Imposante Geschichte um einen imposanten Planeten und seinen Mond „Impos“

Der Urlaub ist in vollem Gange und ich nähere mich immer mehr der aktuellen NEO-Handlung. Um das zu erreichen habe ich gestern „Der Moloch“ von Rainer Schorm verschlungen. Durchaus imposanter Roman. 🙂

Spaß beiseite, die Handlung spielt größtenteils auf Impos, einem Mond des Riesenplaneten „Moloch“ im System bzw. der Sonne „Droo Karuuhm“. Das war ja das ausgewiesene Ziel der MAGELLAN und nach dem Impuls des Darojib haben Rhodan und seine Kumpane es nun also erreicht. Fröhlich ins System einfliegend finden sie eine eiförmige Sonne, einen übergroßen Planeten und 42 Monde vor, die ein ausgesprochen künstlich wirkendes Gebilde ergeben.

In diesem hyperphysikalischen Chaos mitsamt Gravitationsanomalien, natürlich kommt es hier zu größeren Redrifts mit haufenweise Kreell, fliegen Rhodan, Tolot, Leyden und Tuire Sitareh mit der DOLAN den Mond Impos an, welcher als Zielpunkt des Darojibimpulses identifiziert werden kann. Die DOLAN kriegt trotz ihrer fortschrittlichen Technik stärkere Probleme als erwartet und legt eine unsanfte Landung hin. Rhodan und Gefährten gehen auf Erkundungsreise in Richtung des Impulsempfängers.

In einer Zeit davor, wie wir später erfahren in einem Zeitraum von rund drei Jahren, erwachen in der Arche fünf Menschen und ein Memeter aus dem Tiefschlaf, da ihre Schlafkapseln defekt sind. Der ungleichen Gruppe zeigt sich ein, sagen wir mal, unerfreuliches Bild: die AVEDANA-NAU, also die Memeter-Arche mit rund elf Milliarden Menschen an Bord, ist auf Impos abgestürzt und alle außer ihnen schlafen einfach weiter. Die Gruppe hält sich die nächsten Jahre irgendwie über Wasser, ohne die Technik der Arche wirklich nutzen oder manipulieren zu können. Der Memeter unter ihnen ist ein einfacher Techniker ohne nötige Zugangsberechitigungen…schade soweit.

Durch eine weitere Havarie stößt ein Blue zu ihnen und vergrößert damit die Gruppe auf sieben. Sie müssen sich immer wieder sehr aggressiven Biestern erwehren, welche sich durch Kreell und andere Materialien fressen als wäre es Butter. Nur das alte, schwarze Molkex erweist sich als unzerstörbar für diese tausendfüßlerartigen Wesen. Als weitere Möglichkeit sie zu bekämpfen dienen umgebaute Projektilwaffen, welche mithilfe von Molkex Infra- und Hyperschall aussenden und die Angreifer wortwörtlich zum Platzen bringen.

Rhodan’s Gruppe findet unterdessen ein übergroßes Physiotron, welches Eric Leyden direkt umtauft: Physcore, eine Mischung aus Physiotron und „Core“ für Herz, da hier die Impuls zusammenlaufen. Im Inneren des Physcore treffen sie, nach einer Prüfung durch den Wächter, auf mehrere vergeistigte Memeter und erfahren, dass eine „supraheterodynamische Existenz“ die Realität des Universums (oder zumindest der lokalen Gruppe) gefährdet und der Kontrolle durch die Memeter zu entgleiten droht.

Beunruhigt, aber aufgrund der mysteriösen und nebulösen Andeutungen der Memeter auch etwas verwirrt, gehen Rhodan und Co. weiter. Sie entdecken kurze Zeit darauf die Arche, werden auf dem Weg dorthin von der kleinen Gruppe Erwachter vor den „Tausendfüßlern“ gerettet und schaffen es mit knapper Not alle gemeinsam in die Arche.

Soweit zum Inhalt, nun zum Unterhaltungswert: dieser war meiner Meinung nach sehr hoch! Ich konnte NEO 175 nur schwer aus der Hand legen, habe das Taschenheft nahezu in einem Zug durchgelesen. Die drei Handlungsebenen, welche nach und nach zueinander geführt wurden, haben mich alle komplett überzeugt und waren sehr stimmig. Auch hier gab es wieder tolle Charakterbeschreibungen, besonders der Blue Herxxell hat es mir angetan. Die Gesamthandlung geht ebenfalls voran, die Arche ist endlich (wenn auch an erwartet unerwarteter Stelle) gefunden und die „Hornschrecken“ betreten die Bühne. Insgesamt hält Rainer Schorm in seinem Roman das Niveau, welches Kai Hirdt zuvor ja schon sehr nach oben gedrückt hatte.

Ein Zitat möchte ich hier noch aufgreifen, weil ich es zur Situation der Charaktere passend fand, aber auch weil es irgendwie den Zeitgeist trifft:

Sie ist über einhundert Jahre alt, dachte Roscoff frustriert. Ich habe mich immer gefragt, warum alte Menschen zynisch werden. Dabei ist es ganz einfach: Sie haben viel zu viel gesehen. Sie haben Illusionen und Ideale durch Erfahrungen ersetzt…ersetzen müssen. Wenn man sich nichts mehr vormachen kann, findet man sich mit der Welt als bösem Ort ab. Oder man dreht durch.

Sehr philosophisch, möglicherweise sehr wahr und trotzdem eine sehr pessimistische Sicht der Dinge. Auf jeden Fall eine Aussage, über die es sich nachzudenken lohnt wie ich finde.

Ich habe wenig bis nichts zu mosern, also gibt es auch in diesem Fall 9 / 10 Punkten. 🙂

PS: Mein Kritikpunkt aus NEO 173, zu den plötzlich kapitalistischen Blues wird nachträglich in diesem Band erklärt, wenn auch nur rudimentär. Aber immerhin, es fiel wohl auf, dass die Beschreibungen der Blues-Kultur in diesem Punkt…sagen wir ambivalent war. Fein, dass das erläutert wurde! 🙂

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