Rainer Schorm und „Der letzte Flug der KORRWAK“

Nach dem für mich persönlich etwas enttäuschenden NEO 212 stand nun mit dem Nachfolgeband von Expokrat Rainer Schorm gefühlt direkt im Anschluß an – für 212 habe ich außergewöhnlich lang gebraucht.

Dieser fliegende Knochen nennt sich KORRWAK. Wobei ich selber erstmal an eine Ente dachte…

Worum geht es in „Der letzte Flug der KORRWAK“?

Die Fantasy empfängt auf ihrem Flug Richtung Lashat ein Notsignal. Da es auf dem Weg liegt beschließt Mr. R. zu helfen und man fliegt schnurstracks in ein Höllensystem mit zwei umtriebigen Sonnen, die grade versuchen ein fremdes, offenbar hilfloses Schiff zu grillen.

Das Erkundungsteam findet vor allem leere Räume, abgestorbene Würmer und ein extrem widerstandsfähiges Baumaterial des Schiffes vor – sowie einen Überlebenden und einen Angreifer, welcher – allein oder als Reisegruppe – den Rest der Besatzung abgeschlachtet hat.

Der Überlebende wird auf die FANTASY gebracht, eine Technikerin wird von einbrechenden Sonnenenergien quasi instant desintegriert und ein weiterer Techniker wird überraschend vom übriggebliebenen Angreifer aufgeschlitzt. Überraschend deshalb, weil der Gutste unsichtbar ist und dabei mit ziemlich scharfen Messern rumfuchtelt.

Letztlich wird die Zeit knapp, da das Schiff von den Sonnen zerstört zu werden droht und das Team kämpft noch gegen den Angreifer. Gucky kann ihn mit einem EMP-Impuls überwältigen und er wird sichtbar. Alle sind völlig schockiert uuuund CLIFFHANGER! 🙂

Wie hat mir „Der letzte Flug der KORRWAK“ gefallen?

Ich fand den Roman – vor allem verglichen mit dem Vorgänger – wirklich unterhaltsam und gut. Rainer Schorm schaffte es, bei mir ein dauerhaftes „Was kommt gleich?“-Feeling zu etablieren. Später im Verlauf hatte ich ständig Bilder aus Alien und Predator vor Augen, da die Stimmung des Romans düster und etwas mysteriös-bedrohlich war.

Das hat mir sehr gut gefallen. Wirklich klasse fand ich den Sleeker Woggrill, der ein so abstrus fremdartiges Lebewesen ist, dass es mir eine blanke Freude war. Großes Kino!

Der Cliffhanger am Ende lässt natürlich viel Raum für Spekulation, ich persönlich denke mir grade meinen Teil dazu, wer da enttarnt wurde, werde hier aber noch die Klappe halten.

Was war nicht ganz so gelungen?

Also wenn ich hier etwas schreiben muss, würde ich sagen, dass der Roman etwas brauchte um „in Gang“ zu kommen. Allerdings finde ich das auch nicht wirklich schlimm, da sich so die Stimmung und Atmosphäre aufbauen konnte.

Also eigentlich habe ich nicht wirklich Kritik. 🙂

Fazit:

Ein für mich rundum stimmiger und in seiner Atmosphäre großartiger NEO. Natürlich ist das Tempo eine ganze Weile gemächlich, was nicht jedem gefallen dürfte, aber ich fand ihn so wie er ist wirklich spitze.

Für diesen – aus meiner Sicht – tollen Beitrag bekommt Rainer Schorm 8,5 von 10 Punkten.

Susan Schwartz und die „Welt der Hoffnungslosen“

Lang hat es dieses Mal gedauert, NEO 213 ist schon halb durch und die Rezension zu 212 folgt erst heute. Warum? Private Gründe, reduzierte Gesundheit (fiese Männergrippe!) und – leider die Lust zu diesem NEO etwas zu schreiben.

Das Titelbild fand ich erstmal sehr schön – dabei blieb es aber leider auch.

Worum geht es in „Welt der Hoffnungslosen“?

Im Großen und Ganzen ist das schnell zusammengefasst: Man findet ein weiteres System mit einem schreienden Stern, beschließt den abzuschalten statt einfach daran vorbeizufliegen und landet erstmal auf dem falschen von zwei Planeten. Dort werden die mit Dunkelleben Infizierten des Kompariats abgeladen und sich selbst überlassen, da das eigentlich halbwegs human gedachte System nicht funktioniert.

Nach Startproblemen kommt es zur Verständigung mit einigen Todgeweihten, die es durch Symbiose mit der hiesigen Natur geschafft haben länger zu überleben und es stellt sich heraus, dass Planet Nummer 2 anzufliegen ist. Außerdem wird ein weiterer Oproner gerettet, dessen Aufgabe es war für Ordnung zu sorgen, der aber stattdessen lieber eine Runde im Tiefschlaf verbracht hat – in der Hoffnung auf bessere Zeiten.

Auf Planet 2 wird der Stein „gemutet“ und weiter geht die Reise.

Wie hat mir „Welt der Hoffnungslosen“ gefallen?

Da ich an dieser Stelle immer die positiven Aspekte beschreibe, fange ich auch damit mal an:

Die Welt der Hoffnungslosen an sich wurde von Susan Schwartz wie gewohnt liebevoll ausgestaltet und plastisch beschrieben. Die Protagonistin auf Seiten der Hoffnungslosen war anfangs durchaus interessant, wurde dann aber lieder ewig nicht erwähnt und am Ende wurde sie mir zu flach.

Was war nicht ganz so gelungen?

In diesem Roman leider so einiges. Ich habe mit der gesamten Handlung nicht viel anfangen können. Die erste Frage die sich mir stellte war, warum fliegen die nicht einfach weiter? Das wurde dann beantwortet mit „wir würden zu lange im Bereich des schreienden Steins bleiben.“ Während der Mission zog sich die FANTASY dann ein Stück aus dem System zurück und dadurch ging es dann. Etwas eigenwillig, aber was solls. Dann schien mir die gesamte Mission irgendwie völlig ungeplant. Rhodan und Co. laufen einfach mal drauflos, sind relativ unbedarft und rennen so natürlich dann doch in eine so gaaaanz überraschende Gefahr. Am Ende ist recht schnell alles Friede, Freude, Eierkuchen und der olle Stein wird von Tekener ausgeschaltet (ja, er musste sich anstrengen, aber so ganz schwierig wars nicht…).

Am meisten stört mich aber aktuell, dass die vorher beschworene Transitionsallergie von Perry plötzlich kaum noch eine Rolle spielt. Bisher wurde es so dargestellt, dass ihn jede Transition umbringen könnte. Plötzlich hüpft die FANTASY aber wieder fröhlich durch das All. Es wird zwar immer mal wieder gesagt, dass das nicht ideal für ihn ist, aber die Dramatik ist dahin.

Fazit:

Leider kann NEO 212 nicht an den sehr guten Vorgänger anschließen. Ich hatte wirklich meine Probleme beim Lesen und auch dabei mich zu diesen Zeilen zu motivieren. Nach der Welt der Hoffnungslosen stirbt aber meine Hoffnung auf Besserung nicht.

Für NEO 212 gibt es aufgrund oben beschriebenen Kritikpunkten leider nur 3 von 10 Punkten.