Rainer Schorm im „Seuchenschiff der Azaraq“

Ich habe lange überlegt, wie ich in diesem Fall einsteige und bin mir immer noch nicht sicher, was ich zum Einstieg schreiben soll. Es könnte vielleicht „Stolperstart mit furiosem Finale“ passen. Ich muss sagen, dass ich nach den ersten dreißig Seiten frustriert war und den Roman erstmal zur Seite gelegt habe. Warum erkläre ich später. Danach wurde es aber von Kapitel zu Kapitel besser und Rainer Schorm hat zum Schluss noch einiges rausgerissen…zum Glück.

Worum geht es in „Seuchenschiff der Azaraq“?

Wir haben in NEO 179 drei Handlungsstränge, die erzählen, wie es den drei handlungsrelevanten Gruppen ergeht. Da wären zum Einen Perry Rhodan, Julian Tifflor, Sud, Gucky und der Tentra Jepprafomm, welche im Weltraum innerhalb des Ovisystems agieren, Eric Leyden und Icho Tolot an Bord der memetischen Arche sowie Tuire Sitareh und Tim Schablonski in den Kavernen von Impos.

Perry Rhodan:

Als die FERNAO zurückkehrt und die fünfhundert Apasos-Raumer mitbringt, steht im System der Sonne Ovi eine gatasische Kriegsflotte von rund zehntausend Einheiten. Angeführt wird diese von Perry’s „altem Bekannten“, dem Gataser Tagrep Kerrek, welcher immer noch wegen des Diebstahls des Kreellblocks mit Tuire Sitareh im Inneren schlechte Laune hat. Die Raum-Zeit scheint massiv beschädigt, im ganzen System gibt es immer wieder rote Blitzentladungen. Diese stellen Risse im Kontinuum dar. Eine Raumschlacht droht, als das Seuchenschiff auf der Bildfläche erscheint. Rhodan erfährt durch abgehörten Funk, dass Kerrek’s Sohn auf dem Schiff ist und an Choroba nemoc leidet. Kurzerhand begibt er sich mit Tifflor, Sud, Gucky und Jepprafomm in einen Risikoeinsatz, fliegt zum Seuchenschiff und heilt den Sohnemann. Das anschließende Gespräch mit Kerrek hat die erhoffte Wirkung, die Wut des Gatasers verraucht und die Flotte zieht ab. Krise im All ist bewältigt.

Eric Leyden / Icho Tolot

Die beiden Wissenschaftler versuchen auf der Arche der Memeter die Besatzung zu erwecken. Die Erweckung wird mit Hilfe von Oxford auch eingeleitet. Ein Einbruch von Hornschreckwürmern stört sie dabei und bedroht die schlafenden Terraner. Da erscheint der Wächter von Impos, jenes Konglomerat von Bewusstseinen alter Memeter, welches Rhodan, Leyden und Co. schon im Physcore trafen. Es bereinigt kurzerhand die Hornschreckwurmgefahr und erklärt, dass Sitareh zwingend den Darojib benötigt um seinen Auftrag erfüllen zu können. Daraufhin wird dieser per Halbraumtunnel erst auf die AVEDANA-NAU – wo Oxford ihn sich erfolglos aneignen möchte – und anschließend in die Kavernen zu Sitareh transportiert. Als dies erledigt ist, wird die Erweckungsprozedur fortgesetzt und die Memeter erwachen.

Tuire Sitareh / Tim Schablonski

Sitareh und Schablonski versuchen in den Kavernen von Impos die Memetermaschinen vollständig zu reaktivieren. Dazu fehlen ihnen allerdings zwei Voraussetzungen: das technische Verständnis und, dass die Arche den Mond verlässt. Auf der Suche nach dem Zentrum der Anlage – dem Uterus – begegnen den beiden Hornschreckwürmer, welche von der Anlage neutralisiert werden und „Zeitkreell“. Das Zeitkreell ist die Miniaturversion der roten Blitze im All. Im Uterus angekommen stehen die beiden kurz davor aufzugeben, als auch ihnen der Wächter erscheint. Er erklärt Sitareh, dass er erstens den Darojib braucht und zweitens einen weiteren „Zeitträger“. Sitareh hadert mit sich selbst, da er den Darojib nie wieder anlegen wollte. Allerdings ist dieser ja weit weg auf der MAGELLAN und unerreichbar, was unweigerlich ein Scheitern bedeuten muss. Als die Lage vollkommen verloren scheint, öffnet sich der Halbraumtunnel und der Darojib erscheint. Trotz größtem Widerwillen legt er ihn an.

Wie hat mir “ Seuchenschiff der Azaraq “ gefallen?

Insgesamt relativ gut mit Abstrichen. Durch die drei Handlungsstränge wurde die Gesamthandlung – endlich mal wieder – deutlich vorangetrieben und auf das Staffelfinale vorbereitet. Der Handlungsstrang um Rhodan und die erkrankten Blues war tatsächlich berührend. Auch die Zwangslage von Tuire Sitareh wurde von Rainer Schorm sehr plastisch beschrieben und hat mich bewegt. Leyden und Tolot waren verhältnismäßig wenig zu lesen und hier gab es meinen größten Kritikpunkt und für mich persönlich das Ärgernis, welches dazu führte, dass ich eine Pause einlegen musste. Dazu hier mehr:

Was war nicht ganz so gelungen?

Die Hornschreckwürmer! Was sollte das denn? In NEO 177 werden die Biester schlafen gelegt und rühren sich durch die teilweise reaktivierten Anlagen auf Impos nicht mehr. Davon ist plötzlich keine Rede mehr und diese kleinen Vielfraße beißen sich durch die Arche als wäre nie etwas gewesen. Es wird nur darauf verwiesen, dass die Hyperschallemitter wohl mal wieder ausgefallen seien. Keine Erklärung, ob die Wirkung nur temporär war, ob die unterimposischen Anlagen wieder schweigen oder was auch immer der Auslöser sein könnte, dass die Hornschreckwürmer wieder aktiv sind. Die Dinger dringen dann sogar in die Kavernen vor und greifen Sitareh und Schablonski an. Ganz ehrlich bin ich der Meinung, dass so ein Fehler – sei es fehlende Erklärung oder einfach falsch beschrieben – nicht passieren sollte. Schon gar nicht einem der beiden Exposéautoren persönlich. Klar, Fehler passieren, aber das war ein ganz schöner Klops, der mir einfach erstmal den Spaß verdorben hat. Das ist schade.

Einen weiteren, kleineren Fehler gab es dann noch in Zusammenhang mit Tuire Sitareh, welcher ja bekanntlich seit mehreren Jahren bei den Terranern ist und dessen Sprachverständnis ganz am Anfang hervorgehoben wurde. Er konnte sich damals in kürzester Zeit auch ohne Translator verständigen. Rainer Schorm schreibt ihm aber auf den Leib, dass er einen Translator nutzt, welcher dann Begriffe verwendet, die Sitareh entschuldigend als „terranische Entsprechungen“ betitelt. Wozu sollte Sitareh im Gespräch mit Schablonski einen Translator brauchen? Kein schlimmer Fehler, aber auch solche Kleinigkeiten stören mich als Leser.

Fazit:

Schwierig ist die Wertung für mich in diesem Fall. Der gesamte Roman war nicht schlecht und wie oben beschrieben: Fehler passieren. Allerdings hat mir das echt ein wenig die Leselaune „versaut“, daher muss ich was dafür abziehen. Letztlich zog sich diese fehlerhafte Beschreibung über viele Seiten und durch zwei Handlungsstränge und war damit keine kleine Sache. Daher für einen an sich ordentlichen NEO mit einem – für mich persönlich – größeren Ärgernis 5,5 / 10 Punkten.

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