Ruben Wickenhäuser „lockt mit Kreell“

…und das durchaus erfolgreich möchte ich meinen. Der Roman war Ruben’s Debüt für Perry Rhodan NEO, ich kannte ihn zuvor noch gar nicht. Daher zunächst ein paar Worte zum Autor bevor ich zum Inhalt komme.

Ich habe den Stil von Ruben Wickenhäuser als ausgesprochen erfrischend empfunden. Seine Darstellung der einzelnen Personen war sehr glaubwürdig und er hat eindeutig ein Händchen für Gucky! Den NEO-Gucky habe ich lange nicht so lebhaft und gut erlebt wie in „Lockruf des Kreells“! Aber auch seine Darstellung der einzelnen Blues fand ich wirklich gut. Ich hoffe, wir bekommen noch mehr von ihm zu lesen, danke für diese sehr unterhaltsamen 160 Seiten!

Zum Inhalt: aus meiner Sicht, bzw. meiner Erinnerung, gab es ein paar Unstimmigkeiten und Logikfehler. Einer soll an dieser Stelle benannt werden: in den beiden vorigen Romanen wurden die Azaraq (ja…ich nutze jetzt diesen seltsamen Namen…) als Volk ohne Handelsmentalität geschildert. Hier haben wir plötzlich Prospektoren, Geschachere um Molkex und den Wusch nach persönlichem Reichtum. Klar könnte man argumentieren, dass wir mit den Tentra die dritte Volksgruppe der Blues kennenlernen und diese andere Verhaltensweisen zeigen. Allerdings wird sich die tief verankerte Grundmentalität, dass es keinen persönlichen Besitz gibt und jeder sich überall bedienen kann, nicht komplett von der der Gataser oder der Hanen unterscheiden…oder etwa doch?

Aber Schwamm drüber, der Roman an sich war zu gut um sich über Kleinigkeiten zu ärgern. Die MAGELLAN fliegt auf dem Weg nach Droo Karuuhm in ein System der Tentra ein und bekommt mit, wie sich eine planetare Katastrophe ereignet. Ausgelöst durch die Überheblichkeit oder Dummheit zweier, sich duellierender Raumschiffskapitäne, gibt es auf dem Prospektorenplaneten einen Asteroideneinschlag. Auf dem Planeten leben Blues, welche Molkex schürfen sowie ein eingeborenes, eher primitives Volk namens Hemasch, mit dem die Blues bis zur Katastrophe Handel treiben.

Nach dem Einschlag, unter dem die Blues auf dem Planeten ebenso zu leiden haben wie die Hemasch, bricht ein Konflikt zwischen den beiden Gruppen aus, der sich zu einem Krieg auszuweiten scheint. Die Hemasch geben, korrekterweise, den Blues die Schuld am Einschlag und der Vernichtung einer ihrer Städte.

In dieser Situation tritt die MAGELLAN auf den Plan. Perry beschließt, wie wir ihn kennen, dass es die Pflicht der Terraner ist, Hilfe zu leisten. Nebenbei wird ein Impuls vom Planeten aufgefangen, der dazu führt, dass der Darojib von Tuire Sitareh sich gelb verfärbt. Dies wird als Warnzeichen aufgenommen und soll natürlich erforscht werden…die Terraner sind wie immer neugierig. Sitareh wurde zuvor aus dem Kreellblock befreit, ist aber noch nicht bei Bewusstsein.

Rhodan macht sich also mit der FERNAO auf den Weg direkt auf dem Planeten zu helfen und den Impuls zu erforschen, begegnet dabei sowohl Blues als auch Hemasch, kann den Konflikt nach einigen Schwierigkeiten beenden, den Tentra die Heilung gegen den gelben Tod bringen und findet mit Gucky und der Hilfe zweier Blues auch den Ursprung des Impulses, nämlich einen großen Kreellblock in welchem augenscheinlich viele insektenartige Wesen leben und sich darin bewegen! Bei der Überlegung den Block mit in die FERNAO zu nehmen, was Eric Leyden vehement fordert, kommen die Gefährten zu dem Schluß, dass dies deutlich zu gefährlich sei. Daher ziehen sie, nachdem Messungen vorgenommen wurden, wieder ab.

Tuire ist inzwischen erwacht, kann sich jedoch zunächst an keine Einzelheiten seit seiner Trennung von den Terranern in Andromeda erinnern.

Der Blue Jepprafomm, welcher erst von den Terranern, genauer gesagt von Gucky, gerettet wurde und diese dann auf dem Planeten tatkräftig unterstützte, schließt sich der MAGELLAN an und das Schiff fliegt weiter Richtung des ursprünglichen Zieles Droo Karuuhm.

Meine grobe Zusammenfassung kann natürlich in keiner Weise die wirklich spürbar düstere Stimmung des Romanes wiedergeben. Atmosphärisch war das wirklich gelungen und hat mir großen Spaß gemacht. Inhaltlich gab es keine ganz großen Erkenntnisse, aber das ist ja nicht immer notwendig für ein gelungenes Leseerlebnis. Im nächsten Roman darf ich mich nun auf Kai Hirdt und den „Pfad des Auloren“ freuen. Das klingt verdächtig nach einigen „AHA“-Erlebnissen und Romane von Kai lösen immer Vorfreude in mir aus. Freue mich auch dieses Mal drauf!

„Lockruf des Kreells“ bekommt sehr gute 7 von 10 Punkten (bei inhaltlich höherer Relevanz für die Gesamthandlung wären es eher mehr gewesen) und setzt damit weiter die positive Entwicklung der Staffel fort. 🙂

Advertisements

NEO 172 – Susan Schwartz schreibt über den gelben Tod

Die Zeit ist knapp, ich komme wenig zum Lesen, aber NEO 172 habe ich grade eben beendet. „Der gelbe Tod“ von Susan Schwartz war vom Lesegfühl ein ziemliches „Gehetze“ durch das vorliegende Thema. Häufig habe ich die Handlung im Zeitraffer vorbeifliegen sehen. Das impliziert mir als Leser irgendwie, dass eigentlich mehr zu erzählen gewesen wäre, aber leider nicht ausreichend Seiten zur Verfügung standen.

Das finde ich irgendwie schade, denn grundsätzlich hinterläßt der Roman ein  angenehmes Gefühl in mir. Ich habe mehr über die Blues (ich weigere mich weiter sie bei diesem seltsamen neuen Eigennamen zu nennen…) gelernt, ebenfalls über Molkex und dessen Verarbeitung. Perry und Co. kommen der Rettung von Tuire aus seinem Kreellblock einen guten Schritt näher und insgesamt wird die blue’sche Kultur immer „runder“. Das hat mir wirklich gut gefallen. Wie gesagt, dass an einigen Stellen mehrere Tage in zwei Absätzen behandelt worden zu sein scheinen, finde ich schade, denn Frau Schwartz hat an den Stellen, an denen sie den Platz hatte (oder sich genommen hat) wirklich tolle Eindrücke hinterlassen.

Nun habe ich am ersten Band der Blues-Staffel ja ein wenig rumgemosert. Zu einhundert Prozent bin ich auch in diesem Fall nicht begeistert, was neben dem beschriebenen Tempoproblem vor allem daran liegt, dass ich einige Dinge schwer nachvollziehen kann.

Erstens: der gelbe Tod wird ausgelöst durch die Entnahme eines Enzyms bei Blues-Kindern bis zum Alter von zehn Jahren. Diesen kausalen Zusammenhang bemerken die Herrschaften, welche, wenn man alle Gelege zusammen nimmt, wohl in die hohen Milliardenzahlen gehen dürften, leider nicht. Schön und gut…aber irgendwann haben die damit doch mal angefangen! Kurz danach müsste die Krankheit eingesetzt haben. Da kommt irgendwann doch das dümmste Sternenvolk mal darauf, dass dieser Zusammenhang besteht oder nicht? Man kann sicher argumentieren, dass die Blues mit dem Tod eher rational umgehen und mit der Erkrankung ebenso. Allerdings gilt das offenbar nicht für alle, wie uns das Beispiel des Blue, welcher Tifflor als erstes „Versuchsobjekt“ diente zeigt. Er war am Boden zerstört, da er sein Lebenswerk nicht ansatzweise erfüllt sah. Da er kein Einzelfall sein dürfte bei Milliarden und Abermilliarden von Blues, hätte auch mal irgendwer auf die Idee kommen dürfen, die entsprechende Forschung anzuregen finde ich. Die generelle Weigerung an eine Heilung zu glauben wurde ja ebenfalls in zwei Absätzen über Bord geworfen…

Zweitens: Ein weiterer mir ziemlich unklarer Vorgang ist, wie um alles in der Welt die Blues auf die Idee gekommen sind, Kreell / Molkex mit Katlyk, also dem Enzym der Blues-Kinder zu behandeln, um es form- und verarbeitbar zu machen. Ist da irgendwann ein Babyblue (das ist mal eine coole Bezeichnung hihi ) ausgerutscht, hat sich an einem Stück Kreell den Hals aufgeschrammt und sein Enzym darüber vergossen, wobei ein erwachsener Blue merkte, dass das Zeug plötzlich weich wie Gummi ist? Seid mir nicht böse liebe Expokraten, aber das finde ich irgendwie an den Haaren herbeigezogen (zugegeben, meine Herleitung ist natürlich genau das 🙂 ).

Aber: vielleicht folgt ja doch noch eine sinnvolle Erklärung und ich haue mir dann gegen die Stirn und sage „Ach sooooo, jetzt macht das alles Sinn!“ 🙂

Abgesehen von diesen Unstimmigkeiten gefiel mir „Der gelbe Tod“ aber durchaus ganz gut und im Gegensatz zum Vorgängerband war er für mein persönliches Empfinden auch erheblich angenehmer zu lesen. Die Staffel scheint langsam Fahrt aufzunehmen und ich bin durchaus gespannt, was Tuire irgendwann zu erzählen hat und was in der Eastside noch Feines passiert. Also dann, auf zum „Lockruf des Kreell“!

Der gelbe Tod bekommt von mir übrigens 5,5 / 10 Punkten. Einen mehr als „Brennpunkt Eastside“. Da ist eine Tendenz erkennbar oder? 😉

 

Vom Regen in die Traufe – oder von Andromeda in die Eastside

Da sind wir nun: die Eastside der Michstraße! Jülziish, ähhh ach ne, die heißen ja jetzt Azaraq. Warum eigentlich? Naja, egal…also: Azaraq, die von Reginald Bull schnell Blues getauft werden (das ist identisch zur EA), Molkex und hier (Milchstraße) wie dort (Andromeda): Kreell. Aber der Reihe nach…

Nachdem unser aller Freundin Mirona die MAGELLAN mit den Koordinaten aller (wirklich aller?) Sonnentransmitter durch das Sonnensechseck schickte, kam sie dummerweise nicht im Milchstraßenzentrum, sondern in der Eastside raus. Wieder einmal fast handlungsunfähig, mit beschädigter Positronik und weiteren technischen wie menschlich-medizinischen Problemen (kommt einem langsam bekannt vor oder?), tauchen plötzlich Diskusschiffe auf, die relativ unfreundlich reagieren und zur Kapitulation auffordern. Erst der Einsatz der Transformkanone, welcher dazu führt, dass eines der Azaraq-Schiffe seine Molkex-Panzerung verliert, führt zu Verhandlungen und einer Einladung auf den Heimatplaneten der Gataser, welche ein sogenanntes Gelege der Azaraq darstellen. Hier gilt also scheinbar zunächst das Gesetz des Stärkeren.

Die darauf folgenden Beschreibungen der gatasischen Kultur sind wirklich gelungen und angenehm zu lesen, allerdings passiert nicht viel mehr, als dass die Terraner hingehalten werden. Nach und nach wird klar, dass die Gataser nur scharf auf die Transformkanone sind.

Als Gucky im Keller des Regierungsbezirkes einen gewissen Tuire Sitareh in einem Kreellblock entdeckt (habe ich nicht vor Kurzem geschrieben, dass der bald wieder unerwartet auftaucht? 🙂 ), eskaliert die Situation. Die Delegation der Terraner um Rhodan, Bull, Tolot und Gucky flieht über den Umweg der UAC, einer Korvette, zurück zur MAGELLAN. Sitareh nehmen sie natürlich mit, denn unseren Perry überkommt ein schlechtes Gewissen, dass er Tuire in Andromeda zurückgelassen hatte.

Auch die MAGELLAN ergreift die Flucht, wird aber von einer Übermacht kurz darauf gestellt und Rhodan muss kapitulieren.

Soweit die Kurzzusammenfassung, jetzt das Fazit: Ich bin ein wenig enttäuscht. zunächst einmal stellt sich mir die Frage, warum die mächtige MAGELLAN schon wieder halb schrottreif irgendwo ankommen muss. Das ist langsam ein Konzept, was mir schwer im Magen liegt. Das Ding scheint ausgesprochen anfällig zu sein und das als „bestes Schiff, dass die Menschheit je gebaut hat“. Die zweite Frage, die ich mir (zugegeben als Altleser) stellen musste war: „Warum zum Henker heißen die Jülziish plötzlich Azaraq?“. Das fühlt sich beim besten Willen nach „NEO muss einfach aus Prinzip anders sein als die EA“ an. Zum Selbstzweck finde ich das nicht sinnvoll, aber das ist vermutlich Geschmacksache. Der Roman selber war keineswegs schlecht geschrieben, aber meines Erachtens etwas zu vorhersehbar. Mir war schon beim plötzlichen Gesinnungswandel des Ober-Blue klar, dass das am Ende eskaliert und dass die, Zitat Gucky, „Tellerköpfe“ nur auf die Transformkanone aus sind. Als der Ilt dann „vertraute Mentalimpulse“ aus dem Keller wahrnahm, musste ich sofort an Sitareh denken. Zufall? Intuition? Oder einfach zu vorhersehbar? Das mag jeder selber beurteilen.

Die Beschreibung der gatasischen Kultur hat mir, wie oben beschrieben, insgesamt recht gut gefallen. Natürlich war das nur ein Schlaglicht, aber ein durchaus interessantes und gut zu lesendes. Der Rahmen des Romans war für mich aber wie gesagt leider etwas enttäuschend. Nicht, dass die Handlung komplett schlecht gewesen wäre, aber ich hatte mir einfach mehr Neues erwartet, nicht nur einen neuen Namen für die Jülziish (ja, da muss ich drauf rumreiten :D).

Ich hoffe, nein ich bin überzeugt, die kommenden Bände erfüllen meine Erwartungen mehr.

Für die leider nicht so ganz erfüllten Erwartungen von NEO 171 bekommt „Brennpunkt Eastside“ von mir 4,5 / 10 Punkten.

PS: Das frage ich mich schon länger, wann haben die Terraner eigentlich die Deflektortechnik entwickelt? Die war irgendwann einfach da, während in den Anfangszeiten von NEO meiner Erinnerung nach nicht mal die Arkoniden Deflektoren hatten und sich mit Mimikribeschichtungen halfen. Spontaner Technikschub? 🙂

Sherlock-Schablonski und die MAGELLAN-Morde

Ich zitiere an dieser Stelle mal Kai Hirdt’s Kommentar unter meinen Tweet, dass NEO 168 – Die MAGELLAN-Morde ansteht: „Ah, der Sherlock-Schablonski-Roman. 🙂 Viel Spaß, der ist recht wohlgeraten!“

Nachdem ich ihn nun in relativ kurzer Zeit verschlungen habe, kann ich mich guten Gewissens Kai’s Einschätzung anschließen. Durchaus wohlgeraten. 🙂

Mir gefiel ja bereits im vorherigen NEO die tolle Beschreibung der Gaids durch Madeleine Puljic, welche Kai Hirdt hier weiterführt. Das seltsame Gleichgewicht zwischen Friedfertigkeit und überspitztem Gerechtigkeitssinn werden überdeutlich ausgeführt und sind aus menschlicher Sicht sicherlich paradox. Aber: Gaids sind eben keine Menschen!

Der Roman ähnelt im Großen und Ganzen einem Krimi-Thriller mit SciFi-Mantel, was aber der Qualität in keiner Weise abträglich ist. Der Chefingenieur der MAGELLAN, Tim Schablonski versucht sich als Ermittler, um seiner unter Mordverdacht gefallenen (Ex-)Freundin zu helfen. Dass das nicht komplett glatt läuft ist dem Umstand geschuldet, dass er eben Ingenieur ist und kein Detektiv.

Außerdem erfahren wir einige neue Details zum Thema Crea und Kreel, die diese extradimensionalen Phänomene noch unheimlicher erscheinen lassen. Altleser der EA werden aber langsam einen Verdacht entwickeln, wohin die Reise geht. Das geht zumindest mir so…

Ich persönlich habe ja ein wenig darauf gewartet, dass einer der Protagonisten mal auf die Idee kommt, den Gedankeninhalt der Verdächtigen durch Gucky prüfen zu lassen, allerdings hätte das dem Roman natürlich den Boden weggezogen. Daher verstehe ich durchaus, dass er nicht zum Einsatz kam…wäre ich Schablonski, hätte ich den Ilt aber einfach mal angerufen. 🙂

Dass ganz am Ende noch eine nicht ganz unwichtige Figur der Staffel den Löffel abgibt, hat mich tatsächlich ein wenig überrascht, auch wenn grundsätzlich damit zu rechnen war, dass das passiert. Nur die Art und Weise sowie der Zeitpunkt haben mich kalt erwischt. Das war das Sahnehäubchen auf den Erdbeerroman. 😀

Fazit zu den MAGELLAN-Morden:

Wieder einmal hat mich ein NEO wunderbar unterhalten. Kai Hirdt gehört ohnehin zu meinen Lieblingsautoren im Rhodan-Team (NEO wie EA) und hat auch dieses Mal einen Roman geliefert, der flüssig und ohne Längen eine spannende Story erzählt hat. Danke dafür!

Nun geht es scheinbar wirklich weiter Richtung Ödnis und Faktor III. Ich freue mich!

Hier gibt es sehr gute 7,5/10 Punkten!

NEO 167 – „Die Grenzwächter“ oder das possierliche Paarungsverhalten der Gaids

„Weiter, immer weiter!“ sagen sie beim FC Bayern München und das gilt natürlich auch für meine Aufholjagd…möchte ja irgendwann mal über aktuellere NEO-Themen schreiben. 🙂

Madeleine Puljic hat da ein wirklich interessantes und faszinierendes Stückchen NEO abgeliefert! Die Beschreibung der über alle Maßen friedfertigen Zivilisation der Gaids, welche sich trotz Drohungen des Sternenreiches von Andrumidia vor einen Haufen ihnen unbekannte Flüchtlinge stellen und sie schützen (Na? Einfluss aktueller, politischer Themen? 🙂 ) und dabei so hohe moralische Ansprüche an sich selbst haben, dass sogar unserem Perry ganz schwindelig wird, war schon ziemlich gut!

Auch die Charakterschilderung des jungen Musterschülers Alexander Kapescu hat mir riesigen Spaß gemacht. Wie dieser sicherlich kluge und hochbegabte, gleichzeitig aber auch herzerfrischend naive und trottelige „Junge“ durch den Außeneinsatz stolpert war schon recht amüsant. Besonders die subjektiv gefärbten Schilderungen aus seiner Perspektive waren großes Kino.

Das Highlight des Romans war für mich aber zweifellos die Beschreibung des Paarungsverhaltens der Gaids. Zur Vorgeschichte: Rhodan und Co. haben in einem Restaurant von einem sogenannten „Paarungsbruder“ gehört und wollen von ihrem Stadtführer wissen, was es damit und mit den beobachteten, öffentlichen „Gruppenaktivitäten“ in Sandgruben auf sich hat…

Hierzu muss ich einfach zitieren:

„Jequooi [Anmerkung: besagter Stadtführer, seines Zeichens ein Gaid] … >>Ganz genau. Eine Fortpflanzungsgruppe besteht normalerweise aus bis zu sechs Gaids beiderlei Geschlechts<< […]

Pelok [ein Paddler] prustete los […] >>Wie?<< fragte er >>Also so … alle auf einmal?<< […]

Jequooi >>Dazu kann es gelegentlich kommen, ja.<<„

Dann erzählt er ein wenig darüber, dass es ziemlich unhöflich ist, die Schwester eines Paarungsbruders mitzubringen, ohne denjenigen vorher um Erlaubnis zu fragen und schwadroniert weiter:

„>>Möglicherweise kannte er die Schwester seines Paarungsbruders noch nicht und wusste nicht, wen er da in die Gruppe holte. Und falls der Bruder zu dem Zeitpunkt gerade beschäftigt oder ohnmächtig war…<<

>>Was? Wieso denn ohnmächtig?<< Rhodan bereute seine Frage sofort. Zu viele Details.

Aber nun war sie gestellt und Jequooi beantwortete sie […] >>Nun, wenn ein Gaid einen Höhepunkt erfährt, verliert er das Bewusstsein.<<

>>Das klingt ja furchtbar.<< Pelok schüttelte sich.

>>Im Gegenteil, das ist überaus angenehm! Und schmeichelhaft für den Partner. Ich selbst falle mehrmals am Tag in Ohnmacht …<<

Pelok steckte sich die Hände in die Ohren. Nach Paddlerart, sodass sie bis zum Handgelenk in seinem Schädel verschwanden, damit er sich direkt das Trommelfell zuhalten konnte. Rhodan beneidete ihn.“

Ich schwöre, ich habe laaaange nicht so sehr gelacht, während ich im Bett liegend las! Meine Frau hat mich schon angesehen, als hätte ich einige Vurguzz zuviel gehabt. 🙂

Die Beschreibung der Interaktion zwischen drei Wesen von drei verschiedenen Sternenvölkern mit komplett unterschiedlichem kulturellem Hintergrund ist schlich köstlich! Danke Madeleine! 😀

Handlungstechnisch bringt uns der Band wenig, aber immerhin etwas vorwärts. Die MAGELLAN nähert sich nun langsam doch noch dem Treffpunkt mit Faktor III, auf dem Planeten der Gaids werden in Bezug auf die Crea beunruhigende Entdeckungen gemacht und Mirona Thetin sowie Atlan treten mal wieder, wenn auch nur kurz, in Erscheinung.

Mein Fazit: Auch wenn die Handlung etwas verlangsamt erscheint (nicht speziell in diesem Band, sondern insgesamt in der Mirona-Staffel), möchte ich den Roman von Frau Puljic nicht missen, da er mich wunderbar unterhalten hat und das ist schließlich der Grund warum ich den alten Perry lese! 🙂

Fazit:

Aufgrund der großen Spaßes den ich hatte: 8,5/10 Punkten!