Oliver Plaschka und die Rückwärts-Blues

Ich möchte heute mal mit einem, wie ich finde, spannenden Stilmittel beginnen, dass Oliver Plaschka nutzte. Er hat in die eigentliche Story um die Arche der Memeter und den Versuch diese zu retten, eine Geschichte um ein paar Blues eingebaut, die auf Impos abstürzten und sich in die Kavernen retteten. Dabei verloren nach und nach bis auf drei Blues alle ihr Leben. Die drei erreichten Stasiskapseln und werden viertausend Jahre später von Eric Leyden und Tuire Sitareh wieder aufgeweckt. Aufgebrochen waren sie um das „schwarze Ei“, also das Ovisystem zu finden – als letztes Abenteuer von zwölf todgeweihten Individuen, denn alle litten unter Choroba nemoc.

Das spannende an dieser Nebengeschichte ist, dass Plaschka sie rückwärts erzählt und mit „Zehnter Gesang“ startet, so dass der Leser zuerst erfährt, dass sich die Blues in die Stasis begeben. Ich war zuerst ein wenig irritiert, fand aber nach und nach immer mehr Gefallen daran, die fehlenden zeitlich vorgelagerten Elemente zu erfahren. Das hat Spaß gemacht.

Worum geht es in „Die Kavernen von Impos“?

Tja…worum geht es? Ich fühlte mich irgendwie ein wenig in den Vorgängerroman von Madeleine Puljic zurückversetzt. Denn es passierte wieder recht wenig. Kurz zusammengefasst: Rhodan sitzt mit den Eisbrechern in der Arche fest und verteidigt sie gegen die Hornschreckwürmer, wo es gerade nötig wird.

Leyden, Sitareh und Tolot dringen in die Kavernen unter Impos vor, suchen nach einer Möglichkeit, die Abwehrmechanismen zu reaktivieren und das Erwachen des Suprahet zu verhindern. Dabei entdecken sie eine weitere Form von Kreellwesen, welche Leyden aufgrund ihrer gestaltwandlerischen Fähigkeiten „Morphos“ nennt. Diese helfen letztlich dabei, die Anlage teilweise zu reaktivieren und die Arche im letzten Moment davor bewahren, von den Hornschreckwürmern überrannt zu werden.

Die drei geretteten Blues vom Gelege der Apaser werden von Tifflor behandelt und von der Choroba nemoc befreit. Rhodan setzt seine Hoffnung auf die drei Blues um an ausreichend Katlyk zu kommen, damit die Arche aus dem Kreell befreit werden kann. Außerdem sollen Tolot und Leyden die Memeter erwecken sowie Sitareh mit einem Team aus Technikern und Robotern erneut in die Kavernen steigen um die Anlage komplett zu reaktivieren.

Wie hat mir „Die Kavernen von Impos“ gefallen?

Aufgrund des Aufbaus fand ich den Roman kurzweilig und durchaus spannend. Oliver Plaschka versteht es, die im vorigen Roman aufgebaute Stimmung beizubehalten, die Hornschreckwurmbedrohung ist noch immer „spürbar“ und man wartet mehr oder weniger sehnsüchtig darauf, dass Tolot, Leyden und Sitareh eine Lösung finden.

Toll fand ich die kleine Nebenstory um die Bluesgruppe, welche chronologisch „falschrum“ erzählt wurde.

Was war nicht ganz so gelungen?

Nun…ich muss leider sagen, dass mir jetzt langsam wirklich etwas den Handlungsfortschritt fehlt. Im letzten Roman war das durch die Stimmung noch ausgeglichen und ich kann gut mitgehen, wenn ein NEO mal mehr die Stimmung als die Handlung aufbaut, aber auch in diesem ging es gefühlt einfach nicht vorwärts.

Ich hoffe und glaube ganz fest daran, dass in den drei abschließenden Romanen der Staffel mehr passiert und dass die Handlung doch wieder Fahrt aufnimmt. In der Regel ist das ja gegen Staffelende immer der Fall. Ich bin auf jeden Fall gespannt, da wir mit NEO 178 ja Impos wieder zu verlassen scheinen.

Fazit:

Im Prinzip ist alles gesagt, ein ordentlicher Einzelroman von Oliver Plaschka, kreativer Einbau der „Zweitgeschichte“ aber in Bezug auf die Gesamthandlung war mir das wirklich etwas zu wenig.

Daher gibt es an dieser Stelle von mir „nur“ 5,5 / 10 Punkten. Als Einzelroman, ohne ihn in den Gesamtkontext einzuordnen, würde ich vermutlich mehr geben, gefühlt lag das Problem nicht bei Oliver Plaschka, sondern beim Exposé. Aber auch das ist okay, nicht jeder Roman / jedes Exposé kann immer jeden Leser vom Hocker hauen. 🙂

Advertisements

2 Gedanken zu “Oliver Plaschka und die Rückwärts-Blues

  1. Christina Juli 29, 2018 / 6:36 pm

    Oliver Plaschka gehört zu meinen Lieblingsautoren bei NEO. Seine Romane zeichnen sich durch große Harmonie aus und sind stilsicher geschrieben. Dieses Mal hatte er es schwer, aus der wenigen Handlung richtig viel herauszuholen. Denn seien wir ehrlich, es passiert so gut wie nichts, was die Zyklusplot vorwärts bringt. Drei Romane auf Impos sind für meinen Geschmack zu viel des Guten.
    Dafür liefert Kai Hirdt im nächsten Band einen phänomenalen Politthriller ab. Und da passiert dann auch wieder was, wenn auch nicht viel.

    Gefällt mir

    • fessinho Juli 30, 2018 / 9:51 am

      Ich denke auch, dass Oliver Plaschka als Autor da wenig für konnte. Sein Roman war allein gesehen ja nicht schlecht. Aber ganz offensichtlich war in diesem Fall das Expose inhaltlich eher dünn.

      „Krisenzone Apas“ habe ich gestern Abend angefangen, liest sich bisher schon spannend. 🙂

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s