Das Unglück Mensch

Heute schreibe ich mal einige Zeilen zu einem Nicht-NEO-Roman, aber immerhin geschrieben von Madeleine Puljic – ihres Zeichens NEO-Autorin- ich komme einfach nicht davon weg…

Gemeint ist natürlich Madeleines „Darwin’s Failure 1 – Das Unglück Mensch“. Der Name sagt es bereits, das ist der erste Teil von angekündigten zwei Teilen. Klar, dass auch Teil 2, wenn erschienen, gelesen werden muss. Teil 1 ist aber durchaus als Einzelroman lesbar, auch wenn man dann mit einem offenen Ende zurückgelassen wird.

Worum geht’s?

Die Handlung spielt im Stadt-Moloch Noryak, einer Millionenstadt in gefühlt nicht allzu ferner Zukunft. Die Gesellschaft hat sich in mehrere Schichten gespalten, wobei die Oberschicht durch Gentechnik optimiert oder gleich komplett durch diese erschaffen wurde. Die Unterschicht, die sogenannten „Natürlichen“, sind auf klassische Weise gezeugt und geboren worden. Sie werden von den Optimierten und Klonen als minderwertige Arbeitskräfte in Fabriken mit – sagen wir mal vernachlässigten Arbeitssicherheitsvorschriften – eingesetzt.

Als dritte Partei, irgendwo dazwischen existiert noch eine Art von christlicher Kirche, welche sich um die Ärmsten der Armen kümmert, aber wie das bei christlichen Kirchen so üblich ist, Dreck am Stecken hat.

Diese explosiven Voraussetzungen bewirken eine ebenso explosive Entwicklung…

Wie war’s?

Ich muss zugeben, dass ich mit den ersten fünzig bis sechzig Seiten etwas kämpfen musste. Sehr unterschiedliche Figuren, ein Universum in welches ich reinfinden musste, extrem düstere Stimmung und Verhaltensweisen, die im ersten Moment schwer einzuordnen waren.

Danach allerdings gibt Madeleine Puljic ordentlich Gas, führt Figuren zusammen, die Atmosphäre wird immer bedrohlicher und düsterer und sie spart auch nicht an Schockmomenten. Man könnte jetzt vermuten, dass die Autorin aufgrund ihres Perry Rhodan-Backgrounds auch das „Voltzen“ dort gelernt hat, allerdings war sie beim Erscheinen noch nicht im Team. „Voltzen“ kann sie aber trotzdem, auch wenn man das als kleinen Spoiler werten könnte. Ach ja, bevor ich es vergesse…der Name eines Protagonisten erinnert auch ein gaaaaanz kleines bisschen an Perry Rhodan. Ich habe da einen weißhaarigen Kristallprinzen im Kopf. 😉

Spätestens ab der Mitte des Romans ist ein hohes Tempo erreicht, dramatische Wendungen und Intrigen geben sich die Klinke in die Hand und als Leser erlebt man eine ausgesprochen düstere, spannende und leider nicht ganz unrealistische Nahzukunft, welche einem das Grauen in die Hirnwindungen treiben kann.

Wirklich fasziniert hat mich das „Feeling“ beim Lesen. Ich ertappte mich bei den Schilderungen der Unterschicht immer wieder dabei, dass ich eher ein Mittelalterszenario vor Augen hatte als ein dystopisches Zukunftsbild. Wenn dann jemand zum Telefon griff oder die nächste Szene zur Oberschicht wechselte, war das wie ein „Ach jaaaaa…“. Genau das beschreibt aber auch, wie gut die Kluft zwischen den beiden Schichten dargestellt wurde. Ein gesellschaftlicher Unterschied in größtmöglicher Ausprägung und leider – wie gesagt – nicht völlig unrealistisch.

Ich fand den Roman wirklich gelungen und war von meiner eigenen Neugier gezwungen, weiterzulesen, obwohl meine Frau den Fernseher anschmiss und wir eigentlich ein paar sabbernde Beißer ansehen wollten…Das Unglück Mensch war aber eindeutig spannender und besser als eine Wiederholung der 7. Staffel von „The walking Dead“. 🙂

Großartig fand ich übrigens den geschlagenen Bogen von Prolog zu Epilog. Das war für mich am Ende nochmal ein kleiner Wow-Effekt.

Wo klemmt’s?

Wie gesagt, die ersten fünzig, sechzig Seiten waren für mich eher anstrengend. Zwar wurde bereits dort die durchaus gelungene Charakterisierung der Figuren begonnen, aber ich musste schon ein wenig kämpfen. Das ist vermutlich auch der Grund, warum ich das Buch, nachdem ich es bereits vor Wochen angefangen und bis etwa Seite 30 gelesen hatte, wieder aus der Hand legte und vor einigen Tagen nochmal von vorn anfing. Im zweiten Anlauf war es trotzdem mit Startschwierigkeiten verbunden, aber das Durchhalten hat sich gelohnt!

Sollte man’s lesen?

Wer Dystopien mit düsterer Stimmung, tollen Figuren und auch ein wenig Brutalität mag sollte unbedingt zugreifen! Das ist sicher nicht jedermanns Sache, aber wer dafür ein Faible hat ist mit „Das Unglück Mensch“ absolut gut bedient. Seid aber gewarnt, wenn ihr Teil 1 lest wollt ihr ziemlich sicher auch Teil 2 haben. Wann der rauskommt steht meines Wissens noch nicht fest, aber Madeleine hat bei Twittter vor einigen Wochen versprochen, dass es nicht mehr lang dauert. 🙂

Von mir gibt es eine eindeutige Leseempfehlung!

Wie kriegt man’s?

Den Roman gibt es als Taschenbuch und als eBook:

Format: Taschenbuch, ISBN: 978-1494270339
Format: Kindle, ASIN: B00GW5REAG

Viel Spaß beim Lesen und vielen Dank an Madeleine Puljic für einige Stunden toller Unterhaltung!

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