere Menschen versehentlich unsichtbar zu machen oder anderweitig Unheil anzurichten. Nach Abschluss der Behandlung dürfen die beiden nach Tokio zurückkehren.

Foth-Kundur hat beschlossen auf der Erde zu warten, bis er von Fantan abgeholt werde. Denn er ist sich sicher, Fantan kommen immer wieder!

Fazit:

Eine rührende Kurzgeschichte zum Thema „Mutantengabe, was macht das mit einem Menschen?“. Kombiniert mit dem Schicksal des Fantan und der schüchternen Liebe zweier junger Menschen war das wirklich rund und gibt einen guten Einblick was hinter den Kulissen der Genesiskrise noch so alles passiert ist. Ich bin mal wieder positiv überrascht, wie toll die NEO-Storys sind! 🙂

Das Bild ist wie immer © Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt

Ruben Wickenhäuser entfesselt die „Schwarzschild-Flut“

Der Erstling von Ruben Wickenhäuser hatte mir damals wirklich gut gefallen, glänzte vor allem mit tollen und detaillierten Charakteren. Daher hatte ich schon eine gewisse Erwartungshaltung. Das Titelbild schlug im Vorfeld ein paar Wellen, einige fühlten sich an die Backstreet Boys erinnert, einige vermuteten Eric Leyden auf dem Cover, andere eine Mischung aus verschiedenen Hollywoodgrößen, so ganz warm wurden – was ich bei Facebook mitbekommen habe – die Wenigsten damit. Ich persönlich fand das Titelbild eigentlich ganz gut und bin relativ sicher, dass es wohl Thomas Rhodan da Zoltral sein soll. Ich hatte nur immer im Kopf, dass er die roten Augen seiner Mutter geerbt hat. Vielleicht trügt mich da aber auch mein Gedächtnis…

Worum geht es in „Schwarzschild-Flut“?

Tja, der Roman ist in Sachen Inhalt – sagen wir mal – vielseitig. Die Story von Thomas und Farouq Rhodan wird – nach einem Roman Pause – fortgesetzt, die Erde erfährt eine neue Bedrohung und auch direkt in einem terranischen Land ereignen sich erschreckende Dinge, welche durch das Aufheizen der Sonne ausgelöst werden. Außerdem steht mal wieder der nach wie vor mysteriöse NATHAN im Mittelpunkt des Geschehens.

Eine ausführliche Zusammenfassung findet ihr, wie immer, hier:

Perrypedia

Wie hat mir „ Schwarzschild-Flut“ gefallen?

Zunächst einmal hat mir der Schreibstil von Ruben Wickenhäuser auch in seinem zweiten Roman sehr gut gefallen. Die Charaktere sind toll beschrieben, wirken authentisch und plastisch. Die Handlung um die Rhodan-Bengel kommt (endlich!) zu einem Ergebnis und die unseligen Prüfungen haben ein Ende. Auch das finde ich wirklich gut, da dieser Handlungsstrang begann mich zu nerven. Der Roman liest sich insgesamt spannend und flüssig, die Gesamthandlung im Sol-System wird etwas vorangetrieben und es gab sogar nette, wenn auch kurze Action. Spaß hatte ich durchaus beim Lesen.

Was war nicht ganz so gelungen?

Tja, was soll ich sagen? Die ganze Staffel ist, nach starkem Start, irgendwie nicht so ganz mein Fall. Besonders die Rhodan-Sprosse und ihre wirklich ausführlich beschriebenen Mondprüfungen begannen mir auf die Nerven zu gehen. Hier folgte eine weitere davon…in einem Szenario, dessen Genre mal so gar nicht meins ist. Das ist sicher Geschmackssache, aber da stockte der Lesefluss dann doch etwas bei mir. ES sei Dank hat das ja jetzt ein Ende…

Dann wäre da noch (Achtung kleiner Spoiler!) die Sache mit den Maahks und deren „Entsorgung“. Natürlich trägt die Lösung zur Storyentwicklung um NATHAN bei… Natürlich ist die Lösung irgendwie nachvollziehbar… Aber trotzdem fühlt es sich als Leser erneut nach „Deus ex machina“ an. Ich kann mir nicht helfen, aber diese existenzbedrohenden Gefahren, welche innerhalb eines Romans ausgeräumt werden sind für mich unbefriedigend. Allerdings ist die Idee dieser neuen Waffe ziemlich cool…das muss ich zugeben. 😉

Fazit:

Insgesamt war der Roman von Seite des Autors ein ganz starker wie ich finde. Ich habe stilistisch und im Rahmen der Charakterbeschreibungen oder auch der Umsetzung der Handlung eigentlich nichts zu meckern, das hat Spaß gemacht und ich hoffe Ruben Wickenhäuser bleibt dem Team noch lange erhalten und darf noch viele Beiträge zu Perry Rhodan NEO (und vielleicht irgendwann auch zur EA) verfassen!

Inhaltlich hat mich der Roman nur anteilig überzeugt. Schön war die Darstellung des intriganten und jede Möglichkeit nutzenden „Drecksacks“ Sdelo Willem. Die Rhodan-Bengel haben jetzt endlich eine klare Funktion bekommen, auch das ist positiv. Die Action war wirklich nett, aber wie oben beschrieben für meinen Geschmack zu ultimativ gelöst. Sicher kein schlechter NEO, aber aufgrund genannter Schwächen auch kein überragender.

Daher bekommt Ruben Wickenhäuser für NEO 187 von mir 7/10 Punkte! (Wobei ich ihm für seine Autorenleistung eher deutlich mehr geben wollen würde).

Susan Schwartz mitten im „Aufstand der Goldenen“

Ich bin bei diesem Roman etwas hin-und hergerissen. Der Titel hat mich erstmal etwas verwirrt. Aufstand der Goldenen? Waren die nicht vor kurzem alle draufgegangen? Naja, vielleicht ja ein Rückblick dachte ich mir, also schauen wir mal. Dazu Susan Schwartz als Autorin, was für mich immer ein wenig wie ein Überraschungsei ist. Das kann sehr gut werden, muss es aber nicht. Außerdem war meine Motivation in diesem Fall ohnehin etwas geringer, da ich parallel die Phileasonsaga lese und da iregndwie mit Feuer und Flamme dabei bin. Diese musste ich nun unterbrechen, auch wenn es für NEO war. Deshalb bin ich auch verhältnismäßig spät dran damit, hier etwas in die Tasten zu hauen.

Worum geht es beim „Aufstand der Goldenen“?

Achtung Mini-Spoiler: Überraschenderweise handelt es sich nicht um einen Rückblick! Susan Schwartz beschreibt in ihrem Roman den Versuch von nicht ganz so perfekten Goldenen, ihrem Schicksal zu entgehen und bringt außerdem Licht ins Dunkeln in Bezug auf die Entstehung der Kunstwesen.

Die Handlungszusammenfassung findet ihr wie immer hier:

Perrypedia

Wie hat mir „Aufstand der Goldenen“ gefallen?

Auch hier Achtung Mini-Spoiler: Wenn ich ganz ehrlich mit mir selbst bin nicht ganz so gut. Die ersten achtzig bis einhundert Seiten fühlten sich nach berühmt-berüchtigtem Füllroman an. Danach bricht die Hölle los und am Ende kommt Tolot mit einer Deus ex machina daher und beendet die Bedrohung. Die Herkunft und Entstehungsgeschichte  der Goldenen ist sicher „nice to know“, aber ansonsten hätte man sich den Roman irgendwie sparen können. Das bedeutet nicht, dass er schlecht geschrieben war oder dass die Autorin viel falsch gemacht hätte, aber irgendwie war das nicht so meins. Insgesamt eine nette Geschichte über ein seltsam konditioniertes Volk, welches maßgeblich an der Entstehung der Goldenen beteiligt war und nun, kurz vor ihrem Untergang durch die Entartung der eigenen Sonne, plötzlich doch nochmal Probleme mit den Goldmännlein bekommen. Die Lösung ist zwar plausibel, mutet aber trotzdem etwas „ultimativ“ an.

Was war nicht ganz so gelungen?

Naja, das habe ich jetzt irgendwie vorweg genommen…vielleicht noch ein Satz: Luan Perparim will erst nicht an der Expedition teilnehmen, später wird erwähnt, dass das Team um Eric Leyden mit Perparim auf dem Planeten unterwegs ist um sie danach nie wieder zu erwähnen. Ich weiß, dass ist kleinlich, aber ich mag solche Logikfehler einfach nicht.

Fazit:

Der „Aufstand der Goldenen“ war nicht meins. Gefühlt ein Roman zwischen Füllroman und zwanghafter Erklärung der ganzen „Goldene-Geschichte“. Ich persönlich freue mich auf den nächsten NEO und hoffe auf Besserung. Hierfür gibt es leider nur 4/10 Pünktchen. 😦

Michelle Stern und Rüdiger Schäfer sind „Im Labyrinth des Geistes“

Klaus N. Frick hatte ja angekündigt, dass zum ersten Mal ein NEO-Roman von einer Autorin und einem Autor gemeinsam geschrieben wurde. Das stimmt zwar nicht, denn Madeleine Puljic und Kai Hirdt haben auch schon einen NEO in Zusammenarbeit abgeliefert, aber gespannt war ich trotzdem. Michelle Stern hatte sich ja bei NEO etwas rar gemacht, ich mag aber ihren Stil zu schreiben. Rüdiger Schäfer ist für mich persönlich seit langer Zeit ohnehin fast über jeden Zweifel erhaben. Daher erwartete ich einen Hammerroman.

Worum geht es „Im Labyrinth des Geistes“?

Zunächst mal: wir haben nur zwei statt vier Handlungsebenen. Dazu wurde die Aufteilung sehr viel angenehmer gestaltet. Immer zwei Kapitel eines Handlungsstranges wurden aneinandergereiht, so dass ein recht flüssiges Lesen möglich war und nicht das Gefühl einer völlig „zerfaserten“ Handlung aufkam, wie ich es bei NEO 184 hatte. Die Handlungsstränge führen zum einen die Geschehnisse um die von den Naiir gefangene Rhodan-Gruppe, zum anderen die Erlebnisse der Rhodan-Söhne auf Luna – genauer gesagt in NATHAN – weiter.

Ein großer Teil des Romans hat sich gelesen wie eine Mischung aus psychedelischem Trip und vielen Kurzgeschichten. Speziell der Strang um Thomas und Farouq Rhodan war speziell.

Eine ausführliche Zusammenfassung findet ihr wie immer hier:

Perrypedia

Wie hat mir „Im Labyrinth des Geistes“ gefallen?

Im Prinzip habe ich das Gefühl zwei Romane einzeln betrachten zu müssen – zu verschieden waren die Handlungsstränge. Fangen wir mit dem Strang von Perry an. Der war extrem aufschlussreich, brachte echte Augenöffner in Bezug auf den kosmischen Überbau von NEO. Hier werden Zusammenhänge hergestellt, dass einem als NEO-Leser nur so das Herz aufgeht. Der Abschlussteil dieser Handlung war wiederrum herzzerreißend und auch wenn das als Minispoiler gewertet werden könnte: Ich konnte mir ein, zwei Tränen nicht verkneifen, was mir nicht peinlich ist, mir aber ausgesprochen selten passiert.

Der zweite Handlungsstrang war eine gefühlte Kurzgeschichtesammlung mit Tom und Farouq Rhodan in verschiedensten virtuellen Situationen und zumindest teilweise mit dem Gefühl, dass die Protagonisten irgendwie auf einem wirren Trip waren. Okay, das ist auf gewisse Weise ja auch wirklich so gewesen ohne damit zu viel zu verraten. Spannend zu lesen allemal, im Vergleich mit dem anderen Teil hatte ich damit aber mehr Schwierigkeiten. Schön war es, dort der einen oder anderen „alten Figur“ nochmal zu begegnen.

Was war nicht ganz so gelungen?

Wie gesagt, die Handlung um Tom und Farouq hat mir persönlich nicht ganz so gut gefallen wie der andere Strang und ich bin immer noch nicht im Klaren darüber – was natürlich so sein soll – worauf das Ganze hinausläuft.

Der Perry-Strang war ebenfalls ein wenig „tripartig“, aus dem Vorgängerroman weiß man ja, dass die Gruppe an eine Laurinmaschine angeschlossen wurde, die die Erinnerungen erforschen soll. Das hat mich auch weniger gestört. Was ich seltsam fand war eher die „Lösung“ des Quarantäne-Problems auf der MAGELLAN…mehr kann ich aber ohne zu spoilern nicht schreiben. 🙂

Fazit:

Grundsätzlich ist der Roman meinen Erwartungen mit ein paar kleineren Abstrichen gerecht geworden. Mein persönlicher Geschmack wurde anteilig genau getroffen, anteilig aber eben mit kleinen Einschränkungen. Wenn ich die Handlungsstränge einzeln werten müsste, würde die Perry-Handlung 8,5 Punkte und die Tom-Handlung 7 Punkte bekommen. Der Schnitt daraus sind 7,75 also gerundete 8 Punkte.

So bekommen Michelle Stern und Rüdiger Schäfer für NEO 185 von mir insgesamt sehr gute 8/10 Punkte!

Rainer Schorm „Im Reich der Naiir“

Ich verbinde ja mit den Romanen von Rainer Schorm ambivalente Gefühle. Irgendwie weiß ich bei ihm vorher nie, was mich erwartet und ob ich mich darauf freuen soll. Ich habe schon sehr gute NEOs von Rainer gelesen, aber leider auch welche die mich weniger begeistern konnten. „Im Reich der Naiir“ war in der Tat irgendwo dazwischen, was aber vor allem an zu vielen Handlungsebenen lag, weniger am Inhalt der Handlung.

Worum geht es „Im Reich der Naiir“?

Wie im Vorgängerroman von Susan Schwartz bietet uns auch dieser NEO mehrere Handlungsebenen an. Wir erleben mit, wie es den Rhodanbengels Tom und Farouq auf Luna ergeht, die Entwicklung von Sol wird weiter geschildert und die MAGELLAN kämpft so mit eigenen Problemen. Nicht zu vergessen die FERNAO, die mal wieder losgelöst vom Mutterschiff unterwegs ist und ein Einsatzkommando auf einem – sagen wir mal ungewöhnlichen – Planeten absetzt.

Eine ausführliche Zusammenfassung findet ihr, wie immer, hier:

Perrypedia

Wie hat mir „Im Reich der Naiir“ gefallen?

Tja, an sich war die Handlung spannend, gut geschrieben und es gab neue Erkenntnisse. Manche sogar mit einem gewissen „WOW-Effekt“. Einzelne Charaktere wie Icho Tolot oder auch die Rhodan-Bengel sind hervorragend beschrieben und haben wirklich Spaß gemacht. Was mich total gefreut hat war, dass Rainer den Dilatationseffekt beschreibt, als die FERNAO mit annähernder Lichtgeschwindigkeit fliegt. Für die Besatzung vergehen Minuten, für den Rest 8,5 Stunden. Das ist ein Thema, welches sonst gern vernachlässigt wird. Great!!!

Was war nicht ganz so gelungen?

Viele Handlungsstränge in einem Roman sind meines Erachtens gefährlich, getreu dem Motto „zu viele Handlungen verderben die Geschichte“…oder waren das Köche? Ach egal…in diesem Fall bin ich unschlüssig.

Zum einen gefällt mir die Handlung der einzelnen Handlungsstränge durchaus gut, besonders auf Luna und auf der MAGELLAN beschreibt Rainer Schorm faszinierende Ereignisse. Auch Rhodans Expedition erlangt Einblicke, die viele Prognosen und Spekulationen erlauben und Lust auf mehr machen. Zum anderen wirkt der Roman aber durch die vier Handlungsebenen auf mich irgendwie zerrissen. Ich bin damit nicht so ganz glücklich geworden, auch wenn die Einzelhandlungen gut waren.

Dann noch etwas, was mich einfach nur etwas genervt hat: auf Seite 40 steht „Die Evakuierung von Vulkan war erfolgreich und wir haben keine Leute verloren“ Keine Leute verloren? Hallo? Zwei komplette Schiffe sind in NEO 183 draufgegangen, einfach weggepustet von der im Roten drehenden Sonne… Ich weiß, dass ist literarisch eine Kleinigkeit und ich bin da vielleicht etwas empfindlich, aber wenn Susan Schwartz ein Schiff mit tausenden Terranern wegbombt, sollte das im Folgeroman auch immer noch so sein, oder? Aber vielleicht hat das doofe Zeitkreell ja die Zeitlinie verändert und das Schiff gerettet? 🙂

Fazit:

Tja, wie gesagt, ich bin mir nicht sicher…an sich gefiel mir die Handlung in drei von vier Handlungssträngen. Der Strang um Merkur war etwas aufgebläht und besaß wenig Inhalt (Achtung Mini-Spoiler!): Merkur wird evakuiert und beim Chasma bildet sich Zeitkreell. Das wäre auch mit deutlich weniger Platz und Aufwand möglich gewesen. Nicht, dass es schlecht geschrieben war, auch die Charaktere sind nett, aber ich fand diese Handlungsebene etwas…wie soll ich sagen…nutzlos? Was sie aber geschafft hat ist, aus einem schon mit drei Ebenen stark gesplitteten Roman ein wahres Puzzlespiel zu bauen. Für meinen Geschmack war das zu viel.

Da die Handlung insgesamt aber trotzdem spannend war, bekommt Rainer Schorm für diesen NEO von mir 6,5/10 Punkte!