Rainer Schorm und „Der Schaltmeister von Rumal“

Nächster NEO, nächste Kolonie. Das scheint aktuell das Schema bei NEO zu sein. Nach einer grandiosen Vorstellung von Olymp und einer – meiner Meinung nach – stellenweise etwas schwächeren von Plophos, lernen wir nun also Rumal kennen. Mal schauen ob das „Kolonienhopping“ mir dieses Mal besser liegt. Außerdem sind weitere „Unsterblichen-Sprösslinge“ angekündigt, man darf gespannt sein.

Normalerweise sieht man hier ein selbst geschossenes Foto des Covers…das habe ich dieses Mal vergessen, also ist das da oben ausnahmsweise © Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt 🙂

Worum geht es in „Der Schaltmeister von Rumal“?

Ganz grob darum, dass etwas faul ist im Staate Rumal. Es ereignen sich mehrere, teilweise sehr seltsame Vorfälle in relativ kurzer Zeit, die örtlichen Behörden sind überfordert und NATHAN schickt Unterstützung zu der von ihm persönlich geförderten Kolonie. Das diese Unterstützung keine gewöhnlichen Soldaten oder Techniker beinhaltet dürfte dabei jedem klar sein. Wir lernen Rumal als weitere terranische Kolonialwelt kennen und erfahren außerdem viel über deren politische Situation. Das Ganze im inzwischen bereits bekannten Krimi- bzw. Thrillergewand.

Achtung Kleiner Spoiler: es gibt einen kleineren Zeitsprung von etwa einem halben Jahr. Größere Spoiler gibt es (wenn die Perrypedia wieder online ist) wie immer hier:

https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Der_Schaltmeister_von_Rumal

Wie hat mir „Der Schaltmeister von Rumal“ gefallen?

Kurz: Überraschend gut, nachdem ich „Startschwierigkeiten“ hatte. Die Schwachstellen des Vorgängers konnte ich hier nicht feststellen, Rumal erschien mir fast plastisch vor dem geistigen Auge und ich hatte manchmal das Gefühl, dass ich den Staub der Wüste in der Nase spüre. Spaß beiseite, die Schilderung von Rumal als Kolonie hat mir wirklich ausgezeichnet gefallen. Ich fand auch die Charaktere des Schaltmeisters und des ermittelnden Polizisten gelungen und habe beiden ihre Nöte abgekauft. Die Story war ab etwa der Mitte des Romans flüssig und spannend geschrieben und ich konnte ihn ab diesem Punkt kaum noch aus der Hand legen.

Was war nicht ganz so gelungen?

Aus meiner Sicht: die erste Hälfte des Romans. Vielleicht auch, weil es gefühlt das vierte Mal in Folge nach Agenten-Krimi-Thriller „geschmeckt“ hat. Meine erste Zwischenbilanz so etwa auf Seite 60 war „Boah…nicht schon wieder!“ und ich schob dann auch eine Pause ein. Nachdem ich aber Seite 80 passiert hatte, war der Eindruck schnell vergessen. Auch bei den beiden Bull-Abkömmlingen hatte ich dieses „Nicht schon wieder“-Gefühl. Schließlich waren wieder die (vermeintlichen) Hauptpersonen des Romans die Kinder eines Zellaktivatorträgers. Ja, Reg hat inzwischen einen ZA…habe nur ich das verpasst oder war das eine neue Info? Bisher ging ich noch von „Zelldusche läuft bald ab“ aus. Wahrscheinlich ein weiterer Winterschlaf-ZA…naja okay, macht ja irgendwie auch Sinn. Auf jeden Fall hatte ich im ersten Moment eigentlich keine große Lust auf weitere Kinder von alten Bekannten. Letztlich war deren Rolle aber eher klein, von daher hat sich meine Befürchtung nicht bestätigt.

Fazit:

Tja, nicht so einfach. Der erste Teil zog sich für mich persönlich, wahrscheinlich aufgrund meiner eigenen Erwartungen, ein bisschen wie Kaugummi. Der zweite Teil ging dann aber flott zur Sache und hat Spaß gemacht. Insgesamt trotz aller Startschwierigkeiten ein guter NEO.

Daher vergebe ich hier 7,5 von 10 Punkten.

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Oliver Plaschka stellt uns Ronald „Tekener“ vor!

Bekannte Namen aus der Erstauflage führen bei mir stets zu großer Freude – in diesem Fall zu großer Vorfreude. Ronald Tekener, in der EA bekanntlich seit einiger Zeit dahingemeuchelt, wird bei NEO also eingeführt. Obwohl der EA-Tekener nie so völlig mein Fall war, blieb doch die Spannung, was hier mit ihm passiert. Immerhin ist er eine der ganz großen Figuren und im Paralleluniversum auch ein Zellaktivatorträger der weit über tausend Bände die Handlung mitgeprägt hat. Speziell die großen Tekener-Fans – teilweise aus der EA ausgestiegen dank seines Dahinscheidens – sollten vielleicht dann doch mal einen Blick in NEO werfen, oder? 😉

Ronald Tekener – Über das Cover gab es zuvor geteilte Meinungen, ich persönlich finde es gut getroffen.

Worum geht es in „Tekener“?

Na…dreimal dürft ihr raten… 😉

Spaß beiseite, der gute Ronald ist ja – aus den vorherigen NEOs bekannt – in der Hand von Iratio Hondro. Das findet sein Schwesterherz natürlich weniger erquickend und sucht verzweifelt nach jeder Spur. Unterstützung bekommt sie von den Rhodan-Bengeln, welche inzwischen zugegeben ziemlich erwachsen sind. Die haben aber als Agenten der Abteilung III eigentlich ein anderes Ziel, nämlich Hondro selbst. Ganz nebenbei erfahren wir auch noch ein bisschen was zur Familiengeschichte der Tekeners. Genauere Inhaltsangabe gibt’s wie immer hier:

https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Tekener_(PR_Neo-Roman)

Wie hat mir „Tekener“ gefallen?

Wie schon der Vorgänger von Ruben Wickenhäuser, bekommen wir auch hier als Leser eine Art SF-Agententhriller mit einigem Tempo, Action und durchaus kurzweiliger Story geboten. Ronald Tekener fand ich persönlich schön charakterisiert und er bekam eine gute Einführung in NEO, auch – oder vielleicht auch grade weil – er in vielen Bereichen so ganz anders daherkommt als der Tek aus der EA. Trotzdem erkennt man ihn in bestimmten Situationen schon wieder. Die Teile, die direkt Ronald Tekener gezeigt haben, haben mir viel Freude gemacht. Was mir hier auch ganz gut gefallen hat war die Schilderung von Iratio Hondro. Der finstere Geselle hat irgendwie mehr Substanz bekommen und entwickelt sich zu einem Bösewicht, den ich auch charakterlich ernstnehmen kann (von seinen Fähigkeiten ist er ohnehin ernstzunehmen)…

Was war nicht ganz so gelungen?

…aber leider fand ich den Rest der Story recht wenig packend. Jessica Tekener geht mir ehrlicherweise gehörig auf den Zeiger. So eine uneinsichtige Zicke. Aber auch Farouq Rhodan ist kaum besser. Was mir hier nicht ganz so gut gefallen hat war außerdem die Schilderung von Plophos. Sicherlich gab es von Oliver Plaschka einen Gesamteindruck von New Taylor und ein bisschen was an Zusatzinfos über Flora und Fauna, allerdings war das für meinen Geschmack atmosphärisch ein Level unter dem was Ruben zwei Wochen vorher abgeliefert hat. Während Olymp mir Gänsehaut bereitete, weil es so realistisch erschien, ist Plophos irgendwie…austauschbar. Das fand ich schade, aber vielleicht ist das ja nur mir so gegangen.

Fazit:

„Tekener“ war für mich leider nicht der erhoffte Roman mit Knalleffekt, aber auch bei Leibe kein schlechter NEO. Die eine oder andere Feinheit fehlte mir schon, speziell in der Beschreibung von Plophos, aber ich würde den Roman ganz subjektiv in die gehobene NEO-Mittelklasse einordnen. Vielleicht hat der Titel auch einfach meine Erwartungen zu hoch getrieben. 😉

Daher vergebe ich hier 6,5 von 10 Punkten.

Ruben Wickenhäuser ermittelt in Sachen „Geminga-Morde“

Ich hatte mich im Vorfeld wirklich auf diesen Roman gefreut, ich mag einfach den Stil von Ruben Wickenhäuser. Auch nach der Lektüre muss ich sagen, dass Ruben als Autor einen tollen Job gemacht hat. Sein vierter Beitrag zu NEO hat mir viel Spaß gemacht.

Das Titelbild passt atmosphärisch perfekt zum Roman!

Worum geht es in „Die Geminga-Morde“?

Im Großen und Ganzen um die Jagd nach Iratio Hondro durch die Rhodan-Bengels. Jessica Tekener – die Frau mit dem berühmten Nachnamen – spielt ebenfalls eine Rolle. Das Ding spitzt sich nach hinten natürlich zu und…ach lest selber wenn ihr Spoiler wollt 🙂 :

https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Die_Geminga-Morde

Wie hat mir „Die Geminga-Morde“ gefallen?

Atmosphärisch fand ich diesen Roman einfach großartig. Ruben Wickenhäuser versteht es auch in seinem vierten NEO eine dichte und sehr detailliert ausgeschmückte Welt zu erschaffen. Olymp war als Leser fast schon haptisch spürbar – ganz großes Kino. Inhaltlich war es durchaus spannend, hatte eine interessante Nebenfigur und war stimmig. Insgesamt machte die Story mir den Eindruck eines gut gemachten Agententhrillers mit SF-Anstrich, hat mir gefallen. Hatte natürlich irgendwie auch etwas von den alten Planetenromanen. 🙂

Was war nicht ganz so gelungen?

Ich habe nicht viel zu meckern, das einzige, was ich am Ende sagen muss ist: der Schluss war eigentlich absehbar und ich habe nicht wirklich etwas anderes erwartet. Fast jeder andere Ausgang hätte mich überrascht, daher fand ich persönlich die Story etwas zu vorhersehbar. Abgesehen davon empfinde ich die Figur der Jessica Tekener aktuell noch als etwas wechselhaft und unausgereift. Das mag aber daran liegen, dass wir noch nicht so wirklich viele Hintergründe kennen. Sie ist interessant, aber überzeugt mich noch nicht wirklich.

Fazit:

Ein toll geschriebener NEO mit dichter und packender Atmosphäre. Mir fehlte ein wenig der Überraschungseffekt, aber trotzdem hat NEO 202 mir viel Spaß beim Lesen gemacht. Ich hoffe nun natürlich in NEO 203 „Tekener“ auf den ganz großen Knaller, wenn der „echte“ Tekener – nicht seine Schwester – wirklich die NEO-Bühne betritt.

Hondro mag ich noch immer nicht, allerdings hat er dieses Mal nicht so penetrant genervt wie in NEO 201 😉

Ich war sehr gut unterhalten, hatte Spaß beim Lesen und mag nicht zu viel mosern. Daher vergebe ich hier sehr gute 8 von 10 Punkten. 🙂

Michelle Stern und Lucy Guth sind auf der „Mission auf Mimas“

Neue Epoche, neue Staffel, neue Autorin. Passt, also gespannt ran ans Werk. Mission auf Mimas klang als Titel erstmal nach einem geheimen Einsatz auf dem Saturn-Mond. Im Nachhinein finde ich den Titel irgendwie unpassend, aber dazu später mehr.

Das Titelbild vermittelt einen netten Eindruck des Medomondes Mimas

Worum geht es in „Mission auf Mimas“?

Wie der Titel verrät, spielt ein Großteil der Handlung auf Mimas, wo – wie in der Erstauflage – ein großer medizinischer Komplex entstanden ist. Der im Vorgänger gefangengenommene Iratio Hondro liegt da paralysiert herum und wird unerlaubterweise einfach wach. Dann bricht natürlich das eine oder andere Chaos aus, aber dazu lest ihr hier mehr:

https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Mission_auf_Mimas

Wie hat mir „Mission auf Mimas“ gefallen?

Wenn ich ganz ehrlich bin nicht ganz so gut. Ich hatte etwas zu kämpfen, fand den Einstieg recht zäh und das Thema, welches den Roman wie ein roter Faden durchzieht, ist auch nicht so ganz meins. Das bedeutet nicht, dass NEO 201 schlecht geschrieben oder total verrockt ist, aber ich hatte ganz persönlich so meine Mühe.

Was mir gefallen hat, war vor allem, dass es weitere Hintergrundinformationen zu den Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte gab. Drei Träger der ominösen Winterschlaf-Zellaktivatoren wurden kundgetan, die Entwicklung der terranischen Mutanten wird in eine neue (alte) Richtung gelenkt und es werden biografische Daten zu einem gewissen Iratio Hondro offenbart. Das war neben der Haupthandlung schön eingeflochten.

Was war nicht ganz so gelungen?

Fangen wir beim Titel an: der erschließt sich mir nicht ganz, wer hat denn da auf Mimas eine „Mission“? Aus meiner Sicht wäre „Jagd“ oder „Chaos“, von mir aus auch „Alarm“ oder „Flucht von Mimas“ passend gewesen, aber sei es drum.

Wichtiger ist – und an dieser Stelle folgen kleine SPOILER – dass das Thema der geistigen Beeinflussung mich nur bedingt fesseln kann, das war in der EA auch schon seit jeher so. Overhead, Suggestoren, Hypnos und auch die ollen Cappins waren mir immer suspekt. Das Ganze wurde zwar von den beiden Autorinnen ordentlich geschildert, trotzdem hat es mich nicht so ganz mitgenommen. Die ungeheure Macht, die Hondro scheinbar besitzt, erscheint mir im ersten Moment etwas „too much“. Ich bin gespannt, was sich daraus noch entwickelt und wie diese Verdunklung erklärt wird, aber die Gabe an sich gefällt mir wenig. Trotz alledem glaube ich, dass aus Hondro ein interessanter Antagonist werden kann, wenn es gelingt, seine Fähigkeiten nicht zu sehr ausufern zu lassen. Wobei ich das eben hier schon fast zu viel fand.

Fazit:

Thematisch nicht ganz meins, „handwerklich“ gut geschrieben und trotz aller Kritik ein ordentlicher Einstieg für Lucy Guth. Ich hoffe sie bekommt die Chance ihr Können in thematisch anders ausgerichteten NEOs erneut unter Beweis stellen zu können.

Aufgrund der oben beschriebenen persönlichen Abneigung gegen das Hauptthema und die aus meiner Sicht übertriebene Darstellung Hondros gibt es von mir heute nur 4,5 von 10 Punkten. Aber wie gesagt habe ich große Hoffnung, dass daraus etwas wachsen kann, was mir auch wieder mehr Spaß bereitet. 😉

Der Kristallpalast von Oliver Plaschka – Ausflug ins fiktive London des 19. Jahrhunderts

Ich war mal wieder ein wenig „offtopic“ unterwegs. Diesesmal sogar in einem mir komplett fremden Genre: Steampunk. Oliver Plaschka habe ich versprochen, im Anschluß ein paar Zeilen zu seinem Buch zu schreiben und das werde ich hiermit erledigen. 🙂

Das Buch kam sogar mit einer Widmung daher, vielen Dank! 🙂

Worum geht es?

Zunächst einmal vielen Dank an Oliver Plaschka, der mir ein Exemplar von „Der Kristallpalast“ zur Verfügung gestellt hat, damit ich ein wenig darüber berichte. Oliver kannte ich bisher nur als gelegentlichen Perry Rhodan NEO Autor und war somit durchaus gespannt, was er sonst noch schreibt. Zudem war es für mich der erste literarische Ausflug in Richtung Steampunk. Ich wusste vorher nur sehr grob, was da thematisch auf mich zukommt und war dementsprechend kribbelig auf das Buch.

Zu erwähnen sei noch, dass an dem Roman noch zwei weitere Autoren mitwirkten, nämlich Alexander Flory und Matthias Mösch, wobei ich nicht zu sagen vermag, welchen Anteil welcher Autor jeweils daran hatte. Ich gehe aber davon aus, dass Plaschka den Löwenanteil geschrieben hat.

Inhaltlich sei hier – mit möglichst wenig Spoilerei – zusammengefasst, dass das Buch sich hauptsächlich im London des 19. Jahrhunderts bewegt und aus der Sicht dreier, sehr unterschiedlicher Charaktere geschrieben wurde. In allen drei Fällen wurde die Perspektive der ersten Person gewählt, wodurch eine erhebliche Nähe zu den drei Akteuren erzeugt wird. Den vierten Part macht das Tagebuch einer Expedition durch den indischen Dschungel aus, welches ein komplett anderes Szenario schildert. Hier fühlte ich mich eher an Indiana Jones erinnert als an Steampunk. 🙂

Der Plot dreht sich im Groben um den namengebenden Kristallpalast, der zur Weltausstellung in London erbaut wird sowie um einige ganz besondere „Kristalle“, welche spezielle Fähigkeiten verleihen und die achterbahnartige Jagd nach selbigen. Langweilig wird es in diesem Roman nie, durch die ständig wechselnden Perspektiven entsteht ein abwechlungs- und ereignisreiches sowie buntes Hin- und Her, Auf- und Ab.

Wie hat mir der Kristallpalast gefallen?

Wie oben erwähnt war der Roman meine erste Begegnung mit dem Thema Steampunk. Ich bin völlig unbelastet eingestiegen und muss zugeben, dass ich nach einhundert Seiten erstmal ein wenig entmutigt war. Steampunk schien so gar nicht meins zu sein. Ich fand zunächst die Charaktere anstrengend, das Setting verwirrend, wusste nicht, wer was warum tut und überhaupt…

Aber ein angefangenes Buch einfach weglegen geht aus Prinzip bei mir nicht, also las ich tapfer weiter. Zum Glück, wie sich herausstellte, denn es wurde aus meiner Sicht immer besser. Die Geschichten der drei Akteure fügten sich ineinander, das Tagebuch war eine willkommene Abwechslung, die gleichzeitig ein wenig Hintergrundwissen vermittelte und der Spannungsbogen wuchs gegen Ende tatsächlich exponentiell nach oben. Die letzten einhundert Seiten konnte ich im Gegensatz zu den ersten kaum mehr unterbrechen.

Die Geschichte an sich ist natürlich sehr stark Geschmacksache. Ich persönlich fand sie nett, aber nicht mehr. Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich zukünftig vermutlich die Finger von Steampunk lassen werde. Das ist irgendwie nicht ganz mein Genre. Wer grundsätzlich Spaß daran hat, ist aber mit „Der Kristallpalast“ sehr gut bedient denke ich.

Was ich sehr schön fand, war das detailreich geschilderte und sehr gut recherchierte Londoner Stadtleben um 1850 und die damit verbundenen Besonderheiten und Verhaltensweisen der Charaktere. Das war bunt, teilweise schrill, aber immer spaßig zu lesen und hat dem Geschehen viel Leben eingehaucht.

Auch die angehängte Kurzgeschichte hat mir nochmal viel Freude bereitet, da zwei der sympatischsten Figuren einige Jahrzehnte später nochmals aufgegriffen wurden. Ich mag solche „wie-war-das-Schicksal-zu-Charakter-XY“-Dinger. Super! 🙂

Fazit:

Dafür, dass Steampunk zuvor für mich ein weißes, unbeschriebenes Blatt war und ich feststellen musste, dass es auch nicht ganz mein Genre ist, hatte ich trotzdem ab etwa der Hälft des Buches durchaus größeren Spaß beim Lesen. Auch wenn ich zukünftig (vermutlich) keine Steampunk-Bücher mehr lesen werde (man soll ja niemals nie sagen…), möchte ich die Erfahrung dieses Romans keinesfalls missen.

Kann ich es empfehlen? Denjenigen, die das Genre mögen: ja unbedingt, ich glaube ihr werdet große Freude daran haben! Denen, die Steampunk wie ich nicht kennen: probiert es aus, bei mir hakt es wie mehrfach gesagt eher an der Thematik an sich, als am – objektiv betrachtet – wirklich guten Roman. 🙂

Die Expokraten schicken NEO in eine neue Epoche und wir treffen den „Mann aus Glas“

Lange haben wir darauf gewartet und hingefiebert: nach dem großen Jubiläum der Erstauflage feierte nun auf NEO einen runden, großen Band. Perry Rhodan NEO mit der Nummer 200 lag ab dem 17. Mai 2019 im Handel und ich konnte mich dank Abo sogar schon am 16. Mai darüber freuen. Als Abonnent gab es sogar ein wirklich schönes Gimmick oben drauf, nämlich eine wunderschöne Sternenkarte mit einer Übersicht der bekannten Milchstraßensysteme und Planeten sowie der neuen, terranischen Kolonien.

Wunderschöne Sternenkarte zur NEOversum-Milchstraße und der „lokalen Blase“

Nun geht es also in eine neue Epoche, nachdem ANDROS besiegt wurde und – Überraschung – Perry entgegen der Prophezeiung von ES überleben durfte 😉

Worum geht es in „Mann aus Glas“?

Wie das mit einem Staffelstart so ist, gäbe es hier so einige Dinge aufzuzählen. Nach einem Zeitsprung sowie dem Start einer ganz neuen Epoche natürlich nochmal umso mehr. Vielleiht nur die wichtigsten Eckpunkte: unser Unsterblicher hat ein schickes neues Flaggschiff bzw. Protektorenschiff mit einem aus der Erstauflage recht bekannten Namen. Eine wichtige Rolle spielen Perrys Sohnemänner, die inzwischen natürlich erwachsen sind, ein gewisser „Mann aus Glas“, der ebenfalls aus der EA bekannt ist, hier aber ganz neu interpretiert wird, der Kaiser von Olymp hat seinen ersten Auftritt und auch andere bekannte Namen treten erstmals in Erscheinung. Wer es genauer wissen möchte liest wie immer hier nach:

https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Mann_aus_Glas

Wie hat mir „Mann aus Glas“ gefallen?

Der Epochenstart ist meines Erachtens gut gelungen. Es war vielleicht kein riesiges Feuerwerk und ging relativ gemächlich los, aber das war nach dem furiosen Staffelende auch eine gute Entscheidung. Der Leser wird langsam in die neuen Gegebenheiten des Jahres 2088 eingeführt. Wichtige Entwicklungen werden geschildert, wichtige Personen (neu) vorgestellt, denn die vergangenen Jahrzehnte haben natürlich auch mit den bekannten Handlungsträgern etwas gemacht. Ein paar Dinge werden (noch) nicht aufgeklärt, wie zum Beispiel (ACHTUNG SPOILER) die Abwesenheit von Team Leyden, welche nicht weiter erwähnt werden. Ein paar neue Fragen werden aufgeworfen, wie zum Beispiel „Wo kommen diese liduurischen Zellaktivatoren her, bei denen man in den Winterschlaf gehen muss und wer hat sie bekommen?“. Was ich sehr schön fand, war die immer wieder eingestreute Erwähnung alter, nicht unsterblicher Charaktere und was aus ihnen geworden ist. Der Eine genießt seinen Ruhestand, der Nächste hat in hohem Alter eine neue Funktion übernommen etc. Da geht dem NEO-Leser das Herz auf. Wie gesagt, der Start in die neue Epoche ist gelungen und nun kann es richtig losgehen. Voller Vorfreude harre ich der kommenden NEOs von denen mit Nummer 201 der erste heute im Briefkasten liegen sollte…durch meinen Fuerteventura-Urlaub bin ich mit dieser Besprechung total in Verzug… 🙂

Was war nicht ganz so gelungen?

Ganz ehrlich gesagt möchte ich hier überhaupt nicht rummeckern. Es gab für mich wenige, bis gar keine größeren Kritikpunkte. NEO 200 war ein grundsolider Epochenstart und ich warte jetzt die Entwicklung gespannt ab, bevor ich anfange zu mosern. 😉

Fazit:

Das große Jubiläum hat mir wirklich gut gefallen. Natürlich war es kein Feuerwerk wie NEO 199. Das war aber auch weder zu erwarten, noch zu wünschen. Stattdessen wurden wir sanft in die neue Zeit eingeführt, einige alte Charaktere wurden liebevoll in den Ruhestand verabschiedet und ein paar neue hatten ihren Auftritt. Mir hat das viel Spaß gemacht und ich freue mich auf mehr.  

Für einen gelungenen und grundsoliden Epochenstart gibt es von mir 7 von 10 Punkten.

Die Expokraten brennen ein Feuerwerk ab, und zwar „Am Ende aller Tage“

Große Vorfreude, große Erwartungen und ein wenig Skepsis ob der vielen offenen Fragen hielten sich im Vorfeld dieses Epochenfinales bei mir die Waage. Die Vorfreude war durchaus berechtigt, die Erwartungen wurden zu großen Teilen erfüllt, allerdings hatte auch meine Skepsis ihre Berechtigung. Aber dazu später mehr.

Worum geht es in „Am Ende aller Tage“?

Der Titel passt hervorragend zu einem Roman, der die Ereignisse von 85 Millionen (Handlungs-) Jahren abschließt, oder? Ich persönlich fand das sehr treffend. Natürlich geht es im Staffel- und Epochenfinale um den Abschluss des großen Feldes um den Konflikt zwischen ANDROS und ES, das Ende des sogenannten Ringens, darum, ob die Menschheit weiter existieren darf oder pulverisiert wird und ein bisschen auch darum, welche Haupt- und Nebenfiguren noch über die Klinge springen müssen. Ganz viel Stoff für ganz knappe 160 Seiten wie ich finde.

Die ausführliche Zusammenfassung findet ihr wir immer hier:

https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Am_Ende_aller_Tage

Wie hat mir „Am Ende aller Tage“ gefallen?

Vorneweg: insgesamt sehr gut! War der Abschluss perfekt? Nein, aus meiner Sicht nicht…aber wer oder was ist schon wirklich perfekt? War der Abschluss spannend, unterhaltend, mitreißend und im Großen und Ganzen rund und gelungen? Aus meiner Sicht definitiv! Unsere Expokraten haben hier ein echtes Feuerwerk abgebrannt. Um das etwas klarer zu besprechen muss ich (zumindest ein wenig) spoilern:

Dass unser guter, alter Perry irgendwie überlebt war wohl so ziemlich jedem, der in irgendeiner Weise mit der Materie vertraut ist, klar. Wie er das schafft, fand ich persönlich etwas eigen, siehe unten, aber klar war es. Dass Tuire Sitareh über die Klinge springen soll oder muss, wurde vorher oft genug erwähnt. Allerdings bleibt diese Tür – zumindest einen winzigen Spalt breit – offen, denn sein endgültiger Tod wurde nicht erwähnt! Ich glaube zwar nicht daran und es wäre auch schwierig, das glaubhaft zu verkaufen, aber ein wenig hoffe ich noch immer, dass der olle Aulore wieder auftaucht. Ich mochte diese Figur immer sehr gerne.

Insgesamt kommt das Finale mit erstaunlich wenigen – bestätigten – Toten aus, nämlich mit genau einem: Huang Wei, der für ein Täuschungsmanöver von ES in den Tod ging. Alle anderen sind wohlauf.

Die verschiedensten Handlungsfäden wurden von Rüdiger und Rainer in diesem Band zusammengeführt. Angefangen von der Frühzeit von NEO bis hinein in die aktuelle Staffel. Ich finde, dass die beiden das sehr schön gelöst haben und tatsächlich das Spielfeld einmal komplett freigeräumt haben für die neue, kommende Epoche. Mir hat dieser NEO wahnsinnig viel Spaß gemacht und ich habe ihn „in einem Rutsch“ gelesen, was bei mir eher selten vorkommt. Ein paar kleine ABERs gibt es dann allerdings doch noch:

Was war nicht ganz so gelungen?

Mir fehlten ein paar Dinge in diesem Abschluss. Zunächst einmal: wo zur Hölle sind Eric Leyden, Abha Prajapati und Luan Perparim? Die wurden mit Tro Khon so effektvoll aus der Handlung geschrieben, dass ich mir absolut sicher war, dass sie irgendwie mit einem Knalleffekt im Abschlussband auftauchen. Aber keiner davon, auch nicht Tro Khon. Am Ende dachte ich, ich habe ein paar Seiten ausgelassen. Das hat mich ziemlich irritiert und ich hoffe, dass diese Figuren wieder auftauchen, denn sie stillschweigend zu vergessen würde mich wirklich ärgern. Das macht ihr nicht liebe Expokraten oder? Ihr wollt mich nicht ärgern, oder? 😉

Dann ist da diese Sache mit dem Geschenk von Avandrina di Cardelah auf dem Mars. Da war doch was? Ich dachte auch hier, dass wir noch mehr erfahren, vermute und hoffe aber stark, dass das in NEO 200 erfolgt. Hier kann ich noch ganz gut akzeptieren, wenn das später geklärt wird, beim Leyden-Team bin ich – wie gesagt – mehr irritiert.

Ein weiterer offener Handlungsfaden: dieses komische Artefakt aus NEO 188, welches Icho Tolot damals unter Einsatz seines Lebens und eines seiner Herzen Massmer Tronkh entwendet hat. Danach hat man von dem Ding nie mehr gehört! Dabei schien es in dem Roman so ungemein wichtig und geheimnisvoll. Was war das denn? Da habe ich seitdem drauf gewartet, denke aber, dass ich auch weiter warten werde…und zwar erfolglos. 😦

Zu guter (oder schlechter) Letzt: Rhodans Rettung durch Atlan und Mirona. Ganz ehrlich ist das für mich irgendwie haarsträubend an selbigen herbeigezogen gewesen. Es herrscht das absolute hyperphysikalische Chaos, die Verrytsphäre ist angeblich das einzige Schiff, welches sich Palagola nähern kann und das dabei nicht sofort zerbröselt. Es wird sogar explizit erwähnt, dass auch Schaltschiffe der Meister der Insel Probleme bekommen…und dann, kurz vor Perrys Exitus finden die beiden Turteltauben den Terraner in seinem ultimativen Anti-ANDROS Schiffchen, welches auseinanderfällt und retten ihn per spontan aufgebautem Halbraumtunnel, Millisekunden bevor es tatsächlich pulverisiert wird…

Mir war das zu viel seltsamer Zufall. Versteht mich nicht falsch, ich weiß selber keine viel bessere Lösung, aber diese war mir zu konstruiert. Allerdings muss ich es auch nicht besser machen, ich bin ja kein Autor, geschweige denn Expokrat. 😉

Fazit:

Bei aller Kritik – ich finde die muss erlaubt sein – hat mich NEO 199 wahnsinnig gut unterhalten und hat die meisten Handlungsfäden zu einem würdigen und sinnvollen Abschluss gebracht. Es gab das nötige Feuerwerk, es gab Pathos, es gab Überraschungsmomente (wenn auch nicht so viele wie ich dachte) und es gab ein happy End. Wie gesagt würde ich nicht von perfekt sprechen, von sehr gut aber allemal. Daher für das Staffel- und Epochenfinale:

8 von 10 Punkten.

Nun ist die Vorfreude auf NEO 200 angesagt…Kolonien, das heißt Siganesen, Plophoser, Epsaler und viele mehr. Dazu Tekener und „der Mann aus Glas“. Was für NEO-Aussichten! 🙂

Kai Hirdt schildert das „Duell der Bestien“

Ich habe bereits am Sonntag den 14.04. die Leseprobe in wenigen Zügen „inhaliert“ und war wie elektrisiert (ja, ich bin ein Poet, das reimt sich 🙂 ). Das Warten auf den gedruckten NEO im Briefkasten war anschließend fast eine Qual, hat sich aber gelohnt.

Worum geht es in „Duell der Bestien“?

Es geht stark Richtung Staffelfinale, ach was sage ich, Richtung Epochenfinale! Icho Tolot, Andromeda, Perry weiter im „Gedächtniskoma“, Thora als besorgte und oft giftige Ehefrau, Mirona Thetin, Masmer Tronkh und vieles mehr in einem Taschenheft. Leute, das war ein Feuerwerk! Hier geht’s zur Handlungszusammenfassung:

https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Duell_der_Bestien

Wie hat mir „Duell der Bestien“ gefallen?

Dass ich ein Fan von Kai Hirdt bin ist wahrscheinlich inzwischen bekannt. Auch dieser Roman nimmt sich da nicht aus, ich fand ihn großartig. Das Finale der Staffel ist eingeleitet, die Vorarbeit wurde mit Bestnote geleistet, nun wird der Abschlussroman der beiden Exposéautoren zeigen, ob diese Epoche zu einem „runden Ende“ kommt. Aber bleiben wird bei NEO 198: Kai Hirdt nimmt sich in seinem Werk viele Dinge gleichzeitig vor. Er rekapituliert in Kurzform die Ereignisse und bekannten Hintergründe seit (mindestens) METEORA. Er führt ein paar weitere Hintergründe in die Handlung ein, bringt einen Handlungsstrang um Tolot und Tronkh zu Ende und leitet furios und dramaturgisch gekonnt in ANDROS‘ Heimat die finale Auseinandersetzung ein. Ich hatte einen riesigen Spaß beim Lesen, bin hoch erfreut, wie die einzelnen Fäden der letzten 100 Bände langsam zusammenfinden und bin hochgespannt auf NEO 199, in dem hoffentlich auch noch die letzten, großen offenen Fragen dieser Epoche beantwortet werden. Ich erwarte keine Antwort auf jede Kleinigkeit, aber doch auf die vielen großen und mittelgroßen Fragen. 😉

Was war nicht ganz so gelungen?

Da kann ich wenig benennen. Vielleicht könnte man argumentieren, dass durch die hohe Dichte an zu verpackender Themen der Roman etwas „vollgestopft“ wirkt, allerdings habe ich persönlich das nicht als schlimm empfunden. Ja, die Packungsdichte der Informationen war schon hoch, aber genau das erwarte ich ja irgendwie im mit diesem NEO eingeleiteten Staffelfinale. Ergo: diese „Kritik“ ist eigentlich keine…

Fazit:

Was soll ich noch sagen? Kai Hirdt überzeugt mich wie (fast) immer vollständig und es war mir eine Freude diesen NEO zu lesen. Meine Vorfreude auf NEO 199 und danach NEO 200 ist gewaltig, meine Erwartung allerdings ebenso. Kai Hirdt hat die Messlatte auf jeden Fall sehr hoch gelegt.

Das „Semifinale“ der Epoche bekommt von mir 9,5 von 10 Punkte.

NEO wird 200! Ich freu mich!

Jetzt erwischt es nach Perry Rhodan, der ja ein ganz großes Jubiläum hatte auch noch den kleinen Bruder aus dem Paralleluniversum NEO. Zweihundert Bände, wer hätte das am Anfang gedacht? Ich würde behaupten niemand, nicht einmal die optimistischsten Autoren und Leser. Aber: das galt auch für die klassische Serie und die gibt es ja bekanntlich noch immer.

Noch sind rund vier Wochen bis zum Jubiläum, aber die ersten Infos sickern inzwischen natürlich durch. Deshalb dachte ich mir, schreibe ich das mal etwas zusammen. Wer sich nicht vorab „spoilern“ möchte, liest ab hier nicht weiter. 😉

Also, was ist angekündigt? Zunächst einmal machen wir einen für NEO ordentlichen Zeitsprung. Nämlich in das Jahr 2088. ANDROS und die mit ihm zusammenhängenden Probleme sind Geschichte, die Menschheit hat sich auf den Weg gemacht, sich friedlich in der Milchstraße zu verteilen und es gibt die ersten Kolonien außerhalb des Solsystems. Soweit so gut…bis bekannt wurde, wie diese Kolonien heißen. Zunächst mal gibt es da einen Planeten, der Olymp heißt, um Boskcys Stern kreist und auf dem ein gewisser Anson Argyris was zu sagen hat. Eine Handelswelt, noch klein, aber bereits mit einiger Bedeutung. Dann war bereits zu lesen, dass es eine weitere Kolonie namens Plophos gibt. Zwar sind dazu (Stand heute) keine weiteren Erkenntnisse verfügbar, aber der Name allein dürfte dem einen oder anderen „Altleser“ schon ausreichen. 🙂

Der Titel von Band 200 lautet übrigens „Mann aus Glas“. Das Titelbild (über das man sicher genauso diskutieren kann, wie über das von PR3000), zeigt ein Wesen, was dem einen oder anderen aus der klassischen Serie ebenfalls bekannt sein dürfte. 😉

Richtig spannend wird es beim Titel von NEO 203. Der heißt nämlich laut Perrypedia „Tekener“. Hierzu hat Oliver Plaschka, aus dessen Feder der Roman stammen wird, folgenden Tweet abgesetzt:

Aaalso …Freut mich, dass der Titel jetzt schon Aufmerksamkeit erregt, denn er war auch mein Vorschlag 🙂 Vorweg: Natürlich nennen wir keinen Roman „Tekener“ wenn wir nicht auf die genau die Figur anspielen wollen … (1/x)

Und ich habe die Reaktionen damals verfolgt, als Tekener in der EA verstarb und bin mir bewusst, wie viel er Altlesern bedeutete. Von daher war es schon ein kleiner Geniestreich unserer Exposé-Autoren, ihn in NEO „zurückzuholen“. Aber: Wir sind halt schon immer noch NEO … (2/x)

„Unser“ Tekener wird sicher anders. Und natürlich wird er auch bei jedem Autor, der ihn schreibt, anders rüberkommen. Ich will jetzt nicht zu viel zu meinem Roman verraten. Ich sitze gerade noch an letzten Korrekturen, d.h. nicht mal die Redaktion kennt ihn bis jetzt … (3/x)

Aber ich persönlich fand Beinamen wie „Smiler“ oder gar „Galaktischer Spieler“ ehrlich gesagt immer recht albern. „Mein“ Tekener ist noch kein hart gesottener Held. Wir steigen ganz tief bei ihm ein. Und es wird ein paar Überraschungen geben. (4/x)

Und noch eine kleine Werbung in eigener Sache: Wer von Geheimagenten in Weltraum-Casinos gar nicht genug kriegen kann, dem empfehle ich meine NEO-Story „Casino Imperial“ mit Jemmico, einer meiner NEO-Lieblingsfiguren, als Spieler. Gibt es für 49 Cent 🙂 (5/5)

Oliver Plaschka (@navylyn) auf Twitter, 14.04.2019

Also als Erstes: vielen Dank an Oliver für die ausführliche Antwort! Damit hatte ich gar nicht gerechnet, als ich gefragt hatte, ob er uns ein wenig mehr erzählen mag. 😉

Als Zweites finde ich, dass das ausgesprochen interessant klingt und mir jetzt schon eine riesengroße Vorfreude einpflanzt.

Es werden sicherlich in den nächsten Wochen vor dem Jubiläum noch einige weitere Infobrocken einfliegen, aber ich persönlich finde, dass das was bisher bekannt ist schon ausreicht um noch mehr, wieder oder auch zum ersten Mal richtig Lust auf NEO zu machen!

Ruben Wickenhäuser reist mit uns in die Eastside und dort entsteht „Der Dimensionsblock“

Ich muss ja sagen, ich mag die Blues. Auch wenn sie bei NEO Azaraq statt Jülziish heißen sind mir die Tellerköpfe sympathisch. Worüber ich mich schon vorab besonders gefreut habe war, dass mit Ruben Wickenhäuser ein Autor diesen Roman verfasst hat, dessen Beitrag aus der Blues-Staffel mir besonders positiv in Erinnerung geblieben ist.

Worum geht es in „Der Dimensionsblock“?

Tja…die Handlung spielt in der Eastside der Milchstraße bei den Azaraq. Wenn wir uns zurückerinnern und überlegen, was die Verbindung zur aktuellen Handlung sein könnte, ist es kaum ein Spoiler, wenn ich verrate, dass es um Moloch und das Suprahet geht. Was da aber genau passiert und was ein Dimensionsblock eigentlich ist, erfahrt ihr hier:

https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Der_Dimensionsblock

Wie hat mir „Der Dimensionsblock“ gefallen?

Ruben Wickenhäuser hat definitiv ein Händchen für Azaraq! Ich finde die Charakterisierung dieses Fremdvolkes gelingt ihm auch in diesem NEO genauso hervorragend wie in seinem Erstlingswerk. Sowohl Verhalten und Gedankengänge von Tagrep Kerrek, als auch seine Verwunderung über das Verhalten der Menschen sind wirklich toll geschildert. Die Kultur, welche sich klar sich in den beschriebenen Bereichen klar gegenüber dem uns bekannten abgrenzt ist faszinierend.

Alles in allem ist dem Roman anzumerken, dass der Autor mit ganz viel Liebe zum Detail seinen Charakteren Leben eingehaucht hat. Fast alle Personen sind glaubhaft mit Stärken und Schwächen sowie mit Sorgen und Gedanken abgebildet. Das war wirklich toll zu lesen!

Neben dem Azaraq ist auch die Charakterisierung von Faktor VII großartig gelungen. Die Figur bekommt eine erhebliche Tiefe und darf hoffentlich noch häufiger eine gewisse Rolle spielen.

Was war nicht ganz so gelungen?

Dazu muss ein kleiner SPOILER her: Alexander Kapescu und sein völlig irrationales Verhalten am Ende! Da stapft der Typ echt komplett allein los, nur weil er einen Dickkopf hat und obwohl er genau weiß, wie gefährlich dieser Azaraq-Urwald ist? Really? Letztlich war das Ergebnis absehbar und irgendwie hat es mich auch wenig erschüttert…ich dachte nur „Selber schuld du Vollpfosten…“ 😉

Außerdem hatte der Roman meines Erachtens schon ein paar Längen. Ruben hat zwar schon versucht diese sinnvoll zu füllen, aber der Informationsgehalt war zum Teil schon niedrig. Im Endeffekt war hier wohl oft der Weg das Ziel. Nicht immer per se schlecht, aber mir war das anteilig zu wenig.

Fazit:

Die Gesamthandlung und damit das sich anbahnende Staffelfinale hat der Roman – wenn wir ehrlich sind – nicht wesentlich vorangetrieben. Aber das musste er meines Erachtens auch nicht. Trotz Kapescu und der beschriebenen Längen war es für meinen persönlichen Geschmack ein überdurchschnittlich guter NEO. Ruben Wickenhäuser versteht es seine Charaktere bunt und authentisch zu schildern sowie ihnen eine Tiefe zu geben, die durchaus bemerkenswert ist für 160 Seiten. Vielleicht darf er beim nächsten NEO wieder etwas mehr die Rahmenhandlung voranbringen, das würde mich freuen.

Dafür gibt es gute 7 von 10 Punkten.