Michelle Stern und Rüdiger Schäfer sind „Im Labyrinth des Geistes“

Klaus N. Frick hatte ja angekündigt, dass zum ersten Mal ein NEO-Roman von einer Autorin und einem Autor gemeinsam geschrieben wurde. Das stimmt zwar nicht, denn Madeleine Puljic und Kai Hirdt haben auch schon einen NEO in Zusammenarbeit abgeliefert, aber gespannt war ich trotzdem. Michelle Stern hatte sich ja bei NEO etwas rar gemacht, ich mag aber ihren Stil zu schreiben. Rüdiger Schäfer ist für mich persönlich seit langer Zeit ohnehin fast über jeden Zweifel erhaben. Daher erwartete ich einen Hammerroman.

Worum geht es „Im Labyrinth des Geistes“?

Zunächst mal: wir haben nur zwei statt vier Handlungsebenen. Dazu wurde die Aufteilung sehr viel angenehmer gestaltet. Immer zwei Kapitel eines Handlungsstranges wurden aneinandergereiht, so dass ein recht flüssiges Lesen möglich war und nicht das Gefühl einer völlig „zerfaserten“ Handlung aufkam, wie ich es bei NEO 184 hatte. Die Handlungsstränge führen zum einen die Geschehnisse um die von den Naiir gefangene Rhodan-Gruppe, zum anderen die Erlebnisse der Rhodan-Söhne auf Luna – genauer gesagt in NATHAN – weiter.

Ein großer Teil des Romans hat sich gelesen wie eine Mischung aus psychedelischem Trip und vielen Kurzgeschichten. Speziell der Strang um Thomas und Farouq Rhodan war speziell.

Eine ausführliche Zusammenfassung findet ihr wie immer hier:

Perrypedia

Wie hat mir „Im Labyrinth des Geistes“ gefallen?

Im Prinzip habe ich das Gefühl zwei Romane einzeln betrachten zu müssen – zu verschieden waren die Handlungsstränge. Fangen wir mit dem Strang von Perry an. Der war extrem aufschlussreich, brachte echte Augenöffner in Bezug auf den kosmischen Überbau von NEO. Hier werden Zusammenhänge hergestellt, dass einem als NEO-Leser nur so das Herz aufgeht. Der Abschlussteil dieser Handlung war wiederrum herzzerreißend und auch wenn das als Minispoiler gewertet werden könnte: Ich konnte mir ein, zwei Tränen nicht verkneifen, was mir nicht peinlich ist, mir aber ausgesprochen selten passiert.

Der zweite Handlungsstrang war eine gefühlte Kurzgeschichtesammlung mit Tom und Farouq Rhodan in verschiedensten virtuellen Situationen und zumindest teilweise mit dem Gefühl, dass die Protagonisten irgendwie auf einem wirren Trip waren. Okay, das ist auf gewisse Weise ja auch wirklich so gewesen ohne damit zu viel zu verraten. Spannend zu lesen allemal, im Vergleich mit dem anderen Teil hatte ich damit aber mehr Schwierigkeiten. Schön war es, dort der einen oder anderen „alten Figur“ nochmal zu begegnen.

Was war nicht ganz so gelungen?

Wie gesagt, die Handlung um Tom und Farouq hat mir persönlich nicht ganz so gut gefallen wie der andere Strang und ich bin immer noch nicht im Klaren darüber – was natürlich so sein soll – worauf das Ganze hinausläuft.

Der Perry-Strang war ebenfalls ein wenig „tripartig“, aus dem Vorgängerroman weiß man ja, dass die Gruppe an eine Laurinmaschine angeschlossen wurde, die die Erinnerungen erforschen soll. Das hat mich auch weniger gestört. Was ich seltsam fand war eher die „Lösung“ des Quarantäne-Problems auf der MAGELLAN…mehr kann ich aber ohne zu spoilern nicht schreiben. 🙂

Fazit:

Grundsätzlich ist der Roman meinen Erwartungen mit ein paar kleineren Abstrichen gerecht geworden. Mein persönlicher Geschmack wurde anteilig genau getroffen, anteilig aber eben mit kleinen Einschränkungen. Wenn ich die Handlungsstränge einzeln werten müsste, würde die Perry-Handlung 8,5 Punkte und die Tom-Handlung 7 Punkte bekommen. Der Schnitt daraus sind 7,75 also gerundete 8 Punkte.

So bekommen Michelle Stern und Rüdiger Schäfer für NEO 185 von mir insgesamt sehr gute 8/10 Punkte!

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Das Unglück Mensch

Heute schreibe ich mal einige Zeilen zu einem Nicht-NEO-Roman, aber immerhin geschrieben von Madeleine Puljic – ihres Zeichens NEO-Autorin- ich komme einfach nicht davon weg…

Gemeint ist natürlich Madeleines „Darwin’s Failure 1 – Das Unglück Mensch“. Der Name sagt es bereits, das ist der erste Teil von angekündigten zwei Teilen. Klar, dass auch Teil 2, wenn erschienen, gelesen werden muss. Teil 1 ist aber durchaus als Einzelroman lesbar, auch wenn man dann mit einem offenen Ende zurückgelassen wird.

Worum geht’s?

Die Handlung spielt im Stadt-Moloch Noryak, einer Millionenstadt in gefühlt nicht allzu ferner Zukunft. Die Gesellschaft hat sich in mehrere Schichten gespalten, wobei die Oberschicht durch Gentechnik optimiert oder gleich komplett durch diese erschaffen wurde. Die Unterschicht, die sogenannten „Natürlichen“, sind auf klassische Weise gezeugt und geboren worden. Sie werden von den Optimierten und Klonen als minderwertige Arbeitskräfte in Fabriken mit – sagen wir mal vernachlässigten Arbeitssicherheitsvorschriften – eingesetzt.

Als dritte Partei, irgendwo dazwischen existiert noch eine Art von christlicher Kirche, welche sich um die Ärmsten der Armen kümmert, aber wie das bei christlichen Kirchen so üblich ist, Dreck am Stecken hat.

Diese explosiven Voraussetzungen bewirken eine ebenso explosive Entwicklung…

Wie war’s?

Ich muss zugeben, dass ich mit den ersten fünzig bis sechzig Seiten etwas kämpfen musste. Sehr unterschiedliche Figuren, ein Universum in welches ich reinfinden musste, extrem düstere Stimmung und Verhaltensweisen, die im ersten Moment schwer einzuordnen waren.

Danach allerdings gibt Madeleine Puljic ordentlich Gas, führt Figuren zusammen, die Atmosphäre wird immer bedrohlicher und düsterer und sie spart auch nicht an Schockmomenten. Man könnte jetzt vermuten, dass die Autorin aufgrund ihres Perry Rhodan-Backgrounds auch das „Voltzen“ dort gelernt hat, allerdings war sie beim Erscheinen noch nicht im Team. „Voltzen“ kann sie aber trotzdem, auch wenn man das als kleinen Spoiler werten könnte. Ach ja, bevor ich es vergesse…der Name eines Protagonisten erinnert auch ein gaaaaanz kleines bisschen an Perry Rhodan. Ich habe da einen weißhaarigen Kristallprinzen im Kopf. 😉

Spätestens ab der Mitte des Romans ist ein hohes Tempo erreicht, dramatische Wendungen und Intrigen geben sich die Klinke in die Hand und als Leser erlebt man eine ausgesprochen düstere, spannende und leider nicht ganz unrealistische Nahzukunft, welche einem das Grauen in die Hirnwindungen treiben kann.

Wirklich fasziniert hat mich das „Feeling“ beim Lesen. Ich ertappte mich bei den Schilderungen der Unterschicht immer wieder dabei, dass ich eher ein Mittelalterszenario vor Augen hatte als ein dystopisches Zukunftsbild. Wenn dann jemand zum Telefon griff oder die nächste Szene zur Oberschicht wechselte, war das wie ein „Ach jaaaaa…“. Genau das beschreibt aber auch, wie gut die Kluft zwischen den beiden Schichten dargestellt wurde. Ein gesellschaftlicher Unterschied in größtmöglicher Ausprägung und leider – wie gesagt – nicht völlig unrealistisch.

Ich fand den Roman wirklich gelungen und war von meiner eigenen Neugier gezwungen, weiterzulesen, obwohl meine Frau den Fernseher anschmiss und wir eigentlich ein paar sabbernde Beißer ansehen wollten…Das Unglück Mensch war aber eindeutig spannender und besser als eine Wiederholung der 7. Staffel von „The walking Dead“. 🙂

Großartig fand ich übrigens den geschlagenen Bogen von Prolog zu Epilog. Das war für mich am Ende nochmal ein kleiner Wow-Effekt.

Wo klemmt’s?

Wie gesagt, die ersten fünzig, sechzig Seiten waren für mich eher anstrengend. Zwar wurde bereits dort die durchaus gelungene Charakterisierung der Figuren begonnen, aber ich musste schon ein wenig kämpfen. Das ist vermutlich auch der Grund, warum ich das Buch, nachdem ich es bereits vor Wochen angefangen und bis etwa Seite 30 gelesen hatte, wieder aus der Hand legte und vor einigen Tagen nochmal von vorn anfing. Im zweiten Anlauf war es trotzdem mit Startschwierigkeiten verbunden, aber das Durchhalten hat sich gelohnt!

Sollte man’s lesen?

Wer Dystopien mit düsterer Stimmung, tollen Figuren und auch ein wenig Brutalität mag sollte unbedingt zugreifen! Das ist sicher nicht jedermanns Sache, aber wer dafür ein Faible hat ist mit „Das Unglück Mensch“ absolut gut bedient. Seid aber gewarnt, wenn ihr Teil 1 lest wollt ihr ziemlich sicher auch Teil 2 haben. Wann der rauskommt steht meines Wissens noch nicht fest, aber Madeleine hat bei Twittter vor einigen Wochen versprochen, dass es nicht mehr lang dauert. 🙂

Von mir gibt es eine eindeutige Leseempfehlung!

Wie kriegt man’s?

Den Roman gibt es als Taschenbuch und als eBook:

Format: Taschenbuch, ISBN: 978-1494270339
Format: Kindle, ASIN: B00GW5REAG

Viel Spaß beim Lesen und vielen Dank an Madeleine Puljic für einige Stunden toller Unterhaltung!

Rainer Schorm „Im Reich der Naiir“

Ich verbinde ja mit den Romanen von Rainer Schorm ambivalente Gefühle. Irgendwie weiß ich bei ihm vorher nie, was mich erwartet und ob ich mich darauf freuen soll. Ich habe schon sehr gute NEOs von Rainer gelesen, aber leider auch welche die mich weniger begeistern konnten. „Im Reich der Naiir“ war in der Tat irgendwo dazwischen, was aber vor allem an zu vielen Handlungsebenen lag, weniger am Inhalt der Handlung.

Worum geht es „Im Reich der Naiir“?

Wie im Vorgängerroman von Susan Schwartz bietet uns auch dieser NEO mehrere Handlungsebenen an. Wir erleben mit, wie es den Rhodanbengels Tom und Farouq auf Luna ergeht, die Entwicklung von Sol wird weiter geschildert und die MAGELLAN kämpft so mit eigenen Problemen. Nicht zu vergessen die FERNAO, die mal wieder losgelöst vom Mutterschiff unterwegs ist und ein Einsatzkommando auf einem – sagen wir mal ungewöhnlichen – Planeten absetzt.

Eine ausführliche Zusammenfassung findet ihr, wie immer, hier:

Perrypedia

Wie hat mir „Im Reich der Naiir“ gefallen?

Tja, an sich war die Handlung spannend, gut geschrieben und es gab neue Erkenntnisse. Manche sogar mit einem gewissen „WOW-Effekt“. Einzelne Charaktere wie Icho Tolot oder auch die Rhodan-Bengel sind hervorragend beschrieben und haben wirklich Spaß gemacht. Was mich total gefreut hat war, dass Rainer den Dilatationseffekt beschreibt, als die FERNAO mit annähernder Lichtgeschwindigkeit fliegt. Für die Besatzung vergehen Minuten, für den Rest 8,5 Stunden. Das ist ein Thema, welches sonst gern vernachlässigt wird. Great!!!

Was war nicht ganz so gelungen?

Viele Handlungsstränge in einem Roman sind meines Erachtens gefährlich, getreu dem Motto „zu viele Handlungen verderben die Geschichte“…oder waren das Köche? Ach egal…in diesem Fall bin ich unschlüssig.

Zum einen gefällt mir die Handlung der einzelnen Handlungsstränge durchaus gut, besonders auf Luna und auf der MAGELLAN beschreibt Rainer Schorm faszinierende Ereignisse. Auch Rhodans Expedition erlangt Einblicke, die viele Prognosen und Spekulationen erlauben und Lust auf mehr machen. Zum anderen wirkt der Roman aber durch die vier Handlungsebenen auf mich irgendwie zerrissen. Ich bin damit nicht so ganz glücklich geworden, auch wenn die Einzelhandlungen gut waren.

Dann noch etwas, was mich einfach nur etwas genervt hat: auf Seite 40 steht „Die Evakuierung von Vulkan war erfolgreich und wir haben keine Leute verloren“ Keine Leute verloren? Hallo? Zwei komplette Schiffe sind in NEO 183 draufgegangen, einfach weggepustet von der im Roten drehenden Sonne… Ich weiß, dass ist literarisch eine Kleinigkeit und ich bin da vielleicht etwas empfindlich, aber wenn Susan Schwartz ein Schiff mit tausenden Terranern wegbombt, sollte das im Folgeroman auch immer noch so sein, oder? Aber vielleicht hat das doofe Zeitkreell ja die Zeitlinie verändert und das Schiff gerettet? 🙂

Fazit:

Tja, wie gesagt, ich bin mir nicht sicher…an sich gefiel mir die Handlung in drei von vier Handlungssträngen. Der Strang um Merkur war etwas aufgebläht und besaß wenig Inhalt (Achtung Mini-Spoiler!): Merkur wird evakuiert und beim Chasma bildet sich Zeitkreell. Das wäre auch mit deutlich weniger Platz und Aufwand möglich gewesen. Nicht, dass es schlecht geschrieben war, auch die Charaktere sind nett, aber ich fand diese Handlungsebene etwas…wie soll ich sagen…nutzlos? Was sie aber geschafft hat ist, aus einem schon mit drei Ebenen stark gesplitteten Roman ein wahres Puzzlespiel zu bauen. Für meinen Geschmack war das zu viel.

Da die Handlung insgesamt aber trotzdem spannend war, bekommt Rainer Schorm für diesen NEO von mir 6,5/10 Punkte!

Der ColoniaCon 2018

Ich habe es getan – zum allerersten Mal. Also nicht was ihr vielleicht denkt, sondern was ganz anderes: Ich habe nach 27 Jahren Perry Rhodan Leserei zum ersten Mal einen Con besucht.

Warum jetzt erst? Ganz einfach, vorher hatte ich irgendwie nicht das Bedürfnis und es gab keine Notwendigkeit. Das war in diesem Jahr irgendwie anders und ausgelöst durch das hier – meinen zufällig entstandenen Blog. Durch meine Bloggeraktivität habe ich den einen oder anderen Bloggerkollegen kennengelernt – hauptsächlich dank Twitter, welches ich ebenfalls erst in diesem Jahr aktiv für mich entdeckt habe. Daraus ergab sich, wie das nun mal so ist, dass man diese sympatischen Rhodanisten auch mal „in Echt“ kennenlernen möchte.

Speziell mit einem Herrn Heftehaufen fand ich den Austausch spannend. Da ich den 2. BrühlCon leider aus beruflichen Gründen sausen lassen musste – bin immer noch ganz gelb vor Neid wenn ich die Fotos sehe – war der ColoniaCon 2018 natürlich eine gute Alternative. Also ratzfatz angemeldet, vorab bezahlt und mit Vorfreude auf den Termin gewartet.

Da ich aus dem tiefsten Niedersachsen stamme, zeitlich nur den Samstag einplanen konnte und mit der parallel stattfindenden Messe in Köln die Hotelzimmer galaktisch hohe Preise verlangten, entschied ich mich, per Auto morgens an und abends wieder abzureisen. Was für eine bescheuerte Idee…

Zu tiefschlafender Nacht brach ich auf um Rhodanisten, Expokraten, potentielle Guckymörder und andere gestör… äh nette Menschen zu treffen. Bis Köln ging das auch verhältnismäßig gut, die Autobahnen waren relativ frei, ich musste nicht im Stau rumdümpeln und hatte Zeit mir Susan Schwartz‘ Perry Rhodan 2969 „Tag des Grimms“ als Hörbuch reinzuschrauben. Alles alles prima…und dann kam Köln und ein gewisser türkischer Politiker! Köln holte alles an Stau nach, was die A2, A1 und A3 mir verwehrt hatte. Super geil…NICHT! Aber da ich geschickterweise ja früh genug losgefahren war, kam ich tatsächlich kurz vor der Eröffnungsrede an, erhielt mein Namensschild von einem gewissen Robert Corvus (auch bekannt als der Ilt-Schlächter). Davon wurde sogar ein Foto geschossen welches man hier findet. Anschließend schwang ich mich schnell auf einen der harten Holzstühle im Hauptraum. Erwartungsvoll auf den ersten Beitrag wartend wurde ich erstmal etwas enttäuscht, denn neben technischen Problemchen, war der Beitrag von Dr. Bettina Wurche leider nur ein YouTube-Video. Das hatte ich entweder überlesen oder irgendein Schelm hat es geändert, während ich gegen Erdogan’s Stau kämpfte…

Naja, Schwamm drüber, danach wurde es besser. „Raumschiff Promet“ kannte ich zwar vorher nur dem Namen nach, das Panel war aber interessant und kurz kam mir der Gedanke „da könntest du ja mal reinlesen“. Habe ich verworfen, dazu fehlt leider die Zeit bei Vollzeitjob, Perry Rhodan NEO, Silberbänden, zwei Kindern, einer Ehefrau, Erstauflage per Hörbuch und anderer Literatur, die ich mir gelegentlich auch noch gönne. By the way, ich lese als Abwechslung zu Perry aktuell Madeleine Puljic’s „Das Unglück Mensch“. Nach den ersten Seiten wirklich vielversprechend!

Danach war Mittagspause, welche ich für meinen Magen nicht brauchte (bei intermittierendem Fasten und Mahlzeiten ab frühestens 16 Uhr, bietet sich die Pause um 20180929_104500.png13 Uhr dazu einfach nicht an) aber ganz dringend für meinen Hintern – die fiesen, harten Holzstühle erwähnte ich bereits? – lernte ich dann endlich ein paar der Twitter-Rhodanisten persönlich kennen. Nachdem Volker Hoff mich zuerst entdeckte, schlichen sich auch Martin Ingenhoven (das ist der verrückte „Ich lese Perry Rhodan von ganz vorne einmal komplett durch!“-Kerl vom Heftehaufen 🙂 ) und Markus Regler an mich an. Nette Gespräche bei wirklich tollem Wetter! Dieses Foto mit drei bescheuert guckenden Typen entstand bei dieser Gelegenheit. Robert Corvus gesellte sich auch dazu und wollte ausnahmsweise keine Mausbiber töten, sondern fragte die Anwesenden nach ihren Lieblingsbüchern aus. Mein Antwort war Quatsch, mir fiel nur nichts Gescheiteres ein. Hatte ich mir auch irgendwie noch nie echte Gedanken zu gemacht und es kämen mehrere Bücher in Frage. „Der Widersacher“ von Hohlbein wäre es retrospektiv betrachtet doch eher nicht…

Nach der Pause wurde es wirklich interessant. „Perry Rhodan NEO – Kurs 200 und weiter…“ stand auf dem Plan. 20180929_140217Mit Rüdiger Schäfer und Rainer Schorm waren beide Expokraten auf der Bühne, Verstärkung gab es durch Uschi Zietsch und den externen Cheflektor von NEO, Dieter Schmidt.

Die wichtigsten Punkte zusammengefasst:

  • NEO geht über Band 200 hinaus weiter! Sehr geil, ich bin schwer begeistert. Damit das auch nach 250 so weitergeht: LEST ALLE NEO!!! Ich hoffe das war laut genug geschrien. 🙂
  • NEO 200 wird den größten Zeitsprung der bisherigen Seriengeschichte angehen und einige „alte Zöpfe“ abschneiden. Das ist gut so.
  • Da uns Thora und Mirona erhalten bleiben (das haben die Autoren versprochen, wenn nicht gibt’s Ärger beim nächsten Con!), könnte man bei der arkonidischen Adelsdame darüber spekulieren, ob sie dann eine ältere und etwas klapprige Rolle einnimmt oder ob die ollen Liduuri endlich ihr Versprechen einlösen und es Zellduschen für alle gibt (oder zumindest für Thora). Schauen wir mal, die Aussage war, „es darf spekuliert werden“.
  • Die 10er-Staffeln werden beibehalten.
  • Die Menschheit bricht in größerem Maßstab auf als es bisher in NEO der Fall war. Nicht wie in der EA mit dem solaren Imperium, aber stärker als bisher…lassen wir uns mal überraschen.
  • Durch den größeren Zeitsprung werden auch komplett neue Handlungsfelder eröffnet. Die „alten“, noch aus der Borsch-Ära stammenden Themen werden noch vor NEO 200 abgeschlossen.

Ich für meinen Teil bin begeistert und schwer gespannt. Ach, was mir da noch enfällt: Gucky hat eine Überlebensgarantie bekommen…sorry Robert Corvus. 🙂 Natürlich musste ich mir von den anwesenden NEO-Autoren auch entsprechende NEOs signieren lassen. Ich muss da mal eine Lanze für die Herren der Schöpfung brechen: während Rüdiger und Rainer sehr ansehnliche Unterschriften auf die von ihnen verfassten Bände brachten, sieht die von Uschi aus, als hätte meine Tochter die gefährliche Kombination aus einem Kugelschreiber und einem meiner NEOs in den Händen gehabt! (Bitte nicht böse sein liebe Uschi, habe mich trotzdem darüber gefreut!) 🙂

Im Anschluß gab es ein Panel zu STELLARIS. Das war wirklich interessant. Als Hörbuch-EA-Verfolger geht STELLARIS ja bisher komplett an mir vorbei. Das ist schade und ich werde mal schauen, dass ich die Geschichten irgendwie zu greifen kriege. Die Dinger muss ich lesen!

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Beim STALLARIS-Panel plauderten auch gleich fünf Autoren aus dem Nähkästchen: Gerhard Huber, Dieter Bohn, Hermann Ritter, Dietmar Schmidt und Roman Schleifer machten mir diese Serie in der Serie durchaus schmackhaft.

Nach STELLARIS durfte Uschi Zietsch als Ehrengast im Dialog mit Roman Schleifer einiges zu ihrer Arbeit – auch außerhalb von Perry Rhodan – erzählen. Hier gab es spannende Einblicke in das Leben einer Vollzeit-Autorin. Auch wenn sich bei ihren Perrys die Geister scheiden – einige Leser lieben Romane von „Susan Schwartz“, einige stöhnen ein wenig auf wenn ihr Name auf dem Cover steht – Uschi Zietsch als Mensch ist einfach grundsympathisch! Auch dieser Beitrag hat mir Spaß gemacht.

In (meinem persönlichen) Abschlusspanel ging es laut Ankündigung um „Rhodan – Ausblicke auf die nächsten Jahre“. Wenn wir alle ehrlich sind, gab es eigentlich gar keine 20180929_170609(0)Ausblicke, trotzdem war es höchst unterhaltsam und amüsant. Robert Corvus, Uwe Anton und Uschi Zietsch (zum dritten Mal an diesem Tage) brachten uns unter der Moderation von Rüdiger Schäfer mehrfach zum Grölen. Wer es noch nicht wusste: Perry Rhodan Band 3000 heißt „Das Imperium der Mausbiber“ und wird geschrieben von Robert Corvus…oder war es „Das Imperium der brennenden Mausbiber“? Ich komme schon ganz durcheinander.

Aufgrund der noch bevorstehenden drei bis vier Stunden Autofahrt nach Hause, brach ich im Anschluss meine Zelte ab, ohne dem Thorwaler-Chor unter Roberts Leitung zu lauschen. Vielleicht habe ich beim nächsten Mal ja das Vergnügen. 🙂

Mal schauen, welches Ziel ich als nächstes ansteuern werde. Der 3. BrühlCon 2019 ist jedenfalls Pflichtprogramm! Ich freu mich drauf.

PS: Mir tut heute noch der Hintern weh! Diese Stühle…Folterinstrumente sind das!