Oliver Plaschka stellt uns Ronald „Tekener“ vor!

Bekannte Namen aus der Erstauflage führen bei mir stets zu großer Freude – in diesem Fall zu großer Vorfreude. Ronald Tekener, in der EA bekanntlich seit einiger Zeit dahingemeuchelt, wird bei NEO also eingeführt. Obwohl der EA-Tekener nie so völlig mein Fall war, blieb doch die Spannung, was hier mit ihm passiert. Immerhin ist er eine der ganz großen Figuren und im Paralleluniversum auch ein Zellaktivatorträger der weit über tausend Bände die Handlung mitgeprägt hat. Speziell die großen Tekener-Fans – teilweise aus der EA ausgestiegen dank seines Dahinscheidens – sollten vielleicht dann doch mal einen Blick in NEO werfen, oder? 😉

Ronald Tekener – Über das Cover gab es zuvor geteilte Meinungen, ich persönlich finde es gut getroffen.

Worum geht es in „Tekener“?

Na…dreimal dürft ihr raten… 😉

Spaß beiseite, der gute Ronald ist ja – aus den vorherigen NEOs bekannt – in der Hand von Iratio Hondro. Das findet sein Schwesterherz natürlich weniger erquickend und sucht verzweifelt nach jeder Spur. Unterstützung bekommt sie von den Rhodan-Bengeln, welche inzwischen zugegeben ziemlich erwachsen sind. Die haben aber als Agenten der Abteilung III eigentlich ein anderes Ziel, nämlich Hondro selbst. Ganz nebenbei erfahren wir auch noch ein bisschen was zur Familiengeschichte der Tekeners. Genauere Inhaltsangabe gibt’s wie immer hier:

https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Tekener_(PR_Neo-Roman)

Wie hat mir „Tekener“ gefallen?

Wie schon der Vorgänger von Ruben Wickenhäuser, bekommen wir auch hier als Leser eine Art SF-Agententhriller mit einigem Tempo, Action und durchaus kurzweiliger Story geboten. Ronald Tekener fand ich persönlich schön charakterisiert und er bekam eine gute Einführung in NEO, auch – oder vielleicht auch grade weil – er in vielen Bereichen so ganz anders daherkommt als der Tek aus der EA. Trotzdem erkennt man ihn in bestimmten Situationen schon wieder. Die Teile, die direkt Ronald Tekener gezeigt haben, haben mir viel Freude gemacht. Was mir hier auch ganz gut gefallen hat war die Schilderung von Iratio Hondro. Der finstere Geselle hat irgendwie mehr Substanz bekommen und entwickelt sich zu einem Bösewicht, den ich auch charakterlich ernstnehmen kann (von seinen Fähigkeiten ist er ohnehin ernstzunehmen)…

Was war nicht ganz so gelungen?

…aber leider fand ich den Rest der Story recht wenig packend. Jessica Tekener geht mir ehrlicherweise gehörig auf den Zeiger. So eine uneinsichtige Zicke. Aber auch Farouq Rhodan ist kaum besser. Was mir hier nicht ganz so gut gefallen hat war außerdem die Schilderung von Plophos. Sicherlich gab es von Oliver Plaschka einen Gesamteindruck von New Taylor und ein bisschen was an Zusatzinfos über Flora und Fauna, allerdings war das für meinen Geschmack atmosphärisch ein Level unter dem was Ruben zwei Wochen vorher abgeliefert hat. Während Olymp mir Gänsehaut bereitete, weil es so realistisch erschien, ist Plophos irgendwie…austauschbar. Das fand ich schade, aber vielleicht ist das ja nur mir so gegangen.

Fazit:

„Tekener“ war für mich leider nicht der erhoffte Roman mit Knalleffekt, aber auch bei Leibe kein schlechter NEO. Die eine oder andere Feinheit fehlte mir schon, speziell in der Beschreibung von Plophos, aber ich würde den Roman ganz subjektiv in die gehobene NEO-Mittelklasse einordnen. Vielleicht hat der Titel auch einfach meine Erwartungen zu hoch getrieben. 😉

Daher vergebe ich hier 6,5 von 10 Punkten.

Der ColoniaCon 2018

Ich habe es getan – zum allerersten Mal. Also nicht was ihr vielleicht denkt, sondern was ganz anderes: Ich habe nach 27 Jahren Perry Rhodan Leserei zum ersten Mal einen Con besucht.

Warum jetzt erst? Ganz einfach, vorher hatte ich irgendwie nicht das Bedürfnis und es gab keine Notwendigkeit. Das war in diesem Jahr irgendwie anders und ausgelöst durch das hier – meinen zufällig entstandenen Blog. Durch meine Bloggeraktivität habe ich den einen oder anderen Bloggerkollegen kennengelernt – hauptsächlich dank Twitter, welches ich ebenfalls erst in diesem Jahr aktiv für mich entdeckt habe. Daraus ergab sich, wie das nun mal so ist, dass man diese sympatischen Rhodanisten auch mal „in Echt“ kennenlernen möchte.

Speziell mit einem Herrn Heftehaufen fand ich den Austausch spannend. Da ich den 2. BrühlCon leider aus beruflichen Gründen sausen lassen musste – bin immer noch ganz gelb vor Neid wenn ich die Fotos sehe – war der ColoniaCon 2018 natürlich eine gute Alternative. Also ratzfatz angemeldet, vorab bezahlt und mit Vorfreude auf den Termin gewartet.

Da ich aus dem tiefsten Niedersachsen stamme, zeitlich nur den Samstag einplanen konnte und mit der parallel stattfindenden Messe in Köln die Hotelzimmer galaktisch hohe Preise verlangten, entschied ich mich, per Auto morgens an und abends wieder abzureisen. Was für eine bescheuerte Idee…

Zu tiefschlafender Nacht brach ich auf um Rhodanisten, Expokraten, potentielle Guckymörder und andere gestör… äh nette Menschen zu treffen. Bis Köln ging das auch verhältnismäßig gut, die Autobahnen waren relativ frei, ich musste nicht im Stau rumdümpeln und hatte Zeit mir Susan Schwartz‘ Perry Rhodan 2969 „Tag des Grimms“ als Hörbuch reinzuschrauben. Alles alles prima…und dann kam Köln und ein gewisser türkischer Politiker! Köln holte alles an Stau nach, was die A2, A1 und A3 mir verwehrt hatte. Super geil…NICHT! Aber da ich geschickterweise ja früh genug losgefahren war, kam ich tatsächlich kurz vor der Eröffnungsrede an, erhielt mein Namensschild von einem gewissen Robert Corvus (auch bekannt als der Ilt-Schlächter). Davon wurde sogar ein Foto geschossen welches man hier findet. Anschließend schwang ich mich schnell auf einen der harten Holzstühle im Hauptraum. Erwartungsvoll auf den ersten Beitrag wartend wurde ich erstmal etwas enttäuscht, denn neben technischen Problemchen, war der Beitrag von Dr. Bettina Wurche leider nur ein YouTube-Video. Das hatte ich entweder überlesen oder irgendein Schelm hat es geändert, während ich gegen Erdogan’s Stau kämpfte…

Naja, Schwamm drüber, danach wurde es besser. „Raumschiff Promet“ kannte ich zwar vorher nur dem Namen nach, das Panel war aber interessant und kurz kam mir der Gedanke „da könntest du ja mal reinlesen“. Habe ich verworfen, dazu fehlt leider die Zeit bei Vollzeitjob, Perry Rhodan NEO, Silberbänden, zwei Kindern, einer Ehefrau, Erstauflage per Hörbuch und anderer Literatur, die ich mir gelegentlich auch noch gönne. By the way, ich lese als Abwechslung zu Perry aktuell Madeleine Puljic’s „Das Unglück Mensch“. Nach den ersten Seiten wirklich vielversprechend!

Danach war Mittagspause, welche ich für meinen Magen nicht brauchte (bei intermittierendem Fasten und Mahlzeiten ab frühestens 16 Uhr, bietet sich die Pause um 20180929_104500.png13 Uhr dazu einfach nicht an) aber ganz dringend für meinen Hintern – die fiesen, harten Holzstühle erwähnte ich bereits? – lernte ich dann endlich ein paar der Twitter-Rhodanisten persönlich kennen. Nachdem Volker Hoff mich zuerst entdeckte, schlichen sich auch Martin Ingenhoven (das ist der verrückte „Ich lese Perry Rhodan von ganz vorne einmal komplett durch!“-Kerl vom Heftehaufen 🙂 ) und Markus Regler an mich an. Nette Gespräche bei wirklich tollem Wetter! Dieses Foto mit drei bescheuert guckenden Typen entstand bei dieser Gelegenheit. Robert Corvus gesellte sich auch dazu und wollte ausnahmsweise keine Mausbiber töten, sondern fragte die Anwesenden nach ihren Lieblingsbüchern aus. Mein Antwort war Quatsch, mir fiel nur nichts Gescheiteres ein. Hatte ich mir auch irgendwie noch nie echte Gedanken zu gemacht und es kämen mehrere Bücher in Frage. „Der Widersacher“ von Hohlbein wäre es retrospektiv betrachtet doch eher nicht…

Nach der Pause wurde es wirklich interessant. „Perry Rhodan NEO – Kurs 200 und weiter…“ stand auf dem Plan. 20180929_140217Mit Rüdiger Schäfer und Rainer Schorm waren beide Expokraten auf der Bühne, Verstärkung gab es durch Uschi Zietsch und den externen Cheflektor von NEO, Dieter Schmidt.

Die wichtigsten Punkte zusammengefasst:

  • NEO geht über Band 200 hinaus weiter! Sehr geil, ich bin schwer begeistert. Damit das auch nach 250 so weitergeht: LEST ALLE NEO!!! Ich hoffe das war laut genug geschrien. 🙂
  • NEO 200 wird den größten Zeitsprung der bisherigen Seriengeschichte angehen und einige „alte Zöpfe“ abschneiden. Das ist gut so.
  • Da uns Thora und Mirona erhalten bleiben (das haben die Autoren versprochen, wenn nicht gibt’s Ärger beim nächsten Con!), könnte man bei der arkonidischen Adelsdame darüber spekulieren, ob sie dann eine ältere und etwas klapprige Rolle einnimmt oder ob die ollen Liduuri endlich ihr Versprechen einlösen und es Zellduschen für alle gibt (oder zumindest für Thora). Schauen wir mal, die Aussage war, „es darf spekuliert werden“.
  • Die 10er-Staffeln werden beibehalten.
  • Die Menschheit bricht in größerem Maßstab auf als es bisher in NEO der Fall war. Nicht wie in der EA mit dem solaren Imperium, aber stärker als bisher…lassen wir uns mal überraschen.
  • Durch den größeren Zeitsprung werden auch komplett neue Handlungsfelder eröffnet. Die „alten“, noch aus der Borsch-Ära stammenden Themen werden noch vor NEO 200 abgeschlossen.

Ich für meinen Teil bin begeistert und schwer gespannt. Ach, was mir da noch enfällt: Gucky hat eine Überlebensgarantie bekommen…sorry Robert Corvus. 🙂 Natürlich musste ich mir von den anwesenden NEO-Autoren auch entsprechende NEOs signieren lassen. Ich muss da mal eine Lanze für die Herren der Schöpfung brechen: während Rüdiger und Rainer sehr ansehnliche Unterschriften auf die von ihnen verfassten Bände brachten, sieht die von Uschi aus, als hätte meine Tochter die gefährliche Kombination aus einem Kugelschreiber und einem meiner NEOs in den Händen gehabt! (Bitte nicht böse sein liebe Uschi, habe mich trotzdem darüber gefreut!) 🙂

Im Anschluß gab es ein Panel zu STELLARIS. Das war wirklich interessant. Als Hörbuch-EA-Verfolger geht STELLARIS ja bisher komplett an mir vorbei. Das ist schade und ich werde mal schauen, dass ich die Geschichten irgendwie zu greifen kriege. Die Dinger muss ich lesen!

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Beim STALLARIS-Panel plauderten auch gleich fünf Autoren aus dem Nähkästchen: Gerhard Huber, Dieter Bohn, Hermann Ritter, Dietmar Schmidt und Roman Schleifer machten mir diese Serie in der Serie durchaus schmackhaft.

Nach STELLARIS durfte Uschi Zietsch als Ehrengast im Dialog mit Roman Schleifer einiges zu ihrer Arbeit – auch außerhalb von Perry Rhodan – erzählen. Hier gab es spannende Einblicke in das Leben einer Vollzeit-Autorin. Auch wenn sich bei ihren Perrys die Geister scheiden – einige Leser lieben Romane von „Susan Schwartz“, einige stöhnen ein wenig auf wenn ihr Name auf dem Cover steht – Uschi Zietsch als Mensch ist einfach grundsympathisch! Auch dieser Beitrag hat mir Spaß gemacht.

In (meinem persönlichen) Abschlusspanel ging es laut Ankündigung um „Rhodan – Ausblicke auf die nächsten Jahre“. Wenn wir alle ehrlich sind, gab es eigentlich gar keine 20180929_170609(0)Ausblicke, trotzdem war es höchst unterhaltsam und amüsant. Robert Corvus, Uwe Anton und Uschi Zietsch (zum dritten Mal an diesem Tage) brachten uns unter der Moderation von Rüdiger Schäfer mehrfach zum Grölen. Wer es noch nicht wusste: Perry Rhodan Band 3000 heißt „Das Imperium der Mausbiber“ und wird geschrieben von Robert Corvus…oder war es „Das Imperium der brennenden Mausbiber“? Ich komme schon ganz durcheinander.

Aufgrund der noch bevorstehenden drei bis vier Stunden Autofahrt nach Hause, brach ich im Anschluss meine Zelte ab, ohne dem Thorwaler-Chor unter Roberts Leitung zu lauschen. Vielleicht habe ich beim nächsten Mal ja das Vergnügen. 🙂

Mal schauen, welches Ziel ich als nächstes ansteuern werde. Der 3. BrühlCon 2019 ist jedenfalls Pflichtprogramm! Ich freu mich drauf.

PS: Mir tut heute noch der Hintern weh! Diese Stühle…Folterinstrumente sind das!