Susan Schwartz entfesselt den „Sonnensturm“

Diese ollen Leseproben…ich sollte mich fernhalten, aber das fällt mir dann doch eher schwer. Folglich stürzte ich mich auch dieses Mal wieder auf die ersten 20 Seiten, bevor ich den Roman in den Händen hielt. Verglichen mit den beiden Vorgängern passierte dabei erstmal nicht so viel, was aber nicht heißt, dass mir der Beginn schlecht gefallen hätte. Susan Schwartz beschreibt die Vorgänge sehr blumig und in tollen (geistigen) Bildern. Auch im weiteren Verlauf, als NEO 183 dann „in echt“ in meinen Händen war, hatte ich wirklich viel Spaß, bzw. fühlte mich sehr gut unterhalten.

Worum geht es in „Sonnensturm“?

Vorsicht Spoiler: um einen Sonnensturm! 🙂

Spaß beiseite, natürlich gibt es noch mehr zu berichten, der Roman spielt auf mehreren Handlungsebenen. Er führt die Vorkommnisse im Torran-System voran und im heimischen Sonnensystem passiert auch so einiges. Die Sonne spielt ein wenig verrückt, was an anderen Ereignissen im System liegt und die Laurins haben auch irgendwie ihre Finger im Spiel.

Eine ausführliche Zusammenfassung findet ihr, wie inzwischen bei mir üblich, hier:

Perrypedia

Wie hat mir „Sonnensturm“ gefallen?

Zunächst mal: der Roman war komplett anders als die beiden Hirdt-NEOs zum Staffelstart. Das liegt sicher zum einen daran, dass Susan Schwartz einen sehr „blumigen“ Schreibstil pflegt und Szenen ausgesprochen plastisch beleuchtet – was toll ist und das Geschehen sehr „nah“ wirken lässt. Zum anderen aber sicher auch am Exposé, welches deutlich weniger Tempo vorgegeben haben dürfte. Beides ist anders, deshalb aber keineswegs schlecht. Die Hirdt-NEOs fand ich phänomenal, dieser hier war aber trotz oder vielleicht grade wegen des gemächlicheren Tempos ebenfalls sehr gut. Wobei von „gemächlich“ zu sprechen natürlich übertrieben und ganz subjektive Empfindung ist. Die Ereignisse im Sol-System überschlagen sich ja trotzdem ziemlich. Ich denke, dass es in diesem Fall tatsächlich an den Stilen der beiden Autor*innen liegt, dass ich das so wahrnahm.

Was ich großartig fand war die Tiefe der Situationen. Einzelne Menschen werden geschildert und durch ihre Augen sehen wir als Leser die teilweise dramatischen Geschehnisse. Besonders die drei Piloten in den DAEDALUS-Einheiten fand ich persönlich – obwohl nur in einem relativ kurzen Abschnitt beschrieben – fantastisch und bewegend! Aber auch die Menschen an Bord der ALEXANDER VON HUMBOLDT oder der nette Herr auf dem Titelbild waren in der Charakterdarstellung super. Dafür: Danke Uschi / Susan! 🙂

Was war nicht ganz so gelungen?

Das ist jetzt mein persönlicher Geschmack: die Sonne, welche verrücktspielt und – mal wieder – die Erde und das ganze System bedroht? Irgendwie erscheint mir das Thema etwas abgekaut. Nicht, dass es wirklich zu Ende erzählt war, das Chasma ist ja noch vorhanden, aber irgendwie kam mir das anteilig wie eine Wiederholung vor. Wie gesagt, individueller Geschmack und sicher kein Fehler oder gar fehl am Platze das erneut aufzugreifen.

Ansonsten gibt es nicht so viel zu meckern. Vielleicht eins noch: in diesem NEO fand ich es auffällig, dass doch recht viele Tippfehler und seltsame Satzkonstruktionen enthalten waren die im Lektorat durchgerutscht sind. Das ist mir schon länger nicht in dem Ausmaß aufgefallen. Aber es war noch nicht so schlimm, dass es mich wirklich störte…Ich erinnere mich an einen Roman in der Sitarakh-Staffel, den ich da erheblich schlimmer fand.

Fazit:

NEO 183 war anders, aber trotzdem gut. Das hohe Niveau der Staffel wird meines Erachtens gehalten, wenn auch nicht ganz so hoch wie es Kai Hirdt vorgemacht hatte. Das ist aber zugegeben auch echt ein fieser Vergleich, das waren NEO-Meisterwerke *kicher*.

Daher bekommt Susan Schwartz’s Werk von mir sehr gute 8/10 Punkte! 🙂

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Im zweiten Teil seines Doppelbandes führt uns Kai Hirdt in die „Festung der Allianz“

Ich habe diesen großartigen NEO tatsächlich zwei Tage liegen gelassen, da ich noch den Silberband 98 zu Ende lesen wollte (der war übrigens auch echt gut…komplett anders als NEO, aber wirklich gut). Im Nachhinein ist das bei diesem Klasseroman fast eine Schande gewesen. 😉

Worum geht es in „Festung der Allianz“?

Tja…ganz ehrlich kann ich hier ohne Spoiler kaum etwas schreiben…

Wie der Name vermuten lässt, geht es in die Festung der Allianz hinein, welche sich bekanntlich auf dem Planeten Torran-Gar befindet. Inhaltlich werde ich hier wieder nicht viel verraten, wer Interesse hat darf aber gern hier nachschauen:

Perrypedia

Ich habe versprochen in meinem Blog nicht mehr so massiv zu spoilern, daher wird diese Rubrik zukünftig lediglich zur qualitativen Einordnung dienen.

Wie hat mir „Festung der Allianz“ gefallen?

Hammer, Fett, Bombe, Krass! Das hat irgendein seltsamer Rapper mal in einem Song von sich gegeben, aber in diesem Fall trifft es den Nagel auf den Kopf. Das war grandios und NEO-Unterhaltung vom Feinsten!

Was hier an alten, losen Handlungsfäden zusammengeknüpft und logisch verwoben wurde ist der Hammer! Fett waren die Action sowie die Gewissenskonflikte der Protagonisten. Die Gewissenlosigkeit und der Pragmatismus der Antagonisten endeten (wortwörtlich) in einer Bombe und es war schon krass, wie sehr mich dieser NEO gefesselt hat. Selten habe ich so schnell und ohne große Pause die 160 Seiten verschlungen. Davon sehr gern mehr. Ich hoffe, dass die folgenden Romane diesem Raketenstart in die neue Staffel gerecht werden können. Ich ziehe auf jeden Fall meinen Hut vor Kai Hirdt, der mit NEO 181 und NEO 182 nicht nur den ersten NEO-Doppelband verfasst, sondern dies auch noch in unglaublicher Qualität getan hat.

Was war nicht ganz so gelungen?

Achtung Mini-Spoiler: Da fällt mir lediglich eine winzige Kleinigkeit ein, nämlich der viel zu kurze Zeitraum, den die Kaperung der WELTENSAAT benötigte. Eine Minute vom Einschleusen in ein komplett fremdes Schiff, bis zum unautorisierten Start? Sportlich… 😉

Fazit:

NEO 182 war ein Kracherroman und schließt qualitativ direkt an NEO 181 an. Allerdings schafft Kai Hirdt es, noch eine winzige Schippe draufzulegen. Es war spannend, es war rasant, es war ausgesprochen aufschlussreich und lässt trotzdem noch mehr als genug Fragen offen. Es werden auf der anderen Seite aber auch einige alte, nicht beendete Handlungsfäden abgeschlossen und darüber habe ich mich wirklich sehr gefreut! Irgendwer hat bei Fratzenbuch gefordert, dass Kai Hirdt die komplette Staffel schreibt…nach diesem Zweiteiler wäre ich zumindest nicht traurig drum 😉

Tja, was soll ich sagen…der erste Teil hat von mir 9 / 10 Punkten bekommen, da Teil 2 noch etwas stärker war, vergebe ich hier zum zweiten Mal überhaupt 10 / 10 Punkten.