Rainer Schorm berichtet über „Die Leiden des Androiden“

Wenn ich anfange zu schreiben, möchte ich nebenbei weinen! Nicht, weil der Roman schlecht war oder weil irgendeine, mir ans Herz gewachsene Figur draufgegangen wäre…nein, sondern weil ich nicht genau weiß, wie ich diesen Roman adäquat beschreibensoll!

Zum einen hat der Roman als solcher mir ausgesprochen gut gefallen, zum anderen habe ich aber – mal wieder – ein Problem mit der Kontinuität der Serie. Dazu aber unten mehr.

Worum geht es in „Die Leiden des Androiden“?

Nun, der Titel gibt da tatsächlich einen guten Hinweis. Allerdings wird auch die eigentliche Handlung um die Bestien und den Bau dieses recht großen, unheimlichen Gebildes nahe des Nexus weitergetrieben…

Eine ausführliche Zusammenfassung findet ihr – wie immer – hier:

Perrypedia

Wie hat mir „Die Leiden des Androiden“ gefallen?

Der Einzelroman „Die Leiden des Androiden“ fand ich sehr gelungen. Kurzweilig, actiongeladen und voll von Hintergrundinformationen und Informationsschnipseln. Dazu gleich mehrere Personen, mit denen ich an dieser Stelle nicht gerechnet habe, deren Erscheinen aber eine zusätzliche Würze gab. Außerdem versteht Rainer Schorm es wirklich exzellent, den Androiden Seka Ow zu charakterisieren. Seine teilweise abstrakten und abstrusen Überlegungen haben mich ein ums andere Mal zum Schmunzeln gebracht. Das war großes NEO-Kino. Auch der „Kalauer“, den er Gucky in den Mund legt, war meiner Meinung wirklich gelungen:

„Guten Appetit!“ kommentierte Gucky laut.“Du fängst an Großer, ich nehme mir noch eine kurze schöpferische Pause. Und mindestens zwei Großpackungen NEO-Aspirin!“

Perry Rhodan NEO 189 – Die Leiden des Androiden von Rainer Schorm

Ich musste über das NEO-Aspirin doch etwas lachen. 🙂

Also insgesamt ein wirklich großartiger NEO, oder?

Was war nicht ganz so gelungen?

Achtung Spoiler:

Die Logikfehler, bzw. Logikbrüche in Verbindung mit den Vorromanen machen mich als Leser ehrlichgesagt wirklich unzufrieden. Kleinere Logikfehler, so what, das passiert halt mal…aber was in letzter Zeit bei NEO immer wieder auftritt sind aus meiner Sicht große Logikbrüche! In NEO 188 erbeutet Icho Tolot unter Einsatz seines Lebens einen Datenspeicher. Unter anderem lässt er sich dafür die eigene Haut per Thermostrahler entfernen und dafür Bestienhaut implantieren. In NEO 189 reißt er sich die Bestienhaut an einer Stelle runter und die schwarze Haluterhaut kommt zum Vorschein…klar.

Diesen Datenträger übergibt er Rhodan, kann ihm aber nicht mitteilen, was das Ding überhaupt ist. Der Datenspeicher wird in NEO 189 nicht mehr mit einem Wort erwähnt. Weder von Rhodan, der ja mööööglicherweise neugierig sein könnte, noch von Tolot, der dafür fast sein Leben gelassen hat. Apropos Leben gelassen: in NEO 188 wird Tolot eines seiner Herzen von Masmer Tronkh auf nicht ganz so nette Art entfernt – wovon dieser in NEO189 scheinbar nichts mehr weiß und Tolot der Feigheit bezichtigt, an der Mission der Bestien teilzunehmen. Tolot kann in NEO 188 gerade noch so von Taravat und der DOLAN gerettet werden. Von einer Beeinflussung ist da nix zu lesen. Gucky verausgabt sich und seine Paragaben massiv und steht ebenfalls kurz vor dem Exitus. Er würde aber am liebsten noch Tolot per Teleportation retten und erst Taravat kann ihn davon abhalten als er Gucky paralysiert.

In NEO 189 sind die beiden komatös – das wäre ja noch erklärbar – jedoch nicht weil ihnen Herzen rausgerissen wurden oder sie sich völlig verausgabt haben – das wird gar nicht mehr erwähnt. Nein, plötzlich ist der Grund, dass eine fremde, hyperphysikalische Matrix sich in ihr Hirn gebrannt hat. Das mag ja sogar hintergründig passiert sein, aber von der Art, wie es in NEO 188 beschrieben wurde, passt es einfach nicht zueinander. Außerdem läßt sich zumindest das herausgerissene Herz kaum wegschweigen… Entweder hat Kai Hirdt das Exposé nicht so genau genommen und den Fakt der Beeinflussung unter den Tisch gekehrt, Rainer Schorm hat seiner Fantasie etwas zu freien Lauf gelassen oder die beiden Exposés passten einfach nicht zueinander. Eins von diesen drei Varianten muss es ja wohl sein. Für den Fortlauf der Geschichte ist das im ersten Moment nicht mal wirklich tragisch, aber es nervt mich persönlich als Leser doch deutlich muss ich leider sagen. Schade…vor allem weil es einem wirklich, wirklich guten NEO einen faden Beigeschmack gibt. 😦

Fazit:

Tja…wie soll ich hier werten? Der Roman einzeln betrachtet hat eine hohe Punktzahl verdient. Dafür würde ich wirklich hervorragende 9/10 Punkte vergeben. Aber da ist die Sache mit den Logikbrüchen, die mich wirklich genervt hat und die dazu führte, dass ich zweimal den NEO zugehauen und zur Seite gelegt habe. Dafür muss ich Punkte abziehen, also zusätzlich eine Wertung für die Einordnung in den Gesamtkontext…

Grundsätzlich war da ja schon einiges, was auch gepasst hat und was die Handlung deutlich weitergebracht hat. Nichtsdestotrotz haben mich beschriebene Dinge sehr gestört. Dafür gibt es 4/10Punkten.

Somit kommen 6,5/10 Punkte für einen NEO raus, der als Einzelroman sehr viel mehr verdient gehabt hätte. Wirklich schade…

Werbeanzeigen

Star Trek – Die Reise beginnt

Neben meiner Leidenschaft für den Herrn Rhodan bin ich auch seit ich denken kann ein kleiner Trekkie. In der Kindheit und Jugend waren es vor allem Captain Jean-Luc Picard und seine Crew, deren Abenteuer ich im schnöden Fernseher verfolgt habe. Später kamen Kinofilme, Deep Space 9 und Kurztrips zu Voyager etc. hinzu. Was ich aber noch nie gemacht habe, ist Star Trek in chronologischer Reihenfolge komplett zu gucken. Der Aufwand ist zwar nicht ganz so massiv wie der, den Martin in seinem Heftehaufen betreibt, aber trotzdem ein ziemlicher Berg wenn man davor steht.

Warum also nicht neben der üblichen, literarischen Reise durch die Fantastik auch eine filmische durch das Universum von Archer, Kirk und Picard folgen lassen dachte ich mir? 🙂

Zusätzlicher Effekt ist, dass ich auch die Serien, welche ich früher etwas vernachlässigt habe, endlich kennenlerne. Star Trek Enterprise oder die „Animated Series“ beispielsweise.

Meine lange Reise habe ich bereits begonnen und habe mir die ersten zehn Episoden von Captain Archers Crew in der Enterprise zu Gemüte geführt. Was soll ich sagen? Meine anfängliche Skepsis ist erstmal verflogen, Archer und seine Offiziere gefallen mir von Folge zu Folge besser und irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich etwas verpasst habe, als ich die Serie früher boykottierte. Naja, wird ja jetzt nachgeholt. 🙂

Großen Spaß hatte ich bisher vor allem bei Folge 5 der ersten Staffel „In guter Hoffnung“. Eine etwas andere Kultur, ein schwangerer männlicher Offizier und natürlich Klingonen. Super!

Ich werde zukünftig ab und zu hier ein wenig über meine Star Trek Reise erzählen, auch wenn das natürlich aus Sicht des eigentlichen Seitenthemas etwas „offtopic“ ist. 😉


Kai Hirdt gibt Einblick in „Die Bestie in mir“

Kai Hirdt, Bestien und Icho Tolot auf dem Cover. Das weckt hohe Erwartungen! Das wohl! Ach stop…anderes Universum. 🙂

Aber auch die Leseprobe, welche es vorab gab, hat meine Hoffnung bestärkt, dass nach einem schwachen und einem inhaltlich mittelstarken NEO nun wieder ein richtig guter folgen könnte. Die hohen Erwartungen, ich nehme es hier mal vorweg, konnte der Roman zu großen Teilen, aber nicht komplett halten.

Worum geht es in „Die Bestie in mir“?

Ohne zu viel zu verraten, es geht zu einem nicht unwesentlichen Teil um den inneren Kampf von Icho Tolot, der auf eine für ihn ganz besondere Mission gehen muss. Außerdem erfahren wir was auf Layl vorgeht und – zumindest anteilig – was die Bestien vorhaben. Dass wir in diesem Roman auf Bestien treffen geht vermutlich nicht mehr als Spoiler durch. 🙂

Eine ausführliche Zusammenfassung findet ihr, wie immer, hier:

Perrypedia

Wie hat mir „Die Bestie in mir“ gefallen?

Haluter, Bestien, Action ohne Ende und all das von Kai Hirdt in Szene gesetzt. Was soll ich mehr schreiben, das ist eine explosive Mischung. Wir erfahren auch endlich mal wieder wichtige und für die Kontexthandlung relevante Dinge, was ja in letzter Zeit seltener war. Der Roman schildert außerdem ungewohnt drastisch Gewaltausbrüche. Das ist vielleicht nicht jedermanns Ding, trägt aber in Verbindung mit den Bestien sehr zu Atmosphäre bei. Schließlich sind das schon ziemlich üble Gesellen.

Was war nicht ganz so gelungen?

Achtung kleiner Spoiler:

Gegen Mitte des Romans kam ich mir ein wenig vor wie in einem Actionrollenspiel ála Diablo 3: vier Roboter greifen an – Gucky zerstört sie mit Telekinese – vierundzwanzig Roboter greifen an – Gucky haut die mit super-special-Telekinese auch weg. Eine Bestie greift an – Tolot gesiegt sie per Trick – zwei Bestien greifen an…usw. Das war natürlich actiongeladen, aber irgendwie einen Hauch to much. 😉

Dann ist da noch die Sache mit dem dunklen Schrein. Das zieht sich inzwischen auch ein wenig: zweiter Einsatz auf Layl und die Erkenntnisse halten sich erneut in Grenzen. Mal sehen, ob der Einsatz sich überhaupt gelohnt hat. Ich denke das erfahren wir im nächsten NEO.

Fazit:

Bei all der Kritik in den letzten Wochen – speziell an NEO 186 – möchte und muss ich dieses Mal doch wieder positiver werten. NEO 188 war gut. Das lag nicht nur am Autor, der wie gewohnt eine wirklich gute Leistung erbrachte, sondern in diesem Fall auch am Exposé. Der Roman war insgesamt rund und eine willkommene Abwechslung zu den ganzen Deus ex machina der letzten beiden NEOs. Dass der Einsatz eher schwierig verlief und das Team auch ordentlich was abbekommt macht es viel realistischer und die bedrohliche Atmosphäre war für mich wirklich spürbar. In der Hoffnung, dass es mit beginnendem Staffelfinale in zwei Wochen so weitergeht, freue ich mich schon jetzt auf NEO 189.

Dieser wirklich gelungene NEO bekommt gute 8,5/10 Punkte.