Ruben Wickenhäuser entfesselt die „Schwarzschild-Flut“

Der Erstling von Ruben Wickenhäuser hatte mir damals wirklich gut gefallen, glänzte vor allem mit tollen und detaillierten Charakteren. Daher hatte ich schon eine gewisse Erwartungshaltung. Das Titelbild schlug im Vorfeld ein paar Wellen, einige fühlten sich an die Backstreet Boys erinnert, einige vermuteten Eric Leyden auf dem Cover, andere eine Mischung aus verschiedenen Hollywoodgrößen, so ganz warm wurden – was ich bei Facebook mitbekommen habe – die Wenigsten damit. Ich persönlich fand das Titelbild eigentlich ganz gut und bin relativ sicher, dass es wohl Thomas Rhodan da Zoltral sein soll. Ich hatte nur immer im Kopf, dass er die roten Augen seiner Mutter geerbt hat. Vielleicht trügt mich da aber auch mein Gedächtnis…

Worum geht es in „Schwarzschild-Flut“?

Tja, der Roman ist in Sachen Inhalt – sagen wir mal – vielseitig. Die Story von Thomas und Farouq Rhodan wird – nach einem Roman Pause – fortgesetzt, die Erde erfährt eine neue Bedrohung und auch direkt in einem terranischen Land ereignen sich erschreckende Dinge, welche durch das Aufheizen der Sonne ausgelöst werden. Außerdem steht mal wieder der nach wie vor mysteriöse NATHAN im Mittelpunkt des Geschehens.

Eine ausführliche Zusammenfassung findet ihr, wie immer, hier:

Perrypedia

Wie hat mir „ Schwarzschild-Flut“ gefallen?

Zunächst einmal hat mir der Schreibstil von Ruben Wickenhäuser auch in seinem zweiten Roman sehr gut gefallen. Die Charaktere sind toll beschrieben, wirken authentisch und plastisch. Die Handlung um die Rhodan-Bengel kommt (endlich!) zu einem Ergebnis und die unseligen Prüfungen haben ein Ende. Auch das finde ich wirklich gut, da dieser Handlungsstrang begann mich zu nerven. Der Roman liest sich insgesamt spannend und flüssig, die Gesamthandlung im Sol-System wird etwas vorangetrieben und es gab sogar nette, wenn auch kurze Action. Spaß hatte ich durchaus beim Lesen.

Was war nicht ganz so gelungen?

Tja, was soll ich sagen? Die ganze Staffel ist, nach starkem Start, irgendwie nicht so ganz mein Fall. Besonders die Rhodan-Sprosse und ihre wirklich ausführlich beschriebenen Mondprüfungen begannen mir auf die Nerven zu gehen. Hier folgte eine weitere davon…in einem Szenario, dessen Genre mal so gar nicht meins ist. Das ist sicher Geschmackssache, aber da stockte der Lesefluss dann doch etwas bei mir. ES sei Dank hat das ja jetzt ein Ende…

Dann wäre da noch (Achtung kleiner Spoiler!) die Sache mit den Maahks und deren „Entsorgung“. Natürlich trägt die Lösung zur Storyentwicklung um NATHAN bei… Natürlich ist die Lösung irgendwie nachvollziehbar… Aber trotzdem fühlt es sich als Leser erneut nach „Deus ex machina“ an. Ich kann mir nicht helfen, aber diese existenzbedrohenden Gefahren, welche innerhalb eines Romans ausgeräumt werden sind für mich unbefriedigend. Allerdings ist die Idee dieser neuen Waffe ziemlich cool…das muss ich zugeben. 😉

Fazit:

Insgesamt war der Roman von Seite des Autors ein ganz starker wie ich finde. Ich habe stilistisch und im Rahmen der Charakterbeschreibungen oder auch der Umsetzung der Handlung eigentlich nichts zu meckern, das hat Spaß gemacht und ich hoffe Ruben Wickenhäuser bleibt dem Team noch lange erhalten und darf noch viele Beiträge zu Perry Rhodan NEO (und vielleicht irgendwann auch zur EA) verfassen!

Inhaltlich hat mich der Roman nur anteilig überzeugt. Schön war die Darstellung des intriganten und jede Möglichkeit nutzenden „Drecksacks“ Sdelo Willem. Die Rhodan-Bengel haben jetzt endlich eine klare Funktion bekommen, auch das ist positiv. Die Action war wirklich nett, aber wie oben beschrieben für meinen Geschmack zu ultimativ gelöst. Sicher kein schlechter NEO, aber aufgrund genannter Schwächen auch kein überragender.

Daher bekommt Ruben Wickenhäuser für NEO 187 von mir 7/10 Punkte! (Wobei ich ihm für seine Autorenleistung eher deutlich mehr geben wollen würde).

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3 Gedanken zu “Ruben Wickenhäuser entfesselt die „Schwarzschild-Flut“

  1. Ralf November 30, 2018 / 4:36 pm

    Was die Qualität des Autoren angeht, gebe ich dir recht. Er kann gut schreiben. Allerdings hatte ich auch mit diesem Roman meine Probleme. Was allerdings mehr am Thema liegt. Ich bin kein Freund von Innenpolitik in SF-Romanen, und zwar nicht nur bei PR oder PR NEO. Das klappt nämlich meistens nur mäßig und dieser Roman ist keine Ausnahme. Fast immer driftet das dann in 1:1-Kopien der aktuellen Realpolitik ab und das habe ich schon zur Genüge den ganzen Tag über. Dafür lese bzw. höre ich kein PR oder SF. Der Part mit den beiden Rhodans dagegen sagte mir wesentlich mehr zu und wenn die ganzen Prüfungen auf die Nutzung als Emotionauten angelegt war, um die Maahks zurückzuschlagen, hat sich das ja schon ein Weilchen angedeutet. Nur die Gefahr hätte man dann tatsächlich auch zumindest einen Band früher auftauchen lassen sollen.
    Was die Allianz-Staffel angeht, so fehlt mir da bisher komplett ein roter Faden. Da wird einfach ein Roman an den anderen gereiht, ohne das klar wird, worum es hier überhaupt geht. Es herrscht Beliebigkeit. Da war z.B. die Blues-Staffel ganz anders.
    Insgesamt scheint auch bei NEO das zu gelten, was ich auch bei der EA sehe. Die Serie ist am stärksten, wenn die Erde nicht auftaucht. 😉

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    • fessinho Dezember 2, 2018 / 10:08 am

      Ja, Politik ist immer so eine Sache…in diesem Fall hat es mich nicht so sehr gestört. Der rote Faden ist zumindest schwer zu finden. Man könnte da im Prinzip mehrere „finden“. Das Aufheizen der Sonne mit den Auswirkungen auf der Erde, den Handlungsstrang um NATHAN und die Rhodans sowie die Laurins und jetzt auch Bestien, welcher dann wohl zum Staffelfinale und der Allianzspitze führt. Aber es wirkt alles in der Tat etwas „zerpflückt“, da gebe ich dir absolut Recht.

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